05.06.2018

MIT DEM TAXI DURCH PARIS


Echtes Pariser Taxi mit richtigem Pariser Taxifahrer

Seit gut einem Jahr ist Macron französischer Präsident und trotzdem weiß hierzulande keiner so richtig, wofür er eigentlich steht. Ich denke, eines kann man mit Sicherheit sagen: Für nichts Gutes, zumindest für die Pariser Taxifahrer. Das erfuhr ich von meiner Partnerin und Kollegin Layne Mosler, auch bekannt als TaxiGourmet, die für knapp eine Woche zu Taxi-Abenteuern, wie sie es nennt, in Paris weilte. Die Pariser Taxen haben keine einheitliche Farbe wie die Berliner, man erkennt sie an ihrem Schild (Foto) auf dem Dach. Auf den Pariser Straße sind sie durchaus zu finden, sucht man eines im Internet, da wird es schwierig, denn Google leitet einen immer direkt und ausschließlich zu Uber oder einem Limousinen-Service. Layne brauchte über eine Stunde, um die Telefon-Nummer einer Pariser Taxi-Firma zu finden, und zwar im einem Forum über Reisen. Dort empfahl jemand dieses Unternehmen, alle anderen Foristen fuhren Uber. Der im Forum gefundene Taxifahrer erzählte Layne, dass es seit etwa einem Jahr besonders schlimm geworden sei mit Uber. Um auf das selbe Geld zu kommen, muss er nun doppelt so viel Arbeiten, oft sieben Tage die Woche. Er mache alles richtig, zahle Steuern und brauche, genauso wie in Berlin, ein polizeiliches Führungszeugnis, um Taxi fahren zu können. Für Uber, so sagt der Kollege aus Paris, fahren viele, die gerade aus dem Gefängnis kommen (in Berlin sind es in der Regel Migranten), die nur schwer überhaupt einen Job finden würden, denn es gibt einfach keine - für niemanden. Uber-Ubernehmen wirtschaften, wie sie wollen, ihre Fahrer arbeiten meist für einen Hungerlohn: Eben ein kleines Bangladesch mitten in Europa. Der Kollege in Paris fuhr, das sei noch erwähnt, genauso wie ich ohne Navi. Ein richtiger Taxifahrer in Paris hat seine Ehre, denn Navis machen bekanntlich Orientierungsblöd, wie der Blick in ein Uber immer wieder aufs Neue bestätigt.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen