30.01.2018

TAXI MONOPOLY


Die "taxi-news" gibt es wirklich, auch wenn sie an kaum einem Kiosk zu haben ist, sondern nur an ausgewählten Tankstellen und natürlich an der Pilotenbude am großen Parkplatz nur für Taxen am Flughafen Tegel (TXL). Dort dann sogar kostenlos, zumindest für Taxifahrer, auch wenn die "taxi-news" eigentlich 2,70 Euro kostet, so steht es immerhin drauf. Die "taxi-news" erscheinen zehnmal im Jahr und für 27 Euro gibt es sie auch im Abo. Bekannt sind die "taxi-news" auch als "RAL 1015", dem Farbcode für "hellelfenbein", der Taxifarbe. Im Untertitel heißen die "taxi-news" auch "Die freie und unabhängige Zeitschrift für das Taxigewerbe". Wie es zu diesem Untertitel kam, alleine darüber könnte man einen ganzen Roman schreiben. Wissen muss man dazu, dass es eine Zeit gab, in der sich die so genannten Interessenvertreter für Taxiunternehmer und somit auch für Taxifahrer gegen genau diese gestellt haben, sie schlecht gemacht haben, wo und wie sie nur konnten. Heute spricht darüber kaum noch jemand, obwohl die Frage interessant wäre, ob die so genannten Interessenvertreter damit nicht den Weg für UBER geebnet haben oder ganz und gar bereits die Interessen von UBER vertreten haben. Doch zurück zu den "RAL 1015" "taxi-news", oder auch "Die freie und unabhängige Zeitschrift für das Taxigewerbe", in welcher es in der letzten Ausgabe Nr.10 vom Dezember 2017 einen langen Artikel über UBER, dem Feind aller rechtschaffenen Taxifahrer, gab. Das Thema UBER ist leider etwas in Vergessenheit geraten, wie das oft im Leben passiert. Es wird sich einmal kurz aufgeregt, jede Menge heiße Luft abgelassen, und dann ist das Thema aber auch schon vergessen und bereits die nächste Ablenkung gefunden. UBER ist immer noch höchst aktuell, auch wenn offiziell verboten, hat UBER bereits mal wieder mehr als nur einen Fuß in der Tür. In Amerika fahren die Leute schon kein Taxi mehr, sondern nur noch UBER. Und so wie es aussieht, wird UBER irgendwann demnächst den Taxi-Laden auch hier übernehmen. So verstehe ich zumindest den Artikel in den bereits erwähnten "taxi-news" Nr.10 vom Dezember 2017 mit dem schönen Titel "The winner takes ist alle". Geschrieben hat ihn die Rechtsanwältin Alexandra Decker, sie wird mein Studiogast in der nächsten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" am 8.Februar um 19 Uhr auf Pi-Radio sein, in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam bereits die 90.7 und auch weltweit im Internet als Live-Stream. Zusammen mit Alexandra Decker werde ich in der Sendung ein spezielles Taxi-Monopoly entwickeln, damit jeder den Untergang des Taxi-Gewebes, so wie wir es noch kennen, später einmal mit seinen Kindern und Kindeskindern nachspielen kann.

Text TaxiBerlin

29.01.2018

"SIEBEN AUF EINEN STREICH"


