06.04.2017

"DER SOLL MAL SCHÖN DAS MAUL HALTEN ..."


gibt es wirklich: Rechtsanwaltskanzlei mit Meditationspraxis
natürlich im Prenzlauer Berg - wo sonst?!

Der solle mal schön das Maul halten, der habe so viel Geld mit seinen Büchern gemacht, meinte neulich ein Fahrgast bei mir im Taxi. Dabei ist es noch viel schlimmer, denn er verdient sogar noch gutes Geld, wenn auch nur andere über ihn schreiben. Neulich zum Beispiel, da hat jemand folgendes über ihn geschrieben: "... den man, und das nur in Klammern, auch dann eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarrikatur nennen darf, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten." 20.000 Euro hat er dafür bekommen, und hat keine Zeile, nicht mal ein Wort!, selbst geschrieben. Welcher Autor sollte da nicht neidisch werden heutzutage, wo man Geld mitbringen muss, damit das eigene Buch gedruckt wird. Gezahlt hat das Geld aber wohl nicht derjenige, der es geschrieben, sondern die Zeitung, die es gedruckt hat, und die die Kolumne, in der der Wunsch nach dem nächsten Schlaganfall stand, der sein Werk gründlicher verrichten möge, nun nicht mehr verbreiten darf. Derjenige, dem das gewünscht wurde, und der mit seinen eigenen Büchern so viel Geld gemacht hat, wie mein Fahrgast (ein Autor?) richtig meinte, sagt nun wiederum über seinen Widersacher, auch wenn er ihn nicht für satisfaktionsfähig hält, dass die Türkei nicht das Recht hätte ihn zu inhaftieren. Alles das habe ich meinem Fahrgast, der vermutlich selbst ein Autor (oder doch eher ein Handwerker?) ist, natürlich nicht erzählt. Aber manche Dinge, die wirklich passieren, sind sowieso viel zu irre, als dass sie einem überhaupt geglaubt werden würden - Stichwort: Flughafen!

Foto&Text TaxiBerlin

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