18.04.2017

TAXIBERLIN ALS DEALER MIT BAUCHLADEN


Es stimmt wirklich: Ich bin ein totaler Comercial Guy. Ich denke immer nur ans Geld machen. Das Taxifahren ist dagegen etwas, was mich davon ablenken soll. So eine Art Therapie, wenn du so willst, die aber nicht richtig funktioniert, zumindest nicht bei mir. Das ist leider auch die Wahrheit. Und deswegen bin ich auf die irre Idee gekommen, und zwar jetzt zu Ostern, da hatte ich mal wieder viel Zeit in meinem Taxi, beides, also den Kommerz und das Taxifahren miteinander zu verbinden. Ich weiß, das hört sich im ersten Moment komplett bescheuert an, aber eben nur im ersten Moment.

Die Idee ist nicht neu, und sie ist auch nicht von mir. Die Idee habe ich vom "Eisernen Gustav" geklaut. (Auch das gehört immer zum "Geld machen" dazu - das "Klauen"!) Den "Eisernen Gustav" gab es wirklich, sein richtiger Name war Gustav Hartmann, er war ein Kollege aus Wannsee, und man nannte ihn deswegen den "Eisernen", weil er mit seiner Droschke am dortigen S-Bahnhof immer bis zur letzten Bahn durchgehalten hat, um auch die Fahrgäste aus dieser zusammen mit seinem Wallach "Grasmus" noch nach hause zu bringen. Damals wohnten die Menschen, die in Berlin lebten, noch zu hause.

Irgendwann hat es den "Eisernen Gustav" gereicht. Das war die Zeit, als immer mehr Taxen ein Automobil waren. Das fand der "Eiserne" und sein Wallach "Grasmus" nicht gut. Deswegen hat er mit seiner Pferdedroschke eine Protestfahrt gemacht: Von Berlin nach Paris und zurück. Gestartet ist er übrigens am Brandenburger Tor (wo sonst?), wo er auch gleich seine ersten selbstgemachten Postkarten verkaufte, mit denen er seine Reise nach Paris finanziert hat. Gustav Hartmann war, wenn man so will, auch ein totaler Comercial Guy. So wie ich. 

Denn mein Taxi ist neuerdings nicht nur ein Taxi, sondern auch ein kleiner Bauchladen. Mein wichtigstes Angebot dort sind, das ist keine Überraschung, Postkarten aus eigener Produktion. Hinzu kommen wechselnde Angebote wie Bücher, Mitschnitte meiner Radio-Shows, Papiertaschentücher (ganz wichtig!) und stilles Wasser (immer gut!). Das Basisangebot sind aber meine Postkarten, die gibt es immer. Im Moment sind es folgende von mir persönliche fotografierten 7 Motive, die alle eine eigene Geschichte haben. Wer nicht an den Geschichten interessiert ist, kann trotzdem die Postkarten kaufen. Er muss auch nicht Taxi fahren, sondern schreibt ganz einfach eine e-mail an: 

taxi.berlin(ät)gmx.de

"Die Schwanzlose Gesellschaft"

"Taxi Berlin #7"

"Taxi Berlin #1"

"Kindertagesstätte"

"Support"


"Das Ende"

Text&Angebot TaxiBerlin

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