21.02.2018

"EIN DEUTSCHER PATRIOT MIT TÜRKISCHEN WURZELN"


"Ein deutscher Patriot mit türkischen Wurzeln" - so nannte unser noch-Aussenminister vor fast einem Jahr, ganz genau in der heute-Sendung vom 7. März 2017, den Welt-Korrespondenten Deniz Yücel, um den es einmal mehr hier in diesem Beitrag nicht geht. Ich komme auf die Aussage, weil Sigmar Gabriel, so wie es aussieht, nicht mehr lange Aussenminister sein wird, und weil viele Menschen hierzulande mit Patriot sein eher etwas Negatives verbinden. Offensichtlich stimmt das nicht. Sigmar Gabriel wird auch kaum gemeint haben, dass nur ein Mensch mit türkischen Wurzeln ein deutscher Patriot sein darf und sollte. Das kann ich mir nicht vorstellen. Warum Patriot sein etwas Gutes ist, was viele überraschen mag, das hat Sigmar Gabriel nicht gesagt, wahrscheinlich weil Sebastian Haffner, der eigentlich Raimund Pretzel heißt, dies bereits vor vielen Jahren in einer Weise getan hat, die selbst von unseren noch-Aussenminister nicht zu toppen ist. Dass sich Raimund Pretzel, der in Berlin geboren und aufgewachsen ist, Sebastian Haffner nannte, daran waren Hitler und die Nazis Schuld, die ihn ins britische Exil trieben. Sebastian Haffner hat viele Bücher über die deutsche Geschichte verfasst und auch einiges über Hitler und die Nazis geschrieben. Er kannte sich also aus mit der Materie. In seinem bekanntesten Werk, den "Anmerkungen zu Hitler", beklagt Sebastian Haffner deshalb: "Weniger gut ist, dass die Erinnerung an Hitler von den älteren Deutschen verdrängt ist und dass die meisten Jüngeren rein gar nichts mehr von ihm wissen. Und noch weniger gut ist, dass viele Deutsche sich nicht mehr trauen, Patrioten zu sein. Denn die deutsche Geschichte ist mit Hitler nicht zu Ende. Wer das Gegenteil glaubt und sich womöglich darüber freut, weiß gar nicht, wie sehr er damit Hitlers letzten Willen erfüllt." Du hast richtig gelesen: Wer sich nicht traut, Patriot wie zum Beispiel auch Deniz Yücel zu sein, der erfüllt Hitlers letzten Willen.

Text TaxiBerlin

20.02.2018

GEDANKEN ZUM SYRIENKRIEG


Führt Assad Krieg gegen das eigene Volk oder gegen islamistische Milizen? Beide Aussagen sind in den Medien zu finden. Unterstützt der Westen "gemäßigte" Rebellen oder fundamentale Gotteskrieger, um Assad zu stürzen? Auch das ist nicht klar. Sicher ist, dass jetzt Kinder ins Spiel kommen, und zwar auf Bildern und als Opfer. Das ist schlimm, keine Frage. In der Vergangenheit was das meist der Aufruf zum Angriff, also zum Regimechange. Oft waren die angeblichen Fakten gefälscht, wie sich im Nachhinein herausstellte. Immer wurde ein kaputtes Land ohne jegliche Zukunftsperspektive hinterlassen.

Text TaxiBerlin

TAXIBERLIN ALS GROKOPHET


Wer bis heute bei der SPD nicht begriffen hat, dass er sich mit der Wiederauflage der GROKO sein eigenes Grab schaufelt, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Alle, denen noch etwas an der guten alten Sozialdemokratie von Willy Brandt und Herbert Wehner liegt, mögen jetzt ihre Stimme erheben oder für immer schweigen.

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UBER FRISST FAHRER SCHIESST


"UBER frisst" gibt es wirklich, und zwar ganz offiziell, allerdings nur in Amerika. Gut, in Europa gibt es "UBER frisst" auch, und irgendwie auch ganz offiziell. Zumindest scheint niemand wirklich etwas gegen die feindliche Übernahme des Taxigewerbes durch UBER zu haben. Man nennt es Globalisierung oder "Jedem sein kleines Bangladesh" - je nach "point of view". Doch zurück zu "UBER frisst" in Amerika, wo UBER Leuten das Essen nach hause bringt. Hört sich total sozial an, nicht wahr?! Die Idee ist aber auch hier nicht neu. Früher hat das hierzulande die "Volkssolidarität" erledigt, lange vor UBER. Ob die "Volkssolidarität" dabei ihre Kunden auch erschossen hat, wie ein UBER-Fahrer in Atlanta, darüber ist allerdings nichts bekannt.

