18.02.2017

PERMANENTE ENGAGIERTE BETROFFENHEIT


Heute reicht es nicht mehr, einfach nur betroffen zu sein. Nein, heutzutage muss man engagiert betroffen sein. Dabei ist es völlig egal, worum es geht. Es ist vielmehr so: Je banaler das Problem, umso betroffener muss man sein. Aber genau das, also dieses permanente engagierte betroffen sein, macht das Leben so anstrengend, was den meisten nicht klar ist. Mir ist es klar, weswegen ich immer mehr Pausen von dieser permanenten engagierten Betroffenheit brauche. Deswegen dieser Beitrag, aber nicht nur. Es geht hier auch um Grundsätzliches: Warum ich überhaupt Taxi fahre. In meinem Taxi bin ich, zum Glück muss man sagen, bedingt durch mangelnde Kundschaft, alles hat seinen Preis, die meiste Zeit allein. Dieses allein sein hat dazu geführt, dass ich seit einiger Zeit Selbstgespräche führe, was schon wieder ein anderes Thema ist. Mittlerweile bin ich überzeugter Selbstgesprächler, so viel möchte ich verraten. Jedenfalls hilft mir so das Taxifahren, mir diese permanente engagierte Betroffenheit vom Leibe halten kann. Das ist nicht so einfach, wie sich das jetzt anhört. Ganz im Gegenteil, das ist richtig Arbeit. Arbeit, die sich aber lohnt, wenngleich nicht finanziell. Das kann ich auf jeden Fall sagen. Aber hey, Geld ist nicht alles, der Mensch hat bekanntlich auch noch Seele. Ich guck gleich mal, mit mir selbst redend, in meinem Taxi, wo die abgeblieben ist.

Text TaxiBerlin

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