18.06.2018

TOILETTE MAX UND MORITZ


Im guten alten Charlottenburg

Toiletten sind ein wichtiges Thema für uns Taxifahrer, denn die wenigsten haben eine eigene Toilette an Bord. Auch deswegen hatte ich dem Thema Toilette schon einmal eine ganze Sendung meiner alle vier Wochen stattfindenden Radio-Show "Hier spricht TaxiBerlin" gewidmet, wo ich unter anderem verraten habe, wo sich die schönste Toilette Berlins befindet. Mit der kann die öffentliche Toilette "Max und Moritz" in der Krumme Straße zwischen Wilmersdorfer und Kant mit Sicherheit nicht mithalten. Obwohl, wenn ich ehrlich sein soll, ich weiß es nicht genau. Das liegt daran, dass ich hier (Foto) noch gar nicht drin war. Ich konnte mich bisher nämlich nicht entscheiden, ob ich links bei Max oder doch eher rechts bei Moritz reingehen soll.

Foto&Text TaxiBerlin

MEINE WOCHE - ENDE


Rot kommt ganz groß in Mode

Gestern ging meine Woche zu Ende. Erst auf dem Flohmarkt - meinem KaDeWe, und danach auch "on the road". Doch beginnen wir mit dem Flohmarkt. Dort waren gestern ganz besonders rote Bücher gefragt, also mit rotem Cover, wie auf dem Foto. Flohmarkt ist so gesehen ein klein wenig wie Taxifahren. Beides steckt voller Überraschungen. Gut, dass der Marx wieder kommt, das war keine Überraschung, und nicht nur, weil er neulich Geburtstag hatte. Vielmehr ist es ja so, dass alles wieder kommt, nur eben anders. Selbst das Taxifahren, das derzeit etwas in der Krise steckt, wird wieder kommen, da bin ich mir ganz sicher. Allerdings, das muss der Wahrheit wegen kritisch angemerkt werden: Wer lange genug mit Werbung für Uber durch die Gegend fährt, der darf sich nicht wundern, wenn die irgendwann den Laden dann auch wirklich übernehmen. Jede Krise ist aber auch eine Chance. Worin diese jetzt nun genau für uns Taxifahrer besteht, das muss schon jeder selber herausfinden. Als erfahrener Taxifahrer mit Bildungsauftrag empfehle ich Bücher. Und wie gesagt: Im Moment sind die roten total angesagt.

Foto&Text TaxiBerlin

17.06.2018

MEINE WOCHE



Bloomsday war gestern

Meine Woche beginnt am Donnerstag, der seit einiger Zeit schlimmer ist als der Freitag, also verkehrstechnisch. Die erste Fahrt an diesem Donnerstag führte mich zum Flughafen Tegel, wo gar nichts mehr ging, wie gesagt verkehrstechnisch. Um vom Haupteingang zum Parkplatz zu kommen (etwa 500 Meter), brauchte man knapp eine Stunde. Das war gegen 16 Uhr, später ging es dann auch schneller. Dass der Donnerstag schlimmer ist als der Freitag ist, hängt damit zusammen, dass am Freitag viele "Home Office" machen. Ich nicht, auch Freitags bin ich mit meinem kleinen Taxi "on the road". Diesen Freitag konnte man nicht viel verkehrt machen, denn diesen Freitag ging der Ramadan zu Ende und viele Kollegen waren nicht draußen (auch viele "Kollegen" nicht, die für Uber&Co fahren). Das Ende vom Ramadan ist heute wie früher Weihnachten war. Als Taxifahrer ist es deswegen durchaus sinnvoll, sich einen muslimischen Kalender zuzulegen, damit man weiß, wann sich das Taxifahren lohnt. Am Samstag, also gestern, läuft der Flughafen nicht. Das macht die Sache schwieriger. Trotzdem muss man versuchen, den Sack möglichst bis Mitternacht zuzumachen, bevor das nervige Partyvolk aus seinen Löchern gekrabbelt kommt, um sich in anderen Löchern mit anderem Partyvolk zu vermischen. Das war gestern nicht soo schwer, was, so vermute ich, auch daran lag, dass gestern gleichzeitig Bloomsday war. Heute am Sonntag ist wieder Flughafen. Mit etwas Glück verlässt da zumindest ein Teil vom Partyvolk die Stadt. Aber auch erst später, weil es erst mal zurück muss von dem einen Loch ins andere. Manches Partyvolk schaut dabei auf seinem Weg auch noch auf dem Flohmarkt vorbei. Das ist nicht immer schön, obwohl einige Exemplare von dem Partyweibsvolk immer noch recht ansehnlich sind zu dem Zeitpunkt (das muss man der Ehrlichkeit halber schon sagen), auch wenn sie dort ausser der frischen Luft nichts konsumieren (und die ist bekanntlich kostenlos). Das mit dem Flohmarkt weiß ich, weil ich in der letzten Zeit öfters selbst Flohmarkt gemacht habe. Heute findest du mich auch wieder gleich ab 10 Uhr auf dem Boxhagener Platz, genauer gesagt an der Krossener Straße, wo ich diesmal meine besten Bücher an den Mann aber vor allem an die Frau bringen werde. Insbesondere unter den Frauen habe ich mir in kürzester Zeit eine große Stammkundschaft erarbeitet, so dass es eigentlich nur stören würde, wenn du auch noch vorbei kommen würdest. Ich kann dich natürlich nicht daran hindern, ist schließlich ein freies Land - noch.

