20.12.2016

JETZT RÄCHT SICH


Meine BücherSpende vom Sonntag

Eine Che Guevara Biografie, ein Istanbul Reiseführer und Jack Londons Roman über die Armen von London - das waren die drei Bücher, die ich am Sonntag an der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer am Flughafen Tegel genannt wird, hinterlegt habe, und die auch schon nach kurzer Zeit wieder "vergriffen" waren. Zu der Che Guevara Biografie kann ich nicht viel sagen, außer dass mir das Cover nicht gefällt. Zu viele bunte Bilder von einer Person, die ziemlich viel Blut an seinen Händen hat, nicht nur welches aus dem bolivianischen Urwald, sondern auch das von Gegnern der Revolution auf Kuba. Dem Kommerz ist das egal, Hauptsache der Rubel rollt. Daneben ein Istanbul Reiseführer (es gibt bessere!), weil ich wohl demnächst nicht an den Bosporus fahren werde, auch wenn die Stadt auf den zwei Kontinenten nach Berlin meine absolute Lieblingsstadt ist. So wird es wohl auch vielen Berlin Besuchern nach gestern Abend gehen. Spätestens jetzt rächt sich, dass man in Berlin in den letzten Jahren vor allem auf Besucher und Touristen gesetzt hat. Auch im Taxi dürfte es in den nächsten Wochen und Monaten wahrscheinlich wesentlich ruhiger zugehen. Mit "Die Stadt der Verdammten", wie Jack Londons "Die Menschen des Abgrunds" in einer anderen (besseren!) Ausgabe auch übersetzt wird, ist nicht Berlin sondern London gemeint, und zwar das vor knapp hundert Jahren. Nachdem ich Jack Londons Haus in Kalifornien gesehen habe, dass nach den Worten des Autors hundert Jahre stehen sollte, ein paar Tage darauf aber bis auf die Grundmauern ausbrannte, woraufhin der Autor selbst nur noch ein paar Tage gelebt hat, tue ich mich schwer mit den Büchern von Jack London, auch weil sein Cottage, ein kleines Holzhaus an einem kleinen Weinhang viel schöner war als dieses große, massive Steinhaus in einem dunklen Wald. Immerhin hat Jack London das vorgemacht, was ihm George Orwell gut dreißig Jahre später nachmachen wird. Kollege Orwell war Tellerwäscher in Paris und Landstreicher in London und schrieb darüber. Das Buch heißt "Erledigt in Paris und London" und lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn es kaum bekannt ist. Im englisch Original heißt es übrigens "Down And Out In Paris And London" - eigentlich eine Klasse Vorlage für "Down And Out In Berlin And (wegen mir noch) Bulgaria" ...

Foto&Text TaxiBerlin

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen