31.12.2016

DAS BILD DES JAHRES


"Die Schwanzlose Gesellschaft"

Es ist etwas untergegangen, das Bild des Jahres, was auch am Wort (besser: Unwort) des Jahres lag. Das war und ist "Postfaktisch", die zweifelhafte Übersetzung von "post-truth". Fakt ist aber, dass "Die Schwanzlose Gesellschaft" DAS Bild des Jahres 2016 ist, zumindest für mich. Und das Wichtigste dabei ist vielleicht: Das Bild ist von mir!

Die Idee zum Bild kam mir, das sei rasch noch erzählt (bevor das Jahr gleich wieder vorbei ist), weil phallische Symbole (sieht man mal von ein paar neu entstandenen Minaretten ab) mehr oder weniger aus dem öffentlichen Raum verschwunden sind. Das ist sehr bedauerlich, vor allem deswegen, weil der Phallus einmal kultisch verehrt wurde, und zwar als Fruchtbarkeitsgott. Dass dies heute (leider) nicht mehr so ist (ganz im Gegenteil), ist möglicherweise auch ein Grund (wenn nicht gar DER), dass wir Probleme mit dem Nachwuchs haben.

Apropos, das darf bei aller Eile nicht vergessen. Es gab auch schon Zeiten, da wurde angenommen, dass das Gegenstück zum Phallus der "Ursprung der Welt" wäre. Vielleicht war das ganz und gar der Beginn des bis heute anhaltenden "Muschi-Kults". Wer weiß das schon so genau. Wer mit Sicherheit etwas über Frauen wusste, war Oscar Wilde, der meinte: "Die Geschichte der Frau ist die Geschichte der schlimmsten Tyrannei, die die Welt je gekannt hat. Die Tyrannei der Schwachen über die Starken. Es ist die einzig dauernde Tyrannei."

Trotzdem Alles Gute für 2017!

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30.12.2016

DIE BÜCHERSPENDE VON TAXIBERLIN


Heute am Flughafen Tegel (TXL)

Nachdem ich gestern nur zwei Bücher ausgelegt hatte, habe ich heute noch einmal diese drei nachgeschoben. Zugegeben, da ist nichts Weltbewegendes dabei, und schon gar kein Thomas Bernhard. Das überrascht mich immer wieder, dass selbst Leute, die in Wien wohnen, den Namen Thomas Bernhard noch nie gehört haben, weswegen ich jetzt immer "Der Untergeher" von ihm dabei habe, allerdings zum Verkauf und nicht zum Verschenken. Und so wie es aussieht, wird der Käufer ein Fahrgast und kein Kollege sein. Bei den Kollegen muss ich im Moment noch etwas weiter unten anfangen, deswegen auch obige Auswahl. Immerhin erfährt der interessierte Kollege, dass Bruno Bürgel, nach dem ein Weg in Schöneweide benannt ist, Schriftsteller war. In Zukunft werde ich mehr Bücher mit Bildern auslegen (ein türkischer Kollege beklagte sich neulich, dass keine Bilder in meinen Büchern wären), auch wenn ich da vorsichtig sein muss. Mit Bildern ist es wie mit dem Glauben. Man weiß oft nicht, was gerade erlaubt ist. Bei Büchern ist das anders.
Die muss man gelesen haben, um etwas gegen sie zu haben.

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一个问题是:你是谁?


Das Jahr geht zu Ende und mir stellt sich noch eine Frage: Wer sind die vielen Besucher aus China hier auf meinem Blog? In den letzten vier Wochen wurde meine Seite fast zehntausend Mal aufgerufen im Reich der Mitte. Sind es chinesische Hacker? Ist es der chinesische Geheimdienst? Oder sind es chinesische Taxifahrer, also Kollegen? Vielleicht die wichtigste Frage: Wie viel von dem, was ich schreibe, wird überhaupt verstanden in China?  Oder sind es ganz und gar Landsleute? Deutsche, die die Zeichen der Zeit erkannt und sich rechtzeitig nach China abgesetzt haben? Aber warum sollten ausgerechnet die meinen Blog lesen? Hat jemand Heimweh?

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DAS KANZLERINNEN REZEPT


Gibt es wirklich, aber Vorsicht: Sie ist 'ne Sackgasse

OK, jetzt geht es nicht um die Wurst von gestern, sondern nur um "die Sorgen einiger Menschen vor dem Islam". Und obwohl Sorgen machen seit einiger Zeit ziemlich out ist, ist es nun ausgerechnet unsere Kanzlerin, die ein Rezept dagegen hat. Merkels Rezept, das sind "Blockflöten und kopierte Liederzettel". Es stimmt wirklich, viele Weihnachtslieder kennen wir nicht mehr. (Oder hast du auch nur ein Weihnachtslied auf deiner Weihnachtsfeier gesungen? Siehst du!)
Und dagegen hilft "Schneeglöcken Weißröckchen" - Verzeihung, ein Freudscher Versprecher. Es muss natürlich "Schneeflöckchen Weißröckchen" heißen, "oder was weiß ich" - also Frau Merkel.

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"SIE KAMEN ALS FREUNDE UND WURDEN ZU WURST"


An der Taxihalte "Kaufhof" am Alexanderplatz

Wer am Boden liegt, das sagt eine alte Taxiweisheit, über den soll man nicht drüber fahren. Nach meiner heutigen Schicht gibt es berechtigten Grund zu der Annahme, dass nicht nur einer wo drüber gefahren ist (ein polnischer Truck? immerhin wird "Krakauer Art" angeboten!), sondern dass da jemand möglicherweise sogar einen Schritt weiter gegangen ist. Angekündigt war es uns schon vor vielen Jahren und zwar in dem Film "Das deutsche Kettensägenmassaker". Christoph Schlingensief, den Regisseur, können wir nicht mehr fragen, und so wird wohl mal einer die Wurst für 1,84 € das Stück kosten müssen (ich habe mich heute nicht überwinden können), ob in der "Kanzlerinenwurst nach Krakauer Art" auch drin ist, was drauf steht. Falls nicht, wär's mal wieder nur der übliche Etikettenschwindel.

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29.12.2016

FRONTLINE BERLIN



Ein Film von Andreas Wilcke

Bevor das Jahr gleich wieder vorbei ist, rasch noch das Kino Highlight des Jahres. Das war kein Taxi-Film, und auch keine Doku-Fiktion, sondern ein richtiger Dokumentarfilm, der im Herbst in kleineren Berliner Kinos lief. Ich selbst habe den Film im Kino "Krokodil", das eigentlich auf Osteuropäische Filme spezialisiert ist, in der Greifenhagener gesehen. Obwohl, jetzt wo ich darüber schreibe, so weit ist Osteuropa gar nicht weg, insbesondere wenn es darum geht, was Leute für Geld alles so machen. Nein, eigentlich beginnt Osteuropa gleich hier im Prenzlauer Berg, Mitte und Friedrichshain. Der Dokumentarfilm kommt ganz ohne Kommentar aus, denn die Protagonisten entlarven sich alle selbst, womit ich gleich bei der größten Problemzone wäre. Die Rede ist von der Sprache und wie sich ihrer bedient wird - also wie die Leute im Film sprechen. Das bereitet dann doch schon körperliche Schmerzen und kann richtiggehend zur Radikalisierung führen. Vor dem Film muss also auch gewarnt werden.

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28.12.2016

EIN TEUFELSKREIS


Du wirst es nicht glauben, aber ich war drauf und dran mir Sorgen zu machen, dass Obdachlose anzuzünden einen neues Berliner Hobby werden könnte. Gerade noch rechtzeitig fiel mir ein, dass sich Sorgen machen gerade alles andere als angesagt ist. Genau genommen soll es regelrecht verboten sein, weil man damit Anderen einen Dienst erweist, weswegen man sich wiederum Sorgen machen solle, denn die Anderen sind immer die Verkehrten, auch wenn manchmal nur die Täter die Verkehrten sind. Sorgen mache ich mir nun aber gar nicht um die Täter, auch nicht wegen den Anderen und schon gar nicht wegen den Verkehrten, sondern wegen Mario und Manuela, den beiden Obdachlosen vom Ostbahnhof. Was sage ich denen, wenn ich demnächst mal wieder bei ihnen vorbeifahre? Vielleicht halte ich gar nicht mehr an bei ihnen. Das wäre das Einfachste. Oder ich sage einfach zu ihnen, dass ich mir schon Sorgen mache um sie, auch wenn ich das gar nicht sollte, obwohl es doch stimmt. Ein Teufelskreis ...

