28.02.2018

LESUNG MIT TAXIBERLIN


Thomas Frahm und Taxi Berlin

Morgen ist es so weit, ich hatte es bereits hier angekündigt. Es wird keine Lesung, das kann ich verraten, im klassischen Sinne, wo eine Person steif an einem Tisch sitzt und stur seine Texte vorließt. Das liegt vor allem schon mal daran, dass ich nicht alleine lese, sondern zusammen mit dem großen (sic) Bulgarienkenner, bekannten Übersetzter und Autor Thomas Frahm Zwiesprache halten werde über das kleine Balkanland am Rande Europas, und was es neben seiner aktuellen EU-Ratspräsidentschaft mit uns zu tun hat. Dass es keine Lesung im klassischen Sinne wird, liegt aber auch daran, dass wir in der Tradition des bulgarischen Autors Aleko Konstantinow lesen werden, der regelmäßig mit Freunden zusammensaß, die sich Geschichten erzählt haben, bis sich keiner mehr auf seinem Sitz halten konnte vor Lachen. Mal sehen, wie es morgen bei "Bulgarisches Rosenöl und andere Fettnäpfchen" ab 20 Uhr in der Esmarchstraße 18 im Bötzowviertel im Prenzlauer Berg läuft. Der Eintritt ist frei.

Foto&Text TaxiBerlin 

26.02.2018

DIE ABSCHAFFUNG DER SCHAM


Sie ist schwanger, und natürlich will jeder wissen, wann das Kind kommt. So weit, so gut. Daraufhin auf das Datum der Zeugung zurückzurechnen, ist schon recht ungewöhnlich, zumal wenn der Mann die schwangere Frau gar nicht kennt, zumindest nicht persönlich. So geschehen der Neuseeländischen Premierministerin. Selber Schuld könnte man sagen, immerhin hat Jacinda Ardern, die ihre Pflichten als Premierministerin genauso ernst nehmen will wie die als Mutter, im Januar auf Twitter und Facebook selbst ihre Schwangerschaft bekannt gegeben. Was Jacinda Ardern, so weit ich informiert bin, nicht getan hat, ist ein Foto ihres ungeborenen Kindes zu veröffentlichen. Du lachst, aber Menschen machen so was. Menschen, die keiner kennt, und die auch keiner kennen möchte, nicht mal der eigene Nachwuchs. Menschen, die so bedürftig sind, dass sie für ein wenig Aufmerksamkeit alles tun. Moment, in einem Punkt bin ich mir nicht sicher, und zwar ob es sich um Menschen handelt. Ich denke, es sind Schwachsinnige, die mit allen Mitteln den Rest der noch bestehenden Scham abschaffen wollen. Vor ihnen hat Kollege Freud bereits seinerzeit gewarnt. Nicht nur, weil der Verlust der Scham das erste Zeichen des Schwachsinns ist, sondern weil darüber hinaus die Zerstörung der Scham eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten, eine Brutalität und Missachtung der Persönlichkeit der Mitmenschen bewirkt, wie man auch an dem Interview mit der Premierministerin von Neuseeland Jacinda Ardern sehen kann.

Text TaxiBerlin

DAS TAXI ALS FLUCHTAUTO


Die Schwanzlose Gesellschaft

Dem Galeristen aus Karlsruhe hat es weder genutzt, dass er das Bild, das Erdogang nach vorne gebückt und mit einer Banane im Hintern zeigt, nach "lautstarken Protesten" sofort abgehängt, noch dass sich sein Künstler, der auf Bananen abboniert ist, von ihm getrennt hat. Sowohl Künstler, als auch Galerist werden mit dem Tode bedroht. Ob der Taxifahrer, der ihn gestern Abend vom Flughafen Tegel abholte, seines Lebens sicher sein kann, ist nicht bekannt. Nicht bekannt ist ebenfalls, wann alle die aufstehen, die noch die Freiheit der Kunst verteidigen wollten. Ich jedenfalls werde mir gut überlegen, ob ich jetzt noch eine eigene Erdogan-Kunstpostkarte gestalte, die ich in meinem kleinen Bauchladen im Taxi meinen Fahrgästen anbiete.

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25.02.2018

TAXIBERLINS BERLINALE NACHTRAG


Roter Berlinale Teppich mit Ordnungsamt Mitarbeiter

Endlich ist auch sie so gut wie geschafft, die diesjährige Berlinale - eine mit auffällig vielen Auffälligkeiten, nicht nur im Taxi, sondern auch auf der Leinwand. Dass diesmal ein Film die Berlinale gewinnt, bei dem die Zuschauer scharenweise das Kino verlassen, damit kann man leben. Vielleicht auch damit, dass der Film "Touch Me Not" mit den Grenzen der Scham spielt. Wir leben immerhin in der Post-Spaß-Gesellschaft, besser bekannt als die Verblödete Gesellschaft. Und nun weiß auch der Letzte, wohin die Reise geht, denn der Verlust von Scham ist bekanntlich das erste Zeichen des Schwachsinns.

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WAS ICH HEUTE WIEDER DENKEN SOLL


Über Kaffee sprach ich mit Fahrgästen, drei Frauen aus Österreich, ausführlich letzte Nacht im Taxi. Dass das, was unter diesem Namen hierzulande firmiert, in der Regel viel zu teuer und vor allem viel zu schlecht ist, weswegen ich Kaffee seit langem nur noch zu hause trinke, so wie jetzt: mit der Hand gemahlen und frisch aufgebrüht. Währenddessen lasse ich immer den Computer hochfahren, um zu erfahren, was ich heute wieder denken soll, also was heute wahr ist. Das ist auch wichtig, man will schließlich mitreden können, und es ändert sich auch gerne mal - im Gegensatz zur Kaffeezubereitung.

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UBER ÄRSCHE IMMER DREISTER


Auch ihre Werbung

Seitdem die Ortskundeprüfung für Mietwagenfahrer im letzten Jahr entfallen ist, hat UBER den Fuß im Berliner Taxigeschäft ganz fest in der Tür. Pro Schicht sehe ich meist zwischen zehn und zwanzig Autos (insgesamt dürfte es sich um ein paar hundert Fahrzeuge, wenn nicht gar Tausend handeln), oft sind es Toyotas, meistens mit Lübbener (LN) Kennzeichen, ein paar Berliner (B) Fahrzeuge sind auch dabei, die für den Feind aus Amerika in unserer Stadt unterwegs sind. Die Fahrer, es sind immer junge Männer, sind im Mietwagengeschäft eine Mietsache, weswegen es keine Überraschung ist, dass sie als solche völlig schmerzfrei unserem Geschäft hier in Berlin nachgehen. Die Frage ist, wie lange sich Berliner Taxifahrer das gefallen lassen.

