11.09.2017

AUCH ICH EIN CLEVERES BÜRSCHCHEN


Verkaufstresen des Bürgermeisters

Einmal in der Woche verlasse ich „meinem kleinen Gulag“ und gehe ins Internet. Dazu muss ich runter von meinem Berg und in die knapp zwei Kilometer entfernte Kneipe vom Bürgermeister. Es gibt noch eine andere Kneipe (wo ich noch nie war), die „Beim Bürgermeister“ heißt, obwohl der Betreiber gar nicht Bürgermeister ist und es wohl auch nicht werden wird, denn „Beim Bürgermeister“ gibt es kein Internet. Die Kneipe vom richtigen Bürgermeister heißt einfach nur Kneipe, sein Inhaber nennt sich Emil, wird aber von allen nur „Emu“ oder auch (von seinem jüngeren Fan-Publikum) „Onkel Emu“ gerufen, was wörtlich gemeint ist. In der Kneipe vom Bürgermeister „Emu“ oder auch „Onkel Emu“ gibt es nicht nur Internet, sondern auch allerhand zu kaufen, wie der Verkaufstresen beweist. Neben Toilettenpapier sind Küchentücher, Waschmittel, Parfum, aber auch Alleskleber und Deckel für Einweckgläser im Angebot. Bürgermeister „Emu“, der auf dem Foto rechts unten an der Seite von „Boiko“ (rechts im Bild), den alle nur „Bruder Boiko“ nennen und der den größten Gulag hierzulande betreibt, zu sehen ist, ist nicht nur ein cleveres Bürschchen wie Gulag Gründer Sergeij einer war, den ich in meinem letzten Beitrag erwähnte, sondern auch einer, der sich, wie man sieht, um seine Leute kümmert, wie man das von einem guten Bürgermeister erwarten kann. Bevor ich wie angekündigt auf Gulag Gründer Sergeij zurückkomme, noch ein Wort zu „Bruder Boiko“, der wie gesagt den größten Gulag sein Eigen nennt, und der immer auch mal in „meinem kleinen Gulag“ vorbeischauen wollte, es aber immer nur bis zu „Onkel Emu geschafft hat, vermutlich um von ihm zu lernen, wie man sich gut um seine Leute kümmert. Dem Gründer von „meinem kleinen Gulag“, der gar nicht so klein ist, aber weit davon entfernt ist der größte zu sein, wird nachgesagt, dass auch er sich gut um seine Leute gekümmert hat, weswegen Sergeij bis heute als ziemlich cleveres Bürschchen gilt. Bis heute hält sich auch das Gerücht, dass in „meinem kleinen Gulag“, von dem er der Gründer ist, ein riesiger Schatz vergraben sei. Du wirst lachen, aber mittlerweile glaube selbst ich daran, obwohl ich nie auch nur irgendetwas von dem Schatz gefunden habe, aber immerhin nach ihm suchen lasse. Das ist auch der Grund, warum ich mich in „meinem kleinen Gulag“ vor Besuchern kaum retten kann und weswegen er auch bereits nahezu komplett umgegraben ist. Gut, auch von meinen Besuchern wurde bisher nichts von dem riesigen Schatz gefunden, aber um den geht es ja auch gar nicht, zumindest mir nicht. Mir geht es ausschließlich darum, übrigens genauso wie bei mir im Taxi, mich gut um meine Leute zu kümmern. In „meinem kleinen Gulag“ muss auch nur der Transfer bezahlt werden, Kost und Logi sind frei, ebenso der Ausblick und die frische Luft. Und, jetzt kommt das wichtigste: Wer den Schatz findet, darf ihn selbstverständlich behalten! Du solltest mal sehen, wie fleißig da manch einer plötzlich wird ...

Foto&Text TaxiBerlin

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