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27.12.2016

GRABBELGEBIETE


Berlin Besucherin auf ihrem Weg zum "Grabbing Area"

Jetzt ist es amtlich. Die neue rot/rot/grüne Landesregierung hat beschlossen, dass es Silvester erstmals offizielle "Grabbing Areas" (auf deutsch "Grabbelgebiete") in Berlin geben wird. Das wusste heute mein erster Fahrgast zu berichten. Wo genau sich diese befinden werden, ist noch nicht bekannt. Sicher ist bisher nur, dass ein Teil der traditionellen Festmeile hinterm Brandenburger Tor für ein "Grabbing Area" vorgesehen ist. Der Eintritt wird diesmal aber nicht frei sein, sondern einen symbolischen Euro kosten. Gefundene Handys dürfen auch nicht mitgenommen sondern müssen beim Verlassen des "Grabbelgebietes" zurück gegeben werden. Der "Ehrliche Finder" erhält eine Gutschrift fürs nächste Jahr. Auch deswegen darf davon ausgegangen werden, dass die "Grabbelgebiete" oder eben "Grabbing Areas" nichts für "Gemeine Grabbler" und/oder "Linke Linke" sind.

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PERSONENKULT HEUTE




Nein, ich hatte keine Fahrt ins thüringische Jena, und auch Angela Merkel saß mir noch nicht im Taxi. Aber sie hätte es wissen müssen, schließlich ist sie "ein Kind der DDR", dass Jena immer ein ganz besonderes Pflaster war und ist. Aus Jena kommt zum Beispiel der Bürgerrechtler und aktuelle Chef der Stasi-Unterlagenbehörde Roland Jahn, der mir (im Gegensatz zu Angela Merkel) schon mal im Taxi saß. In Jena sind die Gegner von Angela Merkel bereits in ihrer eigenen Partei, der Christlich Demokratischen Einheitspartei, angekommen. Auf der Regionalkonferenz Anfang Dezember soll es immerhin einige Austritte aus ihr gegeben. Dafür gelang es, die gute alte Tradition des Personenkultes wiederzubeleben.
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SONNENALLEE


Neulich musste ich die Sonnenallee runter fahren. Fahr auch du mal die Sonnenallee runter. Da erlebst du noch richtig was. Du musst nur zum Hermannplatz, dort beginnt die Sonnenallee. Und da geht es mit den Abenteuern auch sogleich los. Beispielsweise Menschen, die unvermittelt auf die Straße stürzen. Oder Fahrzeuge, die in zweiter Reihe parken. Auch slalom fahrende Raser, die dich links und rechts überholen. (Am Liebsten würden sie wohl über dich drüber fahren.) In der Sonnenallee herrscht eine andere Straßenverkehrsordnung, das ist bekannt. Das wusste auch schon Heinz Buschkowsky, und der muss es wissen, schließlich war er dort Bürgermeister. Hinzu kommen Fahrradfahrer ohne Licht und Baustellen - auch ohne Licht. Aber die sind mittlerweile normal, und zwar überall in Berlin. Nicht so die vielen Schriftzeichen in der Sonnenallee, die du nicht lesen kannst. Wo wir denn rauskommen werden, fragte mein Fahrgast. Sie wohnte im "Estrel" und lieferte die Antwort passenderweise gleich mit: "Wahrscheinlich in Bagdad." Vielleicht weil sie aus Bielefeld kam.

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26.12.2016

KIEZSPAZIERGANG


Supermarkt an der Ecke

Fahre ich einmal nicht Taxi, was selten vorkommt, weil ich praktisch im Taxi lebe, laufe ich auch gerne durch meinen Kiez. Heute war ich dort mal wieder unterwegs, auch weil da die Wege frei waren. Sind ja alle "nach hause" gefahren und wer nicht "nach hause" gefahren ist, hat seinen Eltern seinen Kiez gezeigt. Ich war also nicht ganz alleine unterwegs. Und zu sehen gab es auch so einiges. Beispielsweise obige Werbung bei dem Supermarkt bei mir an der Ecke. Der ist vor allem dadurch bekannt, dass da täglich neue Gesichter auftauchen. Die meisten machen "airbnb", mein Nachbar bietet beispielsweise seine komplette Wohnung an. Der Rest ist gekommen um zu bleiben.

Getto im Kiez

Und für die, die gekommen sind um zu bleiben, entstehen jetzt überall neue Gettos wie oben. Da wird mit viel Beton gearbeitet. Seele haben diese Bauten auf keinen Fall. Aber für die, die da drin wohnen wollen, wird's wohl reichen. Man sieht den Beton am Ende auch gar nicht. Kommt überall Gipskarton drüber, der Rest wird zugespachtelt. Im Prinzip genauso wie bei den Leuten, die da drin wohnen werden. Das ist leider auch wahr.


Zelt auf'm Boxi

Und dann gab es da noch dieses Zelt auf dem Boxi, wie der Boxhagener Platz von Kiez-Insidern liebevoll genannt wird. Ob das Zelt jetzt irgendwie mit den neuen Wohnungen zu tun hat oder gar mit einer alten, aus der der Bewohner des Zeltes eventuell vertrieben wurde, kann nicht Bestimmtheit gesagt werden. Der Zelt-Bewohner war nämlich nicht anwesend. Wahrscheinlich Flaschen sammeln. Als Taxi-Fahrgast, so viel steht fest, ist er auf jeden Fall verloren.

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25.12.2016

MEIN WEIHNACHTSGESCHENK


Made in Bulgaria: Das Original

Dieses Jahr gab es wieder eins für mich, nachdem ich letztes Jahr leer ausgegangen war, wie aktuell auch allzuoft im Taxi, aber das ist eine andere Geschichte. Das lange Warten, genau genommen waren es drei Jahre, hat sich gelohnt. Bei meinem Lebenslügendetektor (Foto) handelt es sich um das bulgarische Original und nicht um den deutschen Nachbau. Der bulgarische Lebenslügendetektor ("детектор на жизнената льжа") ist nicht nur robuster, sondern du kannst damit auch viel mehr in die Tiefe gehen, einfach weil er mehr Funktionen hat als der deutsche. Wenn du nun auch so einen bulgarischen Lebenslügendetektor haben willst, so musst du dafür nicht extra nach Bulgarien fahren. Du kannst ihn ganz bequem beim "Ehrlichen Künstler vom Boxhagener Platz" und seinem "Kunstkaufhaus-Ost" bestellen. Es muss allerdings auch gewarnt werden vor dem Lebenslügendetektor, und wer könnte das besser als Oscar Wilde: "Wer unter die Oberfläche dringt, tut dies auf eigene Gefahr".

Lebenslügendetektor JanMPetersen
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24.12.2016

WEIHNACHTEN ÜBERLEBEN


Lichtinstallation / Taxifirma / Wedding

"Wer spricht von siegen? Überstehn ist alles" - mit diesem Rilke-Zitat leitet Klaus Mann seine Autobiografie "Der Wendepunkt" ein. Klaus Mann, der älteste Sohn von Thomas Mann, soll, fällt mir gerade ein, eine heiße Nacht mit Fritz J. Raddatz in Berlin verbracht haben. Es war nicht die Silvesternacht und es war auch nicht zu Weihnachten. Der interessierte Leser erfährt es auch nicht aus Klaus Manns Autobiografie, sondern aus den "Tagebüchern" von Fritz J. Raddatz, dem idealen Weihnachtsgeschenk. Bei Weihnachten geht es, das kann man denke ich ohne Übertreibung sagen, aber nicht, wie viele Leute denken, vor allem ums Schenken. Nein, an Weihnachten geht's vor allem ums Überleben. Das ist auch das Thema der Lichtinstallation (Foto) hinter dem vergitterten Fenster des Büros meiner Taxifirma im Wedding. Wenn zu viele Menschen aufeinanderhocken, in dem Fall Weihnachtsmänner, die besser nicht aufeinanderhocken sollten, dann passiert es regelmäßig, dass einige von ihnen später am Abend leblos am Boden liegen. Der Besuch von Weihnachtsfeiern, insbesondere die in Familie, ist oft gefährlicher als der von Weihnachtsmärkten. Das ist leider auch wahr. Deswegen mein Tip für heute, bevor es zu spät ist, und durchatmen auch nicht mehr hilft, einfach mal raus gehen und frische Luft schnappen. Wer in der Nähe vom Berliner Ostbahnhof ist, kann auch noch bei Mario und Manuela vorbeischaun, die dort in der Koppenstraße unter der Brücke wohnen und sich über Besuche freuen - und sicherlich auch über deinen.

