03.05.2017

"4 BLOCKS" - VERSUCH EINER KRITIK


Toni Hamady alias Kida Ramadan möchte eingebürgert werden, so die offizielle Geschichte in dem am 8. Mai anlaufenden Neuköllner Sozialdrama "4 Blocks", damit er endlich aus seinem kleinen spießigen Leben in Neukölln ein offiziell spießiges wahrscheinlich in Zehlendorf machen kann. Das ganze geht mich deswegen etwas an, weil meine Familie zur Hälfte aus Neukölln kommt, und es zugleich auch ein echtes Problem ist, genau genommen ein Versäumnis, und das meine ich ernst. Denn ein Einwanderungsgesetz, das diesen Namen verdient, kennt man hierzulande nicht. Deswegen muss Toni alias Kida auch Drogen verticken, das ist klar. Dabei spricht er sehr gut deutsch, ist darüber hinaus noch intelligent, das muss man sich mal vorstellen. Das hätte alles so auch in einer Finnischen und sogar auch in einer Neuseeländischen Großfamilie passieren können, sagt zumindest Toni Hamady alias Kida Ramadan. Keine Ahnung, ob er das ernst meint. Im Gespräch fragt er weiter: "Wie geht man mit Menschen um?" Ich finde das eine gute Frage. Wie geht er mit Menschen um, denen er seinen Stoff verkauft? Die Jungs auf den Neuköllner Straßen sind jedenfalls stolz auf ihn, sagt er. Worauf jetzt genau? Auf seine neue Wohnung in Zehlendorf? Oder "nur" auf sein nächstes Drogenopfer in Neukölln?

Text TaxiBerlin

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