Der von mir entwickelte Hodenhalter ©

Nein, es waren keine sieben Fahrgäste, die ich auf einmal befördert habe. Wie auch, mit einer Limousine?! Schließlich bin ich Taxi- und kein Busfahrer, denn ich suche den persönlichen Kontakt, in dem Fall am Samstag zu zwei Pärchen aus Köpenick. Und weil die Fahrt von Prenzlauer Berg weit ist, war genug Zeit, die Geschichten zu meinen Postkarten-Motiven zu Gehör zu bringen. Besonderes Interesse erregte (das ist keine Übertreibung!) der von mir entwickelte Hodenhalter für den Mann (oben). Er ist nicht einfach nur die Antwort auf den weiblichen Büstenhalter, sondern sorgt an erster Stelle dafür, die Testis, wie die männlichen Hoden auf lateinisch heißen, in ausreichendem Abstand zum Körper zu halten. Notwendig ist das, weil sie am besten bei 35 Grad arbeiten und nicht bei der sonst üblichen Körpertemperatur von 37 Grad. Das ist deswegen wichtig, damit sie auch in Zukunft noch Lokale Feministen unterstützen können, denn sonst droht die Schwanzlose Gesellschaft. Alle meine Postkarten findest du nicht nur in meinem Taxi-Bauchladen, sondern auch hier im Internet. Es sind insgesamt sieben Motive, genauso viel wie ich am letzten Samstag auf der Fahrt von Prenzlauer Berg nach Köpenick an den Mann und auch an die Frau gebracht habe, das Stück übrigens für einen Euro. (Trinkgeld gab's extra!) Eine Postkarte gibt's bei sieben umsonst, deswegen auch: "Sieben auf einen Streich!"

Foto&Text TaxiBerlin

28.01.2018

DREISTE UBER ÄRSCHE IN BERLIN


Oranienburger Straße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Vorgestern am Flughafen, gestern Abend in der Oranienburger in Mitte. UBER-Ärsche befördern dreist Fahrgäste in Berliner Ex-Taxen, erkennbar an der Farbe "hellelfenbein" und der noch vorhandenen Halterung fürs Taxi-Zeichen auf dem Dach, aber ohne Konzessions-Nummer. Zwei Mercedes Limousinen, deren Kennzeichen jeweils mit B für Berlin beginnen, danach folgen zweimal sowohl dieselben zwei Buchstaben, als auch dieselben zwei Ziffern, was auf ein und dieselbe Firma hindeutet, nur am Ende einmal 07 und ein andernmal die 10.

PS: Du fragst dich, wie du herausbekommst, dass die für UBER fahren? Du musst einfach nur die Fahrgäste fragen, die sind in der Regel sehr auskunftsfreudig, im Gegensatz zu den Fahrern, den UBER-Ärschen.

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27.01.2018

ACHTUNG "INFLUENCER"




Das ist Elle Darby. Ich kannte Elle Darby bisher nicht, und das war auch gut so. Elle Darby kann etwas dafür, dass sie so aussieht, wie sie aussieht, so denke ich. Elle Darby ist "Influencer", das heißt, wer den Begriff nicht kennt, sie schreibt in ihrem Blog über Sachen, die sie umsonst bekommt. Anfang Februar wollte Elle Darby mit ihrem Partner ein vorgezogenes Valentinstag-Wochenende in Dublin, der Hauptstadt von Irland, verbringen, und was ist da praktischer, als sich in einem Hotel einzuquartieren, für das man nichts bezahlen muss. Leider hat Elle Darby die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn der erlaubte sich nachzufragen, wovon er dann seine Angestellten bezahlen soll, weswegen Elle Darby jetzt so sauer ist, dass sie noch merkwürdiger aussieht, als sie ohnehin schon aussieht. Und deswegen machen ich mir Sorgen um Elle Darby. Aber auch darüber, ob "Influencer" eventuell eine ansteckende Krankheit ist, mit der man sich vielleicht auch als bloggender Taxifahrer anstecken kann.

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Text TaxiBerlin

AUCH ICH EIN VERGEWOHLTÄTIGER


Auch als Postkarte erhältlich!

Ich bin mir nicht sicher, ob die Zeit für ein coming out, wo man mit der Sprache heraus kommt, was man schon mal schlimmes getan hat in seinem Leben, bereits vorbei ist, und falls es an dem sein sollte, so bitte ich meine Verspätung zu entschuldigen, aber ich bin eben auch nicht mehr der jüngste. Jedenfalls ist mir eingefallen, dass auch in ein Vergewohltätiger bin. Es ist auch schon einige Zeit her, und zu meiner Entschuldigung kann ich sagen, dass meine damalige Freundin die Vergewohltätigung regelmäßig eingefordert hat, sowohl verbal als auch nonverbal. Wer jetzt nicht weiß, was ein Vergewohltätiger ist: Ein Vergewohltätiger ist ein gemäßigter Vergewaltiger.

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26.01.2018

"DANN HALTE IHM AUCH DIE ANDERE HIN"


Gestern am Flughafen Tegel (TXL)

Eigentlich wollte ich mich nicht an der Hatz auf potentielle Kollegen, wohl besser "Kollegen", die für UBER fahren, weswegen sie auch UBER-Ärsche genannt werden, beteiligen. Gestern war es nun so weit, dass ich es doch wagte, die Ex-Taxe samt Fahrer mit Berliner Nummernschild, die sich am Gate E am Flughafen Tegel nicht nur frech vor mir positionierte, sondern auch noch vorbeilaufende Leute ansprach, ob sie denn nicht lieber bei ihm mitfahren wollen, zu fotografieren. Der Fahrer, wohl besser Arsch, der das mitbekommen hat, ist sogleich aus seinem Ex-Taxi, einer Mercedes Limousine, gesprungen und fing an, mich auf das übelste zu beschimpfen.
Man kennt das. Getroffene Hunde bellen, aber beißen nicht. Dafür spucken sie, und zwar auf vorbei fahrende Taxen. Und jetzt bin ich mir nicht sicher, ob ich heute noch mal zum Flughafen fahren soll, damit er auch die andere Seite von meinem Taxi anspucken kann.

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25.01.2018

NICHT DAS LETZTE WORT


TaxiBerlin im Gespräch mit Gott

Wer kennt sie nicht: Menschen, die ständig das letzte Wort haben, wogegen noch kein Kraut gewachsen zu sein scheint. Oft sind es Frauen, die das letzte Wort haben müssen, aber noch öfter haben Männer das letzte Wort. So zum Beispiel Gott, der seine letzten Worten dem Mohamed mitgeteilt haben soll. So sagt es zumindest Mohamed, der darüber hinaus behauptet, dass der Jesus gar nicht Gottes Sohn gewesen sei, sondern "nur" irgendsoein Prophet. Gut, dass eine Jungfrau einen Sohn von Gott zur Welt brachte, da würde ich jetzt auch nicht unbedingt meine Hand für ins Feuer legen. Aber was das letzte Wort Gottes angeht, da erlaube ich mir Widerspruch anzumelden, denn gerade eben habe ich noch mit Gott gesprochen. Gott meinte, dass ich vorsichtig sein soll, was ich da schreibe, ich könne da leicht in Teufels Küche kommen. Aber wenn es doch wahr ist, mein lieber Gott. Dann soll ich es auch so schreiben, sagt Gott.

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24.01.2018

EUER KAPITALISMUS KOTZT MICH AN


Soll das wirklich schon alles gewesen sein?

Seit drei/vier Jahren gibt es immer mehr Taxifahrer, die einen kleinen Teppich im Taxi haben, den sie regelmäßig zum Gebet herausholen. Gab es zuvor nur zwei/drei ältere Kollegen, die unregelmäßig in der südöstlichsten Ecke des großen Parkplatzes am Flughafen Tegel nur für Taxis gen Mekka beteten, so reicht heute der Platz dort oftmals gar nicht mehr für alle aus, weswegen immer mehr Taxifahrer auch zwischen den Fahrzeugen ihre täglichen Gebete verrichten. Darunter auch immer mehr junge Fahrer, und einige von ihnen sind kaum älter als zwanzig Jahre alt. Manche sprechen von einer neuen Gläubigkeit. Mich hat das nie überzeugt, denn die Frage, woher diese plötzlich kommen soll, kann niemand wirklich beantworten. Ich muss in letzter Zeit immer öfter an '89 denken, wohl auch weil unsere Zeit heute vieles mit der damals gemein hat. Damals, also '89, sind auch viele, insbesondere junge Menschen in die Kirchen gegangen, aber nicht etwa, weil sie plötzlich gläubig geworden wären (nein, das nicht!), sondern aus Protest. Heute ist es, so denke ich, ganz genauso. Wer's nicht glaubt, dem empfehle ich, sich doch mal eine Predigt in einer der zahlreichen Berliner Moscheen anzuhören. Die Kapitalismus-Kritik, die dort geäußert wird, gibt es nicht nur wirklich, nein, sie hat auch ihre Berechtigung, auch wenn das bisher kaum einem klar ist. Ich meine, soll das jetzt schon alles gewesen? Dieser ewige Konsum ist auf die Dauer doch reichlich ermüdend. Außer den Glauben an Geld hat der Kapitalismus eigentlich nichts anzubieten. Gut, man kann sein Geld arbeiten lassen, aber wer glaubt schon, dass Geld arbeiten könne? OK, viele wollen sich auch einfach nur regelmäßig vollfressen, sich volllaufen lassen, in der Gegend rumvögeln und dabei nach Möglichkeit an ihrem Smartphone rumspielen. Manch einer glaubt immerhin ans Grundgesetz zu glauben, wogegen nichts einzuwenden ist, denn der Glaube macht bekanntlich selig, sonst würde er nicht geglaubt werden. Aber jetzt mal im Ernst und ganz ohne Glauben: Soll das jetzt wirklich schon alles gewesen sein?