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AUSDAUER, GEDULD UND MENSCHENKENNTNIS


Nicht Euro sondern Minuten!
(und auch nicht Pause sondern Wartezeit)

Ausdauer und Geduld lernt man am Besten im Taxi, gleich nach der Menschenkenntnis. Und im Moment ist die beste Zeit dafür. Bei mir sieht es so aus, dass ich gerade all die Bücher lese, die sich das Jahr über bei mir angehäuft haben, und das sind so einige. Beispielsweise heute am Flughafen, da habe ich in den 97 Minuten, die ich dort auf den nächsten Fahrgast gewartet habe, gleich mal ein Buch gelesen. Im Moment kommt das ziemlich genau hin: eine Fahrt - ein Buch.

Auch mit der Menschenkenntnis komme ich gut voran. Gestern zum Beispiel meinte ein Fahrgast zu mir, dass ich bestimmt viel erleben würde und sie sich auch wahnsinnig gerne mit mir unterhalten hätte, nur müsse sie sich leider gerade auf eine ganz wichtige Sendung im Fernsehen vorbereiten. Sie würde sich später aber bei mir melden, was natürlich nie passieren wird. Das ist immer so bei Leuten, die denken, sie wären irgendwie wichtig, dabei sind sie es gar nicht.

Überhaupt ist es so, dass Menschen selten das meinen, was sie sagen. Lügen gehört, wenn man so will, zum Alltagsgeschäft. Manch einem fällt das schwer und einige wollen sich gar nicht damit abfinden. In einem Buch wurde mir heute noch empfohlen, an den Feiertagen, wenn alle sich treffen, möglichst nicht über Probleme zu sprechen, und wenn es denn doch sein muss, vorher tief durchzuatmen. Ich hab keine Ahnung, was davon zu halten ist, aber wenn es denn hilft ...

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23.12.2016

BERLIN AUSGESTORBEN


Gut, die Geschäfte sind noch voll, ich komme gerade von dort. Aber die Geschäfte sind nur deswegen voll, weil die Leute Proviant kaufen. So wie es aussieht, werden sie mehrere Tage unterwegs sein, wenn nicht gar Wochen. Die meisten haben schon lange die Stadt verlassen. Sind "nach hause" gefahren. Übrigens, der Titel "Berlin ausgestorben" ist nicht von mir. Im Original heißt er "Roma deserta". OK, man hätte daraus auch "Berlin verlassen" machen können. Ich fand aber "Berlin ausgestorben" irgendwie treffender. Man hat da als Übersetzer auch gewisse Freiheiten. Das konnten wir gerade auch bei "Postfaktisch" und "post-truth" sehen. Was die neulich auf dem Weihnachtsmarkt Gestorbenen angeht, die lassen mich irgendwie kalt. Was müssen sie auch auf den Weihnachtsmarkt gehen. Nicht nur ich hatte vor Weihnachtsmärkten gewarnt. Flohmärkte - ja! Noch nie ist ein LKW auf einem Flohmarkt gesichtet worden. Überhaupt sterben mehr Menschen, weil sie mit 'nem Smartphone durch die Gegend laufen.

Der Attentäter ist (mal wieder) schon tot. Man kann ihn also nicht fragen, was da los war mit ihm auf dem Weihnachtsmarkt. Er wurde in Italien erschossen. Dort kannte er sich, so weit man weiß, besser aus als in Berlin. Ein Polizist wurde auch verletzt. Ein glatter Schulterdurchschuss soll es gewesen sein, aber er wird wohl durchkommen. Es ist natürlich toll, dass der Tunesier vor Weihnachten getötet wurde. Ist schließlich das Fest der Liebe und da hätte der nur gestört. Nach dem Fest wird man weiter sehen, auch im Taxi. Dann wird irgendwas Neues kommen, so war es immer.

Wahrscheinlich wird es Krieg geben, den hatten wir lange nicht. Trump, noch nicht mal im Amt, schreit schon nach neuen Atomwaffen. Hier gibt es zum Glück Gesetze. Einige sind sogar regelrecht Rechtgläubig. Aber an irgendetwas muss man halt glauben. Das Ausland wirft uns vor, wir wären fettleibig und behäbig geworden. Auch das scheint zu stimmen. Vielleicht liegt es aber nur an Weihnachten. Es besteht also durchaus noch Hoffnung. Nach dem Fest fangen alle wieder an mit Joggen. Das ist jedes Jahr so. Nur uns hier betrifft es mal wieder nicht. In Berlin joggt niemand mehr ...

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TOTENTANZ UND GEFÜHLSSTAU IN BERLIN


In der Stadt war heute Totentanz, und ich hatte mal wieder Zeit für eine ausgiebige Presseschau. So erfuhr ich von Stefan Kuzmanys Problem, dass das Attentat am Montag auf dem Breitscheidplatz gar kein Gefühl bei dem Journalisten geweckt hat. Zum Glück gibt es Psychologinnen wie Kathrin Hoffmann, die ihm erklären, dass das ganz normal sei. Dem wäre eigentlich nichts hinzuzufügen, wenn Stefan Kuzmany nicht auch noch meinen würde, dass der Attentäter es geschafft hätte, dass er abgestumpft ist. Und genau da regt sich bei mir Widerstand. Anis Amri mag für vieles verantwortlich sein, aber auch für Stefan Kuzmanys Gefühlsstau? Also ich weiß nicht ...

Text TaxiBerlin

21.12.2016

BERLIN STORNO


Während manche auf der Jagd sind (immerhin sind 100.000 Euro Belohnung für den vermeintlichen Attentäter ausgesetzt) und viele noch in sicherer Deckung verharren um erstmal zu sondieren, was gerade gesagt werden darf und was besser nicht (ganz Mutige rufen zur Mäßigung auf), haben die ersten Stornos bereits die hiesigen Hotels erreicht. Die Menschen haben, das kann man denke ich, ohne sich in irgendeiner Weise verdächtig zu machen, sagen, im Moment weiß Gott Besseres zu tun als nach Berlin zu kommen, so wie unsereiner demnächst mit Sicherheit nicht nach Istanbul reisen wird. Auch in den Buchgeschäften sind Berlin Reiseführer derzeit nur schwer an den Mann und schon gar nicht an die Frau zu bringen.

Das Weihnachtsgeschäft ist mehr oder weniger gelaufen und Silvester werden uns wahrscheinlich noch einmal die heimsuchen, die uns zu Silvester immer heimsuchen. Spätestens im neuen Jahr wird es dann aber mau aussehen mit den Besuchern und Touristen, und das auch im Taxi. Dort ist der Berliner, das wissen viele nicht, seit langem eine aussterbende Spezies. Fahrten, so wie früher, von der Oranienburger, der Amüsiermeile in Mitte, nach Marzahn, der Schlafsiedlung am Stadtrand, gibt es schon ewig nicht mehr. Meist sitzen einem Nicht-Berliner im Taxi, die mal kurz vom "Grill Royal" zum Gendarmenmarkt wollen, und die dürften spätestens im neuen Jahr dann wegbleiben.

Da ich für Anfang nächsten Jahres sowieso etwas anderes als Taxifahren geplant hatte, betrifft es mich nicht persönlich. Ich bin, wenn man so will, ein Profiteur der Globalisierung, weil ich heute hier und morgen dort sein kann. (Das können nicht alle. Kannst du es?) Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir deswegen Sorgen machen soll, Gedanken mache ich mir auf jeden Fall, aber nicht um die fehlenden Fahrgäste, das wäre nun wahrlich ein Luxusproblem, sondern um einen möglichen Ausnahmezustand in Berlin. Im benachbarten Frankreich gibt es ihn immerhin schon seit über einem Jahr.

Text TaxiBerlin

AUSWEISASSIMILATION


Er konnte natürlich nicht wissen, wie es mir geht und schon gar nicht, wie du die Sache siehst, er zumindest fand es wahnsinnig beruhigend, dass selbst Besucher des Weihnachtsmarktes, auch wenn sie dort nur mal kurz vorbeischauen, immer all ihre Ausweispapiere dabei haben, einfach damit man sie schneller findet, falls bei ihrem Besuch mal was daneben gegangen ist, meinte zumindest mein letzter Fahrgast.

