29.07.2017

NIEMAND MUSS NACH INDIEN FAHREN


oder auch zum Inder gehen

Zugegeben, es ist schon ein klein wenig her, aber es stimmt wirklich: Ein weiblicher Fahrgast wollte mit mir mal nach Indien fahren, mit dem Taxi. Sie hatte sogar schon den Fahrpreis ausgerechnet. Ich habe ihn aber wieder vergessen. Aus der Fahrt ist auch nichts geworden. Eigentlich wollte sie, glaube ich, auch nur was von mir. So etwas soll vorkommen, sogar öfter als manch einer denkt. Ich würde gerne mal nach Indien fahren. So ist es nicht. Aber das meiste findet man auch in Berlin. Und sich selbst findet man sowieso nur bei sich selbst. Es gibt also keinen wirklichen Grund nach Indien zu fahren, auch nicht mit dem Taxi. Trotzdem will die halbe Welt nach Indien. Auch wenn es hoffnungslos ist, sage ich immer nur: Fahr an den Rand unseres schönen Kontinents. Dort findest du alles, was du auch in Indien findest und sogar noch mehr. Und glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Ich begebe mich seit Jahren regelmäßig in meiner Auszeit dorthin, so auch demnächst wieder. Die wichtigste Eigenschaft, die du brauchst, ist eigentlich nur die Fähigkeit, dich überraschen zu lassen. Und du musst natürlich bereit sein, mal deine Komfortzone zu verlassen. Vielleicht das schwierigste an der ganzen Geschichte mit Indien.

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27.07.2017

ENDLICH VERSTEHT MICH MAL JEMAND


TaxiBerlin 1007

Zehn Jahre schreibe ich nun schon hier übers Taxifahren in Berlin und so bescheuert sich das anhören mag: Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, dass das jemand wirklich versteht. Es ist wie gesagt nur ein Gefühl, was daran liegt, dass dieser jemand in einer anderen Sprache über mich geschrieben hat. Dieser jemand ist genau genommen eine sie und die Sprache, in der sie über mich geschrieben hat, englisch. Nun ist mein englisch alles andere als perfekt, und trotzdem glaube ich, dass diese junge Frau verstanden hat, worum es mir auf meiner Seite geht. Was ich mit Bestimmtheit sagen kann, ist, dass ich sie nicht kenne, und sie mir, so weit ich mich erinnern kann, auch noch nicht in meinem Taxi gesessen hat. Sie muss mich auf einem anderen Weg gefunden, vermutlich über meinen Blog im Internet, denn bei Facebook bin ich nicht. Ist letztendlich auch egal, denn eigentlich wollte ich nur sagen, dass es manchmal etwas dauert, bis jemand einen versteht. Mach dir also keine Sorgen, wenn dir das noch nicht passiert ist, sicherlich findet sich dieser jemand auch noch bei dir. Damit du ihn oder auch sie nicht verpasst, schreibe ich dir einfach mal auf, wie das aussehen könnte. Ist aber wie gesagt auf englisch:

"A taxi driver in Berlin. When I first discovered Autofiktion, I had no idea what this guy was going on about. His commentary - from backseat conversation to political issues - is always sharp and excessively ironic, so I suggest you grab some popcorn on the way. Cab drivers are usually just the extras in the background of urban life. It's nice to finally hear one of them speak up, and by speaking I mean eloquently an intelligently transforming little anecdotes into saucy Berlin poetry."

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ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Das Leben ist Veränderung, sagte schon Buddha. Dass jede Veränderung auch eine zum Guten ist, sagte Buddha nicht. Meist handelt es sich nur um einen weiteren Sozialabbau im Rahmen der globalisierten Pauperisierung. Neulich wurde Uber-Chef Kalanick gegangen. Was einige freute, machte mich nachdenklich. Klar, Kalanick war übel. Aber was danach kommt, kann nur übler sein. Daran musste ich gestern denken, als ich erfuhr, dass Ex Bild-Chef Kai Diekmann jetzt im Aufsichtsrat von Uber sitzt. Ich musste auch an all die Kollegen denken, die mit Bild niemals nie etwas zu tun haben wollten. Genau genommen war es bloß der eine. Bald wird wohl auch er in einem Uber sitzen. Dazu muss man kein Prophet sein. Wer als Tiger startet, landet in der Regel als Bettvorleger, und wenn es der von Springer ist, der auch bei Uber investiert. Irgendwann wird Taxi auch hierzulande nicht mehr Taxi heißen, sondern nur noch Uber.