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24.02.2018

KUNST IN KARLSRUHE


In meinem "neuen" Taxi geht der CD-Player nicht, weswegen ich Radio hören muss. Das führt dazu, dass ich hier mehr schreibe, weil mir ganz merkwürdige Sachen zu Ohren kommen, die mir sonst entgangen wären. Trotz Radio habe ich das Kunstwerk "Türkischer Diktator" auf der "art Karlsruhe" verpasst. Es zeigte Erdogan in gebückter Haltung mit einer Banane im Arsch. Dazu muss man wissen, dass der Künstler Thomas Baumgärtel auf Bananen abboniert ist. Nachdem es am Stand seines Galeristen zu "lautstarken Protesten" kam, wurde das Kunstwerk abgehängt. Daraufhin trennte sich der Künstler von seinem Galeristen. Trauriger ist aber, dass "Türkischer Diktator" inzwischen für nur 5.900 Euro verkauft wurde. Der "Türkische Diktator" ist Teil einer Trilogie, die beiden anderen Diktatoren sind Trump und Kim. Ob es wegen Trump und Kim ebenfalls zu "lautstarken Protesten" kommen wird, ist ungewiss.

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DEUTSCHE WAFFEN FÜR DEUTSCHE PATRIOTEN


Wie meine Fahrgäste und ich gestern bei mir im Taxi im Radio hören mussten, hat man hierzulande zwischen dem 18. Januar 2017 und dem 24. Januar 2018 insgesamt 31 Genehmigungen für die Ausfuhr von Rüstungsgütern in die Türkei erteilt. Die Türkei, also Erdogan, ist neulich in Syrien einmarschiert ist, um den Kurden mit unseren Waffen etwas Feuern unterm Arsch zu machen. Damals sagte unser noch-Aussenminister, dass vorerst die deutschen Leopard Panzer, die Erdogan zu dem Zeitpunkt bereits besaß, nicht nachgerüstet werden würden. Da macht man besser ganz neue Deals. Ob diese Deals nun zur Freilassung des "Deutschen Patrioten mit Türkischen Wurzeln" geführt haben, wurde nicht bestätigt, aber auch nicht dementiert.

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BIER BIKE ÄRSCHE IN BERLIN


So sehen sie aus

Ein weiteres Jahr dürfen uns nun wieder saufende und grölende Ärsche auf Bier Bikes in Berlin heimsuchen, so will es das Gesetz. Die Idee mit den Bier Bikes hatte, so weit ich weiß, ein Schwabe, nur leider nicht im Ländle, sondern in Berlin. Wahrscheinlich gibt es im Ländle keine Schwaben mehr, wohnen ja alle im Prenzlauer Berg. Niemand braucht diese Ärsche auf unseren Straßen und Plätzen, nur ist gegen sie bisher noch kein Kraut gewachsen. Warum ist bloß noch niemand auf die Idee gekommen, auf einem Bier Bike durch die ewige Stadt zu radeln, schließlich trinken auch die Italiener Bier?!? Oder durch Istanbul, da kann man direkt am Bosporus lang fahren und am Hafen in Eminöni anhalten, um sich vom schaukelnden Kahn einen leckeren Fisch-Döner zum Bier zu holen - das wäre doch mal was!?! Aber dazu haben die Ärsche mal wieder alle keine Eier in der Hose!!! Da gehen sie einem lieber hier in Berlin auf die unsrigen.

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23.02.2018

TAXIFAHREN BILDET


Wer die Ecke kennt - Hände hoch!

Das Schönste am Taxifahren, zumindest für mich, ist, dass man ständig dazu lernt. Ich meine, wer kennt schon die Reiherbeize, wenn er nicht in ihr wohnt. Also ich nicht. Trotzdem konnte ich direkt vom Ostbahnhof losfahren, als mir mein Fahrgast den Hinweis mit Onkel Toms Hütte gab. Die befindet sich in Zehlendorf. Wie ich vom Ostbahnhof im Friedrichshain zu Onkel Toms Hütte in Zehlendorf komme, das muss ich blind, also im Schlaf wissen. Wer dazu ein Navi braucht, egal ob Taxi- oder UBER-Fahrer, dem ist nicht mehr zu helfen, der ist definitiv im verkehrten Beruf. Davon scheint es wohl einige zu geben, davon wusste zumindest mein Fahrgast zu berichten: Zwei von drei Fahrern würden gleich mal in die verkehrte Richtung losfahren. Doch zurück zum Ausgangspunkt, und der war, dass auch ich die Reiherbeize erstmal nicht kannte. So gesehen ist es keine echte Überraschung, dass ich nun nicht nur die Reiherbeize kenne, sondern darüber hinaus auch die Ecke Reiherbeize und Im Gestell.

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22.02.2018

PRO VERBOTE


Alkohol-Verbot auf der Party-Meile

Dass man vom Ausland und auch von Ausländern, wegen mir auch Menschen mit Migrationshintergrund, viel lernen kann, ist zwar nicht unbekannt, wird aber weitgehend unterschätzt. Im Moment sind dort Verbote total angesagt, ich würde sogar schon von einem neuen Trend sprechen. Im Grill "Imren" in der Karl-Marx-Straße Ecke Fulda gibt es beispielsweise schon seit einiger Zeit ein Schild, dass darauf hinweist, dass beim Bestellen das Telefonieren mit dem Handy verboten ist. Relativ neu ist das Verbot, Alkohol in der türkischen Bäckerei "Salut" inmitten der Partymeile am Schlesischen Tor zu trinken (Foto). Aber der neueste Schrei kommt, wie sollte es anders sein, mal wieder aus Amerika. Um genau zu sein aus New York, wo es eine Bar gibt, in der das Wort "literally" verboten ist, was auf Deutsch "buchstäblich" heißt. Nicht "buchstäblich", sondern wortwörtlich ist das Telefonieren mit dem Handy bei mir im Taxi verboten. Auf die Gründe will ich an dieser Stelle nicht noch mal eingehen, ich habe sie mehrfach sowohl hier, als auch in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" dargelegt. Ich bin es ehrlich gesagt leid und vor allem müde, mich ständig wiederholen zu müssen. Deswegen erlaube ich mir an dieser Stelle einfach nur auf meinen Migrationshintergrund hinzuweisen. Genau genommen sind es sogar 3 (in Worten: drei) Migrationshintergründe, die ich mein Eigen nenne. Das muss jetzt auch mal genug sein.

