30.04.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Um manches auszusprechen, bedarf es ihrer ...

   Von allem Geschriebenem liebe ich nur das, was einer mit seinem Blute schreibt. Schreibe mit Blut: und du wirst erfahren, dass Blut Geist ist.
   Es ist nicht leicht möglich, fremdes Blut zu verstehen: ich hasse die lesenden Müßiggänger.
   Wer den Leser kennt, der tut nichts mehr für den Leser. Noch ein Jahrhundert Leser - und der Geist selber wird stinken.
   Dass jedermann lesen lernen darf, verdirbt auf die Dauer nicht allein das Schreiben, sondern auch das Denken.

Also sprach TaxiBerlin

29.04.2017

"AUSSER KONTROLLE"


Das Ende des Taxifahrens wie wir es kennen am Ostbahnhof

"Ausser Kontrolle" - so steht es auf der "Taxi Times", der Zeitschrift für das Berliner Taxigewerbe, vom April 2017. Und obwohl die Zeitschrift auch einen Preis hat, sie kostet 3,50 €, kann man sie an keinem Kiosk kaufen. Deswegen dieser Beitrag über den Leitartikel mit dem genannten Titel "Ausser Kontrolle". Ausnahmsweise sind mal nicht die Berliner Taxifahrer gemeint, die haben beim letzten Test sogar am Besten abgeschnitten, sondern es ist das Taxigewerbe, was einmal mehr "Ausser Kontrolle" geraten ist. Dahinter, da sind sich die Autoren einig, steckt UBER, der Feind aller ehrlichen Taxifahrer, der nun etwas weniger plump als in der Vergangenheit versucht das Taxifahren, wie wir es bisher kennen, auszulöschen. Auslöschen ist dabei keine UBER-treibung, in Amerika beispielsweise ruft niemand mehr ein Taxi, sondern alle bestellen und fahren nur noch UBER. Da UBERs Fake-Idee einer innerstädtischen Mitfahrgelegenheit, die nur dazu dient UBER noch reicher und die Fahrer noch ärmer zu machen als sie es bereits sind, immer wieder als das enttarnt wurde, was sie ist, nämlich ASOZIAL, und daraufhin verboten wurde, versucht man jetzt mittels Limousinen-Service den Fuß endlich in die Tür zu bekommen. Fahrzeuge eines so genannten Limousinen-Services haben den Vorteil, dass für sie kein Taxameter vorgeschrieben ist. Das ist insbesondere jetzt praktisch, wo alle offiziellen Taxis nicht nur über ein Taxameter, sondern sogar über ein Fiskaltaxameter verfügen sollen, welches alle Daten unveränderlich abspeichert, so dass Manipulationen, die bisher leider die Regel waren, ausgeschlossen sind. Aber nicht nur am Fiskaltaxameter wird beim Limousinen-Service gespart, sondern auch beim Personal. Eine Ortskundeprüfung muss nicht bestanden werden, warum auch, schließlich gibt es ja das Navi. Einen Haken hat die Sache mit dem Limousinen-Service, und das sind die Limousinen. Die müssen irgendwann bezahlt werden, und wenn es da mit rechten Dingen zugehen soll, kann UBER auf Dauer keine Preise anbieten, die wie bisher regelmäßig unter denen von offiziellen Taxen liegen, außer der Fahrer fährt ganz umsonst. Eine weitere Sache könnte noch zum Problem werden, und zwar dass sich Limousinen nirgendwo bereithalten dürfen, sondern nach jeder Fahrt zum Firmensitz zurückkehren müssen. Dieses Problem dürfte dank moderner Telekommunikation allerdings nur theoretisch existieren, die den Firmensitz einfach immer dahin verlagert, wo die Limousine sich gerade befindet. Für den, der sich mit der Materie auskennt, sind das keine wirklichen Neuigkeiten. Neu ist, dass in der aktuellen "Taxi Times", auf dessen Leitartikel "Ausser Kontrolle" ich mich beziehe, zum ersten Mal Ross und Reiter genannt werden. Alleine wegen dieser aufwendigen, ganzseitigen Grafik lohnt es sich, die "Taxi Times" vom April 2017 zu lesen. Da man sie nirgendwo kaufen kann, obwohl ein Preis drauf steht, empfehle ich, sozusagen als Geheimtip, einfach mal die TOTAL-Tankstelle in der Holzmarktstraße gleich neben dem Ostbahnhof anzusteuern. Mit etwas Glück liegt sie dort noch kostenlos zum Mitnehmen bereit. Falls dich jemand fragen sollte, sagst du einfach, du seist Taxifahrer (kein UBER-Fahrer!).

Text TaxiBerlin

28.04.2017

HEUTE 21UHR: HIER SPRICHT TAXIBERLIN #11


Kollegin Layne Mosler in ihrem New Yorker Yellow Cab

Um 21Uhr ist wieder so weit, da gibt es die elfte Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin", diesmal mit der Autorin und Kollegin Layne Mosler, besser bekannt als "TaxiGourmet", aus New York, aber eigentlich aus Kalifornien. Mit ihr spreche ich über die unterschiedliche Taxikultur in New York und in Berlin, und natürlich auch über ihr Buch "Driving Hungry", in dem neben Berlin und New York auch Buenos Aires eine Rolle spielt. Darüber hinaus kommen wir gemeinsam dem Bildungsauftrag nach, den das Taxi hierzulande als öffentliches Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht hat. Dazu lesen wir den Stadtplan vor, was vor uns noch nie jemand getan hat. Das Ganze live aus einem Keller im Prenzlauer Berg und selbstverständlich völlig ohne Werbung, ausgenommen für Layne und ihr Buch "Driving Hungry", welches auf Deutsch und auch auf Polnisch genauso wie ihr Blog "TaxiGourmet" heißt. Du kannst dabei sein, in Berlin unter der 88.4, in Potsdam ist es die 90.7 oder im Internet Live Stream.