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DIE DREI MITTESCHNITTEN


Juvenile deskriptive Logorrhoe

Es war am letzten Sonntag. Ich hatte gerade bei mir im Kiez meine Schicht begonnen und auch schon wieder fast eine Stunde auf den ersten Auftrag gewartet. Da bekam ich ihn. Ich musste nur wenden und hundert Meter zurückfahren. Da standen sie auch schon, die drei Mitteschnitten, die sich so viel zu erzählen hatten, obwohl sie schon das ganze Wochenende miteinander verbracht hatten, dass sie ihre Logorrhoe (gesprochener geistiger Durchfall) nicht mal für ein kurzes "Hallo", geschweige denn für das viel zu lange "Guten Morgen", unterbrechen konnten. Sie quatschten auch noch weiter, da saßen sie mir schon gefühlt 'ne Stunde im Taxi und hatten immer noch nicht das Fahrziel genannt. Besonders eine hatte eine dermaßen ekelhaft hohe Stimme, mit der sie nicht nur Gläser zum Zerspringen sondern auch Trommelfelle zum Platzen bringen konnte, weswegen ich mir erlaubte ihr Geseiere zu unterbrechen, obwohl ich bereits wusste, wo die drei Schnitten hinwollten. Kaum war ich losgefahren, da ging das Gequatsche auch schon weiter und ich musste es mir anhören. So erfuhr ich beispielsweise, dass die vorne neben mir neulich einen Smoothie für elf Euro getrunken hat, was eindeutig zu viel war für so ein kleines Getränk. Warum sie ihn getrunken hatte, blieb unklar, wahrscheinlich nur, um sich hier nun darüber beklagen zu können. Aber es kam noch besser. Die hinter mir mit der hohen Stimme war kürzlich in Düsseldorf mit einer Freundin frühstücken gewesen und das hat neunzig Euro für beide zusammen gekostet, das musst du dir mal vorstellen, aber das sei halt Düsseldorf. Jetzt wissen wir auch, was wir aber auch schon wussten, und zwar warum die drei hier sind - wegen den Preisen. Den Rest der Fahrt wurde abgelästert über andere Schnitten, die, glaubt man den Worten der drei, noch viel schlimmer sein mussten als sie selbst, was wiederum nur schwer vorstellbar war. Am Fahrziel angekommen erlaubte ich mir die drei darauf hinzuweisen, dass man nicht absichtlich weghören kann, ich mir also alles mitanhören musste, was sie sich zu erzählen hatten, obwohl sie doch, ich erwähnte das eingangs, schon das ganze Wochenende zusammen verbracht hatten, woraufhin sie, also die drei Schnitten, meinten, sie hätten doch gar nichts Schlimmes gesagt.

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20.12.2016

JETZT RÄCHT SICH


Meine BücherSpende vom Sonntag

Eine Che Guevara Biografie, ein Istanbul Reiseführer und Jack Londons Roman über die Armen von London - das waren die drei Bücher, die ich am Sonntag an der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer am Flughafen Tegel genannt wird, hinterlegt habe, und die auch schon nach kurzer Zeit wieder "vergriffen" waren. Zu der Che Guevara Biografie kann ich nicht viel sagen, außer dass mir das Cover nicht gefällt. Zu viele bunte Bilder von einer Person, die ziemlich viel Blut an seinen Händen hat, nicht nur welches aus dem bolivianischen Urwald, sondern auch das von Gegnern der Revolution auf Kuba. Dem Kommerz ist das egal, Hauptsache der Rubel rollt. Daneben ein Istanbul Reiseführer (es gibt bessere!), weil ich wohl demnächst nicht an den Bosporus fahren werde, auch wenn die Stadt auf den zwei Kontinenten nach Berlin meine absolute Lieblingsstadt ist. So wird es wohl auch vielen Berlin Besuchern nach gestern Abend gehen. Spätestens jetzt rächt sich, dass man in Berlin in den letzten Jahren vor allem auf Besucher und Touristen gesetzt hat. Auch im Taxi dürfte es in den nächsten Wochen und Monaten wahrscheinlich wesentlich ruhiger zugehen. Mit "Die Stadt der Verdammten", wie Jack Londons "Die Menschen des Abgrunds" in einer anderen (besseren!) Ausgabe auch übersetzt wird, ist nicht Berlin sondern London gemeint, und zwar das vor knapp hundert Jahren. Nachdem ich Jack Londons Haus in Kalifornien gesehen habe, dass nach den Worten des Autors hundert Jahre stehen sollte, ein paar Tage darauf aber bis auf die Grundmauern ausbrannte, woraufhin der Autor selbst nur noch ein paar Tage gelebt hat, tue ich mich schwer mit den Büchern von Jack London, auch weil sein Cottage, ein kleines Holzhaus an einem kleinen Weinhang viel schöner war als dieses große, massive Steinhaus in einem dunklen Wald. Immerhin hat Jack London das vorgemacht, was ihm George Orwell gut dreißig Jahre später nachmachen wird. Kollege Orwell war Tellerwäscher in Paris und Landstreicher in London und schrieb darüber. Das Buch heißt "Erledigt in Paris und London" und lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn es kaum bekannt ist. Im englisch Original heißt es übrigens "Down And Out In Paris And London" - eigentlich eine Klasse Vorlage für "Down And Out In Berlin And (wegen mir noch) Bulgaria" ...

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19.12.2016

WEIHNACHTSMARKT - JETZT ERST RECHT !


Der Esel und das Christkind auf dem Gendarmenmarkt

Immer wieder werde ich von Fahrgästen gefragt, welcher Berliner Weihnachtsmarkt denn der Beste wäre, weswegen ich mich letzten Montag, also vor genau einer Woche, ganz ohne Taxi auf den Weg der Recherche begeben habe. Unter den drei Weihnachtsmärkten war auch der an der Gedächtniskirche, auf dem gerade Tote und Verletzte zu beklagen sind, weil ein LKW aus Polen auf den Markt gefahren ist. Meine Gedanken sind bei den Opfern, und nicht nur, weil es auch mich hätte erwischen können, sondern vor allem, weil ein Angriff auf meine Stadt immer auch ein Angriff auf meine Person ist. Trotzdem geht das Leben weiter, auch die Taxis in Berlin fahren weiter, und auch wenn der Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche nicht mein Favorit war an diesem Abend, und ich eigentlich auch gar kein Weihnachtsmarkt- sondern ein Flohmarktmensch bin, sage ich: Weihnachtsmarkt - jetzt erst recht!

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KEIN WEIHNACHTSVERBOT AM OSTBAHNHOF


Weihnachtsmanngeschenk

Viele sind gerade richtig sauer wegen dem Weihnachtsverbot am Bosporus. Dabei liegt die nächste Weihnachtsfeier so nah, und damit meine ich nicht die zahllosen Weihnachtsmärkte in der Stadt, denn da kann jeder hingehen. Du suchst das besondere, das individuelle, das so richtig zu dir passt, und was vor allem nicht jeder hat. Wir wär's denn mal mit Weihnachten unter der Brücke? Das hattest du noch nicht, oder?! Als ausgewiesener Fachmann für Weihnachtsmärkte, immerhin habe ich dieses Jahr schon drei besucht, kann ich dir die ganz private Weihnachtsfeier von Mario und Manuela am Ostbahnhof nur Wärmstes empfehlen. Aber nur wenn du (so wie ich) Mario und Manuela auch etwas zum Aufwärmen mitbringst. Dann bekommst du vielleicht (nochmal so wie ich) auch ein kleines Geschenk (Foto) von den beiden, wenn denn gerade eins übrig ist. Lass dich überraschen!

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WEIHNACHTEN MIT MARIO UND MANUELA


Der Weihnachtsbaum

Ihr Weihnachtsbaum vom Baumarkt ist schon ordentlich geschmückt mit einer batteriebetriebenen Lichterkette von "kik", die selbst im Vorbeifahren nicht zu übersehen ist. Ihr Wohnzimmer ist aufgeräumt, der Rollstuhl von Manuela, die schon siebzehn Jahre auf der Straße lebt, angeschlossen. Des Schloss hält sie des Nachts in der Hand - sicher ist sicher. Im Sommer leben Mario und Manuela an der Spree, dort ist es sicherer, allerdings haben sie da kein Dach überm Kopf. Das haben sie in der Koppenstraße unter der Brücke am Ostbahnhof, wo sich nur manch einer ohne zu fragen aus ihrer Spendenbox, einem Riesenteller aus Plastik vorm geschmückten Weihnachtsbaum, bedient, denn genommen wird immer von denen, die sich nicht wehren können. Mario und Manuela mögen keine Klauer, geben aber dafür und zwar von allem, von dem sie zu viel haben, auch wenn das nicht viel ist, sehr gerne. Wenn du Weihnachten noch nichts vorhast, dann bringe etwas gegen die Kälte und besuche auch du sie.

 von Mario und Manuela

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DER BESORGTE BÜRGER HAT AUSGEDIENT


Wo erfährt man die Dinge, die wirklich wichtig sind im Leben? Natürlich im Taxi! Beispielsweise heute: Da habe ich dort erfahren, dass der "Besorgte Bürger" total out ist, oder mit anderen Worten: "aus dem Rennen". Das wurde aber auch mal Zeit, nachdem es die "Besorgten Bürger" nicht mal zum Wort des Jahres geschafft haben. Außerdem steht das neue Jahr vor der Tür, also muss auch ein neuer Begriff her. Ab sofort sind es die "Bösen Pessimisten", die uns in die Krise treiben. Ich gehöre zum Glück nicht dazu (du vielleicht?), denn (wer mich kennt, weiß das) ich bin so 'ne richtje Berliner Frohnatur. Ich lache sogar wenn's Haus brennt. ... Ha, ha, ha ... Wahlweise auch ein Auto. ... Ha, ha, ha ... Ich hab gar kein's. ... Ha, ha, ha ...

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18.12.2016

BÖHSE ONKELZ - ÄTZENDES PUBLIKUM


Eigentlich keine Überraschung - oder doch?

Viel gäbe es über letzte Nacht zu berichten, für den Moment soll obige SMS genügen, die mich kurz vor Mitternacht von Kollege Heiko erreichte, mit dem ich vor vielen Jahren zusammen im Taxi-Sandkasten gespielt habe, und der der erste Club-Fahrer Berlins, ach was sage ich - des Universums ist. Nahezu gleichzeitig erreichte mich eine Textmitteilung meiner Taxizentrale, die mich dazu aufforderte, genau dorthin zu fahren, nämlich zu der Arena an der East-Side, wo gerade ein Konzert zu Ende gegangen war. Dreimal darfst du raten, wo ich nicht hingefahren bin, was ich jetzt, wo ich es aufschreibe, bereits schon wieder bereue, denn ätzende Konzertbesucher sind nicht automatisch ätzende Fahrgäste. Und selbst wenn, so man kann doch nur daran wachsen, denn auch zurückätzen will gelernt sein.

PS: Es ist auch nicht auszuschließen, dass obige SMS eine Fake-Info ist. Kollege Heiko arbeitet, geht es um Fahrgäste, mit allen Tricks.

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17.12.2016

ANGRIFF AUF TAXIBERLIN


Die Linsensuppe - auch ein Grund nach Tegel zu fahren

Genau genommen sind es Angriffe, und sie kommen von Hackern, aber nicht aus Russland, wie so häufig dieser Tage (die Russen kennen kein Weihnachten, weswegen ihnen langweilig ist), sondern aus China, wo Weihnachten auch unbekannt ist. Was genau dahinter steckt, lässt sich noch nicht sagen. Es geht irgendwie um Coins der FIFA, und das obwohl (oder gerade?) weil ich mit Fußball weiß Gott nichts (mehr!) am Hut habe. FakeNews werden auch über mich verbreitet, aber das ist noch geheim. Da geht es um den Taxi Diktator, einer meiner zahlreichen genialen Einfälle, der plötzlich nicht mehr von mir sein soll. Das musst du dir mal vorstellen! Wo ich doch tagelang darüber nachgedacht habe - damals. Den will sich jetzt jemand, der sonst überhaupt keine eigenen Ideen hat, einfach mal so nebenbei ausgedacht haben. Also wer's glaubt ...  Aber keine Sorge, Vergeltung werde ich deswegen nicht gleich üben. (Wie denn auch?) Das überlasse ich anderen, die können das besser. Ich halte mich an meine Bücher. Morgen gibt es in Tegel gleich einen ganzen Karton von ihnen. Dazu die leckeren Lebkuchen. Beides kostenlos. Es lohnt sich!

Text TaxiBerlin

DIE BÜCHERSPENDE VON TAXIBERLIN (SERIE)


So sieht sie aus

Gestern war es wieder so weit. Wie letzte Woche auf "Pi-Radio" angekündigt, habe ich wieder Bücher verschenkt und zwar am Flughafen Tegel. Das erste Buch direkt im Taxi an meinen ersten Fahrgast und die beiden anderen an der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss der Innung nur für Taxifahrer liebevoll genannt wird. Alle drei waren von dem in Berlin geborenen Historiker Sebastian Haffner. Meinem Fahrgast, eine junge Frau aus Mitte (oder war es schon Prenzlauer Berg?), die fürs Wochenende nach Wien flog, habe ich seine "Anmerkungen zu Hitler" mitgegeben. Die zwei anderen (Foto) habe ich in den Käfig mit dem Metallgitter drumherum gelegt, der eigentlich für die TaxiNews ist, aber gestern verwaist war. Das war er, nachdem ich kurz auf Toilette war, auch gleich wieder, denn da waren die beiden Bücher, von denen ich das über "Die deutsche Revolution" für das wichtigere halte, bereits schon wieder weg. Wichtig ist das Buch, weil es einerseits die These widerlegt, dass wir hierzulande keine Revolution können, und weil der Leser andererseits mehr über die unsägliche Rolle der Sozialdemokratie dabei erfährt (Stichwort: "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!") Zum Schluss noch zu der Frage, die dich am meisten interessiert: Warum verschenke ich Bücher? Ganz einfach, ich erwähnte das neulich bereits, weil es schönere Ausgaben gibt, beispielsweise vom Verlag 1900 Berlin.

PS: Am Sonntag gibt es mehr Bücher von mir am Flughafen in Tegel.

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16.12.2016

DIE WAHRE GESCHICHTE VOM TAXI DIKTATOR


Wie ich bereits gestern schrieb, wurde mein Taxi-Diktator von einem Kollegen (wohl besser "Kollegen") übernommen, aber nicht von irgendeinem, sondern von genau dem, der mich vor vielen Jahren von seiner Blog-Liste gekickt hat (was sein gutes Recht ist!), allerdings ohne mir sagen zu können, warum und weshalb. Angeblich wusste er damals nicht, was auf seiner Seite vor sich geht, und so wird es wohl auch diesmal sein, weshalb mein Kommentar zu seiner schönen Geschichte mit meinem Taxi-Diktator nicht veröffentlicht wird, weswegen ich hier die Gelegenheit nutzen möchte, kurz die wahre Geschichte zu erzählen, wie ich zu dem Namen/Titel Taxi-Diktator gekommen bin. Inspiriert dazu hat mich, das hatte ich damals auch geschrieben, der Suppen-Nazi. Den gibt es wirklich, und zwar in New York, wo er aber nicht Suppen-Nazi sondern Soup-Nazi heißt. Nun konnte ich mich schlecht der Taxi-Nazi nennen, obwohl das sicherlich eine Option gewesen wäre. Aber Taxi-Nazi geht nicht, insbesondere nicht in Berlin, der ehemaligen Reichs-Hauptstadt. Ich habe lange überlegt, was anstelle des Taxi-Nazi in Frage kommt. Ich weiß nicht mehr, wie lange genau, aber für meine Verhältnisse war es sehr lange, denn normalerweise fallen mir solche Sachen ziemlich rasch ein. Irgendwann, ich glaube es waren Tage vergangen, kam ich auf den Taxi-Diktator. Das ist jetzt über zwei Jahre her, und seither habe ich den Begriff/Titel oft und zahlreich verwendet. Nun wurde er übernommen, und zwar von einem "Kollegen", was letztendlich OK ist, weil es ja auch eine Auszeichnung für mich ist, wenn jemand diesen meinen ausgedachten Titel für sich übernimmt, auch weil es bedeutet, dass demjenigen selbst wohl nicht all zuviel einfällt.

Text TaxiBerlin

LEBKUCHEN LEIDER NUR AM SONNTAG


Wie angekündigt habe ich gestern zwei Bücher von Oscar Wilde am Flughafen Tegel ausgelegt. Anfangs wurden sie ignoriert, aber nicht lange. Bald kamen die ersten türkischen Kollegen und warfen einen vorsichtigen Blick auf sie. Es dauerte nicht lange, da war ein Erster bereits so mutig und sah sich genau den Autor und die Titel an. Nun ging es auch schon weiter für mich, denn gestern war Donnerstag, der Freitag von früher. Immerhin konnte ich in Erfahrung bringen, dass es die kostenlosen Lebkuchen nur am Sonntag gibt. Meine Ankündigung war also falsch, wofür ich mich ehrlich entschuldigen möchte. Als Wiedergutmachung werde ich am Sonntag erneut Bücher von mir am Flughafen Tegel umsonst zur Verfügung stellen. Auch weil die beiden Bände von Oscar Wilde am späteren Abend dann "vergriffen" waren.

