03.03.2018

BANGLADESCH IN BERLIN UND BRANDENBURG


Denk niemals nie

Die Schicht begann wenig vielversprechend. Dass das Taxi nicht gleich ansprang, soll neben Kälte und alter Batterie auch daran liegen, dass das sogenannte Fiskaltaxameter, womit jedes Berliner Taxi seit einiger Zeit ausgestattet sein muss, permanent GPS-Daten für den Großen Bruder aufzeichnet, was jede Menge Strom frisst, zumindest nach Aussagen unseres Schraubers. Einmal unterwegs konnte man kaum was verkehrt machen, ausser vielleicht den Motor abstellen. Fahrgäste gab es bei minus sieben Grad jede Menge. Um Mitternacht verschlug es mich noch mal zum Flughagen Tegel. Wir waren zwei freie Taxen und es gab zwei letzte Partien - alles hätte gut werden können. Wenn, ja wenn die Herrschaften nicht lieber mit einem UBER gefahren wären. Eins von den beiden schien dafür extra aus Nauen anzureisen, zumindest deutete das NAU-Kennzeichen darauf hin. Am Steuer eine arme Sau, die ich morgen schon sein werde, wenn auch ich für drei Dollar siebenunddreißig fahre. Ein Gefühl, in die Zukunft sehen zu können. Aber auch Unverständnis: Warum werde ich in meiner Stadt permanent überwacht, während die arme Sau aus Brandenburg hier Narrenfreiheit hat. Vielleicht genau deswegen.

Foto&Text TaxiBerlin

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