Foto&Text TaxiBerlin

16.06.2018

"WELCHES KIND HÄTTE NICHT GRUND, ÜBER SEINE ELTERN ZU WEINEN?"


Mutti und Vati zum Weinen

"Welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen?", an diese Frage vom Kollegen Nietzsche muss ich angesichts des Streits zwischen Horst (Vati) und Angela (Mutti) denken. Zugegeben, der Horst ist genau genommen der böse Stiefvater aus Bayern. Dass das automatisch bedeutet, dass Mutti Recht und Vati Unrecht hat, daran glaube ich nicht. Aktuell geht es um die Frage, wer Europa gespalten hat: Mutti oder Vati? Auch deswegen kurz zur Chronologie der Ereignisse: Es war Mutti (und nicht Vati!), die vor knapp drei Jahren von einer "Nationalen Kraftanstrengung" sprach. Sie sprach nicht von einer "Europäischen Kraftanstrengung"! So gesehen ist es logisch, dass Mutti jetzt sagt, dass sie erstmal mit ihren Europäischen Partnern sprechen muss, bevor sie auf Vatis Ultimatum antwortet. Es sei die Frage erlaubt, was Mutti die letzten drei Jahre gemacht hat?

Foto&Text TaxiBerlin

ULTIMATUM AM RAMADAN


Auch am Dienstag noch zusammen

War früher Weihnachten das beste Geschäft, ist es heute das Ende vom Ramadan. Das alte Schlachtschiff BZ titelt "Ramadan-Ende führt zu Taxi-Engpässen in Berlin" und geht auf Nachfrage beim Berliner CityFunk davon aus, dass "wir heute geschätzt nur 40 bis 50 Prozent der Taxen auf den Straßen haben." Ob das stimmt, weiß ich nicht, ich habe sie nicht gezählt. Das Geschäft war jedenfalls ganz gut. Was zu stimmen scheint, ist, dass der Horst heute der Angela die Pistole auf die Brust gesetzt hat. Manch einer sagt auch Ultimatum dazu. Bis Montag hat jetzt die Angela Zeit sich zu entscheiden, ob sie noch mit dem Horst zusammen sein will oder nicht. Ob es irgendwas bedeutet, dass der Horst ausgerechnet zum Ende des Ramadans der Angela mit dem finalen Aus droht, entzieht sich meiner Kenntnis. Wovon mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auszugehen ist, ist, dass die Angela und der Horst auch am Dienstag noch ein Paar sein werden.

Foto&Text TaxiBerlin

15.06.2018

START-UP NEXT: TAXIBERLINS ROLLENDES CHEMIELABOR


Ich bin in keiner terroristischen Vereinigung und plane auch keinen Anschlag. So gesehen kann mir nichts passieren. Selbst wenn ich das realisiere, was der George W. Bush dem Saddam Hussein angedichtet hatte, und weswegen der George W. Bush damals sogar einen Krieg vom Zaun gebrochen hat. Gut, bei mir ist alles eine Nummer kleiner als es beim Saddam Hussein niemals war. Mir geht es auch nur um einen kleinen Zuverdienst. Ich bin ein Aufstocker, um genau zu sein ein Rizin-Aufstocker. Viel lieber würde ich Fahrgäste befördern, aber das haben jetzt die Amerikaner übernommen. Genau genommen Migranten von hier, und dahinter steckt auch nicht George W. Bush, sondern das reichste Start-up der Geschichte. Die sind so reich, die können sogar Millionenverluste machen, das juckt die gar nicht. Eine Verbindung gibt es zwischen diesem so genannten "Technologie"-Unternehmen aus dem Silicon Valley und mir. Es ist jetzt nicht das "jucken", sondern die Tatsache, dass auch ich ein Start-up bin

Text TaxiBerlin

DAS QUIZ BEI TAXIBERLIN


Bücherkiste # 13

Lange gab es kein Quiz bei TaxiBerlin, dabei gibt es einen tollen Preis dabei zu gewinnen, und zwar eine legendäre Berlin Kurzstrecke. Wer als erster, erste oder auch erstes errät, von wem folgendes Zitat ist, gewinnt sie. Wer lieber ein tolles Buch sein Eigen nennen will, muss nur am Sonntag zum Flohmarkt Boxhagener Platz kommen (meine Empfehlung: per Kurzstrecke!), wo obige Kiste mit den abgebildeten Büchern zu finden ist. Einem von ihnen entstammt folgendes Zitat:

Wer unter Deutschen zu leben hat, leidet sehr an der berüchtigten Grauheit ihres Lebens und ihrer Sinne, an der Formlosigkeit, dem Stumpf- und Dumpfsinne, an der Plumpheit im zarteren Verkehre, noch mehr an der Scheelsucht und einer gewissen Verstecktheit und Unreinlichkeit des Charakters; es schmerzt und beleidigt ihn die eingewurzelte Lust am Falschen und Unechten, am übel Nachgemachten, an der Übersetzung des guten Ausländischen in ein schlechtes Einheimisches.

Quiz&Text TaxiBerlin

14.06.2018

BÜCHERSUCHT VERSUS FAHRGASTPHOBIE


Bücherkiste # 9

Komme gerade vom Arzt. Jetzt ist es amtlich. Ich bin Büchersüchtig. Die Büchersucht gibt es wirklich. Bei der Büchersucht ist es aber nicht so, dass man keine Bücher mehr lesen darf. Ganz genauso übrigens wie bei der der Sexsucht, bei der man auch weiterhin Sex haben darf, und im Unterschied zur Alkoholsucht, wo man das Alkoholtrinken besser unterlassen sollte. Das habe ich gerade vom Arzt erfahren. Bei dem war ich, um mir eine Fahrgastphobie attestieren zu lassen, und zwar in der Hoffnung, dass es dann vorbei wäre mit dem Taxifahren. Natürlich nur, weil es medizinisch indiziert ist. Alles zum Schutz der Fahrgäste, und natürlich auch zum Eigenschutz. Das ist klar. Eine Fahrgastphobie gibt es leider nicht. Auch das musste ich heute erfahren. Daraufhin ersuchte ich den Mediziner meine zahlreichen Symptome globaler zu verstehen. Der zentrale Satz dabei war: "Ich hasse doch alles Menschen." - Kannste vergessen! Naja, immerhin ist meine Büchersucht jetzt amtlich. Nun muss ich aber auch zum Flohmarkt geben, um sie los zu werden. Und auch meine Bücher. Nächsten Sonntag ist es wieder so weit. Auf dem "Boxi", wie der Boxhagener Platz im Friedrichshain auch genannt wird. Du findest mich an der Krossener Straße zwischen 10 und 17 Uhr und zwischen Tobias und Steffen, meinen beiden amtlichen Bücher-Betreuern.

