04.06.2018

DIE DIKTATUR DER GUTMEINENDEN


Als jemand, der schon einmal in einer Diktatur gelebt hat, sie nannte sich seinerzeit die des Proletariats, kann ich sie nicht wirklich empfehlen. Gut, damals gab es ab und zu keinen Ketchup, was den ein oder anderen sehr erregte. Auch das Reisen hatte seine Grenzen. Das schlimmste war und ist aber zweifellos die ständige intellektuelle Unterforderung der "Diktierten", die allen Diktaturen immanent ist:

Die Regierenden sind immer die Guten und die anderen immer die Bösen, oder wahlweise auch der Klassenfeind. Der darf niemals Recht haben, denn dann hätte das Gute zwangsläufig Unrecht, und das kann oder besser: Das darf nicht sein! Andererseits, alles Böse hat auch sein Gutes: Es ist eine Zeit, in der man schnell zum Helden werden kann. Man muss nur sagen, dass der Kaiser keine Kleider trägt, oder wahlweise auch alle Gutmeinenden samt ihrer geliebten Führerin.

Text TaxiBerlin

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