Foto&Text TaxiBerlin

23.04.2017

FREITAG 21UHR: HIER SPRICHT TAXIBERLIN #11


Anflug der Studiogäste auf den Flughafen Tegel (TXL)

Am Freitag den 28.April ab 21 Uhr ist es wieder so weit, da gibt es die elfte Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin". Du kannst dabei sein, wenn TaxiBerlin als einzig verbliebener aktiver TaxiBlogger nicht nur seine internationalen Gäste empfängt (wer das ist, wird noch nicht verraten), sondern darüber hinaus auch aus dem Berliner Stadtplan vorliest. (Das Telefonbuch haben schon viele vorgelesen - den Stadtplan vor TaxiBerlin noch niemand!) Denn, und das wissen viele nicht: das Taxi ist nicht nur ein öffentliches Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht, sondern wir als Taxifahrer haben auch einen Bildungsauftrag. Diesem kommt TaxiBerlin Live und ohne lästige Werbeunterbrechungen auf "Pi-Radio" nach, in Berlin auf der 88.4, in Potsdam ist es die 90.7 und auch im Internet als Live-Stream.

Foto&Text TaxiBerlin

DER BESTE SEX FINDET IMMER IM KOPF STATT


Der beste Sex findet immer im Kopf statt, wer kennt ihn nicht, diesen Satz. Ich zumindest kannte ihn, als letzte Nacht jemand ihn bei mir im Taxi einfach mal gelassen aussprach. Was ich nicht wusste, war, dass der Satz weiter geht, zumindest laut meinem Fahrgast. Geht es nach ihm, und im Taxi geht es immer um den Fahrgast, wobei es auch da Ausnahmen gibt, die aber nur diese Regel bestätigen, na jedenfalls meinte ein Fahrgast letzte Nacht, dass der Satz vollständig so lautet: Der beste Sex findet immer im Kopf statt - immer mit jemand anders.

Text TaxiBerlin
Meinung FahrGast

21.04.2017

KRITIK DER KRITIK DER KRITIK


Maxim Biller, ein deutschsprachiger Autor mit jüdischen Wurzeln, beklagt sich in der Zeit, die ich aufgrund zahlreich vorhandener Zeit immer öfter bei mir im Taxi lese, in seinem Artikel "Zurzeit bin ich nicht so gerne jüdischer Schriftsteller in Deutschland" über seine Kritiker von der Süddeutschen, der Frankfurter Allgemeinen, der Zeit Online und vielen anderen mehr, die seinen "bisher jüdischten und persönlichsten" Roman Biografie kritisiert, oder, wie der Autor es sieht, nicht verstanden haben. Mir ist ehrlich gesagt egal, ob einer Jude, Moslem oder Christ ist, ich halte mich da an den Alten Fritz, dass jeder nach seiner Facon selig werden soll, wenn er denn ehrlich ist. Bestimmt gab es das schon mal, dass ein Autor seine Kritiker in einer Kritik kritisiert hat, mir will im Moment bloß partout keiner einfallen. Nachdem Biller seinen Kritikern Unverständnis vorwirft ("wurde von der Literaturkritik nicht im Ansatz verstanden"), stellt er sich die Frage, ob nicht noch mehr dahinterstecken könnte, beispielsweise böse Nazis, in dem Fall die Eltern der Kritiker, weswegen die Kritiker selbst einfach nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen, "dass sie von jemandem geliebt wurden, der auch Hitler liebte". Das scheint dem ein oder anderen heute etwas weit her geholt, dabei ist es das gar nicht, denn schon "Die Unfähigkeit zu Trauern" von Alexander Mitscherlich beschäftigt sich mit genau diesem Thema, auch wenn das schon ein paar Jahre her ist. Ob die Kritiker aus diesem Grund zu Tätern wurden, indem sie das Buch von Maxim Biller kritisierten, lässt sich schwer sagen. Was man sagen kann, ist, dass es keine Kollektivschuld gibt. Schuld ist immer individuell. Doch nun zum Höhepunkt der Kritik der Kritik, und der ist erreicht, als Maxim Biller sich selbst mit Bob Dylan vergleicht, von dem, im Gegensatz zu ihm, auch keiner genervt sei. Da muss man Maxim Biller, der nicht auf dem neuesten Stand ist, nun wirklich mal kritisieren. Vielleicht hätte er es einfach 'ne Nummer kleiner versuchen und sich mit Wolf Biermann vergleichen sollen, der ebenfalls jüdischer Abstammung ist. Obwohl, wenn ich's mir recht überlege, sind von dem auch schone einige genervt, und zwar extremst. Dabei trägt er, genauso wie Bob Dylan, sein jüdisch sein gar nicht vor sich her, sondern versucht einfach nur ehrlich zu sein.

Kritik TaxiBerlin

18.04.2017

TAXIBERLIN ALS DEALER MIT BAUCHLADEN


Es stimmt wirklich: Ich bin ein totaler Comercial Guy. Ich denke immer nur ans Geld machen. Das Taxifahren ist dagegen etwas, was mich davon ablenken soll. So eine Art Therapie, wenn du so willst, die aber nicht richtig funktioniert, zumindest nicht bei mir. Das ist leider auch die Wahrheit. Und deswegen bin ich auf die irre Idee gekommen, und zwar jetzt zu Ostern, da hatte ich mal wieder viel Zeit in meinem Taxi, beides, also den Kommerz und das Taxifahren miteinander zu verbinden. Ich weiß, das hört sich im ersten Moment komplett bescheuert an, aber eben nur im ersten Moment.