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21.02.2018

"EIN DEUTSCHER PATRIOT MIT TÜRKISCHEN WURZELN"


"Ein deutscher Patriot mit türkischen Wurzeln" - so nannte unser noch-Aussenminister vor fast einem Jahr, ganz genau in der heute-Sendung vom 7. März 2017, den Welt-Korrespondenten Deniz Yücel, um den es einmal mehr hier in diesem Beitrag nicht geht. Ich komme auf die Aussage, weil Sigmar Gabriel, so wie es aussieht, nicht mehr lange Aussenminister sein wird, und weil viele Menschen hierzulande mit Patriot sein eher etwas Negatives verbinden. Offensichtlich stimmt das nicht. Sigmar Gabriel wird auch kaum gemeint haben, dass nur ein Mensch mit türkischen Wurzeln ein deutscher Patriot sein darf und sollte. Das kann ich mir nicht vorstellen. Warum Patriot sein etwas Gutes ist, was viele überraschen mag, das hat Sigmar Gabriel nicht gesagt, wahrscheinlich weil Sebastian Haffner, der eigentlich Raimund Pretzel heißt, dies bereits vor vielen Jahren in einer Weise getan hat, die selbst von unserem noch-Aussenminister nicht zu toppen ist. Dass sich Raimund Pretzel, der in Berlin geboren und aufgewachsen ist, Sebastian Haffner nannte, daran waren Hitler und die Nazis Schuld, die ihn ins britische Exil trieben. Sebastian Haffner hat viele Bücher über die deutsche Geschichte verfasst und auch einiges über Hitler und die Nazis geschrieben. Er kannte sich also aus mit der Materie. In seinem bekanntesten Werk, den "Anmerkungen zu Hitler", beklagt Sebastian Haffner deshalb: "Weniger gut ist, dass die Erinnerung an Hitler von den älteren Deutschen verdrängt ist und dass die meisten Jüngeren rein gar nichts mehr von ihm wissen. Und noch weniger gut ist, dass viele Deutsche sich nicht mehr trauen, Patrioten zu sein. Denn die deutsche Geschichte ist mit Hitler nicht zu Ende. Wer das Gegenteil glaubt und sich womöglich darüber freut, weiß gar nicht, wie sehr er damit Hitlers letzten Willen erfüllt." Du hast richtig gelesen: Wer sich nicht traut, Patriot wie zum Beispiel auch Deniz Yücel zu sein, der erfüllt Hitlers letzten Willen.

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20.02.2018

GEDANKEN ZUM SYRIENKRIEG


Führt Assad Krieg gegen das eigene Volk oder gegen islamistische Milizen? Beide Aussagen sind in den Medien zu finden. Unterstützt der Westen "gemäßigte" Rebellen oder fundamentale Gotteskrieger, um Assad zu stürzen? Auch das ist nicht klar. Sicher ist, dass jetzt Kinder ins Spiel kommen, und zwar auf Bildern und als Opfer. Das ist schlimm, keine Frage. In der Vergangenheit was das meist der Aufruf zum Angriff, also zum Regimechange. Oft waren die angeblichen Fakten gefälscht, wie sich im Nachhinein herausstellte. Immer wurde ein kaputtes Land ohne jegliche Zukunftsperspektive hinterlassen.

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TAXIBERLIN ALS GROKOPHET


Wer bis heute bei der SPD nicht begriffen hat, dass er sich mit der Wiederauflage der GROKO sein eigenes Grab schaufelt, dem ist wahrlich nicht mehr zu helfen. Alle, denen noch etwas an der guten alten Sozialdemokratie von Willy Brandt und Herbert Wehner liegt, mögen jetzt ihre Stimme erheben oder für immer schweigen.

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UBER FRISST FAHRER SCHIESST


"UBER frisst" gibt es wirklich, und zwar ganz offiziell, allerdings nur in Amerika. Gut, in Europa gibt es "UBER frisst" auch, und irgendwie auch ganz offiziell. Zumindest scheint niemand wirklich etwas gegen die feindliche Übernahme des Taxigewerbes durch UBER zu haben. Man nennt es Globalisierung oder "Jedem sein kleines Bangladesh" - je nach "point of view". Doch zurück zu "UBER frisst" in Amerika, wo UBER Leuten das Essen nach hause bringt. Hört sich total sozial an, nicht wahr?! Die Idee ist aber auch hier nicht neu. Früher hat das hierzulande die "Volkssolidarität" erledigt, lange vor UBER. Ob die "Volkssolidarität" dabei ihre Kunden auch erschossen hat, wie ein UBER-Fahrer in Atlanta, darüber ist allerdings nichts bekannt.

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19.02.2018

WIE MENSCHLICHES ERMESSEN VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN BEWEIST


Vorgestern gab es einen schönen Artikel über Verschwörungstheorien und warum sie wahr sind. Es ging dabei noch einmal um den Fall des frei gekauften gekommenen Deniz Yücel. Um den Welt-Reporter geht es hier jetzt aber nicht, sondern um den Tagesspiegel-Journalisten Kevin P. Hoffmann. Kevin P. Hoffmann schreibt in seinem Artikel "Ganz sicher gab es einen Deal für Deniz Yücel - na und?", dass die Behauptung, es hätte für die Freilassung von Deniz Yücel keinen Deal mit der Türkei gegeben, falsch, also eine Lüge ist. Der Grund dafür, dass es mit der Türkei einen Deal gab, ist für den Tagesspiegel-Journalisten Kevin P. Hoffmann "menschliches Ermessen", oder mit einem anderen Wort: "gesunder Menschenverstand". Man kann also mit "gesundem Menschenverstand" durchaus Verschwörungstheorien beweisen. Da es für den Deal mit Erdogan bisher keine Leaks gibt, bleibt es offiziell eine Verschwörungstheorie, vorerst zumindest.

