29.04.2017

"AUSSER KONTROLLE"


Das Ende des Taxifahrens wie wir es kennen am Ostbahnhof

"Ausser Kontrolle" - so steht es auf der "Taxi Times", der Zeitschrift für das Berliner Taxigewerbe, vom April 2017. Und obwohl die Zeitschrift auch einen Preis hat, sie kostet 3,50 €, kann man sie an keinem Kiosk kaufen. Deswegen dieser Beitrag über den Leitartikel mit dem genannten Titel "Ausser Kontrolle". Ausnahmsweise sind mal nicht die Berliner Taxifahrer gemeint, die haben beim letzten Test sogar am Besten abgeschnitten, sondern es ist das Taxigewerbe, was einmal mehr "Ausser Kontrolle" geraten ist. Dahinter, da sind sich die Autoren einig, steckt UBER, der Feind aller ehrlichen Taxifahrer, der nun etwas weniger plump als in der Vergangenheit versucht das Taxifahren, wie wir es bisher kennen, auszulöschen. Auslöschen ist dabei keine UBER-treibung, in Amerika beispielsweise ruft niemand mehr ein Taxi, sondern alle bestellen und fahren nur noch UBER. Da UBERs Fake-Idee einer innerstädtischen Mitfahrgelegenheit, die nur dazu dient UBER noch reicher und die Fahrer noch ärmer zu machen als sie es bereits sind, immer wieder als das enttarnt wurde, was sie ist, nämlich ASOZIAL, und daraufhin verboten wurde, versucht man jetzt mittels Limousinen-Service den Fuß endlich in die Tür zu bekommen. Fahrzeuge eines so genannten Limousinen-Services haben den Vorteil, dass für sie kein Taxameter vorgeschrieben ist. Das ist insbesondere jetzt praktisch, wo alle offiziellen Taxis nicht nur über ein Taxameter, sondern sogar über ein Fiskaltaxameter verfügen sollen, welches alle Daten unveränderlich abspeichert, so dass Manipulationen, die bisher leider die Regel waren, ausgeschlossen sind. Aber nicht nur am Fiskaltaxameter wird beim Limousinen-Service gespart, sondern auch beim Personal. Eine Ortskundeprüfung muss nicht bestanden werden, warum auch, schließlich gibt es ja das Navi. Einen Haken hat die Sache mit dem Limousinen-Service, und das sind die Limousinen. Die müssen irgendwann bezahlt werden, und wenn es da mit rechten Dingen zugehen soll, kann UBER auf Dauer keine Preise anbieten, die wie bisher regelmäßig unter denen von offiziellen Taxen liegen, außer der Fahrer fährt ganz umsonst. Eine weitere Sache könnte noch zum Problem werden, und zwar dass sich Limousinen nirgendwo bereithalten dürfen, sondern nach jeder Fahrt zum Firmensitz zurückkehren müssen. Dieses Problem dürfte dank moderner Telekommunikation allerdings nur theoretisch existieren, die den Firmensitz einfach immer dahin verlagert, wo die Limousine sich gerade befindet. Für den, der sich mit der Materie auskennt, sind das keine wirklichen Neuigkeiten. Neu ist, dass in der aktuellen "Taxi Times", auf dessen Leitartikel "Ausser Kontrolle" ich mich beziehe, zum ersten Mal Ross und Reiter genannt werden. Alleine wegen dieser aufwendigen, ganzseitigen Grafik lohnt es sich, die "Taxi Times" vom April 2017 zu lesen. Da man sie nirgendwo kaufen kann, obwohl ein Preis drauf steht, empfehle ich, sozusagen als Geheimtip, einfach mal die TOTAL-Tankstelle in der Holzmarktstraße gleich neben dem Ostbahnhof anzusteuern. Mit etwas Glück liegt sie dort noch kostenlos zum Mitnehmen bereit. Falls dich jemand fragen sollte, sagst du einfach, du seist Taxifahrer (kein UBER-Fahrer!).

Text TaxiBerlin

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