11.10.2017

NICHT MEIN RHYTHMUS


TaxiBerlin vor einem Späti in Hamburg

Berlin wird, das ist nicht neu, immer mehr von Party-Peoplen heimgesucht. Etwas neuer, aber auch nicht wirklich neu, ist, dass immer mehr Clubs erst um oder gar nach Mitternacht ihre Pforten öffnen. Wenn ich was zu sagen hätte in dieser Stadt, würde ich das verbieten. Neulich zum Beispiel wollte ich früh um halb Neun ein Paket verschicken, aber nicht mit der Post, die war zu teuer, sondern mit einem anderen Unternehmen, für das man die Sachen in einem der vielen Spätis (Berlinerisch für "late night shop") abgeben kann. Glaub nicht, dass auch nur ein Späti aufgehabt hätte um die Uhrzeit. Wie denn auch, wenn die ganzen Party-People erst um Sieben nach hause gekommen waren. Nun hatte ich mir schon vor einiger Zeit abgewöhnt, darauf zu warten, bis die Herrschaften endlich aus ihren Löchern (Taxi-Berlinerisch für "Club") herausgekrabbelt kommen. Das ich mir das Durcharbeiten bis zum nächsten Morgen abgewöhnt habe, liegt auch daran, dass ich beobachtet habe, dass genau die Kollegen, die das regelmäßig machen, ganz häufig krank sind. Anfangs dachte ich noch, die hätten sich etwas von ihren Fahrgästen, also den zahllosen Party Peoplen, eingefangen, aber die werden bekanntlich niemals krank. Früher sagten wir so was wie: "Der Säufer und der Hurenbock ..." Keine Ahnung, wie der Spruch weiter ging. Ist auch schon zu lange her, dass er auf mich zutraf. Heute jedenfalls ist dieses Durchmachen nicht mehr mit meinem Rhythmus kompatibel - also mit meinem Bio-Rhythmus. Meiner Gesundheit und auch meinem Nervenkostüm bekommt das frühe zu Bett gehen und das damit verbundene frühe Aufstehen besser. Was das Nervenkostüm angeht, gibt es natürlich auch Ausnahmen wie neulich, als ich früh um halb Neun ein Paket bei einem der vielen Spätis abgeben wollte ...

Foto&Text TaxiBerlin

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