Also sprach TaxiBerlin

26.07.2017

ANFRAGE EINER BESORGTEN LESERIN


"Fundstücke" der Straße

Ja, es stimmt wirklich. Es gibt nicht nur besorgte Bürger, sondern auch besorgte Leserinnen. Soeben erreichte mich die Anfrage einer solchen, wahrscheinlich der einzige Leserin meines Blogs überhaupt, ob bei mir alles OK wäre, weil ich jetzt schon zwei (2!) Tage nichts geschrieben hätte. Letzteres stimmt wirklich, aber das nur nebenbei. Erst einmal möchte ich sowohl der besorgten Leserin als auch dem besorgten Leser, der sich noch nicht bei mir gemeldet hat, beruhigen. Bei mir ist alles in Ordnung. Wenn ich einen Tag mal nichts schreibe, kann das auch einfach daran liegen, dass ich nichts zu sagen habe, oder zumindest nichts Neues. Ich weiß, das ist insbesondere heute, wo es jeden Tag mindestens eine neue Wahrheit gibt, ein hohes Risiko. Man ist schneller vergessen, als man gemeinhin so denkt. Deswegen sind besorgte Leserinnen und auch besorgte Leser so wichtig. Das wichtigste an ihnen ist aber nicht, dass sie einen daran erinnern, dass man lange nichts Neues geschrieben hat, sondern ihre Empathie. Die ist geradezu unbezahlbar, weil sie regelrecht im Aussterben begriffen ist, auch und gerade im Taxi. Andererseits, das kommt auch vor, lassen Menschen im Taxi gerne auch mal ihre Maske der Wohlanständigkeit fallen und ihren wahren Gefühlen sozusagen freien Lauf. Also wenn das Nichts ist, dann weiß ich auch nicht ...

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24.07.2017

TAXIBERLIN ALS DIENSTLEISTER


Kundenhinweis

Gestern fiel es mir wie Schuppen von den Augen, dass ich als Taxifahrer vor allem eines bin: Dienstleister. Ob du es glaubst oder nicht: Mir was das vorher nicht klar. Um genau zu sein war es so, dass mich ein Fahrgast darauf hinwies. Das musst du dir mal vorstellen, was manche Fahrgäste sich herausnehmen. Als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, dass die immer bestimmen dürfen, wo ich hinzufahren habe, obwohl ich viel besser weiß, wo sie hingehören. Nein, jetzt soll ich auch noch Dienstleister sein, und zwar an erster Stelle. Und ich dachte immer, dass ich an erster Stelle Mensch bin.

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23.07.2017

GEFÜHLSTRAINING IM GEFÜHLSTAXI


Marktlücke Gefühl

Bei mir im Taxi, ich kann das nicht oft genug wiederholen, darf man nicht nur alles sagen, sogar die Wahrheit, sondern auch alle Gefühle zeigen, wobei das eine die Voraussetzung für das andere ist, wie ich denke. Wie ich heute erfahren habe, sind Gefühle aber nicht nur was fürs Taxi, sondern auch eine Marktlücke, weswegen jetzt sogar ganze Praxen für sie bereitgestellt werden. Das begrüße ich, wenngleich es den Hinweis "Uns geht es gut!" bei mir im Taxi nicht gibt. Ich meine, wie soll es einem sonst gehen, nachdem man endlich fühlen durfte.

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22.07.2017

DINGE, DIE DIE WELT NICHT BRAUCHT



Und Dinge, die die Welt braucht

Neben Handys und Smartphones haben die so genannten Spinner bei mir Taxiverbot. Ich weiß, wir haben die Beförderungspflicht und dürfen nur ausnahmsweise einen Fahrgast ablehnen, aber wenn die Fahrsicherheit nicht mehr gegeben ist, dann schon. Bei Handys, Smartphones und auch bei den so genannten Spinner kann ich diese Sicherheit nicht mehr gewährleisten. Bei letzterem, also bei den so genannten Spinnern oder auch "Handschmeichlern", gibt es allerdings auch Ausnahmen, wie obiges Video beweist. Und zwar dann, wenn aus dem "Handschmeichler" ein "Busenschmeichler" wird, auch wenn es sich beim Busen bzw. der Brust nur um eine Körperdrüse handelt.

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20.07.2017

HIER SPRICHT TAXIBERLIN # ?


Vielleicht die letzte Vorstellung

Morgen ist es wieder so weit, da gibt es die nächste Ausgabe von "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio. Auf der dortigen Homepage ist für morgen die Wiederholung der Sendung vom 26. Mai angekündigt. Der ein oder andere erinnert sich, das war die Sendung, wo ich zwei Fahrgäste aus Kalifornien, genauer gesagt aus Long Beach, weswegen ich sie auch die "Long Beach Boys" genannt habe, direkt vom Flughafen Tegel in die Lottumstraße gekarrt habe, um endlich auch mal Fahrgäste im Studio zu haben. Der Nachteil (zumindest für mich) war, dass ich den ganzen Abend englisch sprechen und das dann auch noch ins Deutsche übersetzen musste, was ich aber immerhin (im Gegensatz zum Englischen) zumindest so halbwegs beherrsche.