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23.01.2018

DER HIMMEL ÜBER PALERMO


So sieht er aus

Der Januar, ich erwähnte das, ist ein guter Zeitpunkt, mal aus Berlin rauszukommen. Man hat etwas angesetzt, die Knallerei ist vorbei und das Taxi-Geschäft ist auch im Arsch. Dahin zu gehen, wo es nicht brennt, kann jeder. Warum sich also nicht mal zu einem Brennpunkt begeben, auch wenn viele da Sizilien nicht unbedingt auf dem Schirm haben. Kulinarisch ist in Palermo Street Food der Big Deal. (In Catania, wo ich im letzten Jahr war, ist es Pferdefleisch.) Neben Innereien auf dem Grill ist in Palermo, der größten Stadt auf Sizilien, das Brötchen gefüllt mit frisch gekochter Rinder-Milz das Highlight. Geschmacklich der absolute Hammer! Natürlich auch der Espresso! Einen solchen Espresso bekommt man in Berlin nicht, schon gar nicht für einen Euro. Trotzdem wollen die meisten weg aus Palermo. Und sie sagen genau das, was auch viele auf dem Balkan sagen: Das ist kein Leben hier. Es gibt keine Arbeit. Viele sind auch schon in Deutschland, beispielsweise beim Daimler in Stuttgart oder auf'm Flughafen in München. Da kann der Himmel noch so schön sein.

Foto&Text TaxiBerlin

22.01.2018

NIE WIEDER PRENZLAUER BERG


Christian Lorenz, der im Prenzlauer Berg geboren ist, hat meine kurze Abwesenheit genutzt, genau diesen zu verlassen. Als Grund für seinen Wegzug gab er an, dass es im Prenzlauer Berg immer mehr reiche und ungezogene Menschen gibt. Ungezogene Menschen machen Sachen, die sich Christian Lorenz nie hätte träumen lassen: Sie reden laut an der Kasse ins Handy. Ich bin mir nicht sicher, ob Christian Lorenz meine letzte Sendung zum Thema "Handy im Taxi" gehört hat. Fest steht, dass Christian Lorenz und ich nicht nur den Jahrgang, sondern auch dieselbe Passion teilen: Wir sind beide Handyhasser. Ob man Christian Lorenz deswegen auch schon mal vorgeworfen hat, dass er den verkehrten Beruf ergriffen hätte, ist nicht überliefert. Christian Lorenz ist auch bekannt als Flake von Rammstein. Kannste googeln!

Text TaxiBerlin

21.01.2018

KANNSTE GOOGELN!


Keine Sorge, ich habe nicht vergessen, dass ich gerade am Rande unseres schönen Kontinents war (es war übrigens nicht der Balkan), und ich möchte auch mehr darüber berichten. Aber ich muss mich auch mit den Dingen beschäftigen, die man sich in meiner Abwesenheit im Rest-Europa erlaubt hat. Beispielsweise in Großbritannien. Dort gibt es jetzt, nein, kein Wahrheits-Ministerium, und auch kein Ministry of Silly Walks, sondern ein Einsamkeits-Ministerium. Kein Quatsch jetzt - kannste glooben! Experten raten den täglich mehr werden Einsamen, die es übrigens nicht nur in Großbritannien gibt, sogar sozialen Netzwerken wie Facebook&Co beizutreten, auch wenn dort alles nur virtuell, also nichts echt ist. Sie seien sie immer noch besser wie gar nichts, die Umkehrung einer alten Taxi-Weisheit: Hätte alles noch viel schlimmer kommen können!