PS: Böse Zungen nennen solche "Deals" auch "Appeasement". Über einen "Appeaser" soll Churchill gesagt haben, dass er ein Mensch sei, der ein Krokodil füttert in der Hoffnung, dass es ihn als letztes frisst.

PSPS: "Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie." -: ist von Aldous Huxley - wirklich!
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RICHTUNGEN NOCHMAL



Auch in Hamburg nimmt das Taxigewerbe eine neue Richtung. Volkswagen, genauer gesagt eine Tochter mit dem schönen Namen "Moia", möchte das Geschäft übernehmen. "Moia", eigentlich "Moja", kommt aus dem Bulgarischen und bedeutet MEINS. Aus Bulgarien kommt auch ein brandneuer Taxifilm mit dem Namen "Posoki" (Richtungen), ich habe bereits letzte Nacht über ihn geschrieben. "Posoki" von Stephan Komandarev spielt in einer Liga mit "Night on Earth" von Jim Jarmusch, das ist keine Übertreibung. Das weiß ich, weil ich den Film gestern gesehen habe, und zwar im Bulgarischen Kulturinstitut in der Leipziger Straße in der alten Mitte. Wo du ihn sehen kannst, das kann ich dir leider nicht sagen, denn es war eine einmalige, extrem gut besuchte Filmvorführung. Im Internet wird der Film zwar als DVD angeboten, im Moment ist er dort allerdings nicht verfügbar. Im Notfall musst du nach Bulgarien fahren, und einige Kollegen in Hamburg werden dafür wohl auch bald die Zeit haben.

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RICHTUNGEN



Wem die Richtung, in die sich das Taxigewerbe gerade in Berlin entwickelt, und zwar dass immer mehr Mietwagenfahrer in unserer Stadt Taxidienstleistungen anbieten, auch nicht passt, dem sei der aktuelle bulgarische Kinofilm "Posoki" (Richtungen) über Taxifahrer in Sofia empfohlen. Ob man das Mitführen von Knarren, wie das dort in den Hauptstädtischen Taxen üblich zu sein scheint, auch in Berlin empfehlen soll, ist schwer einzuschätzen. Kollege Nietzsche meinte zwar, dass der Deutsche durchaus zu großen Dingen fähig sei, er schrieb aber weiter, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass er sie auch tut. Möglicherweise reicht es erst einmal, die Mietwagenflotte mit Berliner und Brandenburgischen Kennzeichen zu beobachten.

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18.02.2018

DIE WIEDERGEBURT DER HYSTERIE AUS DEM GEISTE DER EINSPARUNGEN BEIM DIFFERENZIEREN


Früher war die Welt Schwarz oder Weiß, und wer nicht dafür war, war dagegen. Letzteres gilt auch heute noch, aber aus Schwarz oder Weiß ist heute Links oder Rechts geworden. Für Links, was gut ist, und auch für Rechts, das ist böse, gibt es jeweils eine Schublade, und wer einmal in einer drin ist, hat kaum Chancen wieder herauszukommen, insbesondere aus der rechten. Aber wer will schon böse sein in einer Zeit, in der jeder nur gut sein möchte? Dass es das Gute nur gibt, weil es auch das Böse gibt, weiß heute kaum noch jemand, denn dazu müsste man differenzieren können. Gut, damit könnte man leben. Es gibt schlimmeres, und man hat auch wichtigeres zu tun, als ständig zu differenzieren. Differenzieren hält wahnsinnig auf. Früher dachte man immer, die Demokratie würde aufhalten, dabei ist es das Differenzieren, was viel mehr aufhält und auch abhält, vor allem vom Konsumieren. Deswegen wurde das Differenzieren kurzerhand eingespart. Sparen ist immer gut, das beweisen uns beispielsweise die Griechen. Aber beim Differenzieren zu sparen hat auch seine Nebenwirkungen, das muss man auch mal sagen. Gestern zum Beispiel sagte einer von den Bösen, dass heute nicht die Sonne scheinen wird. Früher war das eine ganz einfache Bemerkung, um die sich niemand weiter gekümmert hat. Heute ist das anders. Heute wird dagegen gehalten, weil das ja nicht sein kann, was der da sagt, wegen der Schublade, in die er irgendwann mal gesteckt wurde. Auch damit könnte man leben. Letztendlich ist es auch egal, ob heute die Sonne scheint. Und überhaupt: Man braucht keine Wettervorhersage, um zu wissen, woher der Wind weht. Worüber ich mir Gedanken mache, ist die Hysterie, mit der die Gegenbehauptung als Gewissheit vorgetragen wird, dass heute auf jeden Fall die Sonne scheinen wird. Oft ist es so, dass sie dann trotzdem einfach nicht scheinen will, die blöde Sonne. (Schuld daran ist natürlich der Böse, der vorher gesagt hatte, dass die Sonne nicht scheinen wird, weil er die Sonne damit provoziert hat - man kennt das.) Doch zurück zur Hysterie, die im letzten Jahrhundert ausgestorben schien. Die Wiedergeburt der Hysterie bereitet mir ehrlich gesagt derzeit die größte Sorge. Die Hysterie betrifft heute nicht nur wie früher Frauen, sondern auch Männer sind betroffen. Ausgerottet geglaubte Plagen treten bei ihrer Wiedergeburt meist in leicht abgeändert Form auf. Das ist nichts wirklich Neues, führt aber wohl dazu, dass die Wiedergeburt der Hysterie von den wenigsten bisher mitbekommen wurde.

Text TaxiBerlin

17.02.2018

"ETWAS BESSERES ALS DEN TOD ..."


Symbolbild

"Etwas besseres als den Tod finden wir überall" ist aus einem Volksmärchen der Gebrüder Grimm. Genau genommen aus den "Bremer Stadtmusikanten", und wenn ich mich recht erinnere, sagt das dort der Esel. Der Esel, das wissen viele nicht, ist ein weitgehend unterschätztes Tier. George Orwell wusste über die Klugheit des Esels bescheid. Auf seiner "Farm der Tiere" ist der Esel Benjamin das klügste Tier. Während sich das Pferd Boxer zu Tode schuftet, durchschaut der Esel Benjamin, was läuft. Heute würden wir sagen: "Der Esel ist klug und stellt sich dumm ..." - Der Rest ist bekannt.

