30.10.2017

MEIN RÜCKEN IST KEIN KLAVIER


Ich erlaubte mir, die Mutter darauf hinzuweisen, dass ich etwas gegen die Fußtritte ihrer etwa fünfjährigen Tochter in meinen Rücken hätte. Da konnte ich noch nicht wissen, dass ihre Tochter gerade angefangen hatte Klavier zu lernen. Der Zusammenhang zwischen den gerade begonnenen Klavierlektionen der Tochter und ihren anhaltenden Fußtritten in meinen Rücken wollte mir nicht einleuchten, aber was weiß ich schon, wie heutzutage Klavier gespielt wird. Auf jeden Fall blieb ich hart, was meinen Rücken anging, woraufhin mir von der Mutter schlechte Laune und mangelndes Mitgefühl mit ihrer Tochter attestiert wurden. Was die schlechte Laune anging, die war wahrlich im Anmarsch. Auch mit dem mangelnden Mitgefühl hatte die Mutter recht. Das hielt sich in Grenzen. Klar, die Tochter tat mir leid, aber welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen? Ich bin mir nicht sicher, ob es sich vermessen anhört, aber was ich mir an der Stelle gewünscht hätte, wäre ein klein wenig Mitgefühl mit meinem Rücken gewesen. Das mit dem Fahren klappt auch mit Fußtritten.

Text TaxiBerlin

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