19.05.2017

QUALLE AUS MARZAHN NOCHMAL


Man sieht sich immer zweimal, und so war es auch mit Qualle aus Marzahn. Brachte er seinerzeit "nur" fünf Zentner auf die Waage, so sind es jetzt bereits zehn, was ich ihm vor gut einem Jahr auch schon vorhergesagt hatte. Diesmal war Qualle auf dem Weg zum Schneider, der wohnt zwar nur um die Ecke, aber wie sollte er das schaffen? Ich schlug "rollen" vor, wovon Qualle aus Marzahn natürlich nichts wissen wollte. Wozu er denn diesen Anzug brauchen würde, erlaubte ich mir nachzufragen, auch um die Fahrt irgendwie abbiegen zu können, denn leider haben wir als öffentliches Verkehrsmittel nicht nur den Bildungsauftrag, sondern auch die Beförderungspflicht. Bei dieser Frage kam Qualle ins Schwitzen. Genau genommen schwitzte er aber bereits, als er aus seinem Block kam. Im Taxi saß er mir noch nicht. Es ist auch nicht klar, ob er dort überhaupt reingepasst hätte. Denn Qualle entschied sich kurzerhand dann doch gegen die Idee mit dem Anzug. Wahrscheinlich auch, weil ich wissen wollte, was der denn kosten solle für jemanden, der zehn Zentner auf die Waage bringt. Dazu muss man wissen, dass Qualle nicht nur verdammt dick, sondern auch unglaublich geizig ist. Und das war mein Glück, also der Geiz von Qualle aus Marzahn, dass dieses dicke Ei, also die Fahrt um die Ecke, an mir vorüberging. Als beförderungspflichtiger Taxifahrer mit Bildungsauftrag schlage ich eine Diät und mehr Bewegung vor, bevor sich Qualle aus Marzahn endgültig ein Zirkuszelt schneidern lässt.

Text TaxiBerlin

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