08.06.2017

TAXIBERLIN ALS VORPRODUZENT


"hoffentlich auf bald im Taxi" - Ingo Schulze

Was andernorts einfach nur eine Aufzeichnung ist, heißt bei "Pi-Radio", wo ich alle vier Wochen meine Show "Hier spricht TaxiBerlin" habe, "Vorproduktion" - man gönnt sich ja sonst nichts. Eine solche, genau genommen gleich zwei, also zwei Sendungen, habe ich gestern für den Sommer "vorproduziert". Einerseits deswegen, weil es bei "Pi-Radio" dieses Jahr keine Sommerpause gibt und ich traditionell genau dann meine Auszeit vom Taxifahren nehme. Andererseits auch, weil einer meiner Gäste Freitags nie kann, wenn die Sendung live "produziert" wird. Gestern bei meinen "Vorproduktionen", es waren wie gesagt zwei, hatte ich nämlich zwei Gäste. Einer saß mir im Studio, den anderen rief ich an. Der mit mir im Studio saß, war der Autor Ingo Schulze, der u.a. "33 Augenblicke des Glücks", "Simple Storys" und "Neue Leben" geschrieben hat, und der auch einmal Taxifahrer in Berlin werden wollte, wie ich gestern beim "vorproduzieren" erfuhr. Aus dem Taxischein ist nichts geworden (warum, erfährst du in der Sendung) und im Taxi hat mir Ingo Schulze auch noch nicht gesessen, obwohl er das gerne mal machen würde, um mir aus seinem neuesten Roman "Peter Holtz" vorzulesen. In meinem Taxi saß mir dafür schon einmal der Psychiater, Psychoanalytiker und Buchautor Hans-Joachim Maaz aus Halle an der Saale, von dem u.a. "Der Gefühlsstau" und "Die narzisstische Gesellschaft" sind, mit dem ich ganz "vorproduktiv" am Telefon sprach. Es ging um sein im März erschienenes Buch "Das falsche Leben", in dem er beispielsweise ganz richtig feststellt, dass Navigationsgeräte orientierungsblöd machen, was ich nach vielen Jahren auf der Straße nur bestätigen kann. Der Psychiater und Psychoanalytiker diagnostiziert unserer narzisstischen Gesellschaft eine Normopathie, ein Begriff, den mein Schreibprogramm zwar nicht kennt, der aber immer mehr an Bedeutung gewinnt. Hans-Joachim Maaz aus Halle an der Saale sagt darin nicht nur, dass der Begriff "Lügenpresse" ein Vorwurf gegen "normopathische" Berichterstattung ist, sondern erklärt darüber hinaus auch, was dagegen hilft, und zwar mit wirklich allen Menschen zu reden, so weit dies denn möglich ist. Genau das praktiziere ich seit langem in meinem Taxi, weswegen ich mich auch zu einem Extrem-Zuhörer entwickelt habe. Bei mir im Taxi kann jeder alles sagen, sogar die Wahrheit, weswegen Ingo Schulze auch gerne mal bei mir einsteigen würde. Das möchtest natürlich auch du. Aber du möchtest mehr, und zwar meine "Vorproduktionen" für "alle und keinen" hören. Wenn nichts dazwischenkommt, werden diese am 18. August und am 15. Spetember jeweils ab 21 Uhr ausgestrahlt. Das ganze auf "Pi-Radio", was in Berlin die 88.4 ist, in Potsdam ist es die 90.7, und weltweit im Internet als Live-Stream.

Foto&Text TaxiBerlin

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