08.11.2017

"JOURNALISM IS PRINTING WHAT SOMEONE ELSE DOES NOT WANT PRINTED: EVERYTHING ELSE IS PUBLIC RELATIONS."


Dass ich noch einmal ein Buch lesen würde, dass verboten ist, hätte ich mir nicht träumen lassen. Genau genommen ist es auch nicht verboten, sondern sein Autor Hamed Abdel-Samad wird "nur" mittels Fatwa mit dem Leben bedroht. Für seine Leser scheint die Drohung (noch) nicht zu gelten, aber heutzutage kann man nicht vorsichtig genug sein, insbesondere wenn es in dem Buch um den Propheten Mohammed geht. Spätestens nachdem der käuflichste unter unseren Bundespräsidenten meinte, dass der Islam zu Deutschland gehört, sollte jeder etwas mehr wissen über diese Religion, so denke ich. Beispielsweise, warum die Zeitrechnung im Islam etwa am 24. September 622 christlicher Zeit beginnt, obwohl Mohammed da bereits über 50 Jahre alt war. Oder warum der Prophet seine Gebetsrichtung nach Mekka verlegte, die vorher gen Jerusalem ging.

Das mit der Richtung müssen auch die Kollegen beachten, die seit einiger Zeit immer zahlreicher auf dem großen Parkplatz nur für Taxifahrer gen Mekka beten. Auch immer mehr junge Männer sind unter ihnen, die immer öfter ihren kleinen Gebetsteppich aus dem Taxi holen und auf ihnen entweder zwischen den Taxen oder in der südöstlichsten Ecke ihr Gebet verrichten. Ich war mir lange nicht sicher, ob es wirklich eine so gute Idee ist, das Buch von Hamed Abdel-Samad im Taxi am Flughafen Tegel zu lesen. Ausgerechnet der gerade wieder viel gelesene George Orwell machte mir Mut. Von ihm stammt der Titel dieses Beitrages, der ins Deutsche übertragen lautet: "Journalismus heißt, etwas zu drucken, von dem jemand will, dass es nicht gedruckt wird. Alles andere ist Public Relations."

Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen