03.03.2018

"JEDER VON UNS KANN SICH IN DIESER FIGUR WIEDERFINDEN"


Der obligatorische Post-Lesung-Penisvergleich

"Jeder kann sich in dieser Figur wiederfinden": - das ist nicht nur das einzige Zitat, sondern darüber hinaus das einzig richtige Zitat von mir in dem sehr ambitionierten Artikel mit einer ganz eigenen Agenda der jungen Journalistin Samuela Nickel im Neuen Deutschland über die Lesung "Bulgarisches Rosenöl und andere Fettnäpfchen", die ich am Donnerstag zusammen mit Thomas Frahm vor über dreißig Zuhörern im Bötzowviertel in Form eines Zwiegespräches gestaltete. So hatte ich, um nur ein Beispiel zu nennen, nie behauptet, dass der von mir herausgegebene Aleko Konstantinow in seinem Buch "Bai Ganju, der Rosenölhändler" die Geschichte Bulgariens unter dem Osmanischen Reich und die Befreiungskämpfe mit der Unterstützung Russlands thematisieren würde. Ganz im Gegenteil hatte ich gesagt, dass es sich um ein "Roadmovie" handelt, das in den Zeiten des Umbruchs nach der Befreiung spielt. Aber was weiß davon schon ein Berliner Taxifahrer, wenn Mann, in dem Fall Frau, es besser weiß. Der, also der Berliner Taxifahrer, kann ja nur Hinterwäldleranekdoten und Alt-Herren-Witze zum Besten geben, und vielleicht noch Penisvergleiche. Warum Frau Nickel nicht spätestens hier ihren politisch korrekten Protest anmeldete, sondern die Lesung als Erste und ohne Gegenfrage verließ, wird klar, wenn man ihren Artikel ganz ließt. Ich gebe ja zu, dass es keine schöne Erkenntnis ist, auch insbesondere für junge Menschen, dass sie's vielleicht auch nicht besser wissen, geschweige denn dass sie gar besser wären. Das ist nicht schön. Aber muss frau deswegen auf meine Kosten Werbung für zwei Verlage machen, die mit der Lesung nichts zu tun haben? Das ist auch das einzige, was mich an dem Artikel stört, dass ich noch für die Reklame für andere herhalten soll. Das ist Journalismus in Perversion, oder wie George Orwell meinte: JOURNALISM IS PRINTING WHAT SOMEONE DOES NOT WANT PRINTED: EVERYTHING ELSE IS PUBLIC RELATIONS. Die beiden Verlage, die in der Lesung eine Rolle spielten, sind der Wieser-Verlag in Klagenfurt und der Chora-Verlag von Thomas Frahm in Duisburg.

Foto&Text TaxiBerlin

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