29.06.2017

EHE FÜR ALLE IST DOCH KINDERKRAM


Statt mich mit den wirklich wichtige Themen zu beschäftigen, beispielsweise die gerade stattfindende "Revolution" in Frankreich, muss ich mich mit meinen Fahrgästen über solchen Kinderkram wie die "Ehe für alle" unterhalten. Denn da hat der Herr Marx, der mir allerdings noch nicht im Taxi saß, Widerspruch angemeldet. Ich meine, alleine dass jemand mit dem Namen Marx heute überhaupt noch etwas sagen darf hierzulande, beweist doch, was für eine hervorragende Demokratie wir sind. Der Herr Marx, wer ihn nicht kennt, ist übrigens kein Kommunist, sondern Katholik. Aber nicht irgendeiner, sondern der oberste Katholik, so eine Art deutscher Papst. Und als solcher fordert er nicht nur das "Festhalten an der traditionellen Ehe", sondern sorgt sich auch um die "Weitergabe von Leben". Der Herr Marx ist, wenn du so willst, ein "besorgter Bürger", die allerdings, und jetzt wird es schwierig, seit geraumer Zeit zum Abschuss freigegeben sind. Aber wir sollten uns nicht mit Begriffen aufhalten, und schon gar nicht mit Kampfbegriffen, sondern uns besser mit neuen Erkenntnissen beschäftigen. Das ist auch wichtig, weil da ja jeden Tag etwas Neues verkauft wird, und wenn es nur eine neue Wahrheit ist. Und auf diesem Markt sieht es spätestens seit letztem Jahr so aus, dass gilt: "Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt" (Katrin Göring-Eckardt / Grünen-Fraktionschefin), und das ist "wertvoller als Gold" (Martin Schulz / SPD-Kanzlerkandidat).

PS: Gerade erfahre ich noch, dass sich der Herr Marx auch über das Tempo beklagt (eigentlich auch für Taxifahrer ein wichtiges Thema: Das Tempo.) Also der traut sich was: Erst Marx heißen und dann das!

Text TaxiBerlin

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