Text TaxiBerlin

20.01.2018

DER FLUGHAFEN ALS KONZENTRATIONSLAGER


Die ersten Tage im Januar läuft das Taxigeschäft noch einigermaßen, dann bricht es traditionell ein. Der richtige Zeitpunkt, die Stadt zu verlassen. Man verpasst nichts, obwohl man auch sonst nichts verpasst. Das ist die Wahrheit. Einmal mehr hatte ich mich entschieden, mich an den Rand unseres schönen Kontinents, manch einer sagt auch Brennpunkt, zu begeben. Wohin mich meine Reise genau führte, dazu später mehr. Nur soviel vorneweg: Es war auch eine Woche ohne Internet und auch ohne Smartphone, was ich sowieso nicht besitze. Ausgangspunkt war der Berliner Flughafen, der ganz und gar ohne Berliner Taxis auskommt. Schönefeld, mit dem mich viele Erinnerungen an eine Zeit verbinden, als Fliegen noch etwas exklusives hatte, gleicht heute einem modernen Konzentrationslager. Das ist keine Übertreibung. Das letzte Mal stand ich vor knapp dreißig Jahren so viel Schlange wie jetzt dort. Im Unterschied zu früher teile ich heute mit dem Mitwartenden NICHTS, und sie teilen auch untereinander NICHTS. Eine Sache gibt es vielleicht doch, die SIE gemeinsam haben: Sie lassen sich alles (also wirklich alles!) gefallen, so lange sie nur an ihrem Smartphone rumspielen können. Wenn das Netz zusammenbrechen würde, dann würde sich daran vielleicht etwas ändern, aber selbst das ist nicht sicher. Dass wartende Busse uns ihre Abgase uns nun schon eine halbe Stunde ins Gesicht bliesen, weil unser Flieger noch gar nicht gelandet war, wir aber bereits draußen wie Vieh zusammengepfercht auf ihn warten musste (vermutlich aus Platzgründen?), daran störte sich niemand. Es war nur eine Frage der Zeit, bis die ersten einfach umfallen würden. Unbemerkt natürlich, von ihnen selbst, aber auch von anderen. Deswegen erlaubte ich mir beim von alledem nichts mitbekommenden, weil an seinem Smartphone rumspielenden Busfahrer nachzufragen, ob er nicht den Motor ausstellen könne. Nach einem kurzen Moment der Orientierung bekam ich eine bemerkenswerte Antwort: "Das geht nicht - aus Sicherheitsgründen!" Da kann man natürlich nichts machen, wenn die Sicherheit in Gefahr ist. Wer das nicht kapiert, hat es nicht besser verdient, als im Konzentrationslager von heute zu enden, wenngleich auch nur als Kollateralschaden, dafür aber mit Smartphone in der Hand.

Text TaxiBerlin

11.01.2018

HEUTE 19UHR! HIER SPRICHT TAXIBERLIN #21


Ein NEIN ist ein NEIN!

Fahrgäste sollen sich im Taxi so verhalten, wie es die Sicherheit und Ordnung des Betriebes und die Rücksicht auf andere Personen gebieten, so will es der Gesetzgeber, und weiter: Verletzt ein Fahrgast trotz Ermahnung die ihm obliegenden Pflichten, kann er von der Beförderung ausgeschlossen werden. Was man als Taxifahrer bei der Durchsetzung dieses vergleichsweise einfachen Gesetzestextes im Taxi alles erleben kann, das erfährst du heute Abend in "Hier spricht TaxiBerlin", es ist bereits die 21. Sendung, ab 19 Uhr auf Pi-Radio, das ist in Berlin die 88.4, in Potsdam ist es die 90.7 und weltweit im Internet als Live-Stream. Gemeinsam mit meinem früheren Chef und jetzigen Kollegen Christoph, der bereits zweimal ein amüsanter Gast in meiner Sendung war, werde ich mich über das Thema "Handy im Taxi" unterhalten. An den Reglern wird wieder Layne sein und im Studio-Hintergrund Super-Weiser und Radio-Gott Oz. Viel Spaß!