Die Idee ist nicht neu, und sie ist auch nicht von mir. Die Idee habe ich vom "Eisernen Gustav" geklaut. (Auch das gehört immer zum "Geld machen" dazu - das "Klauen"!) Den "Eisernen Gustav" gab es wirklich, sein richtiger Name war Gustav Hartmann, er war ein Kollege aus Wannsee, und man nannte ihn deswegen den "Eisernen", weil er mit seiner Droschke am dortigen S-Bahnhof immer bis zur letzten Bahn durchgehalten hat, um auch die Fahrgäste aus dieser zusammen mit seinem Wallach "Grasmus" noch nach hause zu bringen. Damals wohnten die Menschen, die in Berlin lebten, noch zu hause.

Irgendwann hat es den "Eisernen Gustav" gereicht. Das war die Zeit, als immer mehr Taxen ein Automobil waren. Das fand der "Eiserne" und sein Wallach "Grasmus" nicht gut. Deswegen hat er mit seiner Pferdedroschke eine Protestfahrt gemacht: Von Berlin nach Paris und zurück. Gestartet ist er übrigens am Brandenburger Tor (wo sonst?), wo er auch gleich seine ersten selbstgemachten Postkarten verkaufte, mit denen er seine Reise nach Paris finanziert hat. Gustav Hartmann war, wenn man so will, auch ein totaler Comercial Guy. So wie ich. 

Denn mein Taxi ist neuerdings nicht nur ein Taxi, sondern auch ein kleiner Bauchladen. Mein wichtigstes Angebot dort sind, das ist keine Überraschung, Postkarten aus eigener Produktion. Hinzu kommen wechselnde Angebote wie Bücher, Mitschnitte meiner Radio-Shows, Papiertaschentücher (ganz wichtig!) und stilles Wasser (immer gut!). Das Basisangebot sind aber meine Postkarten, die gibt es immer. Im Moment sind es folgende von mir persönliche fotografierten 7 Motive, die alle eine eigene Geschichte haben. Wer nicht an den Geschichten interessiert ist, kann trotzdem die Postkarten kaufen. Er muss auch nicht Taxi fahren, sondern schreibt ganz einfach eine e-mail an: 

taxi.berlin(ät)gmx.de

"Die Schwanzlose Gesellschaft"

"Taxi Berlin #7"

"Taxi Berlin #1"

"Kindertagesstätte"

"Support"


"Das Ende"

Text&Angebot TaxiBerlin

17.04.2017

DER EIERHALTER © - JETZT WIEDER IM ANGEBOT


"Der Hodenhalter"© von TaxiBerlin

Pünktlich zum Osterfest ist der von mir entwickelte Eierhalter, auch als Hodenhalter bekannt, wieder im Angebot. Das Tragen des Eierhalters, der auch Hodenhalter genannt wird, ist eine vorbeugende Maßnahme für alle die, die noch beabsichtigen sich auf natürlichem Wege fortzupflanzen. Vor der Entwicklung des Eierhalters, der offiziell Hodenhalter heißt, war genau dies immer mehr zu einem ernsten Problem geworden. Das lag daran, dass die Funktionalität der männlichen Hoden oder Testis (umgangssprachlich auch einfach nur Eier) bedingt durch enge Kleidung in Verbindung mit viel sitzender Tätigkeit, beispielsweise vor dem Computer oder eben auch im Taxi, immer mehr beeinträchtigt war. Dazu muss man wissen, dass die männlichen Hoden oder Testis bei einer Betriebstemperatur von 35 Grad Celsius optimal arbeiten, und eben nicht bei der sonst üblichen Körpertemperatur von 37 Grad Celsius. Die optimale Betriebstemperatur wird dadurch erreicht, dass die männlichen Hoden (umgangssprachlich auch einfach nur Eier) durch den von mir entwickelten Hodenhalter auf die notwendige Distanz auf den mit 37 Grad Celsius für einen optimalen Betrieb der männlichen Keimdrüsen und primären Geschlechtsmerkmale übertemperierten Rest-Körper gehalten werden. Der Hodenhalter, umgangssprachlich auch einfach nur Eierhalter, ist, wie eingangs erwähnt, jetzt wieder im Angebot, das heißt, du kannst ihn bei mir im Taxi käuflich erwerben, allerdings nur als Postkarte. Das hat den Vorteil, dass die erheblich preiswerter sind (ein richtiger Hodenhalter ist da in Handarbeit gefertigt praktisch unbezahlbar), und du dir mit meiner Postkarte als Bauanleitung deinen eigenen Hodenhalter sprich Eierhalter basteln kannst. Der ist dann zwar "nur" ein Nachbau, aber immer noch besser als gar kein Eierhalter, der hoch-offiziell Hodenhalter heißt ...

PS: Bestellungen gerne auch per mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

Patent&Werbung TaxiBerlin

DIE ZEIT LESEN


Zeit gibt es derzeit reichlich im Taxi, zum Beispiel auch um die Zeit zu lesen, obwohl die Zeit kein wirklich Taxi-kompatibles Format hat. Aber man hat wie gesagt Zeit und Berlin ist flach, so dass der nächste Fahrgast sich immer schon einige Zeit vorher am Horizont abzeichnet, bevor er einem ins Taxi steigt. Und das ist die Wahrheit. Nur, was musste ich neulich in der Zeit lesen? Es gäbe da eine private und unabhängige Friedensorganisation, so weit so gut, die ihren Sitz in einer Villa am Genfer See in der Schweiz hat. Wahrscheinlich würde ich jetzt noch überlegen, was an diesem Satz nicht stimmen könnte, wenn da nicht plötzlich ein Fahrgast am Horizont aufgetaucht wäre.

Text TaxiBerlin

16.04.2017

DAS ENDE VON GENDER


Während alle bereits der morgigen Auferstehung des Heilands entgegenfiebern, kommt eine andere "Frohe Botschaft" in mein Taxi rein. Ausgerechte in Skandinavien, wo das "Gender-Mainstreaming" erfunden wurde, macht man ihm nun schon wieder dem Garaus. Woran das liegt, konnten mir weder meine Fahrgäste, noch meine Fahrgästinnen erklären. Zwischen den Zeilen, also "intellegere" (intelligent), hieß es: "mangels wissenschaftlicher Fundierung" ...

Text TaxiBerlin

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Kein "Menschenfreund"

"Man muss die Menschen lieben" - das sagt nicht der Heiland, sondern ein Taxifahrer, der davon überzeugt ist, ein "Menschenfreund" zu sein, zu einem, der noch überlegt, ob er Taxifahrer wird. Alle Menschen zu lieben, immer und überall, stelle ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Um ganz ehrlich zu sein, es würde meine Kräfte übersteigen, das ist die Wahrheit. Aber nicht nur das. Meine Erfahrung auf der Straße ist, dass einer, der vorgibt, die Menschen zu lieben, manchmal richtig böse werden kann, wenn er mal nicht von ihnen zurückgeliebt wird. Und dem, der noch überlegt, ob er Taxifahrer werden will oder nicht, sage ich: Werd einer und dann sieh weiter. Also sprach TaxiBerlin

15.04.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Aller kommt wieder - nur anders

Jesus ist nicht gekommen, um den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. So steht es bei Matthäus 10.34. Später sollen welche mit Teppichmesser geflogen sein, aber das ist auch nicht gut gegangen. Was spricht gegen Seziermesser, um unter die Oberfläche zu gehen? Nur Oscar Wilde: "Wer unter die Oberfläche dringt, tut dies auf eigene Gefahr." - Ich aber sage dir, das Risiko ist es allemal wert. Geh unter die Oberfläche, gebrauche deinen gesunden Menschenverstand, deine Herzensbildung und ein Seziermesser. Also sprach TaxiBerlin

14.04.2017

DIE MUTTER ALLER BOMBEN NOCHMAL



388.888,89 Dollar plus x pro Kopf

Während ich mit meinem Taxi, einem Toyota Hybrid, meinen bescheidenen Anteil leiste die Umwelt zu schützen und unsere Welt zu erhalten, werfen andere einfach mal so 'ne Riesenbombe ab. OK, Afghanistan ist jetzt nicht gerade um die Ecke bei mir. Das ist wohl wahr. Aber alleine der Sprengkörper von dem Teil hat mehr als 14 Millionen Dollar gekostet. Wie viele Hybrid- oder wegen mir auch Elektro-Autos hätte man damit bauen können? Aber es kommt noch besser: Nur 36 Terroristen sollen durch die größte aller Bomben getötet wurden sein. Das sind, wenn man das mal ausrechnet, 388.888,89 Dollar pro Kopf nur für den Sprengkörper. Hinzu kommen noch Flug-, Material- und Lohnkosten. Dabei ist noch nicht mal sicher, dass das auch alles Terroristen waren. Fragen kann man sie nicht mehr, und einen ordentlichen Prozess hat es zuvor auch nicht gegeben. Hier galt also nicht: Im Zweifel für den Angeklagten. Gut, das galt für unseren Jesus, der heute vor ein paar Jahren ans Kreuz genagelt wurde, auch nicht wirklich. Dem wurde immerhin noch der Prozess gemacht, wo er sich aber zu dem, was man ihm vorwarf, mehr oder weniger nicht geäußert hat, was wohl auch zu seiner Kreuzigung beigetragen hat. So gesehen ist es schon ein gewisser Rückschritt, wenn man gleich bombardiert und gar nicht mehr fragt.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

13.04.2017

IM TAXI MIT DER MUTTER ALLER BOMBEN


oder wenigstens TaxiBerlin

Ausgerechnet kurz vor Ostern, wo unser aller Jesus ans Kreuz genagelt wurde, setzen die Amerikaner ihre größte Bombe, auch "Mutter aller Bomben" genannt, gegen den IS, auch bekannt als "Terrormiliz Islamischer Staat", in Afghanistan ein, wo unsereiner immer dachte, dass es den nur in Syrien und Umgebung gibt. Also wenn ihr mich fragt: Ich find's Schade. Gerne hätte ich die Mutter aller Bomben vorher bei mir im Taxi, oder noch besser bei mir in der Sendung gehabt. Da hätte man in Ruhe noch mal über alles reden können. Aber sie musste wohl weg, die gute Mutter aller Bomben, immerhin ist sie bereits 2003 entwickelt worden und somit "in die Jahre" gekommen. Außerdem wurde es auch langsam Zeit, dass die Amerikaner mal aufräumen und Platz machen - für neue Bomben.

Foto&Text TaxiBerlin

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Big Brother Is Watching You - But TaxiBerlin Is Listening To You

Weil die Überwachung von Internet und Telefon nichts bringt, kein einziger Anschlag konnte verhindert werden, müssen jetzt Kameras her, diesmal in den öffentlichen Raum. Das Taxi ist ein öffentliches Verkehrsmittel mit Beförderungspflicht, weswegen wir Taxifahrer auch den Bildungsauftrag haben, auch wenn das kaum jemand weiß. So gesehen kommt das Taxi für eine Überwachung mit Kamera absolut in Frage. Bisher scheint es in meinem Taxi noch keine solche Kamera zu geben, aber wer weiß das schon so genau. Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass Big Brother sie vielleicht beobachtet, aber ich ihnen garantiert ganz genau zuhöre, und wenn sie einmal wissen wollen, was sie gerade gesagt haben, sie mich gerne fragen können.

