06.06.2018

EXIT TAXI


Gibt's nicht mehr und gibt's doch noch

Das Taxi ist eine aussterbende Spezies, ganz genauso wie einst die Dinosaurier es waren. Bei den Dinosauriern weiß man bis heute nicht ganz genau, warum sie ausgestorben sind, und so ist es auch beim Taxi. Alle sind sich einig, dass die Tage des Taxis gezählt sind, aber niemand kann oder will so recht sagen warum eigentlich. Und selbst wenn ich die Antwort wüsste: Würde sie mich weiter bringen? Klar, man kann Ursachen benennen, beispielsweise Uber aus Amerika, der Feind aller rechtschaffenen Taxifahrer nicht nur hierzulande. Und sicherlich, man wird demnächst das ein oder andere Fahrzeug, das für Uber fährt, anzünden oder anderweitig aus dem Verkehr ziehen. Wir sind schließlich in Berlin. Möglicherweise werden auch ein paar Fahrer, die für Uber fahren, eins auf's Maul bekommen. Auch das ist mehr als wahrscheinlich. Ist wie gesagt Berlin. Wer weiß, wem die Dinosaurier alles die Fresse poliert haben, bevor sie dann den Löffel abgaben. Untergeher werden am Ende immer aggressiv. Das ist nichts Neues und sollte eigentlich bekannt sein. Unklar ist bisher, was nach dem Taxifahren kommt. Oder genauer gefragt: Was ist meine Taxi-Exit-Strategie? Buchverkäufer will ich nicht werden, ich erwähnte das an dieser Stelle, obwohl ich mit Sicherheit das Zeug dazu hätte. Auch hier gibt uns der Kollege Nietzsche einmal mehr eine Antwort, und zwar als er sagte: "Werde, wer du bist!" Gut, unter Umständen hat Nietzsche das auch nur irgendwo abgeschrieben. Ja, ich halte das sogar für sehr wahrscheinlich. Man kann davon ausgehen, dass das bereits ein Philosoph aus dem heute verarmten Griechenland viele Jahre vor Nietzsche gesagt hat. Sozusagen ein Dinosaurier unter den Philosophen, was mich auf die Idee bringt, einfach ein Dinosaurier unter den Taxifahrern zu werden, falls ich es nicht schon sein sollte.

Foto&Text TaxiBerlin

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