Morgen wird diese Sendung nun nicht wie angekündigt wiederholt, und ich werde auch kein englisch sprechen, sondern deutsch, und das mit Susi, die mir vor vielen vielen Jahren einmal im Taxi saß. Ich tue also mal wieder etwas sowohl für die Fahrgast- als auch für die Frauenquote im Studio. Aber es kommt noch besser: Susi ist nicht einfach nur ein ehemaliger Fahrgast, sondern sie ist auch noch die Muse eines bekannten Berliner Bildhauers, den ich mittlerweile auch kennengelernt habe, und mit dem ich eine bestimmte Leidenschaft teile, die etwas mit unserem gemeinsamen Sternzeichen zu tun hat.

Natürlich willst du wissen, wer dieser bekannte Berliner Bildhauer ist, den ich mittlerweile auch kennengelernt habe, welche Leidenschaft ich mit ihm teile und was das alles mit unserem gemeinsamen Sternzeichen zu tun hat. Vor allem willst du aber wissen, was es mit seiner Muse Susi auf sich hat, und wieso Susi damals darauf bestanden hat, dass ich unbedingt den Künstler kennenlerne, dessen Muse sie damals bereits war. Eines kann ich immerhin schon über den Künstler verraten: Er ist nicht einer von den Typen, die ständig über sich, ihre Kunst oder gar über Fördergelder und Stipendien sprechen müssen. Gott bewahre! Und überhaupt: Jesus hatte auch kein Stipendium!

Die Sendung wird wieder komplett werbefrei sein und wir werden wie immer gemeinsam mit unserer Muse Susi unserem Bildungsauftrag nachkommen, den wir als Fahrer eines öffentlichen Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht haben, und den Stadtplan vorlesen, was vor TaxiBerlin noch nie jemand getan hat. (Das Telefonbuch schon - aber noch nie den Stadtplan!) Los geht es wie immer Freitagabend um 21 Uhr, das ganze auf "Pi-Radio", in Berlin ist das die 88.4, in Potsdam die 90.7 und auch hier im Internet auf der Homepage von "Pi-Radio", und zwar links relativ weit oben "Stream hören" anklicken.

Wie eingangs erwähnt, sollte morgen eigentlich eine Wiederholung der Sendung vom 26. Mai ausgestrahlt werden. Der Grund für diese ursprünglich geplante Wiederholung sind irgendwelche Probleme beim Sender, auf die ich nicht weiter eingehen möchte, weil sie mich nicht persönlich interessieren. Ich will einfach nur Radio machen und meinen Spaß haben, wenn es schon keine Kohle gibt. Die beiden nächsten Sendungen sind bereits vorproduziert, sollten also auch ausgestrahlt werden im August und September. Ich habe absolut Null Ahnung, ob und wie es danach weiter geht. Vielleicht ist das morgen auch schon die letzte Live-Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin".

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19.07.2017

IM TAXI MIT THOMAS BERNHARD


Auf dem Weg zur Preisverleihung

Gestern geträumt, dass mir Thomas Bernard ins Taxi steigt und zu einer Preisverleihung nach West-Berlin will. Es war also nicht der Nobel-Preis, obwohl er auch für den im Gespräch war. Thomas Bernhard, wer ihn kennt, war kein Mann der großen Worte. Was er zu sagen hatte, hat er aufgeschrieben, und zwar in seinen Büchern. Unter keinen Umständen wollte er einen Preis annehmen, aber das Geld mochte er schon. Deswegen wird er jetzt auch gleich in der ersten Reihe sitzen und einen Preis entgegennehmen. Ich war also nicht wirklich überrascht, als Thomas Bernhard plötzlich sagte: "Ich bin geldgierig, ich bin charakterlos, ich bin selbst so ein Schwein."

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17.07.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Dabei ist der gar nicht von hier

Wer nichts zu sagen hat, sollte wenigstens über sich reden, wenn er/sie/es unbedingt etwas sagen muss. Also sprach TaxiBerlin

16.07.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Man nennt ihn auch ALTER XL

Vor einigen Tagen habe ich im Zusammenhang mit G20 in Hamburg gefragt, woher dieser Hass und diese Wut kommt. Nicht nur beim armen Sascha, sondern auch bei Linken und auch der Polizei. Ich behaupte, dass es ein und dieselbe Quelle ist. Nicht nur bei Linken und Polizei, sondern auch bei Rechten. Es ist ein und dieselbe Quelle. Also sprach TaxiBerlin

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15.07.2017

IST DENN SCHON WAHLKAMPF ?