Text TaxiBerlin

19.02.2018

WIE MENSCHLICHES ERMESSEN VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN BEWEIST


Vorgestern gab es einen schönen Artikel über Verschwörungstheorien und warum sie wahr sind. Es ging dabei noch einmal um den Fall des frei gekauften gekommenen Deniz Yücel. Um den Welt-Reporter geht es hier jetzt aber nicht, sondern um den Tagesspiegel-Journalisten Kevin P. Hoffmann. Kevin P. Hoffmann schreibt in seinem Artikel "Ganz sicher gab es einen Deal für Deniz Yücel - na und?", dass die Behauptung, es hätte für die Freilassung von Deniz Yücel keinen Deal mit der Türkei gegeben, falsch, also eine Lüge ist. Der Grund dafür, dass es mit der Türkei einen Deal gab, ist für den Tagesspiegel-Journalisten Kevin P. Hoffmann "menschliches Ermessen", oder mit einem anderen Wort: "gesunder Menschenverstand". Man kann also mit "gesundem Menschenverstand" durchaus Verschwörungstheorien beweisen. Da es für den Deal mit Erdogan bisher keine Leaks gibt, bleibt es offiziell eine Verschwörungstheorie, vorerst zumindest.

PS: Böse Zungen nennen solche "Deals" auch "Appeasement". Über einen "Appeaser" soll Churchill gesagt haben, dass er ein Mensch sei, der ein Krokodil füttert in der Hoffnung, dass es ihn als letztes frisst.

PSPS: "Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie." -: ist von Aldous Huxley - wirklich!
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RICHTUNGEN NOCHMAL



Auch in Hamburg nimmt das Taxigewerbe eine neue Richtung. Volkswagen, genauer gesagt eine Tochter mit dem schönen Namen "Moia", möchte das Geschäft übernehmen. "Moia", eigentlich "Moja", kommt aus dem Bulgarischen und bedeutet MEINS. Aus Bulgarien kommt auch ein brandneuer Taxifilm mit dem Namen "Posoki" (Richtungen), ich habe bereits letzte Nacht über ihn geschrieben. "Posoki" von Stephan Komandarev spielt in einer Liga mit "Night on Earth" von Jim Jarmusch, das ist keine Übertreibung. Das weiß ich, weil ich den Film gestern gesehen habe, und zwar im Bulgarischen Kulturinstitut in der Leipziger Straße in der alten Mitte. Wo du ihn sehen kannst, das kann ich dir leider nicht sagen, denn es war eine einmalige, extrem gut besuchte Filmvorführung. Im Internet wird der Film zwar als DVD angeboten, im Moment ist er dort allerdings nicht verfügbar. Im Notfall musst du nach Bulgarien fahren, und einige Kollegen in Hamburg werden dafür wohl auch bald die Zeit haben.

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RICHTUNGEN



Wem die Richtung, in die sich das Taxigewerbe gerade in Berlin entwickelt, und zwar dass immer mehr Mietwagenfahrer in unserer Stadt Taxidienstleistungen anbieten, auch nicht passt, dem sei der aktuelle bulgarische Kinofilm "Posoki" (Richtungen) über Taxifahrer in Sofia empfohlen. Ob man das Mitführen von Knarren, wie das dort in den Hauptstädtischen Taxen üblich zu sein scheint, auch in Berlin empfehlen soll, ist schwer einzuschätzen. Kollege Nietzsche meinte zwar, dass der Deutsche durchaus zu großen Dingen fähig sei, er schrieb aber weiter, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass er sie auch tut. Möglicherweise reicht es erst einmal, die Mietwagenflotte mit Berliner und Brandenburgischen Kennzeichen zu beobachten.

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18.02.2018

DIE WIEDERGEBURT DER HYSTERIE AUS DEM GEISTE DER EINSPARUNGEN BEIM DIFFERENZIEREN


Früher war die Welt Schwarz oder Weiß, und wer nicht dafür war, war dagegen. Letzteres gilt auch heute noch, aber aus Schwarz oder Weiß ist heute Links oder Rechts geworden. Für Links, was gut ist, und auch für Rechts, das ist böse, gibt es jeweils eine Schublade, und wer einmal in einer drin ist, hat kaum Chancen wieder herauszukommen, insbesondere aus der rechten. Aber wer will schon böse sein in einer Zeit, in der jeder nur gut sein möchte? Dass es das Gute nur gibt, weil es auch das Böse gibt, weiß heute kaum noch jemand, denn dazu müsste man differenzieren können. Gut, damit könnte man leben. Es gibt schlimmeres, und man hat auch wichtigeres zu tun, als ständig zu differenzieren. Differenzieren hält wahnsinnig auf. Früher dachte man immer, die Demokratie würde aufhalten, dabei ist es das Differenzieren, was viel mehr aufhält und auch abhält, vor allem vom Konsumieren. Deswegen wurde das Differenzieren kurzerhand eingespart. Sparen ist immer gut, das beweisen uns beispielsweise die Griechen. Aber beim Differenzieren zu sparen hat auch seine Nebenwirkungen, das muss man auch mal sagen. Gestern zum Beispiel sagte einer von den Bösen, dass heute nicht die Sonne scheinen wird. Früher war das eine ganz einfache Bemerkung, um die sich niemand weiter gekümmert hat. Heute ist das anders. Heute wird dagegen gehalten, weil das ja nicht sein kann, was der da sagt, wegen der Schublade, in die er irgendwann mal gesteckt wurde. Auch damit könnte man leben. Letztendlich ist es auch egal, ob heute die Sonne scheint. Und überhaupt: Man braucht keine Wettervorhersage, um zu wissen, woher der Wind weht. Worüber ich mir Gedanken mache, ist die Hysterie, mit der die Gegenbehauptung als Gewissheit vorgetragen wird, dass heute auf jeden Fall die Sonne scheinen wird. Oft ist es so, dass sie dann trotzdem einfach nicht scheinen will, die blöde Sonne. (Schuld daran ist natürlich der Böse, der vorher gesagt hatte, dass die Sonne nicht scheinen wird, weil er die Sonne damit provoziert hat - man kennt das.) Doch zurück zur Hysterie, die im letzten Jahrhundert ausgestorben schien. Die Wiedergeburt der Hysterie bereitet mir ehrlich gesagt derzeit die größte Sorge. Die Hysterie betrifft heute nicht nur wie früher Frauen, sondern auch Männer sind betroffen. Ausgerottet geglaubte Plagen treten bei ihrer Wiedergeburt meist in leicht abgeändert Form auf. Das ist nichts wirklich Neues, führt aber wohl dazu, dass die Wiedergeburt der Hysterie von den wenigsten bisher mitbekommen wurde.

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17.02.2018

"ETWAS BESSERES ALS DEN TOD ..."


Symbolbild

"Etwas besseres als den Tod finden wir überall" ist aus einem Volksmärchen der Gebrüder Grimm. Genau genommen aus den "Bremer Stadtmusikanten", und wenn ich mich recht erinnere, sagt das dort der Esel. Der Esel, das wissen viele nicht, ist ein weitgehend unterschätztes Tier. George Orwell wusste über die Klugheit des Esels bescheid. Auf seiner "Farm der Tiere" ist der Esel Benjamin das klügste Tier. Während sich das Pferd Boxer zu Tode schuftet, durchschaut der Esel Benjamin, was läuft. Heute würden wir sagen: "Der Esel ist klug und stellt sich dumm ..." - Der Rest ist bekannt.

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16.02.2018

MIT EINEM UBER ZUM MASSAKER


War früher auch anders ...

In den USA fährt keiner mehr Taxi. Amerikaner fahren UBER. Es ist also keine Überraschung, dass der neunzehnjährige Nikolas Cruz vorgestern mit einem UBER und nicht mit einem Taxi zur Schule fuhr. Der UBER-Fahrer hat die Waffe, die Nikolas Cruz bei sich hatte, wohl nicht bemerkt. Schwer zu sagen, ob sie einem Taxifahrer aufgefallen wäre. Ein Taxifahrer, der lange genug auf der Straße unterwegs ist und über ausreichend Lebenserfahrung verfügt, hätte vielleicht "Lunte gerochen", aber sicher ist das nicht. Sicher ist, dafür lege ich meine Hand ins Feuer, dass vor Jahren jeder Taxifahrer nur ungläubig den Kopf geschüttelt hätte, wenn ihm zu Ohren gekommen wäre, dass ein Neunzehnjähriger mit einer AR-15 und einem extra Magazin sich von einem Taxi zum Massaker in die Schule hat fahren lassen.

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"JOURNALISM IS PRINTING WHAT SOMEONE DOES NOT WANT PRINTED: EVERYTHING ELSE IS PUBLIC RELATIONS."


"Journalism is printing what someone does not want printed: Everything else is public relations." - George Orwell hat das gesagt, der nicht nur Buchautor ("Down and out in Paris and London", "Animal Farm" und "1984", um nur drei Buchtitel zu nennen) sondern auch Journalist war, u.a. für die BBC. Als solcher wusste er, was er sagt.

