23.01.2017

HOW I MAKE AMERIKA GREAT AGAIN


Schreiben heißt komponieren

Schon vor Trump ("not my diktator!") habe ich die wenige Kohle, die mir als Taxifahrer zur Verfügung steht, meist im Ausland ausgegeben, oft auch in den USA. Ich bin, ich sagte das schon in meiner Sendung "Hier spricht TaxiBerlin" vor Weihnachten auf Pi-Radio (es war bereits die sechste) ein totaler "commercial guy". Ich muss das aber auch sein, weil mir, ich erwähnte das eben bereits, kaum finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, und mich ein gewisses Ehrgefühl vom Betteln und Flaschensammeln zurückhält, auch sind da andere bedürftiger.

In Amerika, wo ich mich gerade aufhalte, sind die meisten, so wie ich, "Zugezogene", die Mehrheit aus Europa, aber auch aus Asien, Südamerika und, nicht zu vergessen, Afrika. Die "native american" oder auch Indianer (man nennt sie hier gelegentlich auch "indien"), weil man ja eigentlich Indien entdecken wollte, sind so gut wie ausgestorben. Aber nicht, wie viele vermuten, weil sie von den "Zugezogenen" aktiv ausgerottet wurden, sondern weil sie den vielen Krankheiten zum Opfer fielen, die die "Zugezogen" mitgebracht haben, aber auch ihrem Essen, weswegen man da aufpassen muss.

Trotz aller Vorsicht kann es passieren, dass sich selbst hier in Amerika, dem "Land der Freien" und dem "Zu hause der Mutigen" plötzlich Kopfweh einstellt. Dann ist es gut, selbst wenn man, so wie ich, ansonsten Pillen verabscheut, etwas Acetylsalicylsäure im Haus hat. Nach Möglichkeit das Original und nicht irgendeinen billigen Nachbau, denn das macht wirklich einen Unterschied. Aber geh du mal in eine Apotheke beispielsweise in Berlin. Klar, da gibt es das Original, aber die Verpackung ist zehnmal so groß wie die Pillen, und der Preis gleich hundertmal so hoch wie die überhaupt Wert sind.

Worauf ich hinaus will: Die wenigen Pillen, die ich brauche, kaufe ich nicht in der Berliner Apotheke, und auch nicht im Internet (das fehlte noch), sondern da, wo ich hinreise. Genauso verhält es sich auch mit meinen Notizbüchern, die hier in Amerika "composition book" (Foto) heißen, was auch viel sinnvoller ist als "Notizbuch", weil es sich bei Geschriebenem generell um Kompositionen handeln sollte. Das "composition book" heute ist natürlich nicht mehr "Made in USA" sondern in "India", hat Zeilen und keine Notenlinien, und verfügt, das macht den Unterschied, über einen kartonierten Einband, was ganz wichtig ist bei Notizbüchern, weil man sie ja überall dabei haben muss, wenn man alle Gedanken, die man so hat, notieren will.

Klar, man kann sich auch die guten Notizbücher holen, die auch schon Chatwin benutzt haben soll. Die haben einen kartonierten Einband, sind aber in der Regel teurer als die Gedanken der meisten Menschen wert sind. OK, es gibt ein paar ganz schlaue, die machen vorm Schreiben eine Marktanalyse, aber wer will das morgen noch lesen, wo es doch heute schon niemanden mehr interessiert. Deswegen kann ich jedem, der kein Thomas Bernhard ist, das "composition book" aus Indien nur wärmstens empfehlen. Du bekommst es, genauso wie die 140 Tabletten Aspirin, überall in Amerika im "Dollar Store", und es kostet dort, wie der Name schon sagt, nur einen lumpigen Dollar plus Steuer, also sagen wir besser einen Dollar und zehn Cent oder so.

PS: Im "Dollar Store" gibt es auch Lebensmittel, mit denen man aber, wie eingangs erwähnt, sehr vorsichtig sein sollte. Aktuell gibt es dort "Real Mayonnaise" von "Hellmann's", die zweifellos eine der besten Mayonnaisen der Welt ist. Das liegt, komischerweise muss man sagen, vor allem daran, dass sie kaum Zucker enthält, wie sonst bei anderen Mayonnaisen absolut üblich. Zucker ist aber, das wissen viele nicht, neben Alkohol, das Grundübel der westlichen Zivilisation. Daran lag es also nicht, dass ich von der feinsten "Hellmann's Mayonnaise" besser die Finger gelassen habe. Der Grund war das "best before febr. 2017" auf der Verpackung, auch wenn das nur ein Richtwert ist, aber für ein Kilo Mayonnaise brauche ich dann doch etwas länger ...

Foto&Text TaxiBerlin

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