Text TaxiBerlin

15.12.2016

DER TAXI-DIKTATOR - DAS ORIGINAL


Neulich im Radio habe ich, pünktlich zur Weihnachtszeit, Gutscheine für meinen Gulag angeboten. Nun gibt es bereits erste Reaktionen, allerdings, wie das oft im Leben so ist, anders als erwartet. Denn Gutscheine wurden nicht erbeten, es gab auch keine Anfrage wegen dem "Taxi-Diktator" - er wurde einfach übernommen. Das ist nicht unbedingt das, was man unter korrekt versteht. Trotzdem freue ich mich, und zwar deswegen, weil der Kollege nicht gerade für seinen Humor bekannt ist, schon eher für seine Korrektheit, weswegen der "Taxi-Diktator" eigentlich gar nicht zu ihm passt. - "Aber sei's drum."

Text TaxiBerlin

WARUM DER FLUGHAFEN TEGEL WICHTIG IST


Vielen ist der Flughafen Tegel wichtig, weil er so schön zentral liegt, insbesondere wenn man den Standort mit Schönefeld vergleicht. Gerade hat auch wieder eine Unterschriftenaktion zur Rettung des Flughafens in Tegel gestartet, vermutlich von Charlottenburgern. Ich werde mit Sicherheit nicht unterschreiben, auch wenn mir Tegel wichtig ist. Neuerdings ist mir Tegel sogar regelrecht ans Herz gewachsen, und zwar weil ich dort meine alten Bücher los werde.

Heute ist es nun wieder so weit. Da werde ich ein paar von meinen Büchern in die Vorrichtung legen, die eigentlich für die TaxiNews da ist. Ich weiß nicht genau, wie diese Vorrichtung heißt, sie ist auch glaube ich kaputt oder zumindest nicht ganz in Ordnung. Die Idee des metallenen Käfigs für die Monatszeitschrift für Taxifahrer ist die, dass es eine Feder ebenfalls aus Metall gibt, die die TaxiNews, unabhängig von der Anzahl der Exemplare, immer auf der selben Höhe hält.

Ich hoffe, ich konnte die Vorrichtung so beschreiben, dass du weißt, was gemeint ist, aber vor allem, damit du sie auch findest. Sie ist praktisch genau gegenüber vom Ausschank an der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrern von Insidern liebevoll genannt wird, und ist wie der gesamte Bereich dort überdacht, was auch wichtig ist, damit die Bücher nicht nass werden, denn das ist so mit das Schlimmste, was Büchern passieren kann, egal ob alt oder neu.

Natürlich willst du wissen, was das für Bücher sind, die ich heute hinterlege, und ob sich der Weg nach Tegel lohnt, denn du bist kein Charlottenburger, und ich verrate es dir gerne, auch weil ich gerade nicht mit einem Bild von den Büchern dienen kann. Ich werde heute einige Sachen von Oscar Wilde in den Käfig legen, der eigentlich für die TaxiNews da ist. Keine Sorge, ich habe nichts gegen Oscar Wilde, ganz im Gegenteil, ich finde den Typen einen ganz famosen Kerl.

Dass ich ihn, oder besser: seine Werke, loswerden will, hat damit zu tun, dass ich schönere Ausgaben gefunden habe. Ich weiß, das ist nun wirklich ein Luxusproblem, aber nach jahrelanger Erfahrung kann ich dir sagen, dass eine andere Ausgabe wie ein anderes Buch ist, und eine schöne Ausgabe in der Regel ein besseres Buch. Was macht nun die schönere Ausgabe, die ich gestern gefunden habe und vorerst für mich behalte, zu einem besseren Buch, fragst du dich ganz zu Recht.

In der Regel ist es eine bessere Übersetzung. In diesem Fall sind es selten veröffentlichte Texte, und zwar Oscar Wildes Briefe aus dem Gefängnis. Das wissen viele nicht, aber Oscar Wilde war am Ende seines Lebens im Knast und ist, glaube ich mich zu erinnern, auch dort verstorben. Ich weiß nicht, ob ich das verraten darf: Ich war auch schon mal im Knast. Es war aber nicht hier sondern im Ausland, und es war auch nur für fünf Tage, dafür immerhin drei verschiedene.

Doch zurück zu Oscar Wilde, von dem der Satz stammt: "Wer unter die Oberfläche dringt, tut es auf eigene Gefahr", dem nichts hinzuzufügen ist. Vielleicht noch so viel: Ich mache mich heute auf jeden Fall auf den Weg nach Tegel, und du solltest das auch tun. Du findest Oscar Wildes Werke im Käfig (oder sollte ich besser schon von Knast reden?). Sie sind umsonst, genauso wie der leckere Lebkuchen von der Verkäuferin in der "Pilotenbude" gegenüber - es lohnt sich!

Text TaxiBerlin

14.12.2016

ANGRIFF AUF DIE ORDNUNG


Von Zeit zu Zeit (in Wahrheit war es das erste Mal) mache ich in meinem Taxi die Planung für den nächsten Krieg, und zwar zusammen mit meinen Fahrgästen - sie sind ja sonst zu nichts gebrauchen. In der Vergangenheit ging es immer gegen Russland, oder besser: sollte es gehen. Nun soll es mal in die andere Richtung gehen, denn Amerika ("du hast viel für uns getan", aber jetzt sind wir auch mal dran!) "greift die westliche Ordnung" an. Das weiß zumindest der Spiegel zu berichten, also muss es stimmen. Da Europa zu schwach ist und Deutschland mal wieder auf Sonderrolle macht, muss Putin ran. Die Geschichte hat aber, wie sollte es anders sein, es geht schließlich gegen Amerika, ein Happy End. Wladimir Putin wird zusammen mit Edward Snowden in Washington als Befreier gefeiert und der Tag wird als Tag der Befreiung Amerikas in die Geschichtsbücher eingehen.

Text TaxiBerlin

DAS WORT DES JAHRES: NORMOPATHIE


Kein Bio sondern Zigeuner Feuerwerk

Ich weiß, das Wort des Jahres heißt "Postfaktisch", obwohl das auch nicht stimmt, denn ganz genau heißt das internationale Wort des Jahres "post-truth", das es schon vor "Postfaktisch" gab und eigentlich "Nach der Wahrheit" bedeutet, auch wenn uns die Süddeutsche etwas anderes einzureden versucht: "Postfaktisch" hatte es vor kurzem in der englischen Übersetzung "post-truth" schon zum 'International Word of the Year' 2016 gebracht", was leider nicht der Wahrheit entspricht, denn "post-truth" ist keine "Rückübersetzung" aus dem Deutschen, sondern "Postfaktisch" einfach eine falsche Übersetzung aus dem Englischen, was sogar schon Fahrgästen aufgefallen ist.

Ginge es nach mir, hieße das Wort des Jahres nicht "Postfaktisch" und auch nicht "post-truth", sondern "Normopathie", was bedeutet, dass etwas so normal ist, dass es schon krank ist. Das wird einige jetzt überraschen, weil wir doch heute alle so individuell sind, was vielleicht das eigentliche Problem ist. Dieser krankhafter Egoismus bzw. Egozentrismus oder besser: Narzissmus (nicht verwechseln mit Nazismus - das ist etwas anderes), der jeden nicht nur an sich denken, sondern gleichzeitig auch immer nach oben orientieren lässt. Oder hast du schon mal jemand sagen hören: "Die schönen Schuhe von dem Flaschensammler hätte ich auch gern?!" - Also ich nicht.

Und dabei, das werden viele wieder nicht glauben, scheint es nur so, als wären alle so individuell. Das hat schon Rainald Grebe erkannt, der mir bereits zweimal im Taxi saß. In seinem Lied "Prenzlauer Berg" heißt es nicht ohne Grund: "Die Menschen sehen alle gleich aus, irgendwie individuell". In Rainalds Song gibt es, der ein oder andere wird sich erinnern, darüber hinaus noch das bekannte "Biofeuerwerk". Das war natürlich ganz klare Verarschung, auch wenn das einige bis heute nicht mitbekommen haben. Es hätte nämlich eigentlich "Zigeuner Feuerwerk" (Foto) heißen müssen, aber dann hätte es sich nicht mehr der politisch korrekten Norm entsprochen gereimt ...

Foto&Text TaxiBerlin

13.12.2016

"DIE TRUMPS KOMMEN UND GEHEN ..."