Wendet man diesen Satz nun auf Deniz Yücel an, der gerade aus türkischer Haft entlassen wurde, so war dessen Aussage: "Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal", gegen die keiner etwas hatte hierzulande, ganz im Gegenteil, sie wurde regelrecht gefeiert, insbesondere von der sich in Auflösung befindenden "Linken", vor allem Eines: Public Relations für den WELT-Autor Deniz Yücel.

Deniz Yücel wird, da muss man kein Prophet sein, als nächstes nach Deutschland kommen, man wird ihn feiern und er wird sich feiern lassen. (Mit Sicherheit wird er ein Buch über seine Haft schreiben, er ist schließlich Journalist.) Seine Public Relations ist, nicht zuletzt Dank der Türkei, also ein großer Erfolg, und auch die Aussage von Deniz Yücel, dass man etwas Besseres als Deutschland allemal findet, was auch überall heißen kann, ist letztendlich absolut richtig.

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15.02.2018

"ROSENÖL UND ANDERE FETTNÄPFCHEN"


Thomas Frahm und Taxi Berlin in Sofia (Bulgarien)

"Bulgarisches Rosenöl und andere Fettnäpfchen" ist der vollständige Titel der Lesung, die ich zusammen mit dem wirklich großen (sic!) Bulgarienkenner, Autor und Übersetzer Thomas Frahm wieder in Form eines Zwiegesprächs abhalten werden. "Wieder" deswegen, weil wir bereits im Vorjahr auf Lesereise in Berlin und Umgebung unterwegs waren. Diesmal wird es aber nur einen Termin geben, und zwar genau in der Location, die in unserem Ranking als Zwiesprache Haltende am Besten abgeschnitten hat. Das war komischer- und vor allem auch unerwarteterweise der Prenzlauer Berg, ganz genau genommen das Bötzowviertel. (Wer hätte das gedacht?!?) Bei der Lesung wird es aber nicht um das Bötzowviertel, sondern um Bulgarien gehen, wo Thomas die letzten Jahre gelebt hat, und wo ich mich jedes Jahr für mehrere Monate vom Taxifahren in Berlin und von meinen Fahrgästen erhole.

Thomas wird erstmals aus seinem "Bote aus Bulgarien" lesen, der just an diesem Tag erscheint. Der "Bote aus Bulgarien" ist Thomas sein erster Roman zu dem Thema "Ein Deutscher in Bulgarien", mit dem er sich bereits in seinen gesammelten Essays "Die beiden Hälften der Walnuss" auseinandersetzt. Nun werden die Abenteuer vom Ruhrpott-Sprößling Georg nachgeliefert, der nach Bulgarien geht auf der Suche einer Geschichte, die er sein Leben nennen und bejahen könnte.

Bereits vor vielen Jahren begab sich Aleko Konstantinows "Bai Ganju", bis heute der bekannteste literarische "Held" Bulgariens, mit einem Quersack voller Rosenöl in die Gegenrichtung. Wer den Kaffee nach Wien brachte, das wissen die meisten noch. Aber wer schaffte das Rosenöl, das einst wertvoller war als Gold, bis nach Dresden? Und woher kommt die Idee der "Russendisco"? Natürlich aus Bulgarien! Oder genauer gesagt: Von "Bai Ganju"! Was, du glaubst mir nicht? Dann wird es höchste Zeit, dass du deine Wissenslücken schließt!

Dazu musst du nur ins Bötzowviertel im Prenzlauer Berg kommen. Dort begibst du dich in die Esmarchstr. 18. Pünktlich um 20 Uhr. (Nicht Viertel nach, ist nicht die Uni!) Und zwar am 1. März. In die Räumlichkeiten von Pro Kiez Bötzowviertel. Der Eintritt ist frei.

