12.12.2016

HAUPTSTADT OHNE HAUPTSTÄDTER


Ist immer da: Der Weihnachtshitler auf'm Ku'damm

Knapp zwei Wochen vor Weihnachten beginnt nun wieder die Zeit, wo derjenige, der ein Auto hat, sich um einen Parkplatz keine Sorgen mehr zu machen braucht. Im Taxi muss ich mir darüber, dass viele schon nach Hause gefahren sind, auch keine Sorgen machen, da Hauptstädter als Fahrgäste sowieso eine aussterbende Spezies sind. Wer sich Sorgen machen muss, so weit es denn noch gestattet ist, sich Sorgen zu machen heutzutage, ist der Einzelhändler und sicherlich auch die Einzelhändlerin. Beispielsweise auf dem Flohmarkt, meinem KaDeWe, da sah es heute richtig mau aus. Das interessiert natürlich diejenigen Möchtegern-Haupstädter, die Berlin bereits verlassen haben, mal wieder gar nicht. Aber auch den zahlreichen Berlin-Besuchern war der Flohmarkt heute egal. Die waren wahrscheinlich alle auf dem Weihnachtsmarkt, wo sie letztendlich auch hingehören, weil sich da traditionell das Volk rumtreibt, und wer möchte da nicht dazu gehören. Nicht so ich, der Feingeist unter den kommerziellen Taxifahrern. Ich bin mit einer extra großen Einkaufstüte zum Flohmarkt, und zum Schluss war selbst die noch zu klein. Das lag vor allem daran, dass viele Verkäufer, aber auch einige Verkäuferinnen, bereits am Verzweifeln waren, und sie mir deswegen ihre gute Ware, die obwohl sie so gut war, trotzdem keiner haben wollte, bis ins Taxi nachgeworfen haben. Zum Feierabend hatte ich jetzt echte Probleme, die vielen Sachen nach Hause zu kriegen, obwohl mein zu Hause doch hier in Berlin und nicht sonstwo ist, und das ist auch gut so. Nicht gut ist, dass es in unserer schönen Hauptstadt nicht nur zur Weihnachtszeit kaum Hauptstädter gibt. Ich muss da immer an die Republik ohne Republikaner denken. Das war auch hier irgendwo und nahm ebenfalls kein gutes Ende ...

Text TaxiBerlin

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