20.03.2018

DIE RECHTSCHREIB-SCHARIA


Nach dem Betreuten Trinken, was sehr gut war, und das Tankbier gibt es auch wirklich, habe ich meinen Ex-Chef noch zur U-Bahn gebracht, wie es sich für einen guten wenngleich ehemaligen Taxi-Angestellten gehört. Dabei kamen wir an einem Laden vorbei, vor dem zwei junge Männer standen, der unser Interesse (genauer gesagt das von meinem Ex-Chef) erregte. Warum genau er unser Interesse erregte, kann ich jetzt gar nicht mehr sagen. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass er noch nicht eröffnet hatte. Die Eröffnung sollte erst in ein Paar Wochen erfolgen, worüber ein Hinweis an der Tür informierte, wobei das Wort Paar groß geschrieben war, der Rest des Textes war, so weit ich das sozusagen im Vorübergehen überblicken konnte, in Ordnung. Trotzdem (wir hatten ja keine wirkliche Eile) erlaubte ich mir (mein Ex-Chef hat damit nichts zu tun, das möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich und mit Nachdruck betonen) darauf hinzuweisen, dass Paar in dem Fall klein geschrieben wird. Da ich mich von den beiden Männer am Eingang von dem Laden, der wie gesagt noch nicht eröffnet hatte, nicht wirklich verstanden, geschweige denn Ernst genommen fühlte, wagte ich spontan hinzuzufügen, dass wir von der Rechtschreib-Scharia seien, wir also schon wüssten, wovon wir reden. Das kam dann endlich an, obwohl ich schon den Eindruck hatte, dass die beiden eigentlich nur das Wort Scharia verstanden hatten.

Text TaxiBerlin

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