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14.02.2018

IM BETT MIT MARGARETE STOKOWSKI


Ich gebe es zu, Margarete Stokowski saß mir noch nicht im Taxi, im Bett mit ihr war ich aber schon. Dazu später mehr. Margarete Stokowski, wer sie nicht kennt, schreibt Sachen, die ich nicht verstehe, ich hatte gestern darüber geschrieben. Was ich verstehe, ist, dass bei Margarete Stokowski Frauen immer die Opfer und Männer immer die Täter sind, so wie der Gärtner immer der Mörder ist. Aber eigentlich hat mich Margarete Stokowski an eine frühere Freundin erinnert, die Magret hieß und ganz große ... hatte. Margret und ich besuchten unsererzeit gemeinsam ein Seminar, das hieß "Theoretische Psychologie". Ob du es glaubst oder nicht, so was gibt es wirklich. Naja, jedenfalls war uns das zu theoretisch, weswegen Margret und ich uns aufs Klo verzogen. Es war das Damenklo in der Rostlaube, wo wir ... hatten. Bis eine Studentin kam, die das gar nicht toll fand. Wahrscheinlich Margarete Stokowski, oder eher ihre Mutter. Und deswegen musste ich die ganze letzte Nacht an Margarete Stokowski denken, also im Bett. Ich habe mich gefragt, ob Margarete Stokowski einen Freund hat, weil die meisten Frauen, die wie Margarete Stokowski schreiben, es meist mit Frauen haben. Aber gehen wir mal davon aus, dass Margarete Stokowski, sie soll wohl in meinem Kiez wohnen, einen Freund hat. Wie läuft das mit ihr und ihrem Freund, wenn Margarete Stokowski ein so klares Weltbild hat. Differenzieren hält nur unnötig auf. Tut man es nicht, spart man (und natürlich auch frau) 'ne Menge Zeit. Zeit dürfte Margarete Stokowski also genug haben für ihren Freund. Aber geht Margarete Stokowski auch mit ihm auf die Frauentoilette? OK, es muss nicht die Frauentoilette sein. Man kann auch einfach nur ins Bett (Titel) miteinander gehen. Das haben Margret und auch immer gemacht, wenn wir nicht an der Uni waren. Doch bleiben wir bei Margarete Stokowski und ihrem Freund. Der ist ja, so verstehe ich Margarete Stokowski, immer der Täter. Aber wie ist das, wenn der Täter mit dem Opfer ins Bett geht. Ich glaube, das ist die Frage, die mich die ganze letzte Nacht so beschäftigt hat. Die Antwort darauf, um ehrlich zu sein, interessiert mich nicht wirklich. Was ich sagen wollte, ist, falls der Freund von Margarete Stokowski mal jemand zum reden braucht: - Er weiß ja, wo er mich findet.

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13.02.2018

"BITTE DIE HODEN BEHALTEN"


Der Hodenhalter© von TaxiBerlin

"Bitte die Hoden behalten" - das ist der Titel der Kolumne, die ich gerade lese, aber nicht verstehe. Die Kolumne ist, wenn ich richtig lese, von einer Frau geschrieben, zumindest lässt der Autorenname diesen Schluss zu, aber heute weiß man ja nie. Ich vermute aber von einer Feministin, wahrscheinlich sogar schlimmeres: Einer Aktivistin. Böse Zungen nennen so was auch schon mal "Schwanzabschneiderin", habe ich gehört. Für die Hoden scheint es immerhin Entwarnung zu geben, so würde ich zumindest den Titel frei interpretieren. Und das wäre auf jeden Fall auch besser so, denn für die habe ich bekanntlich den Hodenhalter erfunden. Der Hodenhalter, ich kann das nicht oft genug wiederholen, ist deswegen wichtig, weil er die Hoden, die lateinisch Testis heißen, vom restlichen Körper weg hält. Denn die Hoden, das wissen heute viele gar nicht mehr, arbeiten am besten bei 35 Grad Celsius und nicht bei der sonst normalen Körpertemperatur von 37 Grad. Der Hodenhalter ist somit nicht einfach nur das männliche Gegenstück zum weiblichen Büstenhalter, sondern erfüllt darüber hinaus den Zweck der Arterhaltung. Das beste ist aber, dass du den Hodenhalter bei mir im Taxi käuflich erwerben kannst. Genau genommen ist es nicht der Hodenhalter, sondern nur eine Postkarte, also eine Bauanleitung für ihn. Das liegt daran, dass sich der Hodenhalter noch nicht wirklich durchgesetzt hat. Der Mann ist in solchen Sachen bekanntlich etwas langsamer als die Frau, und meistens stirbt er auch noch früher, aber das ist ein anderes Thema.

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POLYGAMIE IM TAXI


Die Polygamie, das wissen viele nicht, wurde im Taxi erfunden. Vier Frauen darf der Mann haben, genauso viele wie es Sitzplätze in einem Taxi gibt. Die Zeiten, wo auch Taxifahrer mehrere Frauen hatten, sind aber, leider muss Mann sagen, so gut wie vorbei. Das liegt daran, dass Mann viel Zeit haben muss, um alle seine Frauen gleich zu behandeln, das ist ganz wichtig, die Mann als Taxifahrer aber nicht hat. Ganz im Gegenteil: Seine/Unsere Schichten werden immer länger, denn viele Frauen muss man sich auch leisten können. Eine Möglichkeit gibt es, nicht nur für uns Taxifahrer, sondern auch für dich, der gerne einen kleinen Harem sein Eigen nennen möchte, aber nicht über die nötigen Mittel verfügt. Ich berate auch dich zu diesem Thema gerne im Taxi, in dem nicht nur, wie eingangs erwähnt, einst die Polygamie erfunden wurde, sondern wo heute noch mobile Lebensberatungen stattfinden.