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10.01.2018

CAB DRIVING RADICALIZES


It's possible!

It's the truth: cab driving makes you radical! After more then twenty years "on the road" I can say this for sure. It's a revolution in your head, a radicalization of thinking. First of all I became an extremely "super-listener". I listen things people sayed, they can't remember that they ever told this. This is the base to become radical, I think. Next step is to figure out: what is the problem? Mostly you have to turn the things "from the head to the feet" as we say in german. We live, so I think, in an extremely boring time. This is the reason people need permanently distraction. Some seconds of total silence would kill them. It's no surprise: the withdrawal from distraction is much more difficult than from drugs. Distraction is a very serious symptom of our boring time and most important is not to be alone during the withdrawal from it. You have so many friends, you will maybe say, but will they really hold you when you are down and out? And don't forget: they are all virtuell! I'm not virtuell, me and my cab we are real! In my cab you can say everything, even the truth, for example: Yes, I'm addicted to distraction. "It's the simple thing what is hard to do", as Bertolt Brecht sayed, but even the anonymous alcoholics (AA) do it this way. What is the next step, I will tell you tomorrow in my next show, it's already #21, of "Hier spricht TaxiBerlin" worldwide here at "Pi-Radio" from 7 to 8 pm german time. Don't miss it!

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09.01.2018

TO ALL OF MY FANS IN AMERICA


Special trashcan for cell- and smartphones
at airport Berlin-Tegel (TXL)

For some time I have more visitors from the US than I have from Germany even my blog is in german. In respect of this majority I really think about to write only in english, but till now it's still an idea. The problem is, my english is not very good, especially my vocabulary is simple, but the biggest problem is the comma. I put the the comma the german way, what means I use it very often. By the way: I learned most of my english from the lyrics by Robert Zimmermann, better known as Bob Dylan, and from my Scottish friend Hugh, but also from boys and girls all over the world, with whom I spoke. Maybe you will say: But now you are married with an american girl! That's right. But we live here in Berlin, Germany, and so we talk mostly in german. Layne speaks german very well and I'm a good teacher - this is the truth. German (not english!) in Germany and american in America, what is only fair - I think. It's also a question of respect. I would never take a cab in America and expect the driver would talk in german to me. But back to my blog, which is in german, because I'm writing it by my own. Layne has her things to do, it is also a question of honor and (not to forget!) a possibility for me to improve my english. There is one thing, we (Layne and me) do together every month. It's our radio-show "Hier spricht TaxiBerlin" (approximately: "TaxiBerlin is speaking here") at "Pi-Radio", "Pi" comes from "Pirat" because "Pi-Radio" was a "Pirat-Radio-Chanel" in the past. Now everything is legal, I hope so. Our show has three subtitles and they are: "the free voice of the mobile world" (what is inspired by the history of Berlin), "a show about cab-driving and it's side effects" (to become "radical" it's for sure one!) and "a show for everyone and no one" (what is the beginning of Nietzsche's "Zarathustra"). Our next show, it's already #21, is on thursday, 11. january, from 7 pm to 8 pm german time. We will speak about "cell-phones in cabs". By the way: we call a cell-phone "Handy" ("Handy" is a german creation! It's funny, isn't it?!) But today everybody has a smartphone, except me! So maybe you already know or suspect my opinion about this theme. I want to betray this: I know, what is an America radical (for example: Ghandi) in Europe is normal. So, be prepared what I have to say is might be "super-radical" for your ears. But, and this is maybe your luck, the show is in german (not in english!), because we are in Germany. Nevertheless it's a possibility for a "meet again" with Layne. She will be in the studio, on the mic and at the controls. Don't miss it! Listen here under "Radio hören" the live-stream of our show.

