31.10.2017

WES DAS HERZ VOLL IST



Des geht der Mund über

"Perlen vor die Säue werfen" - wer tut es nicht gelegentlich? Oder "sein Licht unter den Scheffel stellen"? Oder "aus seinem Herz eine Mördergrube machen"? Oder die "Zähne zusammenbeißen"? Oder "ein Machtwort sprechen"? Oder arbeiten - "im Schweiße des Angesichts"? Oder "auf Sand bauen" und "etwas ausposaunen"? Unsere gemeinsame Sprache samt seinen Lutherwörtern soll das einzige sein, was uns heute kulturell ausmacht, sagt unsere Integrationsbeauftrage, und die muss es wissen. Dann aber bitte mit einer korrekten Grammatik, denn mit einer geschändete Sprache zu leben, das ist "des Guten zuviel", wie bereits unser Freund Dietrich in obigem Video befand.

Video RobertWeber
Text TaxiBerlin

30.10.2017

MEIN RÜCKEN IST KEIN KLAVIER


Ich erlaubte mir, die Mutter darauf hinzuweisen, dass ich etwas gegen die Fußtritte ihrer etwa fünfjährigen Tochter in meinen Rücken hätte. Da konnte ich noch nicht wissen, dass ihre Tochter gerade angefangen hatte Klavier zu lernen. Der Zusammenhang zwischen den gerade begonnenen Klavierlektionen der Tochter und ihren anhaltenden Fußtritten in meinen Rücken wollte mir nicht einleuchten, aber was weiß ich schon, wie heutzutage Klavier gespielt wird. Auf jeden Fall blieb ich hart, was meinen Rücken anging, woraufhin mir von der Mutter schlechte Laune und mangelndes Mitgefühl mit ihrer Tochter attestiert wurden. Was die schlechte Laune anging, die war wahrlich im Anmarsch. Auch mit dem mangelnden Mitgefühl hatte die Mutter recht. Das hielt sich in Grenzen. Klar, die Tochter tat mir leid, aber welches Kind hätte nicht Grund, über seine Eltern zu weinen? Ich bin mir nicht sicher, ob es sich vermessen anhört, aber was ich mir an der Stelle gewünscht hätte, wäre ein klein wenig Mitgefühl mit meinem Rücken gewesen. Das mit dem Fahren klappt auch mit Fußtritten.

Text TaxiBerlin

29.10.2017

DAS ENDE DER SOMMERZEIT


Immer auch ein Neubeginn!

Sonntag ist traditionell Flohmarkttag. Der fällt heute aus wegen Wetter, weswegen ich Zeit habe, über die letzte Nacht zu Ende gehende Sommerzeit zu schreiben. Alle sind sich einig: Die Sommerzeit ist Unsinn. Ihre Einführung vor vielen Jahren folgte ausschließlich ökonomischen Erwägungen. Seit langem ist bekannt: Nichts wird eingespart. Wäre es anders, wüssten wir es, gäbe es irgendeine Statistik, die uns genau das beweisen soll. Da es sie nicht gibt, wird eher das Gegenteil der Fall sein. Die Zeitumstellung ist bestenfalls ein Nullsummenspiel, bringt dafür jede Menge unnütze Unruhe und zusätzliche Arbeit. Zweimal im Jahr müssen Fahrpläne verändert und Uhren umgestellt werden, von der unnötigen Verwirrung von Mensch und Tier nicht zu reden. Trotzdem geht der Unsinn weiter und wird weiter gehen. Die gute Nachricht ist, dass das auch früher so war, weil: "Das haben wir schon immer so gemacht!"

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28.10.2017

GESTERN ABEND AM FLUGHAFEN


Werbung am Flughafen Tegel (TXL)

Gestern gab es am Flughafen Tegel nicht nur die letzte Landung einer Air-Berlin Maschine, sondern auch eine kleine Demonstration. Ich glaube, es ging dabei um Rosa Luxemburg, falls die noch jemand kennt. Zumindest sind alle, es waren immerhin einige hundert Demonstranten, durch den Tunnel gelaufen, durch den man durch muss, um zum Flughafen zu kommen, und wo mit dem Luxemburg-Zitat Werbung für Berlin gemacht wird, also die Stadt und nicht die Fluggesellschaft, die es seit gestern Abend nicht mehr gibt. Das komplette Zitat, das wie von heute klingt, lautet übrigens so: 

Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für die Mitglieder einer Partei - mögen sie auch noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden. Nicht wegen des Fanatismus der "Gerechtigkeit", sondern weil all das Belebende, Heilsame und Reinigende der politischen Freiheit an diesem Wesen hängt und seine Wirkung versagt, wenn die "Freiheit" zum Privilegium wird.

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27.10.2017

VERTRAG ÜBER DEN GESCHLECHTSVERKEHR


Eins gibt's gratis

In Berlin sind gerade Ferien, das Geschäft ist ruhiger und ich habe mal wieder etwas Zeit zum Nachdenken. Ich hatte bereits darüber geschrieben, dass ich in meinem Taxi einen Bauchladen habe und meine Fahrgäste bei mir Postkarten aus eigener Produktion (ganz genauso wie der "Eiserne Gustav" - mein großes Vorbild!), Bücher (also richtige Literatur!) und Musik-CDs (meist Klassik, aber nicht nur!), Taschentücher (hochwertig!) und Mineralwasser (gekühlt!) kaufen können. Ab heute gibt es nun etwas Neues bei mir im Angebot, und zwar den "Vertrag über den Geschlechtsverkehr", der im Untertitel: "Ja, wir stimmen zu, miteinander Sex zu habe" heißt. Danach ist alles Multiple Choice, meinem nächtlichen Publikum angepasst, das nur noch Kreuze zu machen braucht, beispielsweise bei: vaginaler Verkehr, oral, anal, Französisch mit oder ohne Gummi/Schlucken, Griechisch, Dominant und so weiter, was es halt so alles gibt. (Das herauszufinden, damit habe ich mich die ganze letzte Nacht beschäftigt, aber das nur nebenbei.) Das mit dem Vertrag macht Sinn, weil es Nachts, wenn ich vorzugsweise fahre, dunkel ist, weswegen es da auch öfter zum Verkehr kommt als am Tage. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Vertrag, den alle (manchmal sind es auch mehr als zwei!) unterschreiben müssen, von mir als neutraler Dritter, der nicht nur nüchtern ist, sondern auch über Ortskenntnisse verfügt, wenn du so willst, beglaubigt wird, so dass später keine/r sagen kann, er/sie hätte nicht gewusst, worauf sie/er sich einlässt. Das ganze Prozedere gibt es natürlich nicht umsonst. Mein "Einführungspreis" sind zehn (10) Euro (runtergehen kann man immer!), wobei da bereits ein Kondom gratis dabei ist. Auch wenn es in Amerika schon eine entsprechende App zum Runterladen geben soll, bin ich, soweit ich informiert bin, im Taxi der Erste, der einen solchen Vertrag im Angebot hat. Kann es vielleicht ganz und gar sein, dass ich mal wieder und ganz nebenbei einen neuen Trend setze?

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MITTE IMMER MEHR WIE MANHATTAN


Hilft auch nicht

Berlin Mitte wird immer mehr wie Manhattan, zumindest für uns Taxifahrer. Bist du einmal in Mitte, verreckst du auch in Mitte. Raus kommst du nur ohne Fahrgäste. Mit ihnen geht es immer über die Linden rüber: Vom Bahnhof Friedrichstraße zum Gendarmenmarkt, vom Hilton zum Hackeschen Markt und von dort zum Fernsehturm. Alles Fahrten zwischen 5,50 und 7,70€, die kein Mensch braucht, sieht man mal von den Bloody Tourists ab. Einen Unterschied gibt es zu Manhattan: Dort gibt es bei kurzen Fahren meist gutes Trinkgeld.

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26.10.2017

IM TAXI MIT HARVEY WEINSTEIN


Harvey Weinstein ist ein Schwein, da sind sich alle einig. Auch ich halte ihn für ein solches, obwohl ich nicht mit ihm im Bett war und er mir auch nicht im Taxi gesessen hat. Aber wo bitte sehr hatten die vielen Frauen ihre Augen? Ich meine, wer lädt heute noch jemand in sein Hotelzimmer ein? Und wenn dieser jemand dann auch noch im Bademantel die Tür öffnet, dann gehe ich doch nicht auch noch hinein, oder? Dass er sich dann dort seines Bademantels entledigt - geschenkt! Es ist sein zu Hause, da kann er rumlaufen wie er will. Natürlich weiß auch ich nicht, wo die vielen Frauen ihre Augen hatten. Ich vermute aber, dass sie nicht auf Harvey Weinstein gerichtet waren. Nein, das will ich einfach nicht glauben! Ich bin mir sicher, dass sie an etwas anderes dachten. Was sie genau im Auge hatten, weiß auch nicht, aber offensichtlich war es ihnen so wichtig, dass sie deswegen sogar mit einem Schwein ins Bett gingen. Sie tun auch mir leid, die vielen Frauen, aber nicht wegen der Geschichte mit Harvey, sondern weil sie dafür auch Scheiße fressen würden.

PS: Leid tun mir auch die vielen männlichen "Kollegen", denen es nicht peinlich ist, sich jetzt mit: "Ich wusste, dass er ein Arschloch war" zu Wort melden, denn auch sie würden Scheiße fressen.

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25.10.2017

ES GESCHIEHT IN BERLIN




Es geschieht heute (nicht gestern oder vorgestern!), unter uns, in Party-Town, im weltoffenen Berlin und nicht am anderen Ende der Welt (liegt es vielleicht daran?!). Eine Frau gründet eine liberale Moschee und ein Mann äußert sich kritisch zum Islam. Beide verbindet darüber hinaus, dass sie mit dem Leben bedroht werden (auch ein schöner Ausdruck) und deswegen unter Polizeischutz stehen. So weit, so bekannt. Oder doch unbekannt? Wer es wissen will, so denke ich, weiß es. Was ich mich frage, ist, wo sind eigentlich all die, die immer dann aufstehen wollten, wenn das Grundgesetz in Gefahr ist? Vermutlich tun sie gerade wieder am anderen Ende der Welt Gutes.

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Text TaxiBerlin

24.10.2017

VOM COWBOY ZUM CABDRIVER


TaxiBerlin mit einer PferdeStärke

Mit dem Reiten ist es wie mit dem Taxifahren - man verlernt es nicht. Früher sind wir viel geritten. Damals gab es ja noch keine Taxis, zumindest da, wo ich herkomme. Es gab auch keine Supermärkte, weswegen wir immer mit allerhand Gepäck durch die Gegend zogen. Wenn die Leute heute durch die Gegend ziehen, haben sie meist kein Gepäck, dafür möglichst viele Pferdestärken (PS) - weiß der Teufel warum. Fahren können sie nicht, aber was sie alle können, ist ihren Motor aufheulen lassen. Das habe ich früher auch immer gemacht, allerdings mit dem Mund und nicht mit dem Fuß, und zwar als ich mein kleines Spielzeugauto auf dem Fußboden hin und her schob: "Brm, brrrrmmm, brrrrrrrrrmmmmmmm .............................. "

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23.10.2017

NEULICH AN DER TANKSTELLE oder WIE ICH MAL GANZ IN RUHE EINE WURST ESSEN WOLLTE


Ich traf den Kollegen, wohl eher "Kollegen", an der Tanke, wo ich gerade eine Wurst aß. Er trug eine von diesen gelben Warnwesten, was gerade Mode ist. Sie im Auto zu tragen, meine ich. Keine Ahnung, was das wieder zu bedeuten hat, ich will es auch gar nicht wissen. Ich wollte einfach nur in Ruhe meine Wurst essen, bin schließlich kein Vegetarier. Die Leute werden ihre Gründe haben, warum sie in ihrem Wagen eine Warnweste tragen. Man kann heute nicht vorsichtig genug sein. Jetzt erinnere ich mich: Früher wollte er eine Waffe tragen, und jetzt trägt er halt eine Warnweste. Warum denn nicht?! Menschen machen so was. Vielleicht hat er auch einfach nur Angst, dass man ihn übersieht. Wer weiß?! Aber musste er mich deswegen gleich so aggressiv vollquatschen, wo ich doch nur in Ruhe meine Wurst essen wollte? Mit vollem Mund konnte ich ihm nicht antworten, selbst wenn ich gewollt hätte. Ich solle gefälligst mal darüber nachdenken, riet er mir, bevor er die Tanke verließ. Und ob du es glaubst oder nicht: Ich denke immer noch darüber nach, was er wohl gemeint haben könnte.

Text TaxiBerlin

21.10.2017

DAS FEMINISTEN DILEMMA


Und seine Lösung

Erst soll er weicher werden. Ist er es, ist es auch nicht recht, denn dann ist er keiner mehr. Die Ärmsten, die dieses falsche Spiel nicht irgendwann durchschauen. Also sprach TaxiBerlin

20.10.2017

DER BEISCHLAFTUNNEL


Den Beischlaftunnel gibt es wirklich, natürlich in Berlin - wo sonst?! Dass der Beischlaftunnel regelmäßig zum Nadelöhr wird, ist für den, der sich etwas mit dem Beischlaf auskennt, keine Überraschung. Ebensowenig die Tatsache, dass der Beischlaftunnel immer mal wieder komplett dicht gemacht wird, wobei da die Meinungen auseinandergehen, ob es deswegen ist, damit es überhaupt noch zum Beischlaf kommt, oder doch wegen überhöhtem Beischlaf. Eine ältere Dame fasste einmal in meinem Taxi ihr Unverständnis für den eigenen Sohn, der gerade eine Jüngere geehelicht hatte, mit den Worten zusammen: "Und das alles nur wegen dem bisschen Beischlaf!" Damals war ich noch neu im Geschäft. Später realisierte ich, dass wir in dem Moment durch den Beischlaftunnel fuhren. Natürlich möchtest auch du wissen, wo in Berlin der Beischlaftunnel ist. Glaube mir, nur zu gerne würde ich es dir verraten, damit auch du bald mal Beischlaf haben kannst. Leider kann ich es nicht, und zwar deshalb, weil ich auch morgen noch gut durch den Beischlaftunnel durchkommen will - allerdings ohne dem ganzem Party-Volk, das bis dato zum Glück "nur" auf den Berliner Brücken herumlungert. Ich bitte um Verständnis!

Text TaxiBerlin

18.10.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Berliner Mülleimer mit Kippenloch (funktionslos)

Es gibt nichts schlimmeres als Frauen, die Yoga machen, sich vegan ernähren, Alkohol nur in Maßen trinken und allen Ernstes glauben, dass Rauchen ihr einziges Laster sei. Also sprach TaxiBerlin

15.10.2017

DIE DEFINITIVE ANTWORT AUF TRAVEL PUSSY


So sieht sie aus

Die TravelPussy gibt es wirklich, und zwar am Flughafen Tegel. Es war vor viereinhalb Jahren, dass ich über sie geschrieben habe. Neulich habe ich noch einen draufgesetzt, und unserer Zeit eine extreme Lustfeindlichkeit diagnostiziert. Als Straßendoktor, was auf Englisch Street Professor heißt, darf ich das. Nun muss ich meine Diagnose zwar nicht revidieren, aber immerhin etwas abschwächen. Es gibt sie offensichtlich doch noch, die Liebhaber einer Natural Vulva, was auf Deutsch die leckere Muschi ist. Sie sind noch nicht ausgestorben, allerdings in den Untergrund gegangen, aus dem sie sich gelegentlich im Schutze der Dunkelheit mittels Graffito zu Wort melden.

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14.10.2017

FREITAG DER DREIZEHNTE


Aufklärung für Verblödete

Freitag der Dreizehnte war diesmal auch Weltthrombose-Tag. Das bekam nicht nur jeder Taxifahrer, sondern auch jeder Autofahrer zu spüren, der gestern über den Potsdamer Platz fuhr, und zwar in Form einer kleinen Flasche Wasser. Viel trinken hilft gegen Thrombose, das erfuhr jeder Beschenkte von der Banderole, und auch dass Bewegung wichtig ist. Damit ist aber ausschließlich die Eigenbewegung gemeint, und nicht die des Autos bzw. Taxis. Ich finde diese Aufklärung sehr wichtig, und zwar weil heute die Menschen die einfachsten Sachen nicht mehr wissen. Beispielsweise, dass man bei einem Sturm nicht in den Wald geht, weil einem dort ein Baum auf den Kopf knallen und man tot umfallen kann. Ob man mit solchen Aktionen die allgemeine Verblödung aufzuhalten vermag, da habe ich allerdings meine Zweifel. Vielleicht sollte man aber auch mal damit zufrieden sein, den weit verbreiteten Glauben an künstliche, von uns verblödeten Menschen geschaffene Intelligenz in Frage gestellt zu haben.

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13.10.2017

DAS KLO ZUM BLOG


Viel Schwarz, etwas Weiß und ein wenig Chrome

Der Toilettengang ist für jeden Taxifahrer ein Thema, denn die wenigsten Taxis haben eine Toilette an Bord. Manch ein Taxifahrer soll sich besser mit den Toiletten als mit den Straßen auskennen. So schlimm ist es bei mir noch nicht, bei mir im Mittelpunkt stehen die Fahrgäste, die bei mir im Taxi alles, also wirklich alles sagen dürfen, sogar die Wahrheit. Ich darf nicht nur bei mir im Taxi, sondern auch auf dieser Seite alles sagen, beispielsweise auch dass ich gestern das passende Klo zu meinem Blog gefunden habe, insbesondere farblich, also viel schwarz mit etwas weiß, aber nicht nur. Auch der kleine verchromte Wasserhahn hat es mir angetan. Das ist die Wahrheit.

PS: Wo genau ich in Berlin mein Klo zum Blog gefunden habe, kann ich leider nicht verraten. Da muss schon jeder selber suchen und nach Möglichkeit auch finden. Was ich sagen kann, ist, dass es öffentlich, also für jeden zugänglich und kostenneutral ist.

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12.10.2017

"MERKEL IST OPIUM FÜRS VOLK"



Nachdem er mir vor einiger Zeit bereits im Taxi saß und neulich noch in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio Fragen zu seinem neuen Buch "Das falsche Leben" beantwortete, das Gespräch werde ich demnächst als Podcast auf meinem Blog veröffentlichen, sitzt er hier schon wieder zum Interview auf der Bühne, und das sogar in Kanada. Natürlich möchtest du wissen, warum plötzlich Angela Merkel und nicht mehr die Religion Opium fürs Volk sein soll, wie Marx noch dachte. Um zu erfahren, wie Maaz darauf kommt, musst du dir nur obiges Video ansehen. Anders geht es leider nicht ...

Video YouTube
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11.10.2017

NICHT MEIN RHYTHMUS


TaxiBerlin vor einem Späti in Hamburg

Berlin wird, das ist nicht neu, immer mehr von Party-Peoplen heimgesucht. Etwas neuer, aber auch nicht wirklich neu, ist, dass immer mehr Clubs erst um oder gar nach Mitternacht ihre Pforten öffnen. Wenn ich was zu sagen hätte in dieser Stadt, würde ich das verbieten. Neulich zum Beispiel wollte ich früh um halb Neun ein Paket verschicken, aber nicht mit der Post, die war zu teuer, sondern mit einem anderen Unternehmen, für das man die Sachen in einem der vielen Spätis (Berlinerisch für "late night shop") abgeben kann. Glaub nicht, dass auch nur ein Späti aufgehabt hätte um die Uhrzeit. Wie denn auch, wenn die ganzen Party-People erst um Sieben nach hause gekommen waren. Nun hatte ich mir schon vor einiger Zeit abgewöhnt, darauf zu warten, bis die Herrschaften endlich aus ihren Löchern (Taxi-Berlinerisch für "Club") herausgekrabbelt kommen. Das ich mir das Durcharbeiten bis zum nächsten Morgen abgewöhnt habe, liegt auch daran, dass ich beobachtet habe, dass genau die Kollegen, die das regelmäßig machen, ganz häufig krank sind. Anfangs dachte ich noch, die hätten sich etwas von ihren Fahrgästen, also den zahllosen Party Peoplen, eingefangen, aber die werden bekanntlich niemals krank. Früher sagten wir so was wie: "Der Säufer und der Hurenbock ..." Keine Ahnung, wie der Spruch weiter ging. Ist auch schon zu lange her, dass er auf mich zutraf. Heute jedenfalls ist dieses Durchmachen nicht mehr mit meinem Rhythmus kompatibel - also mit meinem Bio-Rhythmus. Meiner Gesundheit und auch meinem Nervenkostüm bekommt das frühe zu Bett gehen und das damit verbundene frühe Aufstehen besser. Was das Nervenkostüm angeht, gibt es natürlich auch Ausnahmen wie neulich, als ich früh um halb Neun ein Paket bei einem der vielen Spätis abgeben wollte ...

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10.10.2017

TAXIBERLIN ALS MOBILER THERAPEUT


mit Orts- und Ampelkenntnis

Neulich stieg A in mein Taxi ein und erzählte mir, dass B unter Depressionen leiden würde. Nun gut, Depressionen habe auch ich. Und überhaupt: Was A über B sagt, sagt bekanntlich mehr über A als über B. Heute nun stieg C, ein guter Freund von A, bei mir ein und erzählte, dass A ihm kürzlich gesagt hat, das er, also A, Depressionen habe. Und nun frage ich mich, ob das, was A dem C über sich selbst erzählt hat, auch wirklich auf A zutrifft, oder doch eher auf B?

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09.10.2017

KEINE KULTUR HABEN IMMER NUR DIE ANDEREN


Ist das Kultur oder kann das weg?

Wie ich gestern erfahren musste, haben wir hierzulande keine Kultur, zumindest keine spezifische. Das meint immerhin unsere Integrationsbeauftragte und die muss es wissen. Ich finde diese Aussage richtig und sie deckt sich auch mit meinen Beobachtungen im Taxi. Ich würde sogar so weit gehen, dass eigentlich alle Menschen kulturlos sind, insbesondere aber immer die, die man nicht versteht. Deswegen ist der Zusatz, dass das mit der nicht vorhandenen Kultur natürlich nur jenseits der Sprache gilt, auch so wichtig. Ich hoffe, dass auch du verstehst, was unsere Integrationsbeauftragte meint.

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08.10.2017

HEUTE HABE ICH GANZ SCHÖN WAS ERLEBT


NEU: "Perfect Wash" war gestern

Würde ich nicht Taxifahren, wäre mein Leben wahrscheinlich genauso langweilig wie deins. Es ist also keine Überraschung, dass ich heute, genau genommen schon gestern, nicht irgendwo, sondern beim Taxifahren was erlebt habe. Um ganz genau zu sein, war es vorm Taxifahren, da wollte ich das Taxi waschen, was nicht ging. Das musst du dir mal vorstellen! Ging einfach nicht. Ich meine, wir leben doch nicht in Indien, oder? Dass das mit dem Waschen nicht ging, hing irgendwie mit dem Sturm zusammen. Ich hatte bereits hier und da darüber geschrieben. Naja, jedenfalls war ich ziemlich ratlos, was ich da jetzt machen sollte, so ganz ohne Taxiwäsche. Hätte ich ein Handy, wäre jetzt der Moment, meine vielen Freunde anzurufen, die ich auch nicht habe, um ihnen mein Leid zu klagen. Fällt mir gerade ein: Wenn ich nicht Taxifahre, sitze ich in meiner Bude, so wie du auch. Früher war das eine Strafe und hieß Stubenarrest. Heute ist es umgedreht, heute ist Rausgehen die Strafe. Am liebsten wäre ich nun zurück in meine Bude, aber da fing es blöderweise an zu regnen. Blöderweise deswegen, weil ich die Taxe jetzt nicht mehr waschen brauchte. Der Regen hat zwar Umsatz gebracht, mir aber auch den Tag versaut. Ein Tag, an dem ich ganz schön was erlebt habe.

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07.10.2017

XAVER, TAXI UND TATTOO


Einfach mal aussteigen, wegräumen und weiter geht's

Es stimmt wirklich: Es gab durch Xaver die ein oder andere Taxifahrt mehr, und manchmal ging es auch etwas weiter. Und obwohl Xaver noch nicht mal eine Stunde brauchte, um über unsere Stadt hinwegzuziehen, waren gestern immer noch alle Leute ganz aufgeregt in Berlin. Manch einer hat wohl wirklich mal etwas erlebt in seinem sonst langweiligen Leben und braucht sich nun erstmal kein Tattoo stechen lassen, um endlich auch wieder was zu spüren.

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06.10.2017

MIT TAXIBERLIN ZUR REEPERBAHN


Berliner Taxi mit Kölsch Werbung vorm Reeperbahn Döner

Genau zum Vollmond um 20:40:08 stieg er mir am Hauptbahnhof ein und wollte nach Hamburg auf die Reeperbahn, aber nicht wegen den Frauen, sondern weil er da wohnt. Prophezeit wurde mir die Fahrt von Ilona in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin # 17" auf Pi-Radio. Um pünktlich um 19 Uhr im Studio zu sein, hatte ich zuvor den ein oder anderen Euro auf der Straße liegen lassen müssen. Fahrgäste gab es gestern genug, was an dem kleinen Sturm lag, der von 17 bis 18 Uhr über Berlin hinwegfegte. Dass deswegen gleich der ganze Bahn- und Flugverkehr von und nach Berlin eingestellt werden würde, konnte zu dem Zeitpunkt noch keiner wissen. Früher wäre spätestens um 20 Uhr alles wieder gefahren und auch geflogen. Heute fängt da das Chaos erst richtig an. Neben mir waren noch einige andere Berliner Taxen nach HH unterwegs, sowie eine Potsdamer und eine aus dem Landkreis Dahme Spreewald. Ob sie auch auf der Reeperbahn waren, entzieht sich meiner Kenntnis, ebenso ob ihnen die Fahrt - genauso wie mir - vorher prophezeit worden war.

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05.10.2017

DAS NIETZSCHEWORT ZU HEUTIGEN SENDUNG


Den Durchblick haben

Heute in "Hier spricht TaxiBerlin", ich schrieb gestern darüber, geht es um die Astrologie, die von vielen Menschen belächelt wird, was mir egal ist und wofür es auch keinen Grund gibt, ganz im Gegenteil, was schon Kollege Nietzsche vor mehr als hundert Jahren wusste:

Astrologie und Verwandtes. - Es ist wahrscheinlich, dass die Objekte des religiösen, moralischen und ästhetischen Empfindens ebenfalls nur zur Oberfläche der Dinge gehören, während der Mensch gerne glaubt, dass er hier wenigstens an das Herz der Welt rührt; er täuscht sich, weil jene Dinge ihn so tief beseligen und so tief unglücklich machen, und zeigt denselben Stolz wie bei der Astrologie. Denn diese meint, der Sternenhimmel drehe sich um das Los des Menschen; der moralische Mensch aber setzt voraus, das, was ihm wesentlich am Herzen liege, müsse auch Wesen und Herz der Dinge sein.

(Friedrich Nietzsche, "Menschliches, Allzumenschliches", Erster Band, "Von den ersten und letzten Dingen")

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04.10.2017

HIER SPRICHT TAXIBERLIN # 17


Wer tauscht mit?

Morgen, Donnerstag, ist so weit, da sind wir wieder auf Sendung, und das schon ab 19 Uhr. Das Internet hinkt hier mal wieder hinterher, es ist bereits die 17. und nicht die 16. Sendung, was aber nicht wirklich wichtig ist, denn auf die Inhalte kommt es an, oder wie wir früher sagten: Qualität geht vor Quantität. Was nützen uns viele Zuhörer, wenn es nur Idioten sind?!? Deswegen richtet sich diese Info auch nur an ausgewählte Menschen, beispielsweise so wie du einer bist. Vergiss morgen nicht dein Radio einzuschalten. "Hier spricht TaxiBerlin" gibt es nur auf Pi-Radio, in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam bereits die 90.7, und auch im Internet, dort als Live-Stream mit der Betonung auf Live. Das wichtigste hätte ich fast vergessen, unseren Studiogast, denn die Sendung lebt von ihren Gästen. Einmal mehr tue ich etwas für die Frauenquote, die wird morgen wieder total ausgeglichen sein, denn zu uns kommt eine alte Bekannte: Ilona, besser bekannt als "Die erste Frau im Taxi". Ilona hat sich seither weiter entwickelt, was nicht selbstverständlich ist für Taxifahrer, die meisten legen nur an Gewicht zu, und zwar zur Astrologin mit Meisterprüfung. Was es damit und auch mit der Astrologie im Allgemeinen auf sich hat, erfährst du morgen in unserer Sendung, in der wir auch wieder unserem Bildungsauftrag nachkommen und den Stadtplan vorlesen.

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03.10.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Herbstlust

Unsere Zeit zeichnet sich durch zwei Dinge aus: Eine extreme Lustfeindlichkeit einerseits, wobei die meisten Lust mit Konsum verwechseln; und eine krankhafte Geldgläubigkeit andererseits, über die man eines Tages den Kopf schütteln wird. Also sprach TaxiBerlin

02.10.2017

DER NEUESTE SCHEISS AUS AMERIKA


Big Brother is watching you!

Nachdem Coca Cola vor vielen Jahren bereits den Weihnachtsmann Erfolg- und vor allem Konsum-Reich übernommen und für uns in rote Klamotten gesteckt hat, haben es die Amis jetzt auf unseren Tag der Einheit abgesehen, von dem die meisten schon gar nicht mehr wissen, wann der denn ist, geschweige denn, warum es ihn gibt, weswegen er diesmal auch schon am 2. und nicht am 3. Oktober gefeiert wird. Das ganze mal wieder am Brandenburger Tor (wo sonst?!) und angeblich kostenneutral. Die Rechnung wird uns dann zu Halloween präsentiert (noch so'n Scheiß aus Amerika!). Auch wenn der Eintritt angeblich frei ist, kommt nur zur Party rein, wer rote Coca Cola Klamotten anhat, was von Big Brother mit Brille höchstpersönlich kontrolliert wird.

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