Foto&Text TaxiBerlin

13.06.2018

DIE DIKTATUR DER IRRATIONALITÄT




Was ich neulich noch als Diktatur der Gutmeinenden bezeichnete, wird nun von Dr. Hans-Joachim Maaz, dem Therapeuten meines Vertrauens, der mir auch schon mal im Taxi saß, die Diktatur der Irrationalität genannt. Das weiß zumindest das Internet zu berichten. Nicht alles, was im Internet steht, stimmt auch, selbst wenn viele das glauben möchten. In dem Fall scheint es aber wirklich wahr zu sein.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

12.06.2018

MENSCHEN, DIE KEIN TAXI FAHREN


werden gerne übersehen

Als Taxifahrer kommt man rum in der Stadt und sieht so einiges. Insbesondere bei den sommerlichen Temperaturen treibt sich alles und jeder draußen herum. Nicht alle fahren Taxi. Der eine aus Kostengründen, der andere ist Selbstfahrer und wieder anderen ist es auch einfach nur zu heiß. Auf jeden Fall ist es die Zeit, wo man sie alle mal gesehen hat. Vorausgesetzt natürlich, dass man mit offenen Augen durch unsere Stadt fährt. Und wer jetzt genau hinsieht, dem entgehen auch nicht die offenen Beine des Mannes (oben), die jetzt auch mal etwas Sonne, ihre wohl einzige Medizin, abbekommen. Insbesondere die, also die offenen Beine, werden gerne übersehen.

Foto&Text TaxiBerlin

11.06.2018

GESTERN AUF DEM FLOHMARKT


Gestern auf dem Flohmarkt lief es einmal mehr sehr gut für mich. Das lag zum einen daran, dass ich mir bereits beim zweiten Mal eine gewisse Stammkundschaft aufgebaut habe, zum anderen aber auch an meinen Büchern, die ich nun auch an allen weiteren Sonntagen im Juni auf dem Boxhagener Platz anbieten werde. Die Taxischicht danach war dagegen eher zum Abgewöhnen. Ich startete sie am nahegelegenen Wismarplatz, wo ich drei Stunden später immer noch mit meinem Taxi stand. Gut, ich hatte zwischendurch zwei Fahrten, so ist es nicht. Die erste für 5,90€ zu einem Club (Name vergessen) am nahegelegenen Ostkreuz, und die zweite immerhin dann schon für 9,70€ zum "Sisyphos" (auch ein Club) gleich hinterm Ostkreuz. Das witzige war, dass es der DJ höchstpersönlich war, den ich da zum "Sisyphos" fuhr, der aber gar nicht wusste, was der Name bedeutet. Da wir als öffentliches Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht auch einen Bildungsauftrag haben, weiß er es jetzt. Außerdem konnte ich noch ein Buch an den Mann, also den Herrn DJ bringen, und zwar "Die Macht der Dummheit" von André Glucksmann. Das korrespondiert wiederum mit Rolf Peter Sieferles "Finis Germania" (kurze Zeit auf der "Spiegel" Bestseller-Liste), was aber bereits ausverkauft war.

Text TaxiBerlin

IM TAXI MIT SAHRA WAGENKNECHT




Sahra Wagenknecht saß mir zugegeben noch nicht im Taxi. Da Sahra Wagenkecht aber nicht wirklich mein Fall ist (obwohl ich sie auch nicht von der Bettkannte stoßen würde wie beispielsweise Katja Kipping), ist mein Blick auf ihre gestrige Rede ganz ungetrübt von Testosteron. Sahra Wagenknecht erwähnt zwar nicht explizit Uber, den Feind aller rechtschaffenen Taxifahrer nicht nur hierzulande. Dafür zitiert sie Bernie Sanders, der schon seinerzeit erkannt hat, dass eine Politik der offenen Grenzen vor allem den Rechten nutzt, weil dann immer mehr Leute für zwei oder drei Dollar die Stunde arbeiten - ganz genauso wie bei Uber. Wer ernsthaft sich ein Urteil darüber erlauben will über das, was Sahra Wagenknecht noch alles gestern in Leipzig gesagt hat, sollte sich nicht auf Kommentare oder Meinungen verlassen, sondern muss sich selbst ihre Rede anhören.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

10.06.2018

DER AUSVERKAUF GEHT WEITER



Dank der Schönen und vor allem Neuen "Sharing Economy" muss ich nun auch meine Bibliothek mit anderen Menschen teilen. Eigentlich ein toller Erfolg, könnte man sagen, wenn, ja wenn ich nicht lieber Menschen von A nach B befördern würde. Das erledigen heute andere Menschen, und morgen schon Maschinen. So wie es aussieht, werde ich mit meinen Büchern wohl über den Sommer kommen. Ich weiß, sie haben Regen angesagt, aber das ist nur ein Gerücht. Wer weiß, woher der Wind weht, der braucht keine Wettervorhersage. Lass dich nicht von deinem Weg abbringen, auf dem Flohmarkt Boxhagener Platz warten unglaubliche Angebote auch dich. Außerdem tust du auch etwas Gutes. Was, du ließt nicht mehr und überhaupt:

Du tust lieber Gutes am anderen Ende der Welt?

Dann geh doch an's andere Ende der Welt!

Foto&Text TaxiBerlin

09.06.2018

DAS ERSTE MAL


"Schwarzes Brett" neben der "Pilotenbude"
(Kennzeichen-Anfänge von Uber-Fahrzeugen)

Gestern war es nun so weit, da habe auch ich mir meine Füße am Handwaschbecken gewaschen. Das erste Mal! Das ganze übrigens am Flughafen Tegel, auf der Toilette nur für Taxifahrer am Parkplatz nur für Taxis und direkt neben der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer von uns Taxifahrern liebevoll genannt wird. Gut, es gab deswegen einen kleinen Stau hinter mit am Handwaschbecken, aber man war auch sehr verständnisvoll mit mir. Zu dem Stau kam es auch, weil neuerdings immer die Seitentür zur Toilette offen steht, und man nicht für sie bezahlen muss. Die Toilette ist jedenfalls kostenlos und das Handwaschbecken auch, und wird deswegen auch stärker frequentiert, wie das immer ist, wenn Dinge kostenlos sind.

Ich habe, das sei noch erwähnt, meine dreißig Cent Gebühr auf das Fensterbrett vom Häuschen des Toilettenmannes gelegt, der allerdings nicht da war. Dass ich mir die Füße am Handwaschbecken gewaschen habe, liegt übrigens nicht daran, dass ich plötzlich zum Islam konvertiert bin. Das nicht! Das muss man auch nicht, wenn man nur polygam veranlagt ist. Dass ich mir dort die Füße gewaschen habe, liegt einfach daran, dass es immer noch sehr heiß ist in Berlin und meine Schichten Dank Uber&Co immer länger werden, um auf das selbe Geld zu kommen. Es ist jetzt nicht so, dass ich deswegen die Körperpflege vernachlässigen würde. Aber wenn man sehr lange arbeitet, und das bei großer Hitze, dann kann es passieren, dass man als Mann an bestimmen Stellen anfängt zu ... , naja, du weißt schon.

Foto&Text TaxiBerlin

06.06.2018

EXIT TAXI


Gibt's nicht mehr und gibt's doch noch

Das Taxi ist eine aussterbende Spezies, ganz genauso wie einst die Dinosaurier es waren. Bei den Dinosauriern weiß man bis heute nicht ganz genau, warum sie ausgestorben sind, und so ist es auch beim Taxi. Alle sind sich einig, dass die Tage des Taxis gezählt sind, aber niemand kann oder will so recht sagen warum eigentlich. Und selbst wenn ich die Antwort wüsste: Würde sie mich weiter bringen? Klar, man kann Ursachen benennen, beispielsweise Uber aus Amerika, der Feind aller rechtschaffenen Taxifahrer nicht nur hierzulande. Und sicherlich, man wird demnächst das ein oder andere Fahrzeug, das für Uber fährt, anzünden oder anderweitig aus dem Verkehr ziehen. Wir sind schließlich in Berlin. Möglicherweise werden auch ein paar Fahrer, die für Uber fahren, eins auf's Maul bekommen. Auch das ist mehr als wahrscheinlich. Ist wie gesagt Berlin. Wer weiß, wem die Dinosaurier alles die Fresse poliert haben, bevor sie dann den Löffel abgaben. Untergeher werden am Ende immer aggressiv. Das ist nichts Neues und sollte eigentlich bekannt sein. Unklar ist bisher, was nach dem Taxifahren kommt. Oder genauer gefragt: Was ist meine Taxi-Exit-Strategie? Buchverkäufer will ich nicht werden, ich erwähnte das an dieser Stelle, obwohl ich mit Sicherheit das Zeug dazu hätte. Auch hier gibt uns der Kollege Nietzsche einmal mehr eine Antwort, und zwar als er sagte: "Werde, wer du bist!" Gut, unter Umständen hat Nietzsche das auch nur irgendwo abgeschrieben. Ja, ich halte das sogar für sehr wahrscheinlich. Man kann davon ausgehen, dass das bereits ein Philosoph aus dem heute verarmten Griechenland viele Jahre vor Nietzsche gesagt hat. Sozusagen ein Dinosaurier unter den Philosophen, was mich auf die Idee bringt, einfach ein Dinosaurier unter den Taxifahrern zu werden, falls ich es nicht schon sein sollte.