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12.02.2018

GROKO ODER NOGROKO - DAS IST NICHT DIE FRAGE


"Im Taxi keine Politik und auch keine Religion!", so der weise Rat vom pensionierten Kollegen OPI in einer meiner Sendungen "Hier spricht TaxiBerlin". Recht hat der Kollege OPI, dafür habe ich schließlich meinen Blog: Ich persönlich finde das Wort GROKO schrecklich, aber der Deutsche hat es nun mal mit Abkürzungen, damit beschäftigt er sich gerne (JAMAIKA ist ein anderes Beispiel), nur nicht mit Inhalten! "Abkürzungen statt Inhalte" - so könnte man unsere Zeit auch beschreiben. Gegenwärtig drückt sich das dadurch aus, dass wir permanent gewarnt werden, dass es gar kein anderes Personal als Merkel, Nahles und Co gäbe. Dem muss ich zustimmen, zumindest insoweit, dass wir es (noch) nicht kennen, denn über Alternativen erfahren wir so gut wie nichts. Ihre Politik ist schließlich, das wissen wir auch, weil es oft genug wiederholt wurde: "Alternativlos".

Text TaxiBerlin

11.02.2018

EUER KAPITALISMUS KOTZT MICH AN (EINE FORTSETZUNG)


In einem ersten Beitrag von "Euer Kapitalismus kotzt mich an" habe ich im Januar geschrieben, dass ich an keine neue Gläubigkeit glaube, sondern dass ich die Hinwendung zum Islam auch von immer mehr ganz jungen Taxifahrer-Kollegen als Kapitalismus-Kritik verstehe, die durchaus ihre Berechtigung hat. Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist: Wie halte ich es mit dieser Religion? Um es gleich vorweg zu sagen: Für mich ist der Islam nicht der Ausweg, auch wenn er einen Gemeinschaftssinn hat, der uns Elementarteilchen fehlt, weswegen er sich langfristig durchsetzen wird. Deswegen und auch, weil mir zu Ohren gekommen ist, dass immer öfter Fahrgäste von ihren Fahrern im Taxi zum Islam bekehrt werden sollen, kann es nicht schaden, sich einmal mit dieser Religion zu beschäftigen. Neben dem Koran kann ich nur jedem empfehlen, sich auch mal das Leben von Mohamed anzusehen, um zu wissen, wie viele Kriege er geführt, wie viele Gegner er getötet, wie viele er als Sklaven verkauft und wie viele Frauen er gehabt hat. Gut, auch Jesus sagt an einer Stelle, dass er das Schwert bringen würde und nicht den Frieden. Aber einen Krieger kann man Jesus deswegen nicht nennen, Buddha schon gar nicht. Das mit dem Krieg kann jeder so handhaben, wie er will. Mich stört auch mehr die Sache mit den Frauen. Warum durfte Mohamed mehr als doppelt so viele Frauen haben wie seine Anhänger? Denn um ehrlich zu sein, ist nur die Vielweiberei für mich am Islam interessant - und dann das! Eine Sache stört mich aber noch mehr, und die hatte ich schon in dem Beitrag "Nicht das letzte Wort" angedeutet. Ich glaube nämlich nicht, dass Gott das letzte Mal mit Mohamed zu uns allen gesprochen hat, denn ich führe täglich Zwiesprache mit Gott. Und Gott sagt mir zum Beispiel gerade, dass er gar nicht versteht, wie Mohamed darauf gekommen sei. Ich ehrlich gesagt auch nicht.

