04.03.2018

MEIN FREUND, DER UBER-FAHRER


UBER und Freund "Arschloch Taxi"

Unsere Freundschaft begann im Prenzlauer Berg, wo auch sonst?! Genau genommen war es in der Danziger, früher Dimitroff, Ecke Greifswalder. Gut, er sieht nicht aus wie ein Taxi, er kommt auch nicht aus Berlin, aber er bietet ja auch keinen Taxi-Service an. Trotzdem hatte er einen Fahrgast, und ich nicht. Der verließ in der Szredski den Wagen aus Lübben, wonach dieser nur um die Ecke in die Husemann fahren musste, wo unser beider Fahrgäste bereits warteten: - für mich war's immerhin der erste. Dann ging es für uns beide in den Friedrichshain. Unsere Fahrgäste wohnten dort Tür an Tür. Was es manchmal für Zufälle gibt. Dann geschah merkwürdiges. Mein Freund aus Lübben, aber eigentlich aus Berlin, fuhr in die Rigaer ein, dort wartetet sein nächster Fahrgast, wie auch meiner. Oder war es doch der Weg zurück zum Betriebssitz für ihn, denn dorthin muss er nach dem Gesetz nach jeder Fahrt zurückkehren. So oder so, es wurde nichts draus, die Rigaer ist dort eine Sackgasse. Er musste also wenden, während ich bereits bei unseren Fahrgästen wartete, Zugezogene mit neuen Wohnungen (sie, also die Zugezogenen, sind ja auch neu), um sie zu beruhigen, wegen der Verspätung des Freundes aus dem Brandenburgischen. Vom Friedrichshain ging es für uns beide nach Mitte, wo die meisten Zugezogenen mit ihrem Smartphone wohnen, weswegen es da wieder ganz schwierig mit der nächsten Kundschaft für mich wurde, während bei meinem neuen Freund bereits der nächste Auftrag auf dem Display aufploppte. Ich muss dazu sagen, er war wirklich 'ne echte Fachkraft (zumindest was das Smartphone anging), weswegen ich einen Fachkräftemangel beim Lübbener Taxi-Mietwagen-Service in Berlin nicht bestätigen kann. Da ich mit meinem Taxi aber nun mal vor ihm war, war ich auch vor ihm am Hotel TITANIC in der Französischen. Dort hatte ich allerdings schlechte Karten, dort fahren die Menschen*innen, genauer: Touristen*innen aus dem fernen Amerika, überhaupt kein Taxi mehr. Sie konnten weder mit meinem elfenbeinfarbenen Auto, noch mit meinem gelben Taxischild auf dem Dach etwas anfangen. Mein neuer Freund von UBER hatte nun aber Schwierigkeiten das Hotel TITANIC zu finden. Wie gesagt, 'ne echte Fachkraft. Dann, so nach zwanzig Minuten, tauchte er aber doch noch auf. Die drei Damen im Pelz waren nicht amüsiert, sie wollten jetzt bereits im GRILL ROYAL bei Steak und Burger sitzen, weswegen sie meinen neuen Freund aus dem Brandenburgischen gleich mal anschrien. Nun musste ich ihn aber in Schutz nehmen: - Er, also mein armer Freund aus Lübben, befindet sich doch noch in der Probezeit. Das ist dem Partyvolk natürlich egal. Und überhaupt: - Probezeit kennt es genauso wenig wie Taxi. Zum Schluss trennte ich mich von meinem neuen Freund, wie ich ihn kennengelernt habe: - Er hatte Fahrgäste, - und ich keine.

Foto&Text TaxiBerlin

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