Foto&Text TaxiBerlin

TAXIBERLIN ALS BUCHVERKÄUFER



Nachdem es am Sonntag auf dem Flohmarkt Boxhagener Platz im schönen Friedrichshain sehr gut lief, was auch daran lag, dass so einige vorbei schauten, die meine letzte Sendung über Bücher gehört hatten, in der ich erwähnt habe, dass ich dort einen Teil meiner Bibliothek anbieten werde, geht der Verkauf diesen Sonntag weiter. Aber keine Sorge, ich beabsichtige nicht ins Buchgeschäft, was auch ein ganz hartes Business ist, "abzudriften". Das liegt auch daran, weil auch hier gilt, dass zwar ein jeder den Preis kennt, was zum Teil auch an der Buchpreisbindung liegt (aber nicht nur!), aber kaum einer den Wert eines Buches. Das wiederum führt dazu (das ist aber in jedem anderen Geschäft genauso), dass man dazu neigt, Dinge anzubieten, die man vorher eingekauft hat, von denen man sicher ist, dass sie sich verkaufen lassen, aber vor allem, von denen man sich den höchsten Verkaufspreis verspricht, was in der Regel nichts über den Inhalt, also über den Wert des Buches aussagt. Dadurch verändert sich der Blick (natürlich ganz unbewusst!) auf Bücher, man beginnt unwillkürlich, alles durch diese monetäre Brille zu sehen. Und deswegen werde ich auch nicht ins Buchgeschäft einsteigen. Ich überlege gerade, ob es eine ähnliche Gefahr auch beim Taxifahren gibt, mir will allerdings partout nichts vergleichbares einfallen. Taxifahren ist ja eher wie Flaschensammeln, wobei man dazu sagen muss, dass es sich beim Taxifahren meist auch um leere Flaschen handelt, die man da einsammelt. Mit den Büchern, die ich am kommenden Sonntag auf dem Boxhagener Platz anbiete, verhält es sich anders, und deswegen solltest auch du überlegen, ob du nicht besser mal vorbeischaust, um dir dein eigenes Bild zu machen.

Foto&Text TaxiBerlin

05.06.2018

MIT DEM TAXI DURCH PARIS


Echtes Pariser Taxi mit richtigem Pariser Taxifahrer

Seit gut einem Jahr ist Macron französischer Präsident und trotzdem weiß hierzulande keiner so richtig, wofür er eigentlich steht. Ich denke, eines kann man mit Sicherheit sagen: Für nichts Gutes, zumindest für die Pariser Taxifahrer. Das erfuhr ich von meiner Partnerin und Kollegin Layne Mosler, auch bekannt als TaxiGourmet, die für knapp eine Woche zu Taxi-Abenteuern, wie sie es nennt, in Paris weilte. Die Pariser Taxen haben keine einheitliche Farbe wie die Berliner, man erkennt sie an ihrem Schild (Foto) auf dem Dach. Auf den Pariser Straße sind sie durchaus zu finden, sucht man eines im Internet, da wird es schwierig, denn Google leitet einen immer direkt und ausschließlich zu Uber oder einem Limousinen-Service. Layne brauchte über eine Stunde, um die Telefon-Nummer einer Pariser Taxi-Firma zu finden, und zwar im einem Forum über Reisen. Dort empfahl jemand dieses Unternehmen, alle anderen Foristen fuhren Uber. Der im Forum gefundene Taxifahrer erzählte Layne, dass es seit etwa einem Jahr besonders schlimm geworden sei mit Uber. Um auf das selbe Geld zu kommen, muss er nun doppelt so viel Arbeiten, oft sieben Tage die Woche. Er mache alles richtig, zahle Steuern und brauche, genauso wie in Berlin, ein polizeiliches Führungszeugnis, um Taxi fahren zu können. Für Uber, so sagt der Kollege aus Paris, fahren viele, die gerade aus dem Gefängnis kommen (in Berlin sind es in der Regel Migranten), die nur schwer überhaupt einen Job finden würden, denn es gibt einfach keine - für niemanden. Uber-Ubernehmen wirtschaften, wie sie wollen, ihre Fahrer arbeiten meist für einen Hungerlohn: Eben ein kleines Bangladesch mitten in Europa. Der Kollege in Paris fuhr, das sei noch erwähnt, genauso wie ich ohne Navi. Ein richtiger Taxifahrer in Paris hat seine Ehre, denn Navis machen bekanntlich Orientierungsblöd, wie der Blick in ein Uber immer wieder aufs Neue bestätigt.

04.06.2018

NETANJAHU NERVT


Votze Verkehrsstau

"Netanjahu nervt" - so lässt sich der heutige Tag in Berlin kurz zusammenfassen, und das nicht nur "taxi-technisch", sondern auch was allgemein den öffentlichen Verkehr und die Bewegungsfreiheit insbesondere in der Berliner Mitte angeht. Man kann nur hoffen, dass der gute alte Benjamin nicht allzubald wieder Berlin heimsucht.

Text TaxiBerlin

DIE DIKTATUR DER GUTMEINENDEN


Als jemand, der schon einmal in einer Diktatur gelebt hat, sie nannte sich seinerzeit die des Proletariats, kann ich sie nicht wirklich empfehlen. Gut, damals gab es ab und zu keinen Ketchup, was den ein oder anderen sehr erregte. Auch das Reisen hatte seine Grenzen. Das schlimmste war und ist aber zweifellos die ständige intellektuelle Unterforderung der "Diktierten", die allen Diktaturen immanent ist:

Die Regierenden sind immer die Guten und die anderen immer die Bösen, oder wahlweise auch der Klassenfeind. Der darf niemals Recht haben, denn dann hätte das Gute zwangsläufig Unrecht, und das kann oder besser: Das darf nicht sein! Andererseits, alles Böse hat auch sein Gutes: Es ist eine Zeit, in der man schnell zum Helden werden kann. Man muss nur sagen, dass der Kaiser keine Kleider trägt, oder wahlweise auch alle Gutmeinenden samt ihrer geliebten Führerin.

Text TaxiBerlin

"HE IS A CREASY DRIVER"


Neulich haben sich die Fahrgäste die Türklinke von meinem Taxi in die Hand gegeben. Auch das kommt gelegentlich vor. Dass ich bei der Gelegenheit mit den Worten "he is a creasy driver" übergeben wurde, ist allerdings schon einer Erwähnung wert. Dazu muss ich sagen, dass sich "creasy" (also verrückt) nicht auf meinen Fahrstil bezieht. Der ist durchaus altersgerecht, wie es sich für jemandem gehört, der mit mittlerer Geschwindigkeit auf die Rente zufährt. Das "creasy" (wie gesagt: verrückt) bezog sich mehr auf das, was ich meinen Fahrgästen erzählt habe. Das durfte dann auch die Frau, der man die Türklinke meines Taxis mit den Worten "he is a creasy driver" in die Hand gab, am eigenen Leibe erfahren. Waren die ersten Fahrgäste eine Familie (Mutter, Vater, Tochter) aus dem fernen Amerika (was ich denen genau gesagt habe, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, es war auf jeden Fall auf englisch), war die Frau, an die ich sozusagen übergeben wurde, eine Lehrerin aus der Schweiz. Von ihr konnte die Aussage "he is a creasy driver" deswegen bestätigt werden, weil ich sie unter anderem darauf hinwies, dass Lehrer (und auch Lehrerin!) gar kein Beruf sei, sondern eine Diagnose. Und das stimmt.

