23.05.2017

WENN DER FEIND BEKANNT IST ...


hat der Tag Struktur

Wenn der Feind bekannt wäre (und das ist er im Taxigewerbe), dann hätte der Tag Struktur, sagte neulich ein kluger Kopf, der den Satz von einem anderen klugen Kopf übernommen hatte, was ihn deswegen nicht falsch macht - ganz im Gegenteil. Der Feind des ehrlichen Taxifahrers, er ist seit langem bekannt bekannt, ist UBER aus dem sonnigen Kalifornien, genau genommen aus San Francisco. UBER ist deswegen der Feind, zumindest im Moment noch (das kann morgen schon wieder ganz anders sein), weil er, und damit liegt er wiederum voll im Trend, aus einem prekären Arbeitsverhältnis, und genau das ist Taxifahren, ein noch prekäreres machen möchte. Das ganze natürlich nur wegen der total geilen und vor allem ganz neuen Idee der "shared economy" (wann erfindet eigentlich mal jemand "shared money"?), die, also die "shared economy", allerdings nur einen noch reicher macht, und das ist UBER. Zugegeben, der Fahrgast spart auch den ein oder anderen Cent, und deswegen wird sich der Feind aus Amerika auch über kurz oder lang durchsetzen, denn es geht bekanntlich immer nur um den Konsumenten, der, wie wir alle wissen, König ist, und nicht UBER, wie man vermuten könnte. Gegen UBER ist nur die heutige Taxi-Demo. Sie beginnt Punkt zwölf Uhr, der Amerikaner sagt auch "high noon", am Saatwinkler Damm, was in der Nähe vom Flughafen Tegel ist, und endet um vierzehn Uhr in der Putkamer Straße in Kreuzberg vor der P-Schein-Stelle. Wer, so wie ich, um zwölf kein Taxi hat, um an dem Auto-Korso gegen UBER teilzunehmen, weil der Kollege Tagfahrer noch seinem prekären Arbeitsverhältnis nachgeht, um seine Familie zu ernähren, der kann trotzdem um Zwei in die Putkamer kommen, beispielsweise, ebenfalls so wie ich, mit dem Fahrrad. Denn noch gibt es einen gemeinsamen Feind, Gott sei Dank, der dem Tag Struktur gibt, was bereits morgen schon, ich erwähnte das, ganz anders sein kann.

Foto&Text TaxiBerlin

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