Text TaxiBerlin

08.01.2018

SILVESTER HERMANN ECKE EMSER




Neuköllns Bezirksbürgermeisterin hatte im Vorfeld gewarnt: "Wer keine Lust auf Böller hat oder Angst davor hat, der sollte nicht in Berlin-Neukölln sein am Silvesterabend." Offenbar kennt die Bürgermeisterin ihren eigenen Bezirk nicht, denn der reicht vom Hermannplatz bis kurz vor Schönefeld. Mich selbst hat es in der Silvesternacht nicht nach Neukölln verschlagen, weswegen es wichtig war zu erfahren, was ich verpasst habe. Eines kann ich zumindest bestätigen: "Es war für Berlin eine relativ ruhige Silvesternacht."

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07.01.2018

"NOTHING ABOUT NOTHING"


Das Ende der Quasselolympiade

Meine Lieblingsphrasen Lieblingsfragen sind "Wo bist du?" und "Was machst du?" Ich meine, er wird schon irgendwo sein, wahrscheinlich da, wo er immer ist, und er macht mit Sicherheit gerade das, was er immer macht. Das Problem dabei ist: Man kann nicht absichtlich weghören. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Man denkt sich den fehlenden Part dieses Unsinns immer selber dazu. Und dann wird aus einer einfachen Lärmbelästigung bereits eine Körperverletzung, denn das menschliche Gehirn ist schließlich Teil unseres Körpers.

Der klassische Pawlowsche Reflex, für alle die, die ihn nicht kennen, führt dazu, dass einem Hund bereits der Speichel fließt, obwohl er noch gar nichts zu essen bekommen hat, einfach nur, weil man zuvor ein Klingeln ertönen ließ. Heutzutage greifen die Menschen bereits zum Handy, obwohl es gar nicht geklingelt hat. Welch Fortschritt!

Taxifahren, das ist nicht nur meine Erfahrung, macht mit den Jahren radikal. Das ist eine ganz normale Entwicklung, die von allen Experten bestätigt wird. Deswegen ist jetzt Schluss mit der Quasselei bei mir im Taxi. Wie das im Detail aussieht, das erfährst du am Donnerstag, den 11.Januar, ab 19Uhr in meiner nächsten Sendung, es ist bereits die einundzwanzigste, von "Hier spricht TaxiBerlin", das ganze auf dem legendären "Pi-Radio", in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam bereits die 90.7 und weltweit im Internet als Live-Stream.

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06.01.2018

"UND DU BIST RECHTS"




"Und du bist rechts" ist ein neues Gesellschaftsspiel, und das geht so: Als erstes denkt sich jeder einen Titel aus, beispielsweise "Was für Helden". Dann noch einen Untertitel, zum Beispiel "Freiheitskämpfer von einst driften nach rechts ab". Jetzt brauchst du noch geeignete Kategorien wie "Die Wutbürger", "Die Kämpferin", "Der Analytiker", "Der Verstoßene" und "Der Dissident". Die musst du nun nur noch mit Namen füllen. So geschehen im aktuellen "Spiegel" Nr. 2 von gestern. Ich komme drauf, weil bei "Der Analytiker" der Psychoanalytiker, Psychotherapeut und Bestsellerautor Hans-Joachim Maaz genannt wird, der u.a. folgendes sagt: "Ich finde den Protest gut, unabhängig von der AfD und Pegida, weil sich die Menschen etwas trauen" und "Heute darf man alles sagen, außer, dass man die AfD wählt."

Insbesondere die Kategorie "Der Analytiker" von "Und du bist rechts", das mehr "Stadt, Land, Fluss" ist als "Und du bist raus", zu füllen, fällt den meisten am schwersten. Zum Glück gibt es den "Spiegel", der entsprechende Wissenslücken schließt. Das, was der Herr aus Halle da von sich gibt, ist nicht nur rechts, nein, es ist geradezu rechtsradikal, wobei es auf diese Unterscheidung bei "Und du bist rechts" genauso wie im richtigen Leben nicht ankommt. Wer keine Lust auf Spielchen hat, sondern das wissen möchte, was Hans-Joachim Maaz, der mir auch schon mal im Taxi saß, wirklich gesagt und auch geschrieben hat, dem empfehle ich sein letztes Buch "Das falsche Leben" und das Interview, das ich mit ihm im letzten Sommer in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" geführt habe. Darüber hinaus empfehle ich seine kurze Ansprache auf der 3.Bürgerversammlung in der Dresdener Kreuzkirche am 3. März 2016. Im Internet kann man sowohl seinen Auftritt als auch die gesamte Bürgerversammlung nachhören.