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16.02.2018

MIT EINEM UBER ZUM MASSAKER


War früher auch anders ...

In den USA fährt keiner mehr Taxi. Amerikaner fahren UBER. Es ist also keine Überraschung, dass der neunzehnjährige Nikolas Cruz vorgestern mit einem UBER und nicht mit einem Taxi zur Schule fuhr. Der UBER-Fahrer hat die Waffe, die Nikolas Cruz bei sich hatte, wohl nicht bemerkt. Schwer zu sagen, ob sie einem Taxifahrer aufgefallen wäre. Ein Taxifahrer, der lange genug auf der Straße unterwegs ist und über ausreichend Lebenserfahrung verfügt, hätte vielleicht "Lunte gerochen", aber sicher ist das nicht. Sicher ist, dafür lege ich meine Hand ins Feuer, dass vor Jahren jeder Taxifahrer nur ungläubig den Kopf geschüttelt hätte, wenn ihm zu Ohren gekommen wäre, dass ein Neunzehnjähriger mit einer AR-15 und einem extra Magazin sich von einem Taxi zum Massaker in die Schule hat fahren lassen.

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"JOURNALISM IS PRINTING WHAT SOMEONE DOES NOT WANT PRINTED: EVERYTHING ELSE IS PUBLIC RELATIONS."


"Journalism is printing what someone does not want printed: Everything else is public relations." - George Orwell hat das gesagt, der nicht nur Buchautor ("Down and out in Paris and London", "Animal Farm" und "1984", um nur drei Buchtitel zu nennen) sondern auch Journalist war, u.a. für die BBC. Als solcher wusste er, was er sagt.

Wendet man diesen Satz nun auf Deniz Yücel an, der gerade aus türkischer Haft entlassen wurde, so war dessen Aussage: "Etwas Besseres als Deutschland findet sich allemal", gegen die keiner etwas hatte hierzulande, ganz im Gegenteil, sie wurde regelrecht gefeiert, insbesondere von der sich in Auflösung befindenden "Linken", vor allem Eines: Public Relations für den WELT-Autor Deniz Yücel.

Deniz Yücel wird, da muss man kein Prophet sein, als nächstes nach Deutschland kommen, man wird ihn feiern und er wird sich feiern lassen. (Mit Sicherheit wird er ein Buch über seine Haft schreiben, er ist schließlich Journalist.) Seine Public Relations ist, nicht zuletzt Dank der Türkei, also ein großer Erfolg, und auch die Aussage von Deniz Yücel, dass man etwas Besseres als Deutschland allemal findet, was auch überall heißen kann, ist letztendlich absolut richtig.

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15.02.2018

"ROSENÖL UND ANDERE FETTNÄPFCHEN"


Thomas Frahm und Taxi Berlin in Sofia (Bulgarien)

"Bulgarisches Rosenöl und andere Fettnäpfchen" ist der vollständige Titel der Lesung, die ich zusammen mit dem wirklich großen (sic!) Bulgarienkenner, Autor und Übersetzer Thomas Frahm wieder in Form eines Zwiegesprächs abhalten werden. "Wieder" deswegen, weil wir bereits im Vorjahr auf Lesereise in Berlin und Umgebung unterwegs waren. Diesmal wird es aber nur einen Termin geben, und zwar genau in der Location, die in unserem Ranking als Zwiesprache Haltende am Besten abgeschnitten hat. Das war komischer- und vor allem auch unerwarteterweise der Prenzlauer Berg, ganz genau genommen das Bötzowviertel. (Wer hätte das gedacht?!?) Bei der Lesung wird es aber nicht um das Bötzowviertel, sondern um Bulgarien gehen, wo Thomas die letzten Jahre gelebt hat, und wo ich mich jedes Jahr für mehrere Monate vom Taxifahren in Berlin und von meinen Fahrgästen erhole.

Thomas wird erstmals aus seinem "Bote aus Bulgarien" lesen, der just an diesem Tag erscheint. Der "Bote aus Bulgarien" ist Thomas sein erster Roman zu dem Thema "Ein Deutscher in Bulgarien", mit dem er sich bereits in seinen gesammelten Essays "Die beiden Hälften der Walnuss" auseinandersetzt. Nun werden die Abenteuer vom Ruhrpott-Sprößling Georg nachgeliefert, der nach Bulgarien geht auf der Suche einer Geschichte, die er sein Leben nennen und bejahen könnte.

Bereits vor vielen Jahren begab sich Aleko Konstantinows "Bai Ganju", bis heute der bekannteste literarische "Held" Bulgariens, mit einem Quersack voller Rosenöl in die Gegenrichtung. Wer den Kaffee nach Wien brachte, das wissen die meisten noch. Aber wer schaffte das Rosenöl, das einst wertvoller war als Gold, bis nach Dresden? Und woher kommt die Idee der "Russendisco"? Natürlich aus Bulgarien! Oder genauer gesagt: Von "Bai Ganju"! Was, du glaubst mir nicht? Dann wird es höchste Zeit, dass du deine Wissenslücken schließt!

Dazu musst du nur ins Bötzowviertel im Prenzlauer Berg kommen. Dort begibst du dich in die Esmarchstr. 18. Pünktlich um 20 Uhr. (Nicht Viertel nach, ist nicht die Uni!) Und zwar am 1. März. In die Räumlichkeiten von Pro Kiez Bötzowviertel. Der Eintritt ist frei.