Foto&Text TaxiBerlin

12.04.2017

DAS DRITTE HOCHHAUS



BBC World "Live"

Es stimmt wirklich, was ich gestern schrieb: Ein drittes Hochaus ist am 11. September 2001 in New York eingestürzt, nicht nur die Zwillingstürme, in die die beiden Flugzeuge hinein geflogen waren. Das dritte Hochhaus, das gegen 17:20 Uhr Ortszeit einstürzte, war das World Trade Center 7, auch "Salomon Brothers Building" genannt. Was auch stimmt, ist, dass die BBC dessen Einsturz vorhergesagt hat, wobei "vorhergesagt" nicht ganz das richtige Wort ist. Es war mehr eine Ankündigung. Aber wie dem auch sei, auf jeden Fall stand das Gebäude noch, man sieht es im obigen Original-Video (kein Fake!) im Hintergrund, als die BBC bereits berichtete, dass es eingestürzt sei.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

11.04.2017

IM TAXI MIT DOKTOR DANIELE GANSER


Normalerweise weiß man nicht, wer einem da ins Taxi steigt. Manchmal erfährt man es Jahre später. Aber gut, das ist ja im richtigen Leben auch nicht anders. Ich meine, wer weiß denn schon, dass am 11. September 2001 nicht zwei, sondern drei Hochhäuser eingestürzt sind, wobei in das dritte gar kein Flugzeug hinein geflogen ist, dafür aber sein Einsturz bereits bekannt gegeben wurde, als es noch stand, das ganze übrigens von der BBC. Der mir da vor knapp zwei Jahren im Taxi saß, und wo ich jetzt dahinter gekommen bin, wer das gewesen sein könnte, ist nicht von der BBC. Er ist nicht mal Brite sondern Schweizer, weswegen er auch diesen liebenswerten Akzent mit der Wiedererkennungsganrantie hat. Wobei man dazu sagen muss, dass im richtigen Leben nichts garantiert werden kann, ganz im Gegenteil. Halbwegs sicher scheint zu sein, dass der Historiker aus der Schweiz mindestens drei Vorträge hierzulande gehalten hat, die man sich alle im Internet ansehen kann. Was es mit dem dritten Hochhaus auf sich hat, das am 11. September eingestürzt ist, obwohl gar kein Flugzeug reingeflogen ist, und worüber die BBC bereits berichtete, als es noch stand, das erfährt man aus dem Vortrag, den der Schweizer Historiker an der Universität Tübingen gehalten hat, dem zwei weitere im Berliner Kino Babylon folgten. Nach einem davon muss mir der Herr Doktor wohl ins Taxi gesprungen sein. Zumindest erinnere ich mich an einen jungen Mann mit Schweizer Akzent, der mich am Rosa-Luxemburg-Platz heran gewunken hat. Ich erinnere mich weiter, dass er mich auf meinen Wagen ansprach, weil der immerhin ein Hybrid ist, was er sehr lobenswert fand. Aus dem Vortrag habe ich nun erfahren, dass er selbst komplett auf erneuerbare Energien umgestiegen ist. Natürlich möchtest du wissen: Warum und Weshalb. Das ist verständlich. Aber das würde jetzt zu weit führen. Am besten du hörst es dir selber an.

Text TaxiBerlin

10.04.2017

"WEGHITLERN"


Kinderspielplatz / Krossener Straße Ecke Knorrpromenade
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Das Schöne am Taxifahren ist, dass man ständig dazu lernt. Meist sind es Straßen, wo man noch nie war, in denen aber Fahrgäste wohnen. Mitunter sind es aber auch einzelne Wörter, die man noch nie zuvor gehört hat. Neulich zum Beispiel, da hat ein Fahrgast Argumente des anderen entwertet, und zwar unter Zuhilfenahme eines spontanen Nazivorwurfs. Unbewiesen natürlich - einfach so. Das muss man sich mal vorstellen, wozu Menschen alles in der Lage sind. Das ganze soll übrigens "weghitlern", ein neues deutsches Verb, genannt werden.

Foto&Text TaxiBerlin

09.04.2017

ALSO SPRACH TAXIBERLIN (DIE DEFINITIVE SERIE)


Allein kann tödlich sein

Ich habe schon viele Serien begonnen, aber keine von ihnen zu Ende geführt, was sich mit "Also sprach TaxiBerlin" (Die definitive Serie) ändern wird. Dass ich bisher keine Serie zu Ende geführt habe, lag nicht an mir, sondern an meinen Fahrgästen. Es mag stimmen, dass Fahrgäste zum Taxifahren dazu gehören. Es sind ihrer aber einfach viel-zu-viele. Zu viele kranke Kreaturen, lärmende Karikaturen, mit sich selbst Unverbundene, sich ständig amüsieren und permanent ablenken Müssende - meist von sich selbst. Eine Stunde alleine mit sich bedeutet oft ihr Todesurteil. So gesehen könnte man das Taxi als einen Segen betrachten, wenn, ja wenn es beim Taxifahren nicht ausschließlich darum gehen würde, dass der Fahrer voran kommt.

Text TaxiBerlin

08.04.2017

NICE UND COOL


Neulich fragte mich mein Nachbar, ob ich nicht etwas "nicer" sein könne. Ich wusste gar nicht, was er meint. Ich meine, ich kannte das Wort "nicer" bis dahin gar nicht. Er meinte natürlich "netter". Das habe ich dann gleich noch selbst herausgefunden. Gut, dass er mir auf englisch antwortet, hatte schon eine gewisse Berechtigung. Das muss ich schon sagen. Schließlich hatte ich auch auf englisch zu ihm rüber gebrüllt. Da stand er mal wieder am offenen Fenster und schrie schon über 'ne Stunde lauthals und auf spanisch in sein Handy. Aber es war nur ein kurzes "shut up". - OK, ich will ganz ehrlich sein. Es war mit Ausrufezeichen und in Großbuchstaben, also eher ein "SHUT UP!" Ob das jetzt "nice" war oder nicht, ich fand mich auf jeden Fall wahnsinnig "cool". Dagegen ist "nicer" sein doch total uncool, oder?