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"ICH LIEBE DICH!"


"Ich liebe dich!" - Das waren die Worte, mit der ich in der Lokalität begrüßt wurde, die man am besten mit "Schultheiß-Proll-Kneipe" beschreibt. Die Worte kamen allerdings nicht von der Blonden hinterm Tresen, die für Friedenau gar nicht mal unhübsch war, sondern von den drei besoffenen Metern im Blaumann - meinem Fahrgast. "Wir müssen noch zur Tanke!" waren seine nächsten Worte. "Das fällt aus!" meine. Auf der Fahrt nach Treptow, führ ihn bereits die dritte im Taxi am heutigen Tag, beim ersten Heimreiseversuch hatte er seine Geldbörse in der Kneipe liegen lassen, erklärte er mir, dass es an der Aral-Tanke in der Sonnenallee einen Geldautomaten gibt, an dem er Bargeld holen will, damit er mir Trinkgeld geben kann. Er gibt immer dreißig Euro. Dass das nicht nötig ist, weil ich auch Karten nehme, und dass das mit dem Trinkgeld trotz Karte kein Problem wäre, begriff er nicht. Das ging über seinen Horizont. Trotzdem, wie aus dem Nichts heraus, sagte er plötzlich was ganz Kluges. Ich muss dazu sagen, dass selbst die größten Idioten manchmal was richtig Intelligentes von sich geben, was aber nur in den seltensten Fällen erkannt wird, woran wiederum der Zuhörer Schuld ist, soweit man überhaupt von Schuld reden kann, und nicht der Sprecher. Meine drei besoffenen Meter im Blaumann meinten, dass er sich gerade sehr an das Ende der DDR erinnert fühle, nur dass man jetzt nicht mehr zum Westfernsehen umschalten könne. Das war, nachdem er am Automaten zehnmal seine Geheimzahl eingeben musste, weil er jedesmal vergessen hatte, bei den anfallenden Gebühren von 1,95€ OK zu drücken, was wiederum den Preis für die Fahrt auf fünfunddreißig Euro hoch trieb, was aber kein Problem war. So deutete ich zumindest seine Abschiedsworte: "Ich liebe dich!"

Text TaxiBerlin

03.01.2018

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #21


Erster und einziger nachhaltiger Mülleimer
für Handys und auch für Smartphones
am Flughafen Tegel (TXL)

Ein Untertitel meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" neben "Die freie Stimme der mobilen Welt" und "Eine Sendung für Alle und Keinen" lautet auch "Eine Sendung übers Taxifahren und seine Nebenwirkungen." Nach mehr als zwanzig Jahren auf den Berliner Straßen und Plätzen stellt sich bei mir nun die Nebenwirkung der Radikalisierung ein. Diese drückt sich unter anderem darin aus, dass bei mir im Taxi nicht nur das Telefonieren verboten ist, sondern die dafür notwendigen Handys und auch Smartphones von mir direkt und radikal eingesammelt und nachhaltig entsorgt werden. Dafür gibt es neuerdings einen entsprechenden Ort (Foto) am Flughafen in Tegel. Das ist auch der Grund, warum der letzte verbliebene innerstädtische Flughafen erhalten bleiben muss, was aber schon wieder ein anderes Thema ist. Das Thema meiner nächsten Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin", es ist bereits die einundzwanzigste, ist "Telefonieren im Taxi", und du kannst dabei sein: 11.Januar um 19Uhr auf "Pi-Radio", das ist in Berlin die 88.4, in Potsdam ist es bereits die 90.7 und gerne auch weltweit im Internet als Live-Stream. Für alle diejenigen, denen ihr Handy und/oder auch ihr Smartphone lieb ist, ein absolutes MUSS!

Foto&Text TaxiBerlin