"Nur" ein Roman ...

Das Schlimmste am Taxifahren sind nicht die Fahrgäste, wie man beim Lesen mancher meiner Beiträge vermuten könnte, sondern die Geschwindigkeit, mit der man unterwegs ist. Denn obwohl man in Berlin nur allzu oft alles andere als zügig voran kommt, verpasst man meist das Wichtigste. Das ist auch der Grund, warum ich manchen Fahrgästen zum Laufen rate. Und gestern bin ich selbst auch wieder gelaufen, durch meinen Kiez, wie der Berliner sein Viertel liebevoll nennt. Es gibt da so eine Runde, die ich mehrfach die Woche ablaufe, ich nenne sie auch die "Antiquariats-Route". Über die könnte ich, fällt mir gerade ein, bei Gelegenheit auch mal schreiben, wenn du magst. Gestern stieß ich dabei auf obiges Motiv, dass mich sofort fragen ließ, ob der Wahlkampf schon begonnen hat. Es war aber "nur" ein Roman.

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14.07.2017

"DER PROPHET GILT NICHTS IM EIGENEN LAND"


Halteverbot für Heilande

Dass der Prophet nichts gilt im eigenen Land, das wusste schon der Heiland, obwohl der zu Lebzeiten keine Follower in Amerika hatte. Das ist bei TaxiBerlin anders. Aber keine Sorge. Ich schreibe das nur, damit auch hier dem Letzten klar wird, dass sich die Zeiten ändern. Früher war eben doch nicht alles besser, sondern vieles nur anders. Und trotzdem bleibt da eine gewisse Unsicherheit, oder genauer die Frage: Wie versteht man den Berliner Propheten in Amerika? (Oder verstehen sie ihn vielleicht gar nicht?) Sprechen die da alle Deutsch? Oder nehmen sie den Google-Translater? Den kann ich empfehlen, denn der (und nur der!) macht aus TaxiBerlin einen Propheten.

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13.07.2017

GEHEIMWAFFE "MARIA"



Im Taxi mit Maria Callas

Lange habe ich Bob Dylan in meinem Taxi gehört, vor allem lange bevor er neulich diesen Preis bekam. Da hatte ich bereits auf Mozart umgestellt, der eigentlich auch einen Preis verdient hätte, und zwar für sein "Leck mich im Arsch". Aber es wird noch besser: Bei Mozart geben nicht nur Kühe mehr Milch, das ist mehrfach wissenschaftlich bewiesen worden, sondern Fahrgäste auch mehr Trinkgeld. Letzteres wird von mir im Taxi durch einen Langzeittest überprüft, der genau genommen noch anhält. Nun kommt es aber gerade in letzter Zeit immer öfter vor, dass Fahrgäste vor allem Eines tun, nämlich rumnerven, weswegen man sie eigentlich nur so schnell es geht loswerden will. Und da kommt die Callas ins Spiel, also ihre Stimme, denn sie selbst lebt ja nicht mehr. Was jetzt das "loswerden" von Fahrgästen angeht, da bietet Maria Callas jede Menge Material. Obiges "Vien, diletto, è in ciel la luna" ist nur einer von vielen von mir getesteten Rausschmeißersongs. Wichtig ist, dass es unbedingt von Maria Callas gesungen sein muss. Alle Anderen bringen es nicht. Auch das wurde von mir überprüft. Der Song ist aus Vincenzo Bellinis Oper "I Puritani" ("Die Puritaner") und heißt auf deutsch "Komm Geliebter, am Himmel steht der Mond". Also eher was für Nachtfahrer.

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11.07.2017

ER IST EINE SIE


und noch unverheiratet

Als hätte ich es geahnt, dass die Preise bald steigen werden, habe ich mir kurz vor Hamburg noch rasch einen Gebrauchten zugelegt. Genau genommen ist es eine Sie und hört auf den Namen "Liana". Ob "Liana" auch heiraten darf, kann ich nicht genau sagen. Prinzipiell wahrscheinlich schon, kann ja heutzutage jede/r jede/n heiraten. Möglicherweise ist "Liana" mit ihren vierzehn (14) Jahren noch etwas zu jung dafür. Wer den offiziellen Umrechnungsfaktor von Auto- in Menschenjahre kennt, kann sich ja mal bei mir melden. Ist aber eigentlich nicht so wichtig, weil "Liana" bald in den Gulag geht und dann wichtigeres zu tun hat als zu heiraten. Apropos: Es gibt immer noch einige wenige freie Plätze in "Meinem kleinen Gulag". Eines hatte ich dem Zusammenhang vergessen zu erwähnen: Der Genosse Stalin betreibt gleich nebenan seinen "Grill Stalin", der sowohl für seine phantastischen Forellen als auch für seine hochmotivierten Mitarbeiterinnen bekannt ist. Bei guter Führung gehe ich als Gulag-Manager mit meinen Mitarbeitern immer Sonntags beim Genossen Stalin essen. Diesmal werden wir Dank "Liana" wohl fahren ...

