16.11.2017

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"sharing friends"

Ich bin mir nicht sicher, ob ich noch auf dem neuesten Stand bin. Will sagen: Ob uns nicht doch schon eine allerneueste Sau als die total geniale und vor allem völlig neue Idee der "sharing econonmy" verkauft wurde, mit der Betonung auf verkauft. Ausgerechnet ein junger Russe in meinem Taxi war es, der mich darauf brachte. Die Fahrt war lang, von Mitte nach Marzahn so weit ich mich erinnere. Sein Deutsch war nicht das beste, aber irgendwie verstanden wir uns. Er meinte jedenfalls, dass Freunde sich für den Kapitalismus nicht rechnen, und dass es in Russland das Sprichwort gibt, dass Freunde wichtiger sind als Geld. Brauchst du 100 Rubel und hast 100 Freunde, borgt dir jeder einen Rubel, den du mit etwas Glück nicht zurückzahlen musst. Schließlich ist es dein Freund. Dass dir ein einzelner Freund 100 Rubel borgt, ist dagegen eher unwahrscheinlich. Heute kannst du Freunde "adden", was immer das heißen mag. Möglicherweise gibt es ja bereits "sharing friends", wo man Freunde kaufen kann, und ich habe es nur noch nicht mitbekommen.

Foto&Text TaxiBerlin

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