Text TaxiBerlin

FLUGHAFEN BER JETZT AUCH IN HAMBURG


Da muss ja echt was los gewesen sein heute am Flughafen Hamburg. Erst kein Strom, dann keine Klimaanlage und zum Schluss noch nicht mal Flugzeuge. Ich meine: Weswegen ist man denn am Flughafen?!? Manch einer musste sogar Schlange stehen - das muss man sich mal vorstellen! Und was das Schlimmste ist: Niemand weiß, wie es heute weiter gehen wird am Flughafen Hamburg. Das entscheidet sich erst um 3 Uhr morgens, also in etwa anderthalb Stunden. Dass die Informationspolitik katastrophal war, das sei unbedingt noch erwähnt. Auch deswegen dieser Beitrag. Darüber hinaus muss ich als jemand, der Fliegen total überbewertet findet, sagen, dass ich es gut finde, was da heute am Flughafen in Hamburg geschehen ist. Jetzt nicht, weil ich den Hamburgern ähnliches wie den Berlinern mit ihrem Flughafen BER gönne. Die Hamburger sind bereits genug gestraft mit ihrer Philharmonie. Ich denke vielmehr, dass da heute endlich mal was passiert ist im sonst eher langweiligen Leben von 'ner Menge Leute. Bei vielen zum ersten Mal im Leben überhaupt. Einige werden noch ihren Enkeln berichten, was sie heute erlebt haben auf dem Flughafen in Hamburg. So gesehen ein historischer Tag.

Text TaxiBerlin

03.06.2018

DER FLOHMARKT IST MEIN KADEWE*


Und das stimmt

Mache jetzt los zum Boxi, um einen Teil meiner Bibliothek zu verkaufen. Wer gute Bücher sucht, sollte sich bald auf den Weg machen, denn auch hier gilt: Der frühe Wurm frisst das beste Buch.

*KaDeWe = Kaufhaus des Westens

Foto&Text TaxiBerlin

JETZT AUCH MEIN PRÄSIDENT


Dass ich das mal sagen würde, hätte ich selbst nicht gedacht. Aber so wie es aussieht, wird Erdogan UBER in der Türkei verbieten, und das aus gutem Grund. Genau hat er gesagt: "Dieses Geschäft ist vorbei." Ein merkwürdiges Geschäft ist es allerdings, angeblich ein Start-up, das jedes Jahr sehr viel Geld verbrennt, und in das aber trotzdem neulich noch das Finanzgenie Buffet einzusteigen drohte. Vermutlich weil er zu viel Geld hat, das er somit unters Volk bringen wollte.

Text TaxiBerlin

02.06.2018

"HIER SPRICHT TAXIBERLIN" ZUM NACHHÖREN



Big in Austria: TaxiBerlin

Immer wieder werde ich gefragt, ob und wo man meine Sendungen "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio nachhören kann. Bisher war das nicht möglich, neuerdings aber schon, und ob du es glaubst oder nicht, ich weiß nicht, wer oder was dahinter steckt - ich jedenfalls nicht! Ganz zufällig habe ich letzte Nacht von einem Fahrgast erfahren, dass das Internet in Österreich, wo er her kommt, mich kennt. Meine letzte Sendung von Donnerstag, in der ich über Bücher gesprochen habe, ist allerdings noch nicht online. Dort hatte ich u.a. erwähnt, dass ich morgen auf dem "Boxi", wie der Boxhagener Platz im Friedrichshain auch genannt wird, sein werde. Der dortige, immer Sonntags stattfindende Flohmarkt ist wohl der beste in Berlin für Bücher. Diesen Sonntag, also morgen, werde ich dort ab 10 Uhr einen Großteil meiner Bibliothek verkaufen. Ich werde auch Artikel aus meinem kleinen Bauchladen im Angebot haben. Don't miss it!

Internet Österreich
Text TaxiBerlin

01.06.2018

IN JEDEM ECHTEN MANNE STECKT EIN KIND



Symbolvideo

Heute ist Kindertag! Ich erwähne das, weil in jedem echten Mann ein Kind steckt, das spielen möchte, und weil bei diesen Temperaturen jede Menge "Spielzeug" auf den Berliner Straßen und Plätzen, wo ich mich herumtreibe, herumläuft. Gut, nicht jede ist so leicht bekleidet wie die junge Frau oben. Aber auch manchem Mann fällt bei ihrem Anblick nur die Frage ein: Wer weiß, wem die auf die Nerven geht?

Video YouTube
Text TaxiBerlin