06.06.2018

TAXIBERLIN ALS BUCHVERKÄUFER



Nachdem es am Sonntag auf dem Flohmarkt Boxhagener Platz im schönen Friedrichshain sehr gut lief, was auch daran lag, dass so einige vorbei schauten, die meine letzte Sendung über Bücher gehört hatten, in der ich erwähnt habe, dass ich dort einen Teil meiner Bibliothek anbieten werde, geht der Verkauf diesen Sonntag weiter. Aber keine Sorge, ich beabsichtige nicht ins Buchgeschäft, was auch ein ganz hartes Business ist, "abzudriften". Das liegt auch daran, weil auch hier gilt, dass zwar ein jeder den Preis kennt, was zum Teil auch an der Buchpreisbindung liegt (aber nicht nur!), aber kaum einer den Wert eines Buches. Das wiederum führt dazu (das ist aber in jedem anderen Geschäft genauso), dass man dazu neigt, Dinge anzubieten, die man vorher eingekauft hat, von denen man sicher ist, dass sie sich verkaufen lassen, aber vor allem, von denen man sich den höchsten Verkaufspreis verspricht, was in der Regel nichts über den Inhalt, also über den Wert des Buches aussagt. Dadurch verändert sich der Blick (natürlich ganz unbewusst!) auf Bücher, man beginnt unwillkürlich, alles durch diese monetäre Brille zu sehen. Und deswegen werde ich auch nicht ins Buchgeschäft einsteigen. Ich überlege gerade, ob es eine ähnliche Gefahr auch beim Taxifahren gibt, mir will allerdings partout nichts vergleichbares einfallen. Taxifahren ist ja eher wie Flaschensammeln, wobei man dazu sagen muss, dass es sich beim Taxifahren meist auch um leere Flaschen handelt, die man da einsammelt. Mit den Büchern, die ich am kommenden Sonntag auf dem Boxhagener Platz anbiete, verhält es sich anders, und deswegen solltest auch du überlegen, ob du nicht besser mal vorbeischaust, um dir dein eigenes Bild zu machen.

Foto&Text TaxiBerlin

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