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14.02.2018

IM BETT MIT MARGARETE STOKOWSKI


Ich gebe es zu, Margarete Stokowski saß mir noch nicht im Taxi, im Bett mit ihr war ich aber schon. Dazu später mehr. Margarete Stokowski, wer sie nicht kennt, schreibt Sachen, die ich nicht verstehe, ich hatte gestern darüber geschrieben. Was ich verstehe, ist, dass bei Margarete Stokowski Frauen immer die Opfer und Männer immer die Täter sind, so wie der Gärtner immer der Mörder ist. Aber eigentlich hat mich Margarete Stokowski an eine frühere Freundin erinnert, die Magret hieß und ganz große ... hatte. Margret und ich besuchten unsererzeit gemeinsam ein Seminar, das hieß "Theoretische Psychologie". Ob du es glaubst oder nicht, so was gibt es wirklich. Naja, jedenfalls war uns das zu theoretisch, weswegen Margret und ich uns aufs Klo verzogen. Es war das Damenklo in der Rostlaube, wo wir ... hatten. Bis eine Studentin kam, die das gar nicht toll fand. Wahrscheinlich Margarete Stokowski, oder eher ihre Mutter. Und deswegen musste ich die ganze letzte Nacht an Margarete Stokowski denken, also im Bett. Ich habe mich gefragt, ob Margarete Stokowski einen Freund hat, weil die meisten Frauen, die wie Margarete Stokowski schreiben, es meist mit Frauen haben. Aber gehen wir mal davon aus, dass Margarete Stokowski, sie soll wohl in meinem Kiez wohnen, einen Freund hat. Wie läuft das mit ihr und ihrem Freund, wenn Margarete Stokowski ein so klares Weltbild hat. Differenzieren hält nur unnötig auf. Tut man es nicht, spart man (und natürlich auch frau) 'ne Menge Zeit. Zeit dürfte Margarete Stokowski also genug haben für ihren Freund. Aber geht Margarete Stokowski auch mit ihm auf die Frauentoilette? OK, es muss nicht die Frauentoilette sein. Man kann auch einfach nur ins Bett (Titel) miteinander gehen. Das haben Margret und auch immer gemacht, wenn wir nicht an der Uni waren. Doch bleiben wir bei Margarete Stokowski und ihrem Freund. Der ist ja, so verstehe ich Margarete Stokowski, immer der Täter. Aber wie ist das, wenn der Täter mit dem Opfer ins Bett geht. Ich glaube, das ist die Frage, die mich die ganze letzte Nacht so beschäftigt hat. Die Antwort darauf, um ehrlich zu sein, interessiert mich nicht wirklich. Was ich sagen wollte, ist, falls der Freund von Margarete Stokowski mal jemand zum reden braucht: - Er weiß ja, wo er mich findet.

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13.02.2018

"BITTE DIE HODEN BEHALTEN"


Der Hodenhalter© von TaxiBerlin

"Bitte die Hoden behalten" - das ist der Titel der Kolumne, die ich gerade lese, aber nicht verstehe. Die Kolumne ist, wenn ich richtig lese, von einer Frau geschrieben, zumindest lässt der Autorenname diesen Schluss zu, aber heute weiß man ja nie. Ich vermute aber von einer Feministin, wahrscheinlich sogar schlimmeres: Einer Aktivistin. Böse Zungen nennen so was auch schon mal "Schwanzabschneiderin", habe ich gehört. Für die Hoden scheint es immerhin Entwarnung zu geben, so würde ich zumindest den Titel frei interpretieren. Und das wäre auf jeden Fall auch besser so, denn für die habe ich bekanntlich den Hodenhalter erfunden. Der Hodenhalter, ich kann das nicht oft genug wiederholen, ist deswegen wichtig, weil er die Hoden, die lateinisch Testis heißen, vom restlichen Körper weg hält. Denn die Hoden, das wissen heute viele gar nicht mehr, arbeiten am besten bei 35 Grad Celsius und nicht bei der sonst normalen Körpertemperatur von 37 Grad. Der Hodenhalter ist somit nicht einfach nur das männliche Gegenstück zum weiblichen Büstenhalter, sondern erfüllt darüber hinaus den Zweck der Arterhaltung. Das beste ist aber, dass du den Hodenhalter bei mir im Taxi käuflich erwerben kannst. Genau genommen ist es nicht der Hodenhalter, sondern nur eine Postkarte, also eine Bauanleitung für ihn. Das liegt daran, dass sich der Hodenhalter noch nicht wirklich durchgesetzt hat. Der Mann ist in solchen Sachen bekanntlich etwas langsamer als die Frau, und meistens stirbt er auch noch früher, aber das ist ein anderes Thema.

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POLYGAMIE IM TAXI


Die Polygamie, das wissen viele nicht, wurde im Taxi erfunden. Vier Frauen darf der Mann haben, genauso viele wie es Sitzplätze in einem Taxi gibt. Die Zeiten, wo auch Taxifahrer mehrere Frauen hatten, sind aber, leider muss Mann sagen, so gut wie vorbei. Das liegt daran, dass Mann viel Zeit haben muss, um alle seine Frauen gleich zu behandeln, das ist ganz wichtig, die Mann als Taxifahrer aber nicht hat. Ganz im Gegenteil: Seine/Unsere Schichten werden immer länger, denn viele Frauen muss man sich auch leisten können. Eine Möglichkeit gibt es, nicht nur für uns Taxifahrer, sondern auch für dich, der gerne einen kleinen Harem sein Eigen nennen möchte, aber nicht über die nötigen Mittel verfügt. Ich berate auch dich zu diesem Thema gerne im Taxi, in dem nicht nur, wie eingangs erwähnt, einst die Polygamie erfunden wurde, sondern wo heute noch mobile Lebensberatungen stattfinden.

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12.02.2018

GROKO ODER NOGROKO - DAS IST NICHT DIE FRAGE


"Im Taxi keine Politik und auch keine Religion!", so der weise Rat vom pensionierten Kollegen OPI in einer meiner Sendungen "Hier spricht TaxiBerlin". Recht hat der Kollege OPI, dafür habe ich schließlich meinen Blog: Ich persönlich finde das Wort GROKO schrecklich, aber der Deutsche hat es nun mal mit Abkürzungen, damit beschäftigt er sich gerne (JAMAIKA ist ein anderes Beispiel), nur nicht mit Inhalten! "Abkürzungen statt Inhalte" - so könnte man unsere Zeit auch beschreiben. Gegenwärtig drückt sich das dadurch aus, dass wir permanent gewarnt werden, dass es gar kein anderes Personal als Merkel, Nahles und Co gäbe. Dem muss ich zustimmen, zumindest insoweit, dass wir es (noch) nicht kennen, denn über Alternativen erfahren wir so gut wie nichts. Ihre Politik ist schließlich, das wissen wir auch, weil es oft genug wiederholt wurde: "Alternativlos".

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11.02.2018

EUER KAPITALISMUS KOTZT MICH AN (EINE FORTSETZUNG)


In einem ersten Beitrag von "Euer Kapitalismus kotzt mich an" habe ich im Januar geschrieben, dass ich an keine neue Gläubigkeit glaube, sondern dass ich die Hinwendung zum Islam auch von immer mehr ganz jungen Taxifahrer-Kollegen als Kapitalismus-Kritik verstehe, die durchaus ihre Berechtigung hat. Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Das ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist: Wie halte ich es mit dieser Religion? Um es gleich vorweg zu sagen: Für mich ist der Islam nicht der Ausweg, auch wenn er einen Gemeinschaftssinn hat, der uns Elementarteilchen fehlt, weswegen er sich langfristig durchsetzen wird. Deswegen und auch, weil mir zu Ohren gekommen ist, dass immer öfter Fahrgäste von ihren Fahrern im Taxi zum Islam bekehrt werden sollen, kann es nicht schaden, sich einmal mit dieser Religion zu beschäftigen. Neben dem Koran kann ich nur jedem empfehlen, sich auch mal das Leben von Mohamed anzusehen, um zu wissen, wie viele Kriege er geführt, wie viele Gegner er getötet, wie viele er als Sklaven verkauft und wie viele Frauen er gehabt hat. Gut, auch Jesus sagt an einer Stelle, dass er das Schwert bringen würde und nicht den Frieden. Aber einen Krieger kann man Jesus deswegen nicht nennen, Buddha schon gar nicht. Das mit dem Krieg kann jeder so handhaben, wie er will. Mich stört auch mehr die Sache mit den Frauen. Warum durfte Mohamed mehr als doppelt so viele Frauen haben wie seine Anhänger? Denn um ehrlich zu sein, ist nur die Vielweiberei für mich am Islam interessant - und dann das! Eine Sache stört mich aber noch mehr, und die hatte ich schon in dem Beitrag "Nicht das letzte Wort" angedeutet. Ich glaube nämlich nicht, dass Gott das letzte Mal mit Mohamed zu uns allen gesprochen hat, denn ich führe täglich Zwiesprache mit Gott. Und Gott sagt mir zum Beispiel gerade, dass er gar nicht versteht, wie Mohamed darauf gekommen sei. Ich ehrlich gesagt auch nicht.

Text TaxiBerlin

10.02.2018

SHUTDOWN IM TAXI


Das Taxigeschäft befindet sich, zumindest in Berlin, seit gut einem Monat im "Shutdown" Modus, wird also "Heruntergefahren". Schuld daran sind wie immer die Kunden, die nach Weihnachten und Silvester traditionell das Geld zusammen halten, der Klimawandel, aber auch UBER - der Feind aller rechtschaffenen Taxifahrer - der unter dem Deckmäntelchen Mietwagenservice erneut das "Arschloch Taxi" angreift. Der ein oder andere kann das Thema UBER nicht mehr hören, darunter auch einige Kollegen, wohl eher "Kollegen". Sie haben seinerzeit alles dazu gesagt, sagen sie, und jetzt sind halt Gesetze und Gerichte zuständig, und nicht mehr wir Taxifahrer. Neben der "Geldgläubigkeit" gibt es auch eine ausgeprägte "Recht- und Gesetzesgläubigkeit" hierzulande. Der bekannteste Glaube dabei ist der ans Grundgesetz. Das ist auch der Grund, warum sich niemand so recht daran stört, dass wir mehr als ein Vierteljahr nachdem wir gewählt haben, immer noch keine Regierung haben. Es muss wohl mit Recht und Gesetz vereinbar sein. Wenn hingegen Amerika sechs Stunden im "Shutdown", also im "Herunterfahren" ist, so ist das ein Skandal. Was wissen auch die Amerikaner vom "Herunterfahren"?!? Wir fahren schließlich schon vier Monate nichts anderes als runter. Dass dabei die große Wahlverliererin, unsere geliebte Führerin, immer noch ganz oben schwimmt, ist keine Überraschung, wenn man sich die männlichen Herausforderer anschaut. Doch zurück zum Taxigeschäft. Ich denke, der Tag ist nicht mehr allzu fern, an dem auch die ausgesprochensten Gegner von UBER selbst in einem UBER sitzen werden. Und natürlich werden sie uns dann ganz genau sagen können, warum das gut und richtig so ist. Ich persönlich habe auch nichts gegen die smarten Boys von UBER. Mich stört nur, dass beim Mietwagenservice das Fahrzeug samt Fahrer gemietet wird, ich also zur "Mietsache" werden soll. Ich bin weder "Humankapital" noch eine "Mietsache"! Deswegen werde ich wohl einer der letzten sein, den man, zumindest hier in Berlin, in einem Taxi vorfinden wird. Nenn mich deswegen "Dinosaurier" - oder wegen mir auch "Der Eiserne"!

Text TaxiBerlin

09.02.2018

DIE VERBLÖDETE GESELLSCHAFT




Nach der Moderne kam die Post-Moderne, und danach die Spaßgesellschaft. Viele glauben, immer noch in der Spaßgesellschaft zu leben, dabei stimmt das gar nicht. Mit der Spaßgesellschaft war es bereits vor vielen Jahren vorbei, genau genommen vor zwanzig. Da ging die Spaßgesellschaft in die verblödete Gesellschaft über. Das mag dem ein oder anderen jetzt neu vorkommen, ist es aber gar nicht. In vielen Versuchsreihen wurde das seitdem immer wieder aufs Neue bewiesen. Obiger Versuchsaufbau ist neu. Bisher setzte man kluge und dumme Kandidaten getrennt in so genannte "Black Boxes", die man mit Fragen fütterte. Alleine anhand der Antworten konnte man schon lange nicht mehr beantworten, in welcher "Back Box" sitzt jetzt der Kluge und in welcher der Dumme, denn die Antworten waren dieselben. Das Neue ist, dass man heute keine "Black Boxes" mehr benötigt, weil es diese Unterscheidung gar nicht mehr gibt.