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10.07.2017

ACHT STUNDEN SEX


Ich habe schon so einiges gehört im Taxi, aber dass jemand acht (8) Stunden Sex hat, und zwar am Stück, das war dann auch für mich neu. Das sagt übrigens kein Mann, sondern eine Frau, weswegen es wohl stimmen wird. Natürlich willst du wissen, warum mir die Frau das erzählt hat. Ihr Problem ist, dass sie mit dem Mann nicht zusammen ist, mit dem sie von Zeit zu Zeit acht (8) Stunden Sex hat, also nicht richtig, zusammen - meine ich. Aber es gibt noch ein weiteres Problem: Er kommt nicht! Und trotzdem macht es der Frau Spaß, was bei ihr schon was heißt, weil das nicht so oft vorkommt bei ihr, wie sie sagt. Was den Umstand angeht, dass er nicht kommt, selbst nach acht (8) Stunden nicht, konnte ich immerhin so viel sagen, dass mir das sehr danach aussieht, als wenn das nun wirklich sein Problem wäre, was sie doch zumindest etwas beruhigt hat.

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09.07.2017

VOM ARMEN SASCHA UND DEM ALLGEMEINEN UNWOHLSEIN, DAS ER VERURSACHT


Was gegen's Unwohlsein

Kollege, besser "Kollege" Sascha aus Marzahn, aber eigentlich aus Stuttgart, hat nicht nur einen Taxi-Blog, auf dem er am liebsten über Klein- und Kleinstbeträge schreibt, seiner wohl größten Leidenschaft, sondern auch noch einen privaten Blog mit dem "schönen" Namen "Säbelzahnhamster", was irgendwie witzig sein soll, aber eigentlich den zahnlosen Tiger meint, der er im Grunde ist. Denn der arme Sascha bezeichnet sich selbst als ein "recht friedliebender Mensch", wenngleich er sich vor fast zwanzig Jahren auch schon einmal vermummt hat, indem er ein Halstusch über seine Nase zog. Heute sitzt der arme Sascha mit reichlich Übergewicht in seinem Taxi, und wenn nicht da, dann zu hause vor seinem Computer. Von dort aus versucht er mittels Internet in der Welt zumindest "ein allgemeines Unwohlsein zu verursachen", denn das ist "vielleicht Sinn der Sache". Dieses Ziel hat der arme Sascha mit seinem aktuellen Beitrag über den G20 Gipfel in Hamburg erreicht. Ob es wirklich "Sinn der Sache" ist, oder vielleicht nur "vielleicht", darüber kann man durchaus geteilter Meinung sein. Eine Frage könnte etwas Licht ins Dunkel bringen: Woher kommt dieser Hass und diese Wut bei den Leuten, beispielsweise auch beim armen Sascha - ich meine wirklich!?!

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08.07.2017

TÄGLICH KASPERLE VORSTELLUNGEN


"Das einzig Wahre ist wieder da!"

Ab nächsten Freitag gibt es nun auch Kasperle Vorstellungen in Berlin. Allerdings nicht im Friedrichshain, wie das Plakat behauptet. Ich habe extra noch mal in meinen analogen Stadtplan nachgeschaut, und dort ist obige Ecke bereits im Prenzlauer Berg. Möglicherweise habe ich aber mal wieder gar keinen Plan, bin also völlig von vorgestern. Zumindest war vorgestern noch jedem klar: Die Straße heißt Dimitrow. Oder doch Dimitroff? Gemeint ist auf jeden Fall der, der damals antanzen musste. Du weißt schon: Reichstagsbrandpozess. Nein, nicht in Berlin. In Leipzig. Ja, der Reichstag war damals schon in Berlin, aber der Prozess war in Leipzig. Und da musste der antanzen, der bulgarische Kommunist Dimitrow oder wegen mir auch Dimitroff. Deswegen heißt die Straße jetzt auch Danzinger. Ecke Kniprode ist aber im Prenzlauer Berg. Das stimmt wirklich.

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07.07.2017

FREITAG IN FRIEDRICHSHAIN


Die Idylle trügt

Ein ganz normaler Freitag in Friedrichshain. Für alle, die ihn nicht kennen: Der Friedrichshain ist ein Berliner Stadtbezirk, um genau sein ein ehemals Ost-Berliner Arbeiterbezirk. Den Arbeiterbezirk gibt es nicht mehr, weil es keine Arbeiter mehr gibt, zumindest nicht in Berlin, nur noch in Bangladesch. Alte gibt es in Friedrichshain auch nicht mehr, wobei deren Verbleib völlig unbekannt ist. Den Bezirk Friedrichshain gibt es seit der Zwangsheirat mit Kreuzberg zu Friedrichshain-Kreuzberg auch nicht mehr. Ich komme drauf, weil gerade jemand in Hamburg ein Problem hatte, zu seinem Edeka zu gelangen. Genau das selbe Problem habe ich seit einiger Zeit auch im Friedrichshain, und das ganz ohne Gipfel - das fehlte noch! Dabei ist mein Edeka keine 100 Meter entfernt. Dazwischen liegt allerdings dieses Hipster-Café, wo die Leute einem immer im Weg rumsitzen, aber an denen ich irgendwie vorbei muss. Meist weiche ich auf die Straße aus, aber selbst da ist es trotz Tempo 30 nicht mehr sicher. Dann muss ich irgendwie an der Bettlerin am Eingang von Edeka vorbei, die jeden immer so nett grüßt, weswegen ich sie immer zurück grüße, was nicht alle machen, und dabei kenne ich sie nicht einmal. Im Edeka selbst wird es immer schwieriger an die Regale ranzukommenen, was entweder an den großen Kinderwägen davor liegt, oder bereits an den Bälgern, die da hasche spielen. Von den Blicken, denen man mir nachwirft, gar nicht erst zu reden. Dazu muss man wissen, dass ich mittlerweile auch zu den Alten gehöre, die eigentlich alle ausgemerzt sind. Dann das Drama an der Kasse. Entweder sind die Produkte nicht im System, weswegen die Kassiererin und manchmal auch der Kassierer losrennen muss, oder die Kartenzahlung funktioniert mal wieder nicht, oder beides. Hatte ich schon die erwähnt, die selbst beim Zahlvorgang noch telefonieren müssen? Das sind die schlimmsten! Von denen würde ich das Handy einfach einziehen und es der Bettlerin vorm Edeka geben, dann würde sich das Warten endlich auch für sie lohnen. Jetzt muss ich nur noch am Hipster-Café vorbei, wobei für mich das schlimmste ist, dass die armen Menschen dort immer so extrem gelangweilt aussehen. Aber vielleicht sind das gar keine Menschen mehr, wer weiß das schon so genau. Aber dann könnten sie ja eigentlich auch weg, oder?!

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06.07.2017

"ICH TRAUE MICH NICHT MEHR AUS DEM HAUS"



"Eine Frau als Imam. Ist das islamisch korrekt?"

Eigentlich wollte ich schreiben, dass wir eine Person als potentiellen Fahrgast im Taxi verloren hätten, weil sie sich nicht mehr aus dem Haus traut. Dabei stimmt das gar nicht, denn die Anwältin und Moschee-Gründerin Seyran Ates aus Berlin, die zwar mit dem Leben bedroht wird und deswegen unter permanentem Polizeischutz steht, hat ganz genau gesagt, dass sie sich "nur" nicht mehr alleine aus dem Haus traut. Scheint also alles nicht so schlimm zu sein da in Moabit.

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05.07.2017

TAXIBERLIN SINGT




Nicht nur bei mir im Taxi, sondern auch in meinem Gulag gilt: Du machst besser keinen Plan! Ganz einfach deswegen, weil es immer anders kommt. Ganz egal übrigens, ob im Herzen Europas oder an seinem Rand. Wobei man sagen muss, dass es am Rande natürlich öfters vorkommt, dass etwas dazwischen kommt - zumindest bisher noch - was wiederum den Vorteil hat, dass man sich drauf verlassen kann. Das sieht auch Peter Bonev (rechts im Bild) so, besser bekannt als "Der Jimi Hendrix des bulgarischen Dudelsacks", der über meinen Vortrag nur lachen kann, obgleich er kein einziges Wort versteht.

LIEBER EINMAL GULAG ALS DREIMAL MINIJOB


Aus aktuellem Anlass möchte ich dem Guerilla-Marketing für meinen kleinen Gulag hinzufügen, dass du für ihn nichts ordentliches gelernt haben musst, wie beispielsweise für die drei Minijobs, die du gerade machst. In meinem Gulag kann jeder ganz ohne jede Qualifikation entweder im Garten oder auch in der Küche hart arbeiten. Was die Gartenarbeit angeht: Sagt dir der Begriff "Roden" etwas? Falls nicht, dann macht das überhaupt gar nichts. Glaub mir: Du kannst es!

Die Hausarbeit kann mit den beiden Worten "Backen" und "Kochen" zusammengefasst werden. Eine Gulag-Spezialität ist das selbst gebackene fliegende Brot, von dem der Teig aus dem Küchenfenster geworfen wird, draussen von jemandem aufgefangen werden muss, um ihn in das vorgeheizte Erdloch zu legen, das dann nur noch mit etwas Erde locker verschlossen wird. Wer weder mit Garten-, noch mit Küchenarbeit etwas anfangen kann, kann auch Saubermachen. Und weil ich das vor vielen vielen Jahren mal regelrecht studiert habe, weiß ich, dass man da unbedingt von OBEN beginnen sollte.

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04.07.2017

ME AND MY LITTLE GULAG


Ein Leben ohne Smartphone ist möglich

Viele wissen nicht, was ein Gulag ist. Die sind hier definitiv verkehrt, denn denen ist sowieso nicht mehr zu helfen. Du kannst mit Gulag etwas anfangen, für dich besteht, wenn du so willst, noch Hoffnung. Ich erzähle dir jetzt nicht, warum ich einen kleinen Gulag mein Eigen nenne. Das würde zu weit führen. Du musst nur wissen, dass ich nicht nur Taxidiktator in Berlin bin, sondern auch Gulag Manager am Rande Europas, wohin ich mich traditionell in meiner Auszeit zurückziehe, die mal wieder vor der Tür steht. Das Allerwichtigste ist aber, dass auch du, der du genug hast vom ewigen Party machen und What's Up Null Kommunikation, in meinen kleinen Gulag einziehen kannst.

In meinem kleinen Gulag, auch wenn er sich sehr am Rande befindet, wird an erster Stelle gearbeitet, und das körperlich. Du musst dir da keine Sorgen machen, Arbeit gibt es genug, um genau zu sein: Genug für das gesamte chinesische Volk. Körperliche Arbeit, der ein oder andere erinnert sich, ist etwas sehr schönes, nicht nur, weil man dabei unnötige Pfunde los wird, sondern weil sie einen einfach auf andere Gedanken bringt. Die ersten Tage sind immer etwas schwer so ganz ohne Smartphone und Internet, aber irgendwann vermisst man sie gar nicht mehr. Zugegeben, das dauert manchmal Wochen, denn die Menschen sind sehr abhängig von äußerem Input, um ihre innere Leere nicht zu spüren, die auch wirklich nur schwer auszuhalten ist.

Und irgendwann, meist über Nacht, fangen die Leute plötzlich an sich wieder ganz normal zu unterhalten, und zwar über Dinge, die wirklich wichtig sind im Leben, und nicht über die Farbe ihres Smartphones. Das sind, wenn du so willst, die schönsten Momente in meinem kleinen Gulag. Die erwähnte Arbeit ist dabei der Weg und nicht das Ziel. Und wie gesagt, auch du kannst dich um einen Platz in meinem kleinen Gulag bewerben, im Moment sind noch einige wenige frei. Kost und Logie sind auch frei und natürlich auch der "One Million Dollar" Ausblick. Bewirb dich am Besten noch heute für meinen kleinen Gulag und schreib eine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

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02.07.2017

LÜCKENPRESSE UND WIE SIE FUNKTIONIERT



Universität Leipzig, 2. Mai 2017

Am Donnerstag hat Hans-Joachim Maaz, der Psychiater, Psychoanalytiker und Autor aus Halle an der Saale, der mir vor vielen Jahren schon mal hier in Berlin im Taxi saß, sein neues Buch "Das falsche Leben" in Potsdam vorgestellt, ich habe an dieser Stelle darüber geschrieben. "Das falsche Leben" ist nicht irgendwo erschienen, sondern beim Münchner C.H.Beck Verlag, der schon so manches Buch von Hans-Joachim Maaz herausgebracht hat, beispielsweise "Die narzisstische Gesellschaft" (in der 4. Auflage), "Die Liebesfalle" (ebenfalls in der 4. Auflage) und  "Der Gefühlsstau" (in der 2. Auflage, der Titel ist vorher bereits bei Argon und Knaur erschienen). Trotzdem wurde, wie ich am Donnerstag erfahren habe, sein neues Buch "Das falsche Leben", das im März herauskam und aktuell in der 2. Auflage erscheint, bisher in keiner großen Zeitung hierzulande besprochen, sieht man mal von diesem Artikel in der Frankfurter Rundschau und diesem Interview von MDR-Kultur auf der Leipziger Buchmesse ab. Und das, obwohl oder vielleicht gerade deswegen, weil Hans-Joachim Maaz sich, wie zum Beispiel auch in obigem Vortrag, zu aktuellen Themen wie der AfD, Pegida und zu Problemen unserer Gesellschaft äußert, der er eine krankhafte Normopathie bescheinigt. Alles wichtige Sachen, wie ich denke, aber leider kein Spiegel, keine Süddeutsche und auch keine Frankfurter Allgemeine, von Öffentlich/Rechtlich ganz zu schweigen. Zum Glück gibt's meine kleine Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio, wo ich regelmäßig dem Bildungsauftrag nachkomme, den wir als Fahrer des öffentlichen Verkehrsmittels Taxi mit Beförderungspflicht haben, und weshalb ich bereits vor einigen Tagen ein Telefoninterview mit Hans-Joachim Maaz geführt und aufgezeichnet habe, ich hatte an dieser Stelle darüber berichtet. Ausgestrahlt wird es auf Pi-Radio am 16. September ab 21 Uhr, wer sich jetzt schon mal ein Kreuz in den Kalender machen oder gar den Alarm seines Smartphones stellen möchte, in Berlin auf der 88.4, in Potsdam ist es die 90.7 und weltweit im Internet bei www.piradio.de unter "Stream hören".

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01.07.2017

SKANDALÖS ABER KEIN NATURGESETZ


Eigentlich lese ich ja keine Leitmedien, oder besser: ehemalige Leitmedien, mehr, aber diese WENDE beim Magazin aus Hamburg erscheint mir doch eine Erwähnung wert zu sein. Seit gestern, also seit der EHE FÜR ALLE, ist Angela Merkel dort jetzt nicht mehr unsere souveräne Führerin, sondern die böse Rabenmutter. Ihr Regierungsstil ist plötzlich, praktisch über Nacht, SKANDALÖS und ihre Wiederwahl demnächst gar nicht mehr sicher weil KEIN NATURGESETZ. Das sind, zumindest für meinen Geschmack, nun wahrlich keine Neuigkeiten, die auf das Titelblatt eines anerkannten Magazins gehören, aber das ist der SPIEGEL auch schon lange nicht mehr, weswegen dieser Schnee von vorgestern dort schon wieder gut aufgehoben ist. Meine Sorge, ja auch ich - ein besorgter Bürger, ist im Moment eher die Frage, wer als nächstes vom Magazin aufgebaut werden wird. Ich befürchte Martin Schulz von den: WER HAT UNS VERRATEN? - SOZIALDEMOKRATEN!

PS: "Sie holte spontan Flüchtlinge aus Ungarn ins Land, ohne ein Konzept für eine Flüchtlingspolitik zu haben." (SPIEGEL 27/2017) - Sollte es denn möglich sein, dass die Kaiserin, nackt ist, und das schon ziemlich lange? Aber vielleicht hat es genau deswegen so lange gedauert. Ich meine: Wer will schon Angela Merkel nackt sehen?

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EHE UND SCHEIDUNG FÜR ALLE UND KEINEN


Für sie ist klar: Sie heiratet ihren Dackel

Nach der "Ehe für alle" muss es natürlich auch die "Scheidung für alle" geben - das ist klar. Ich bin mir nicht sicher, ob auch die "Scheidung für alle" einer parlamentarischen Erlaubnis bedarf. Ich komme auch nur drauf, weil mich ein Kollege darauf hinwies, dass nach der "Hochzeits-Messe", die für alle Heiratswilligen in Berlin traditionell der "Sex-Messe" folgt, und welche für uns Taxifahrer zumindest noch so halbwegs interessant ist, die "Scheidungs-Messe" stattfindet. Dazwischen, also zwischen "Hochzeits-Messe" und "Scheidungs-Messe", gibt es noch die "Baby-Messe", die man in dem Zusammenhang aber vernachlässigen darf, da sie auch für Taxifahrer keine Rolle spielt.

PS: Gegen die Ehe für "Alle und Keinen" spricht eigentlich nur, dass man danach nie wieder unverheiratet oder wegen mir auch ledig ist, sondern immer nur geschieden, und zwar bis man das nächste Mal heiratet. Jede Eheschließung birgt also immer auch, das sollte bei aller Eile nicht vergessen werden, ein gewisses Suchtpotential in sich. Denn wer möchte schon den Rest seines Lebens geschieden sein, und dann noch von einer Person, von der man sich hat scheiden lassen?

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