"Die Trumps kommen und gehen, aber Twitter bleibt ..." - zugegeben, das Ende des Satzes hatte ich mir auch anders vorgestellt, aber die Fahrgäste sind halt auch nicht mehr das, was sie mal waren ...

Text TaxiBerlin

"YOU MEAN LOTTO?"


Sowohl beim Taxifahren als auch beim Umgang mit Fahrgästen und Menschen im Allgemeinen bevorzuge ich den direkten Weg. Langes um den Brei herumreden, so meine Erfahrung, geht immer nach hinten los, genauso wie unnötige Umwege im Taxi. Ungesund ist auch der Geiz, manche halten ihn sogar für eine Todsünde. Was man auf jeden Fall sagen kann, ist, dass geizige Menschen immer auch mit ihren Gefühlen geizen, was vielleicht das schlimmste ist. Nicht so ich. Ich lasse meinen Gefühlen freien Lauf, in diesem Fall mittels einer Frage. Die Gegenfrage (Titel dieses Beitrags) überraschte mich erst, dann fand ich sie sogar lustig. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto klarer wird es mir. Geizige Menschen können sehr kreativ sein, allerdings nur wenn es darum geht, irgendwo etwas zu sparen. Lustig sind Geizkrägen eigentlich nie, und wenn doch, dann unbeabsichtigt, wie in diesem Fall. Meine Frage, für alle, die auch noch mit ihrem Verstand geizen, bezog sich übrigens nicht auf die Stadt in China.

Text TaxiBerlin

12.12.2016

DIE VERSCHWÖRUNGSTHEORIEN DER VERSCHWÖRUNGSTHEORIENKRITIKER


Nicht nur, dass Russland Donald Trump zum Sieg verholfen haben soll, nein, jetzt will Wladimir Putin, der noch nicht bei mir im Taxi saß, auch noch die Bundestagswahl im nächsten Jahr zu seinen Gunsten beeinflussen. Das behaupten zumindest diejenigen, die bisher wenig wegen Verbreitung von Verschwörungstheorien aufgefallen waren. Beweise? Fehlanzeige! Wir leben schließlich "Post-Truth".

PS: So weiß beispielsweise der Tagesspiegel, dass Russland Hillary Clinton, die mir genauso wie Wladimir Putin noch nicht im Taxi gesessen hat, gehackt haben soll. Nur, wurde uns da wenige Tage vor der Wahl wirklich Neues präsentiert oder doch nur Altbekanntes?
Und dann gibt es da noch die Neuauszählung, die jetzt juristisch gescheitert zu sein scheint. Schade eigentlich. So werden wir wohl nie erfahren, wie Wladimir Putin hier seine Finger im Spiel hatte.

Text TaxiBerlin

HAUPTSTADT OHNE HAUPTSTÄDTER


Ist immer da: Der Weihnachtshitler auf'm Ku'damm

Knapp zwei Wochen vor Weihnachten beginnt nun wieder die Zeit, wo derjenige, der ein Auto hat, sich um einen Parkplatz keine Sorgen mehr zu machen braucht. Im Taxi muss ich mir darüber, dass viele schon nach Hause gefahren sind, auch keine Sorgen machen, da Hauptstädter als Fahrgäste sowieso eine aussterbende Spezies sind. Wer sich Sorgen machen muss, so weit es denn noch gestattet ist, sich Sorgen zu machen heutzutage, ist der Einzelhändler und sicherlich auch die Einzelhändlerin. Beispielsweise auf dem Flohmarkt, meinem KaDeWe, da sah es heute richtig mau aus. Das interessiert natürlich diejenigen Möchtegern-Haupstädter, die Berlin bereits verlassen haben, mal wieder gar nicht. Aber auch den zahlreichen Berlin-Besuchern war der Flohmarkt heute egal. Die waren wahrscheinlich alle auf dem Weihnachtsmarkt, wo sie letztendlich auch hingehören, weil sich da traditionell das Volk rumtreibt, und wer möchte da nicht dazu gehören. Nicht so ich, der Feingeist unter den kommerziellen Taxifahrern. Ich bin mit einer extra großen Einkaufstüte zum Flohmarkt, und zum Schluss war selbst die noch zu klein. Das lag vor allem daran, dass viele Verkäufer, aber auch einige Verkäuferinnen, bereits am Verzweifeln waren, und sie mir deswegen ihre gute Ware, die obwohl sie so gut war, trotzdem keiner haben wollte, bis ins Taxi nachgeworfen haben. Zum Feierabend hatte ich jetzt echte Probleme, die vielen Sachen nach Hause zu kriegen, obwohl mein zu Hause doch hier in Berlin und nicht sonstwo ist, und das ist auch gut so. Nicht gut ist, dass es in unserer schönen Hauptstadt nicht nur zur Weihnachtszeit kaum Hauptstädter gibt. Ich muss da immer an die Republik ohne Republikaner denken. Das war auch hier irgendwo und nahm ebenfalls kein gutes Ende ...

Text TaxiBerlin

11.12.2016

"AUF VERLORENEM POSTEN" AM FLUGHAFEN


In Tegel (TXL)

In meiner Sendung am Freitag hatte ich es angekündigt. Ich werde ab sofort regelmäßig Bücher am Flughafen Tegel auslegen. Aber nicht irgendwo, sondern an der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss mit Parkplatz nur für Taxis und ihre Fahrer liebevoll genannt wird. Das erste Buch habe ich gestern ausgelegt, womit nicht unbedingt zu rechnen war, weil am Samstag in Tegel eher tote Hose ist. Trotzdem hatte ich eine Fahrt zum Flughafen und das Buch "Auf verlorenem Posten" von Klaus Mann dabei. Der interessierte Taxifahrer und Leser findet es direkt vorm Ausschank in dem Korb, der meistens leer ist, gestern aber die neue Ausgabe der TaxiNews enthielt. Die Sammlung von Aufsätzen, Reden und Kritiken von Klaus Mann ist absolut lesenswert. So erfährt man beispielsweise auf Seite 22, dass Künstler gespaltene Leute sind und warum. Viel Spaß bei der Lektüre!

Foto&Text TaxiBerlin

10.12.2016

TAXI SAFARI


Is Brother "Teppich" watching me ?

Geträumt, dass aus der Trabbi Safari eine Taxi Safari geworden ist. Wildfremde Menschen sitzen zu dritt oder viert in Berliner Taxen und verstopfen damit in Kolonne fahrend die wenigen Kilometer Straße, die es noch gab. Man fuhr nicht mehr - man flog. Auch ich hatte einen fliegenden Teppich, der direkt vor meinem Bett lag. Und dort lag er auch immer noch, als ich schweißgebadet aus dem Traum erwachte, so dass ich ihn fotografieren und hier zeigen kann. Sozusagen als Beweis, dass dort kein hell elfenbeinfarbiger Taxi-Teppich liegt, wie ich es geträumt hatte, was mich am meisten irritiert hat an meinem Traum.

PS: Wer seinen Liebsten zu Weihnachten "Gulag-Gutscheine" schenken möchte, sollte sich ranhalten. Es sind nur noch einige wenige "Rest-Karten" erhältlich. Nähere Informationen unter taxi.berlin(ät)gmx.de

Foto&Text TaxiBerlin

NEULICH AM KOTTBUSSER TOR


oder auch einfach nur "Kotti"

Es ist schon merkwürdig. Da fahre ich jedes Wochenende bestimmt zehnmal über den Kotti, wenn nicht noch öfter, und trotzdem habe ich letzten Montag zum ersten Mal das Minarett dort an der Skalitzer wahrgenommen. Das lag wohl daran, dass ich zu Fuß und nicht mit dem Taxi unterwegs war. Möglicherweise spielte auch das tolle Abendlich eine gewisse Rolle. Das möchte ich nicht ausschließen.
Wie immer dem auch sei, es ist letztendlich nichts Neues, sondern bestätigt nur das, was ich immer sage, auch zu meinen Fahrgästen: Nimm dir Zeit und laufe ein Stück, dann siehst du auch was.

Foto&Text TaxiBerlin

09.12.2016

ME, MYSELF AND MY TAXI FIRMA


Keine Kunst - Nur Radios

Ich weiß, das wird mir jetzt wieder keiner glauben, aber die beiden Fotos sind wirklich in meiner Firma aufgenommen. Um genau zu sein: Auf der Firmentoilette. Wie du siehst, hat in meiner Firma niemand etwas gegen Bayern. Ganz im Gegenteil. Das bayrische Weiss/Blau dient sogar als Sichtschutz. Der Ort ist außerdem gut geheizt, was nicht oft genug gelobt werden kann, und darüber hinaus gar nicht so still, wie von manch einem gedacht. Dafür sorgt die Sammlung von Radios auf dem Fensterbrett, die einige Kollegen bereits für Kunst halten. Dabei stimmt das gar nicht, denn die Radiogeräte wurden da nur aufgestellt, damit keiner die Sendung "Hier spricht TaxiBerlin - Die freie Stimme der mobilen Welt" heute auf Pi-Radio verpasst.