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Text TaxiBerlin

08.02.2018

WIE AUCH DU UBER MIETWAGENFAHRER WERDEN KANNST, WENNS ZUM TAXIFAHRER NICHT REICHT


Regelmäßige Fahrten ab Flughafen Tegel (TXL) inclusive

Heute Abend ist es so weit, da verrate ich, wie auch du UBER-Fahrer werden kannst. Mit etwas Glück gibt man dir sogar einen AUDI (Foto), allerdings mit einem Kennzeichen aus der Provinz. Das kann man sich dafür aber gut merken (HU steht für Hauptuntersuchung), wenn du schon keine Berliner Straßen kennen musst. Wie du trotzdem in Berlin Taxifahrer UBER-Mietwagenfahrer werden kannst, das erfährst du ab 19 Uhr in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin", zu der ich mir die für genau dieses Thema hochkompetente Rechtsanwältin Alexandra Decker eingeladen habe. Das ganze auf "Pi-Radio", das ist in Berlin die 88.4, in Potsdam die 90.7 und weltweit im Internet als Live-Stream.

Foto&Text TaxiBerlin

07.02.2018

IM TAXI MIT MARTIN SCHULZ


"Leute ohne Rückgrat haben wir schon genug ..." (B.Wegner)

Zugegeben, der zukünftige Aussenminister saß mir noch nicht im Taxi. Ich komme auf ihn, weil er mich an die vielen ganz ähnlichen Typen von vor dreißig Jahren erinnert: Rückgratlose Wendehälse. Es stimmt offensichtlich wirklich: Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient.

Foto&Text TaxiBerlin

05.02.2018

"DER BERLINER TAXI FAN CLUB BLUES"


Mit dem Taxi, wie wir es kennen, geht's bergab

Berliner Taxis und ihre Fahrer haben viele Fans und einige kommen sogar regelmäßig von außerhalb, aus kleinen Käffern in Brandenburg, um hier in Berlin den Taxifahrer zu spielen. Zum Taxi hat es nicht gereicht, weswegen sie ganz normale Autos fahren müssen, die pfiffigsten unter ihnen sind immerhin schon mit ehemaligen Taxen unterwegs. Einen Taxischein brauchen sie nicht, sie äffen uns Taxifahrer ja nur nach. Deswegen sind sie auch keine Kollegen, wohl eher "Kollegen". Manch einer nennt sie auch Kollegenschweine. Kollege Biermann hat seinerzeit in seinem "Jenaer Memfis Fan Club Blues", der als Vorlage zu diesem "Berliner Taxi Fan Club Blues" dient, Automarke und Nummernschilder seiner Fans von der Stasi genannt. Damals waren es "Wartburg" und "Shiguli", unsere Fans heute fahren "Mercedes" und "Toyota". Die Kennzeichen dazu verrate ich am Donnerstag in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" auf dem legendären "Pi-Radio", und zwar während ich mit einer Berliner Rechtsanwältin das von mir entwickelte Taxi-Monopoly spiele.

Foto&Text TaxiBerlin

04.02.2018

DIE OBERGRENZE IM TAXI


Neulich habe ich fünf Personen in meinem Taxi befördert. Ich möchte das schnell noch loswerden, weil keiner weiß, ob das morgen noch erlaubt ist. Bereits gestern sagten die einen so und die anderen so.

Text TaxiBerlin

03.02.2018

"DU TÜRKISCH?" - "ICH DEUTSCH!"


Es kommt immer mal wieder vor, dass ich als Taxifahrer für einen Türken gehalten und mit "Merhaba" begrüßt werde. Die kurze Begrüßung (Titel) mit der jungen Frau, die mir gestern gegen 22 Uhr in der Karl-Marx-Straße in Neukölln zustieg, war also nichts ungewöhnliches. Auch nicht der Umstand, dass es erstmal nur in die Flughafenstraße zu einer Location mit dem schönen Namen "Endstation" ging, wo ich kurz auf sie warten sollte. Auf der sich anschließenden Weiterfahrt nach Moabit haben wir dann noch Klänge von ihrer Heimat auf dem Balkan von ihrem Smartphone gehört. In diesem Fall macht ein Smartphone ausnahmsweise mal Sinn, wenn es nämlich der Völkerverständigung dient. Das sage ich als bekennender Handyhasser, in dessen Taxi Handy&Co seit Neuestem verboten sind.

Text TaxiBerlin

TAXI MONOPOLY (NOCH EINE FORTSETZUNG)


Mindestens einmal wurde Anis Amri von einem Vertrauens-Mann mit dessen Auto nach Berlin gefahren, vielleicht sogar zweimal. Ob Anis Amri für seine Beförderung bezahlt hat oder zumindest Geld fürs Benzin dazu gegeben hat, ist nicht bekannt; genauso wenig, ob der Vertrauensmann-Mann den Tunesier erst auf die Attentats-Idee mit dem LKW gebracht hat. Da letzteres immerhin schon von mehreren Personen behauptet wurde, ersteres aber bisher von keiner einzigen, kann man im Moment davon ausgehen, dass von Vertrauens-Männern, zumindest für das Taxigewerbe an sich, keine Gefahren ausgehen. (Kollateralschäden sind natürlich auch hier nicht auszuschließen.)

Text TaxiBerlin

02.02.2018

TAXI MONOPOLY (EINE FORTSETZUNG)


Gestern am Flughafen Tegel (TXL)

Die besten Chancen, das Taxigeschäft in Berlin zu übernehmen, haben derzeit Fahrzeuge mit LN für Lübben (Foto). Der Kollege, wohl besser "Kollege", aus dem Brandenburgischen war nicht alleine am Flughafen in Tegel unterwegs. Sein "Kollege", dann wohl wieder Kollege, hatte sich aber bereits aus dem Staub gemacht, weswegen der Fahrer (oben) etwas ängstlich auf das Berliner Taxi und seinen Fahrer links von ihm schaut. Das war aber gar nicht nötig, denn der Berliner Kollege, in dem Fall wieder eher "Kollege", macht mit seiner Taxe Werbung für UBER. Von ihm droht also keine Gefahr. Obwohl, man weiß es nicht, denn irgendwie ist ihm der erste Buchstabe, also das U, abhanden gekommen. Jetzt steht da nur noch BER, die Abkürzung für den Berliner Flughafen, der, wenn er denn einmal seine Pforten öffnet, garantiert komplett ohne Berliner Taxen auskommen wird.

Foto&Text TaxiBerlin