PS: Trinkgeld gab's übrigens keins.

Text TaxiBerlin

07.04.2017

PLUS DOPPELPLUS DOPPELPLUSGUT BERLIN


Warschauer Platz / früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Früher sind die Leute einfach nach Berlin gekommen und gut war. Es war kein Job (welcher Job?), keine Partnerin und schon gar kein Partner, der sie nach Berlin kommen ließ. Heute muss es immer einen Bonus oder mindestens ein Extra geben, dass sie uns mit ihrer Anwesenheit beglücken. Als ob es nicht genügen würde, dass sie uns hier ungefragt auf die Eier gehen dürfen. Es reicht auch nicht mehr, dass alles immer noch um einiges preiswerter ist als da, wo sie herkommen, und dass sie ihren dummen Döner an jeder Ecke bekommen und von einer Party zur nächsten hoppen können. Nein, heute muss es mindestens ein "Plus" sein, morgen ein "DoppelPlus" und  übermorgen dann schon ein "DoppelPlusGut".

Foto&Text TaxiBerlin

06.04.2017

DIE FAHRSTECKE DES ANIS AMRI


Zum ersten Mal, zumindest meines Wissens nach, veröffentlich die ZEIT heute in ihrer Printausgabe die Fahrstecke, die der Tunesier Anis Amri vor gut einem Vierteljahr mit dem gestohlenen LKW aus Polen gefahren ist. Seine Fahrt beginnt an diesem 19.Dezember mit einem Fußweg von der Fussilet-Moschee in der Perleberger Straße ziemlich direkt zum Friedrich-Krause-Ufer. Man kann da auch nicht viel verkehrt machen, einfach geradeaus Richtung Nordosten und dann links nach Nordwesten in die Straße am Kanal abbiegen, wo sich auch die Ausländerbehörde befindet. Die ist aber nicht das Ziel von Anis Amri, sondern der polnische LKW von Lukasz Urban. Nachdem Anis Amri diesen überwältigt hat, beginnt die eigentliche Fahrt. Der Tunesier macht sogleich einen katastrophalen Fehler, die Taxiprüfung hätte er so niemals bestanden, denn er biegt vom Friedrich-Krause-Ufer links Richtung Nordosten in die Fennstraße Straße. Amri muss seinen Fehler aber bald bemerkt haben, so dumm war er nun auch wieder nicht, und korrigiert seine Fahrstrecke, indem er zwei Mal hintereinander rechts abbiegt, das erste Mal in die Müllerstraße und gleich darauf in die Sellerstraße. Jetzt ist er wieder auf Kurs, würde man die Sellerstraße immer geradeaus fahren können, was aber nicht geht, weil sie bereits an der Heidestraße endet, so würde man, Luftlinie sozusagen, ziemlich genau am Breitscheidplatz, dem Fahrziel von Anis Amri, herauskommen. Da der Tunesier, der so vieles konnte, aber nicht fliegen kann, biegt er von der Sellerstraße links Richtung Südosten in die Heidestraße und muss dann eigentlich nur noch geradeaus fahren, und zwar durch den Tiergartentunnel. Die ZEIT stellt mit Erschütterung fest, dass Anis Amri damit direkt unter Muttis Kanzleramt und dem Bundestag im Reichstag drunter weg gefahren sei, was ihn aber nicht zu interessieren schien, vielleicht wusste er es nicht einmal. Bereits am Potsdamer Platz verlässt Anis Amri den Tunnel, das ist gar nicht schlecht, wo er doch bis zum Ende an der Uferstrecke hätte durchfahren können, was aber ein, zwei Meter weiter ist. Amri hätte nun eigentlich gleich nach rechts Richtung Westen in die Tiergartenstraße einbiegen können, aber das war ihm wohl zu eng, weswegen er am Musikinstrumentenmuseum vorbei fährt und erst danach rechts Richtung Südwesten in die Potsdamer Straße abbiegt. Auf der fährt er bis zur Neuen Nationalgalerie und biegt dann rechts Richtung Westen in die Uferstrecke ab, was auch etwas eng sein dürfte für einen LKW. Jetzt muss er nur noch einmal links in die Schillstraße und dann gleich wieder rechts in Kurfürstenstraße einbiegen und ist bereits mehr oder weniger an seinem Fahrziel angekommen. Anis Amri hat jetzt nur noch ein Problem: Er kommt aus der verkehrten Richtung, ist somit auf der verkehrten Straßenseite. Klar, mit einem Taxi hätte er am Waldorf Astoria einfach wenden können, aber nicht mit seinem LKW. Er muss jetzt noch die komplette Hardenbergstraße mit ihren tausend Baustellen Richtung Nordwesten hochfahren, um am Kreisverkehr am Ernst-Reuter-Platz zu wenden. Die ZEIT weiß zu berichten, dass der Tunesier den Breitscheidplatz mit einer Geschwindigkeit von "nur 37km/h" passiert haben soll. Keine Ahnung, ob das jetzt wichtig ist. Gefährlicher scheint mir zu sein, wenn ein LKW erst langsam vorbeifährt, um gleich darauf aus entgegengesetzter Richtung mit erhöhter Geschwindigkeit angerast zu kommen, wobei die genaue Geschwindigkeit, mit der Anis Amri in den Weihnachtsmarkt auf den Breitscheidplatz gefahren ist, nicht genannt wird. Doch bleiben wir bei der Fahrstrecke des Tunesiers, die ist aus Taxifahrersicht alles andere als optimal, und das nicht nur wegen dem kleinen Umweg ganz am Anfang. Anis Amri wäre besser bereits direkt am Friedrich-Krause-Ufer nach rechts Richtung Südwesten in die Perleberger Straße abgebogen. Vielleicht wollte er genau das nicht, denn dann wäre noch mal bei der Fussilet-Moschee vorbeigekommen, von der er gerade gekommen war. Das sind aber jetzt nur Spekulationen. Auf jeden Fall hätte er sich besser über Strom-Lessing-Bach bis zum 17.Juni vorarbeiten sollen, um dann über Müller-Breslau und Fasanen zur Hardenberg zu kommen. Das ist zwar auch alles etwas eng, aber dann hätte er sich den Ernst-Reuter-Platz komplett sparen können. Zusammenfassend kann man sagen, und das ist die gute Nachricht: Amri hätte mit der von ihm gefahren Strecke vom Friedrich-Krause-Ufer zum Breitscheidplatz niemals einen Taxischein bekommen.

Text TaxiBerlin

"DER SOLL MAL SCHÖN DAS MAUL HALTEN ..."


gibt es wirklich: Rechtsanwaltskanzlei mit Meditationspraxis
natürlich im Prenzlauer Berg - wo sonst?!

Der solle mal schön das Maul halten, der habe so viel Geld mit seinen Büchern gemacht, meinte neulich ein Fahrgast bei mir im Taxi. Dabei ist es noch viel schlimmer, denn er verdient sogar noch gutes Geld, wenn auch nur andere über ihn schreiben. Neulich zum Beispiel, da hat jemand folgendes über ihn geschrieben: "... den man, und das nur in Klammern, auch dann eine lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarrikatur nennen darf, wenn man weiß, dass dieser infolge eines Schlaganfalls derart verunstaltet wurde und dem man nur wünschen kann, der nächste Schlaganfall möge sein Werk gründlicher verrichten." 20.000 Euro hat er dafür bekommen, und hat keine Zeile, nicht mal ein Wort!, selbst geschrieben. Welcher Autor sollte da nicht neidisch werden heutzutage, wo man Geld mitbringen muss, damit das eigene Buch gedruckt wird. Gezahlt hat das Geld aber wohl nicht derjenige, der es geschrieben, sondern die Zeitung, die es gedruckt hat, und die die Kolumne, in der der Wunsch nach dem nächsten Schlaganfall stand, der sein Werk gründlicher verrichten möge, nun nicht mehr verbreiten darf. Derjenige, dem das gewünscht wurde, und der mit seinen eigenen Büchern so viel Geld gemacht hat, wie mein Fahrgast (ein Autor?) richtig meinte, sagt nun wiederum über seinen Widersacher, auch wenn er ihn nicht für satisfaktionsfähig hält, dass die Türkei nicht das Recht hätte ihn zu inhaftieren. Alles das habe ich meinem Fahrgast, der vermutlich selbst ein Autor (oder doch eher ein Handwerker?) ist, natürlich nicht erzählt. Aber manche Dinge, die wirklich passieren, sind sowieso viel zu irre, als dass sie einem überhaupt geglaubt werden würden - Stichwort: Flughafen!

Foto&Text TaxiBerlin

05.04.2017

"DER AUFKLÄRER"


Stimmt wirklich!

Dass man mich einmal "Der Aufklärer" nennen würde, wer hätte das gedacht? Also ich nicht! Aber es stimmt wirklich. Hintergrund ist, dass ich alle vier Wochen im Radio den Stadtplan vorlese. Das ist neu, das gab es noch nie. Das Telefonbuch wurde schon mehrfach vorgelesen, aber der Stadtplan noch nie. Dass ein Taxi die Beförderungspflicht hat, das wissen die meisten noch. Dass darüber hinaus das Taxi ein öffentliches Verkehrsmittel ist, das wissen schon weniger. Dass das öffentliche Verkehrsmittel Taxi mit Beförderungspflicht auch den Bildungsauftrag hat, das wissen selbst viele Taxifahrer nicht. Genau diesem Bildungsauftrag komme ich alle vier Wochen in meiner Sendung auf "Pi-Radio" nach, wobei das "Pi" für "Pirat" und nicht für "Politisch Inkorrekt" steht, aber wer weiß das schon so genau. Sicher dagegen scheint zu sein, dass es die nächste Ausgabe von "Hier spricht TaxiBerlin" am 28.April ab 21 Uhr in Berlin auf der 88.4, in Potsdam ist es die 90.7 und im Internet als Live Stream zu hören geben wird. Vorgelesen wird der Stadtplan übrigens von meinem Studiogast und mir sozusagen im Duett. Auch du kannst Studiogast werden. Du musst nur etwas zum Taxifahren in Berlin zu sagen haben, gerne auch aus der Fahrgastperspektive, und du musst natürlich, und das ist die eigentliche Herausforderung, den Stadtplan lesen können.

Foto&Text TaxiBerlin

KUNST IM TAXI NOCHMAL


mein neuer Flyer - so sieht er aus

Mit der Kunst ist es wie mit dem Taxifahren (Taxifahren ist schließlich auch eine Kunst) - man will immer besser werden. Gut, nicht alle. Für viele ist es auch nur ein Job, und die meisten so genannten Künstler sind nur bessere Handwerker. Das ist leider auch wahr. Nichts gegen Handwerker, ganz im Gegenteil. Wie oft wünscht man sich, dass die Leute zumindest ihr Handwerk verstehen. Nicht so bei mir im Taxi. OK, auch ich verfahre mich manchmal noch. Das lässt sich nicht völlig vermeiden. Dafür merke ich mir jede neue Straße, in der ich noch nie war. (Und neue Straßen gibt es genug!) Das ist auch etwas, was nicht jeder Taxifahrer macht. Bei mir kommt hinzu, dass ich ohne Navi fahre. Ich brauche den Platz für meinen Fotoapparat. Auch andere Taxifahrer haben ihren Fotoapparat an Bord. Einer von ihnen lichtet damit regelmäßig die Brüste seiner Fahrgästinnen ab, ich habe hier darüber berichtet. Den "Brustfotografen" gibt es also schon unter den Taxifahrern. Da musste ich mir was Neues einfallen lassen. Und so bin ich auf die Idee mit den Aktmodellen gekommen. Das Ganze natürlich im Taxi, sonst macht es keinen Spaß. Bewerben kannst du dich aber auch online. Schreib einfach eine e-mail an: taxi.berlin(ät)gmx.de

Foto&Text TaxiBerlin

04.04.2017

WAS GUTE MENSCHEN SCHLECHT AUSSEHEN LÄSST :


Don't text and drive!

Hatte ich neulich noch über das weibliche Geschlecht geschrieben, geht es heute um das menschliche. Ja, das gibt es, zumindest meint Adalbert Stifter das in seinem "Nachsommer". (Ich weiß, ich bin meiner Zeit mal wieder voraus, auch wenn es nur die Jahreszeit ist.) Adalbert Stifter, und jetzt kommt das eigentlich überraschende, muss seinerzeit bereits den Gutmenschen gekannt haben. Er schreibt über ihn folgendes: "Wer Gutes tut, weil das Gegenteil dem menschlichen Geschlechte schädlich ist, der steht auf der Leiter der sittlichen Wesen schon ziemlich tief. Dieser müsste zur Sünde greifen, sobald sie dem menschliche Geschlechte oder ihm Nutzen bringt."

Foto&Text TaxiBerlin

03.04.2017

IM KNAST MIT DENIZ YÜCEL


"Endlich", so hieße es laut ZEIT in Berlin, "erhält Deutschland ... konsularischen Zugang" zu Deniz Yücel, der seit mehr als sieben Wochen in der Türkei im Gefängnis sitzt. Der Journalist verfügt sowohl über die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft, was auch bedeutet, dass er in der Türkei an erster Stelle Türke und nicht Deutscher ist. Eine Regelung, die nicht nur in der Türkei, sondern weltweit gelten dürfte. Trotzdem bezieht sich das "Endlich" der ZEIT natürlich auf die sieben Wochen Gefängnis. Das ist nicht selbstverständlich. Stünde es in der TAZ, hätte es durchaus anders gemeint sein können. Dort schrieb Deniz Yücel neulich noch, dass "das Ende Deutschlands ausgemachte Sache ist", was aber "Egal" wäre, weil "Etwas besseres als Deutschland findet sich allemal."

Text TaxiBerlin

02.04.2017

LEIDER VERPASST


Auch kein Aprilscherz - leider

Diese vielen Partys, wer kann sie schon alle im Kopf haben - ich nicht! Mich interessiert sowieso weder, wo sich welche Bank oder welcher Geldautomaten befindet, noch wo gerade welche Party stattfindet. Diese Partys scheinen auch immer inflationärer zu werden, wenn ich obige Namen richtig deute. Manche Party People machen alles, um sich von anderen Party People abzuheben. Das sind dann oft die schlimmsten, aber das nur nebenbei. Auf die Nerven gehen sie einem alle, da gibt es keine Ausnahmen. Man muss sie aber auch ein klein wenig verstehen. Sie müssen die halbe Nacht eng zusammengedrückt im Club dumm rumstehen, laute aber vor allem schlechte Musik hören und, wenn's ganz blöd läuft, sich vom Nachbarn dummes Zeug ins Ohr brüllen lassen, dem sie dann auch noch in dessen Ohr zurückbrüllend antworten müssen. Aber, und jetzt kommt das große ABER, es ist heute nur die halbe Nacht, und nicht so wie früher, wo wir ganze Nächte um die Häuser gezogen sind. Das liegt daran, dass die Clubs erst nach Mitternacht aufmachen. Arme Party People von heute.

Foto&Text TaxiBerlin

01.04.2017

KEIN APRILSCHERZ


"zu verschenken"

Es gibt es noch, das Berliner Hobby Umziehen! Selbst bei mir im Friedrichshain, wo jeder Neuberliner gerne wohnen möchte und wo demzufolge bei jeder Neuvermietung neue Mieten im Vertrag stehen, natürlich immer nur höhere. Was gleich geblieben ist, ist der Zeitpunkt. Umgezogen wird am Monatsende. Ich selbst bin auch viel und oft umgezogen. Einmal sogar mit dem Taxi. Immer im Friedrichshain. Viele Jahre ist es her. Heute kann ich mir umziehen nicht mehr leisten. Aber darum soll es hier nicht gehen, sondern darum, dass der Taxifahrer, der mit offenen Augen durch seine Stadt fährt, diese Umzüge wahrnimmt, entweder an den Transportern von "Robben&Wientjes", die ihm im Wege stehen, oder eben an den Möbeln, die mit dem Hinweis "zu verschenken" vor die Tür gestellt werden. Mit etwas Glück kann sich jeder, selbst Neuberliner, bis heute damit komplett neu einrichten. Das hat sich nicht verändert. Die Zeiten, wo unter dem, was da verschenkt wird, wahre Schätze waren, sind allerdings vorbei. Aber jeder fängt eben klein an.

Foto&Text TaxiBerlin