15.10.2017

DIE DEFINITIVE ANTWORT AUF TRAVEL PUSSY


So sieht sie aus

Die TravelPussy gibt es wirklich, und zwar am Flughafen Tegel. Es war vor viereinhalb Jahren, dass ich über sie geschrieben habe. Neulich habe ich noch einen draufgesetzt, und unserer Zeit eine extreme Lustfeindlichkeit diagnostiziert. Als Straßendoktor, was auf Englisch Street Professor heißt, darf ich das. Nun muss ich meine Diagnose zwar nicht revidieren, aber immerhin etwas abschwächen. Es gibt sie offensichtlich doch noch, die Liebhaber einer Natural Vulva, was auf Deutsch die leckere Muschi ist. Sie sind noch nicht ausgestorben, allerdings in den Untergrund gegangen, aus dem sie sich gelegentlich im Schutze der Dunkelheit mittels Graffito zu Wort melden.

Foto&Text TaxiBerlin

14.10.2017

FREITAG DER DREIZEHNTE


Aufklärung für Verblödete

Freitag der Dreizehnte war diesmal auch Weltthrombose-Tag. Das bekam nicht nur jeder Taxifahrer, sondern auch jeder Autofahrer zu spüren, der gestern über den Potsdamer Platz fuhr, und zwar in Form einer kleinen Flasche Wasser. Viel trinken hilft gegen Thrombose, das erfuhr jeder Beschenkte von der Banderole, und auch dass Bewegung wichtig ist. Damit ist aber ausschließlich die Eigenbewegung gemeint, und nicht die des Autos bzw. Taxis. Ich finde diese Aufklärung sehr wichtig, und zwar weil heute die Menschen die einfachsten Sachen nicht mehr wissen. Beispielsweise, dass man bei einem Sturm nicht in den Wald geht, weil einem dort ein Baum auf den Kopf knallen und man tot umfallen kann. Ob man mit solchen Aktionen die allgemeine Verblödung aufzuhalten vermag, da habe ich allerdings meine Zweifel. Vielleicht sollte man aber auch mal damit zufrieden sein, den weit verbreiteten Glauben an künstliche, von uns verblödeten Menschen geschaffene Intelligenz in Frage gestellt zu haben.

Foto&Text TaxiBerlin

13.10.2017

DAS KLO ZUM BLOG


Viel Schwarz, etwas Weiß und ein wenig Chrome

Der Toilettengang ist für jeden Taxifahrer ein Thema, denn die wenigsten Taxis haben eine Toilette an Bord. Manch ein Taxifahrer soll sich besser mit den Toiletten als mit den Straßen auskennen. So schlimm ist es bei mir noch nicht, bei mir im Mittelpunkt stehen die Fahrgäste, die bei mir im Taxi alles, also wirklich alles sagen dürfen, sogar die Wahrheit. Ich darf nicht nur bei mir im Taxi, sondern auch auf dieser Seite alles sagen, beispielsweise auch dass ich gestern das passende Klo zu meinem Blog gefunden habe, insbesondere farblich, also viel schwarz mit etwas weiß, aber nicht nur. Auch der kleine verchromte Wasserhahn hat es mir angetan. Das ist die Wahrheit.

PS: Wo genau ich in Berlin mein Klo zum Blog gefunden habe, kann ich leider nicht verraten. Da muss schon jeder selber suchen und nach Möglichkeit auch finden. Was ich sagen kann, ist, dass es öffentlich, also für jeden zugänglich und kostenneutral ist.

Foto&Text TaxiBerlin

12.10.2017

"MERKEL IST OPIUM FÜRS VOLK"



Nachdem er mir vor einiger Zeit bereits im Taxi saß und neulich noch in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio Fragen zu seinem neuen Buch "Das falsche Leben" beantwortete, das Gespräch werde ich demnächst als Podcast auf meinem Blog veröffentlichen, sitzt er hier schon wieder zum Interview auf der Bühne, und das sogar in Kanada. Natürlich möchtest du wissen, warum plötzlich Angela Merkel und nicht mehr die Religion Opium fürs Volk sein soll, wie Marx noch dachte. Um zu erfahren, wie Maaz darauf kommt, musst du dir nur obiges Video ansehen. Anders geht es leider nicht ...