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10.02.2018

SHUTDOWN IM TAXI


Das Taxigeschäft befindet sich, zumindest in Berlin, seit gut einem Monat im "Shutdown" Modus, wird also "Heruntergefahren". Schuld daran sind wie immer die Kunden, die nach Weihnachten und Silvester traditionell das Geld zusammen halten, der Klimawandel, aber auch UBER - der Feind aller rechtschaffenen Taxifahrer - der unter dem Deckmäntelchen Mietwagenservice erneut das "Arschloch Taxi" angreift. Der ein oder andere kann das Thema UBER nicht mehr hören, darunter auch einige Kollegen, wohl eher "Kollegen". Sie haben seinerzeit alles dazu gesagt, sagen sie, und jetzt sind halt Gesetze und Gerichte zuständig, und nicht mehr wir Taxifahrer. Neben der "Geldgläubigkeit" gibt es auch eine ausgeprägte "Recht- und Gesetzesgläubigkeit" hierzulande. Der bekannteste Glaube dabei ist der ans Grundgesetz. Das ist auch der Grund, warum sich niemand so recht daran stört, dass wir mehr als ein Vierteljahr nachdem wir gewählt haben, immer noch keine Regierung haben. Es muss wohl mit Recht und Gesetz vereinbar sein. Wenn hingegen Amerika sechs Stunden im "Shutdown", also im "Herunterfahren" ist, so ist das ein Skandal. Was wissen auch die Amerikaner vom "Herunterfahren"?!? Wir fahren schließlich schon vier Monate nichts anderes als runter. Dass dabei die große Wahlverliererin, unsere geliebte Führerin, immer noch ganz oben schwimmt, ist keine Überraschung, wenn man sich die männlichen Herausforderer anschaut. Doch zurück zum Taxigeschäft. Ich denke, der Tag ist nicht mehr allzu fern, an dem auch die ausgesprochensten Gegner von UBER selbst in einem UBER sitzen werden. Und natürlich werden sie uns dann ganz genau sagen können, warum das gut und richtig so ist. Ich persönlich habe auch nichts gegen die smarten Boys von UBER. Mich stört nur, dass beim Mietwagenservice das Fahrzeug samt Fahrer gemietet wird, ich also zur "Mietsache" werden soll. Ich bin weder "Humankapital" noch eine "Mietsache"! Deswegen werde ich wohl einer der letzten sein, den man, zumindest hier in Berlin, in einem Taxi vorfinden wird. Nenn mich deswegen "Dinosaurier" - oder wegen mir auch "Der Eiserne"!

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09.02.2018

DIE VERBLÖDETE GESELLSCHAFT




Nach der Moderne kam die Post-Moderne, und danach die Spaßgesellschaft. Viele glauben, immer noch in der Spaßgesellschaft zu leben, dabei stimmt das gar nicht. Mit der Spaßgesellschaft war es bereits vor vielen Jahren vorbei, genau genommen vor zwanzig. Da ging die Spaßgesellschaft in die verblödete Gesellschaft über. Das mag dem ein oder anderen jetzt neu vorkommen, ist es aber gar nicht. In vielen Versuchsreihen wurde das seitdem immer wieder aufs Neue bewiesen. Obiger Versuchsaufbau ist neu. Bisher setzte man kluge und dumme Kandidaten getrennt in so genannte "Black Boxes", die man mit Fragen fütterte. Alleine anhand der Antworten konnte man schon lange nicht mehr beantworten, in welcher "Back Box" sitzt jetzt der Kluge und in welcher der Dumme, denn die Antworten waren dieselben. Das Neue ist, dass man heute keine "Black Boxes" mehr benötigt, weil es diese Unterscheidung gar nicht mehr gibt.

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08.02.2018

WIE AUCH DU UBER MIETWAGENFAHRER WERDEN KANNST, WENNS ZUM TAXIFAHRER NICHT REICHT


Regelmäßige Fahrten ab Flughafen Tegel (TXL) inclusive

Heute Abend ist es so weit, da verrate ich, wie auch du UBER-Fahrer werden kannst. Mit etwas Glück gibt man dir sogar einen AUDI (Foto), allerdings mit einem Kennzeichen aus der Provinz. Das kann man sich dafür aber gut merken (HU steht für Hauptuntersuchung), wenn du schon keine Berliner Straßen kennen musst. Wie du trotzdem in Berlin Taxifahrer UBER-Mietwagenfahrer werden kannst, das erfährst du ab 19 Uhr in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin", zu der ich mir die für genau dieses Thema hochkompetente Rechtsanwältin Alexandra Decker eingeladen habe. Das ganze auf "Pi-Radio", das ist in Berlin die 88.4, in Potsdam die 90.7 und weltweit im Internet als Live-Stream.

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07.02.2018

IM TAXI MIT MARTIN SCHULZ


"Leute ohne Rückgrat haben wir schon genug ..." (B.Wegner)

Zugegeben, der zukünftige Aussenminister saß mir noch nicht im Taxi. Ich komme auf ihn, weil er mich an die vielen ganz ähnlichen Typen von vor dreißig Jahren erinnert: Rückgratlose Wendehälse. Es stimmt offensichtlich wirklich: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.

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05.02.2018

"DER BERLINER TAXI FAN CLUB BLUES"


Mit dem Taxi, wie wir es kennen, geht's bergab

Berliner Taxis und ihre Fahrer haben viele Fans und einige kommen sogar regelmäßig von außerhalb, aus kleinen Käffern in Brandenburg, um hier in Berlin den Taxifahrer zu spielen. Zum Taxi hat es nicht gereicht, weswegen sie ganz normale Autos fahren müssen, die pfiffigsten unter ihnen sind immerhin schon mit ehemaligen Taxen unterwegs. Einen Taxischein brauchen sie nicht, sie äffen uns Taxifahrer ja nur nach. Deswegen sind sie auch keine Kollegen, wohl eher "Kollegen". Manch einer nennt sie auch Kollegenschweine. Kollege Biermann hat seinerzeit in seinem "Jenaer Memfis Fan Club Blues", der als Vorlage zu diesem "Berliner Taxi Fan Club Blues" dient, Automarke und Nummernschilder seiner Fans von der Stasi genannt. Damals waren es "Wartburg" und "Shiguli", unsere Fans heute fahren "Mercedes" und "Toyota". Die Kennzeichen dazu verrate ich am Donnerstag in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" auf dem legendären "Pi-Radio", und zwar während ich mit einer Berliner Rechtsanwältin das von mir entwickelte Taxi-Monopoly spiele.

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04.02.2018

DIE OBERGRENZE IM TAXI


Neulich habe ich fünf Personen in meinem Taxi befördert. Ich möchte das schnell noch loswerden, weil keiner weiß, ob das morgen noch erlaubt ist. Bereits gestern sagten die einen so und die anderen so.

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03.02.2018

"DU TÜRKISCH?" - "ICH DEUTSCH!"


Es kommt immer mal wieder vor, dass ich als Taxifahrer für einen Türken gehalten und mit "Merhaba" begrüßt werde. Die kurze Begrüßung (Titel) mit der jungen Frau, die mir gestern gegen 22 Uhr in der Karl-Marx-Straße in Neukölln zustieg, war also nichts ungewöhnliches. Auch nicht der Umstand, dass es erstmal nur in die Flughafenstraße zu einer Location mit dem schönen Namen "Endstation" ging, wo ich kurz auf sie warten sollte. Auf der sich anschließenden Weiterfahrt nach Moabit haben wir dann noch Klänge von ihrer Heimat auf dem Balkan von ihrem Smartphone gehört. In diesem Fall macht ein Smartphone ausnahmsweise mal Sinn, wenn es nämlich der Völkerverständigung dient. Das sage ich als bekennender Handyhasser, in dessen Taxi Handy&Co seit Neuestem verboten sind.

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TAXI MONOPOLY (NOCH EINE FORTSETZUNG)


Mindestens einmal wurde Anis Amri von einem Vertrauens-Mann mit dessen Auto nach Berlin gefahren, vielleicht sogar zweimal. Ob Anis Amri für seine Beförderung bezahlt hat oder zumindest Geld fürs Benzin dazu gegeben hat, ist nicht bekannt; genauso wenig, ob der Vertrauensmann-Mann den Tunesier erst auf die Attentats-Idee mit dem LKW gebracht hat. Da letzteres immerhin schon von mehreren Personen behauptet wurde, ersteres aber bisher von keiner einzigen, kann man im Moment davon ausgehen, dass von Vertrauens-Männern, zumindest für das Taxigewerbe an sich, keine Gefahren ausgehen. (Kollateralschäden sind natürlich auch hier nicht auszuschließen.)

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02.02.2018

TAXI MONOPOLY (EINE FORTSETZUNG)


Gestern am Flughafen Tegel (TXL)

Die besten Chancen, das Taxigeschäft in Berlin zu übernehmen, haben derzeit Fahrzeuge mit LN für Lübben (Foto). Der Kollege, wohl besser "Kollege", aus dem Brandenburgischen war nicht alleine am Flughafen in Tegel unterwegs. Sein "Kollege", dann wohl wieder Kollege, hatte sich aber bereits aus dem Staub gemacht, weswegen der Fahrer (oben) etwas ängstlich auf das Berliner Taxi und seinen Fahrer links von ihm schaut. Das war aber gar nicht nötig, denn der Berliner Kollege, in dem Fall wieder eher "Kollege", macht mit seiner Taxe Werbung für UBER. Von ihm droht also keine Gefahr. Obwohl, man weiß es nicht, denn irgendwie ist ihm der erste Buchstabe, also das U, abhanden gekommen. Jetzt steht da nur noch BER, die Abkürzung für den Berliner Flughafen, der, wenn er denn einmal seine Pforten öffnet, garantiert komplett ohne Berliner Taxen auskommen wird.

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