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Text TaxiBerlin

11.10.2017

NICHT MEIN RHYTHMUS


TaxiBerlin vor einem Späti in Hamburg

Berlin wird, das ist nicht neu, immer mehr von Party-Peoplen heimgesucht. Etwas neuer, aber auch nicht wirklich neu, ist, dass immer mehr Clubs erst um oder gar nach Mitternacht ihre Pforten öffnen. Wenn ich was zu sagen hätte in dieser Stadt, würde ich das verbieten. Neulich zum Beispiel wollte ich früh um halb Neun ein Paket verschicken, aber nicht mit der Post, die war zu teuer, sondern mit einem anderen Unternehmen, für das man die Sachen in einem der vielen Spätis (Berlinerisch für "late night shop") abgeben kann. Glaub nicht, dass auch nur ein Späti aufgehabt hätte um die Uhrzeit. Wie denn auch, wenn die ganzen Party-People erst um Sieben nach hause gekommen waren. Nun hatte ich mir schon vor einiger Zeit abgewöhnt, darauf zu warten, bis die Herrschaften endlich aus ihren Löchern (Taxi-Berlinerisch für "Club") herausgekrabbelt kommen. Das ich mir das Durcharbeiten bis zum nächsten Morgen abgewöhnt habe, liegt auch daran, dass ich beobachtet habe, dass genau die Kollegen, die das regelmäßig machen, ganz häufig krank sind. Anfangs dachte ich noch, die hätten sich etwas von ihren Fahrgästen, also den zahllosen Party Peoplen, eingefangen, aber die werden bekanntlich niemals krank. Früher sagten wir so was wie: "Der Säufer und der Hurenbock ..." Keine Ahnung, wie der Spruch weiter ging. Ist auch schon zu lange her, dass er auf mich zutraf. Heute jedenfalls ist dieses Durchmachen nicht mehr mit meinem Rhythmus kompatibel - also mit meinem Bio-Rhythmus. Meiner Gesundheit und auch meinem Nervenkostüm bekommt das frühe zu Bett gehen und das damit verbundene frühe Aufstehen besser. Was das Nervenkostüm angeht, gibt es natürlich auch Ausnahmen wie neulich, als ich früh um halb Neun ein Paket bei einem der vielen Spätis abgeben wollte ...

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10.10.2017

TAXIBERLIN ALS MOBILER THERAPEUT


mit Orts- und Ampelkenntnis

Neulich stieg A in mein Taxi ein und erzählte mir, dass B unter Depressionen leiden würde. Nun gut, Depressionen habe auch ich. Und überhaupt: Was A über B sagt, sagt bekanntlich mehr über A als über B. Heute nun stieg C, ein guter Freund von A, bei mir ein und erzählte, dass A ihm kürzlich gesagt hat, das er, also A, Depressionen habe. Und nun frage ich mich, ob das, was A dem C über sich selbst erzählt hat, auch wirklich auf A zutrifft, oder doch eher auf B?

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09.10.2017

KEINE KULTUR HABEN IMMER NUR DIE ANDEREN


Ist das Kultur oder kann das weg?

Wie ich gestern erfahren musste, haben wir hierzulande keine Kultur, zumindest keine spezifische. Das meint immerhin unsere Integrationsbeauftragte und die muss es wissen. Ich finde diese Aussage richtig und sie deckt sich auch mit meinen Beobachtungen im Taxi. Ich würde sogar so weit gehen, dass eigentlich alle Menschen kulturlos sind, insbesondere aber immer die, die man nicht versteht. Deswegen ist der Zusatz, dass das mit der nicht vorhandenen Kultur natürlich nur jenseits der Sprache gilt, auch so wichtig. Ich hoffe, dass auch du verstehst, was unsere Integrationsbeauftragte meint.

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08.10.2017

HEUTE HABE ICH GANZ SCHÖN WAS ERLEBT


NEU: "Perfect Wash" war gestern

Würde ich nicht Taxifahren, wäre mein Leben wahrscheinlich genauso langweilig wie deins. Es ist also keine Überraschung, dass ich heute, genau genommen schon gestern, nicht irgendwo, sondern beim Taxifahren was erlebt habe. Um ganz genau zu sein, war es vorm Taxifahren, da wollte ich das Taxi waschen, was nicht ging. Das musst du dir mal vorstellen! Ging einfach nicht. Ich meine, wir leben doch nicht in Indien, oder? Dass das mit dem Waschen nicht ging, hing irgendwie mit dem Sturm zusammen. Ich hatte bereits hier und da darüber geschrieben. Naja, jedenfalls war ich ziemlich ratlos, was ich da jetzt machen sollte, so ganz ohne Taxiwäsche. Hätte ich ein Handy, wäre jetzt der Moment, meine vielen Freunde anzurufen, die ich auch nicht habe, um ihnen mein Leid zu klagen. Fällt mir gerade ein: Wenn ich nicht Taxifahre, sitze ich in meiner Bude, so wie du auch. Früher war das eine Strafe und hieß Stubenarrest. Heute ist es umgedreht, heute ist Rausgehen die Strafe. Am liebsten wäre ich nun zurück in meine Bude, aber da fing es blöderweise an zu regnen. Blöderweise deswegen, weil ich die Taxe jetzt nicht mehr waschen brauchte. Der Regen hat zwar Umsatz gebracht, mir aber auch den Tag versaut. Ein Tag, an dem ich ganz schön was erlebt habe.

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07.10.2017

XAVER, TAXI UND TATTOO


Einfach mal aussteigen, wegräumen und weiter geht's

Es stimmt wirklich: Es gab durch Xaver die ein oder andere Taxifahrt mehr, und manchmal ging es auch etwas weiter. Und obwohl Xaver noch nicht mal eine Stunde brauchte, um über unsere Stadt hinwegzuziehen, waren gestern immer noch alle Leute ganz aufgeregt in Berlin. Manch einer hat wohl wirklich mal etwas erlebt in seinem sonst langweiligen Leben und braucht sich nun erstmal kein Tattoo stechen lassen, um endlich auch wieder was zu spüren.

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06.10.2017

MIT TAXIBERLIN ZUR REEPERBAHN


Berliner Taxi mit Kölsch Werbung vorm Reeperbahn Döner

Genau zum Vollmond um 20:40:08 stieg er mir am Hauptbahnhof ein und wollte nach Hamburg auf die Reeperbahn, aber nicht wegen den Frauen, sondern weil er da wohnt. Prophezeit wurde mir die Fahrt von Ilona in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin # 17" auf Pi-Radio. Um pünktlich um 19 Uhr im Studio zu sein, hatte ich zuvor den ein oder anderen Euro auf der Straße liegen lassen müssen. Fahrgäste gab es gestern genug, was an dem kleinen Sturm lag, der von 17 bis 18 Uhr über Berlin hinwegfegte. Dass deswegen gleich der ganze Bahn- und Flugverkehr von und nach Berlin eingestellt werden würde, konnte zu dem Zeitpunkt noch keiner wissen. Früher wäre spätestens um 20 Uhr alles wieder gefahren und auch geflogen. Heute fängt da das Chaos erst richtig an. Neben mir waren noch einige andere Berliner Taxen nach HH unterwegs, sowie eine Potsdamer und eine aus dem Landkreis Dahme Spreewald. Ob sie auch auf der Reeperbahn waren, entzieht sich meiner Kenntnis, ebenso ob ihnen die Fahrt - genauso wie mir - vorher prophezeit worden war.

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05.10.2017

DAS NIETZSCHEWORT ZU HEUTIGEN SENDUNG


Den Durchblick haben

Heute in "Hier spricht TaxiBerlin", ich schrieb gestern darüber, geht es um die Astrologie, die von vielen Menschen belächelt wird, was mir egal ist und wofür es auch keinen Grund gibt, ganz im Gegenteil, was schon Kollege Nietzsche vor mehr als hundert Jahren wusste:

Astrologie und Verwandtes. - Es ist wahrscheinlich, dass die Objekte des religiösen, moralischen und ästhetischen Empfindens ebenfalls nur zur Oberfläche der Dinge gehören, während der Mensch gerne glaubt, dass er hier wenigstens an das Herz der Welt rührt; er täuscht sich, weil jene Dinge ihn so tief beseligen und so tief unglücklich machen, und zeigt denselben Stolz wie bei der Astrologie. Denn diese meint, der Sternenhimmel drehe sich um das Los des Menschen; der moralische Mensch aber setzt voraus, das, was ihm wesentlich am Herzen liege, müsse auch Wesen und Herz der Dinge sein.

(Friedrich Nietzsche, "Menschliches, Allzumenschliches", Erster Band, "Von den ersten und letzten Dingen")

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04.10.2017

HIER SPRICHT TAXIBERLIN # 17


Wer tauscht mit?

Morgen, Donnerstag, ist so weit, da sind wir wieder auf Sendung, und das schon ab 19 Uhr. Das Internet hinkt hier mal wieder hinterher, es ist bereits die 17. und nicht die 16. Sendung, was aber nicht wirklich wichtig ist, denn auf die Inhalte kommt es an, oder wie wir früher sagten: Qualität geht vor Quantität. Was nützen uns viele Zuhörer, wenn es nur Idioten sind?!? Deswegen richtet sich diese Info auch nur an ausgewählte Menschen, beispielsweise so wie du einer bist. Vergiss morgen nicht dein Radio einzuschalten. "Hier spricht TaxiBerlin" gibt es nur auf Pi-Radio, in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam bereits die 90.7, und auch im Internet, dort als Live-Stream mit der Betonung auf Live. Das wichtigste hätte ich fast vergessen, unseren Studiogast, denn die Sendung lebt von ihren Gästen. Einmal mehr tue ich etwas für die Frauenquote, die wird morgen wieder total ausgeglichen sein, denn zu uns kommt eine alte Bekannte: Ilona, besser bekannt als "Die erste Frau im Taxi". Ilona hat sich seither weiter entwickelt, was nicht selbstverständlich ist für Taxifahrer, die meisten legen nur an Gewicht zu, und zwar zur Astrologin mit Meisterprüfung. Was es damit und auch mit der Astrologie im Allgemeinen auf sich hat, erfährst du morgen in unserer Sendung, in der wir auch wieder unserem Bildungsauftrag nachkommen und den Stadtplan vorlesen.

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03.10.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Herbstlust

Unsere Zeit zeichnet sich durch zwei Dinge aus: Eine extreme Lustfeindlichkeit einerseits, wobei die meisten Lust mit Konsum verwechseln; und eine krankhafte Geldgläubigkeit andererseits, über die man eines Tages den Kopf schütteln wird. Also sprach TaxiBerlin

02.10.2017

DER NEUESTE SCHEISS AUS AMERIKA


Big Brother is watching you!

Nachdem Coca Cola vor vielen Jahren bereits den Weihnachtsmann Erfolg- und vor allem Konsum-Reich übernommen und für uns in rote Klamotten gesteckt hat, haben es die Amis jetzt auf unseren Tag der Einheit abgesehen, von dem die meisten schon gar nicht mehr wissen, wann der denn ist, geschweige denn, warum es ihn gibt, weswegen er diesmal auch schon am 2. und nicht am 3. Oktober gefeiert wird. Das ganze mal wieder am Brandenburger Tor (wo sonst?!) und angeblich kostenneutral. Die Rechnung wird uns dann zu Halloween präsentiert (noch so'n Scheiß aus Amerika!). Auch wenn der Eintritt angeblich frei ist, kommt nur zur Party rein, wer rote Coca Cola Klamotten anhat, was von Big Brother mit Brille höchstpersönlich kontrolliert wird.

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