Fotos&Text TaxiBerlin

08.12.2016

VERARSCHT MICH NUR, ICH BLEIB SO WIE ICH BIN


Gilt nicht für Taxen

"Verarscht mich nur, ich bleib so wie ich bin" ist die letzte Zeile eines Gedichts, das mir nicht aus dem Kopf gehen will. Offensichtlich kann man Nichts absichtlich vergessen, genauso wie man (zum Beispiel im Taxi) nicht absichtlich weghören kann. Überhaupt sollte man mehr zuhören, und das nicht nur im Taxi. Beispielsweise morgen um 21 Uhr. Da kannst auch du immerhin schon unsere sechste Sendung hören. Sie heißt "Hier spricht TaxiBerlin - Eine freie Stimme der mobilen Welt." Du kannst ihr in Berlin unter 88.4, in Potsdam unter 90.7 oder hier im Internet als Live-Stream lauschen. Wenn alles klappt, wird Thomas Frahm, der Verfasser des Gedichts, dem der Titel dieses Beitrags entnommen ist, und ausgewiesener Kenner der Taxifolklore in der bulgarischen Hauptstadt Sofia mit von der Partie sein. Don't miss it!

Foto&Text TaxiBerlin

07.12.2016

NEUE BERLINER BETROFFENHEITSPROSA (TEIL II)


"Beschreibungsimpotenz" - gestickt von Peter Handke

Nun ist es schon über ein Jahr her, dass ich betroffen war. Will sagen: Es wird höchste Zeit, dass ich mal wieder betroffen bin. Betroffen sein heißt nicht automatisch, dass man auch Betroffener ist. Eher im Gegenteil. Der Betroffene ist aktiv betroffen, betroffen sein ist dagegen passiv. Das verrät das kleine Wort "sein". Wobei, wenn ich sage "Ich bin ein Betroffener" es oft auch bereits passiv ist, und zwar wegen dem kleinen Wort "bin". So schnell kann es gehen ...

Ich bin mir nicht sicher, aber möglicherweise komme ich deswegen auf die Betroffenheitsprosa zurück, weil ich gestern im Kino war. Der Film, den ich mir angesehen habe, hieß "Bin im Wald, kann sein, dass ich mich verspäte ...", was erst einmal ziemlich immobil und wenig betroffen daherkommt. Das liegt auch daran, aber nicht nur, dass im Film kein Taxi vorkommt, dafür immerhin ein Flugzeug oder besser: Das Fliegen. Ich habe erfahren, dass nicht nur mich das Fliegen anödet, sondern auch den Autor Peter Handke, um den es in dem Film geht, was mich ungemein beruhigt, also das mit dem Anöden.

Beruhigend fand ich auch, dass der Autor stickt. Ich glaube, es war ein Hemd, an dem er gestickt hat. Auf jeden Fall hat er immer viel Zeit zum Faden einfädeln gebraucht, es letztendlich aber immer geschafft, was auch sehr beruhigend zu sehen war. Ich überlege nun ernsthaft, auch mit dem Sticken anzufangen, und zwar im Taxi. Zeit genug habe ich. Neulich habe ich eine Kollegin gesehen, die strickte in ihrer Taxe. Das kommt extrem gut an, jetzt zur Weihnachtszeit, wenn man in seinem Taxi strickt - glaube ich. Gibt bestimmt jede Menge Trinkgeld. Vermutlich aus Mitleid. Oder aus Betroffenheit - wer kann das schon so genau sagen heutzutage. Leider kann ich nicht stricken, will es auch nicht lernen. Sticken kann ich mir vorstellen.

Peter Handke, der Autor, um den es in dem Film geht, den ich gestern im Kino gesehen habe, war nicht gut auf Betroffene zu sprechen. Da war er aber noch ein bisschen jünger, das muss ich dazu sagen. Obwohl, wenn ich's mir recht überlege, war er wohl in dem Moment ziemlich genauso alt wie ich heute. Auf jeden Fall meinte er, so viel kann ich verraten, dass derjenige, der da so betroffen war, sich seine Betroffenheit sonstwohin stecken kann. Oder war es doch schieben? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr genau. Ich sollte wirklich mit Sticken anfangen, dann fällt es mir bestimmt wieder ein ...

PS: Es muss "Ich Betroffener" oder wegen mir noch "Ich - ein Betroffener" heißen, damit es aktiv ist, meint ein Betroffener.

Trailer YouTube
Text TaxiBerlin

06.12.2016

"DENKEN - FÜHLEN - HANDELN"


"... sich nicht mit einfachen, billigen Phrasen abspeisen lassen ..."

Meine Suche nach "Denken - Nachdenken - Handeln" für "Mein Wunschzettel" führte mich zu "Denken - Fühlen - Handeln", was nicht nur kostengünstiger, weil umsonst, sondern vermutlich auch inhaltlich besser ist. Das liegt vor allem am alleinigen Darsteller Hans-Joachim Maaz, der mir bereits vor einiger Zeit im Taxi saß, und der wie ein guter alter Märchenonkel daherkommt, dabei aber wirklich etwas zu sagen hat. (Das muss man erstmal hinkriegen!) Beispielsweise meint Maaz, dass derjenige, der sich heute keine Sorgen macht, nicht ganz normal sein kann. Mit anderen Worten: Er stellt unsere Welt, besser: wie man sie uns einredet, dass sie sei, vom Kopf auf die Füße.

Video YouTube
Text TaxiBerlin

"2015 KANN, SOLL UND DARF SICH NICHT WIEDERHOLEN"


Ist leider auch wahr ...

Was den Satz (Titel) angeht, so kann ich sowohl Angela Merkel, die mir bisher noch nicht im Taxi gesessen hat, als auch dich beruhigen. Wie soll sich 2015 auch wiederholen, wo wir doch schon lange 2016 haben und bald bereits 2017 ist. Der Satz hätte viel kürzer sein können: "2015 wird sich nicht wiederholen." Dann wäre Zeit gewesen, ihn mit Inhalt zu füllen. So ist er einfach nur eine inhaltleere Floskel, sagt nichts aus, tut keinem weh, geht da rein und dort raus, und ist morgen schon wieder vergessen. Obwohl, ein paar waren wohl doch nicht ganz zufrieden in der Christlichen Einheitspartei. Immerhin sank die Zustimmung für Mutti auf unter neunzig Prozent, was bedeutet, dass man langsam anfangen kann die Tage rückwärts zu zählen.

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TAXIBERLIN RADIOWELTPREMIERE AM FREITAG


Verpass es nicht!

Am Freitag ist es wieder so weit, da gibt es die sechste Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin - Die freie Stimme der mobilen Welt" auf Pi-Radio. Natürlich wird neben dem Thema, das alle interessiert, und zwar Liebe im Taxi, das bevorstehende Fest der Liebe und auch die Feindesliebe eine Rolle spielen, aber auch das damit verbundene Ende des Jahres und möglicherweise Europas wenn nicht gar der Welt. Außerdem verraten wir exklusiv, warum der gute alte Robert Zimmermann (besser bekannt als Bob Dylan) sich seinen Preis nicht persönlich abholt. Vorher wird nur noch rasch der Berliner Stadtplan vorgelesen, genauer gesagt seine Straßen, denn das hat noch nie jemand getan, weswegen es höchste Zeit wird, bevor es zu spät ist. Überhaupt sollte jeder selbst überlegen, was er unbedingt noch tun wollte auf Erden. Es kann sein, dass es die letzte Chance ist, dies noch in die Tat umzusetzen - wer weiß. Was ich weiß, ist, dass neben mir noch Layne alias TaxiGourmet, Autorin und Kollegin aus New York, der Fotograf von Oz und Steffen, ein Taxifahrer und Kollege aus Berlin als Gast im bescheidenen Kellerstudio in Mitte sein werden. Los geht es am Freitag zur Prime-Time um 21 Uhr, in Berlin unter 88,4 und in Potsdam unter der 90,7 oder auch im Internet als Live-Stream.

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05.12.2016

ME AND MY SMARTPHONE AUF DER JAGD


Zugegeben, ich habe noch keins, aber das dürfte sich jetzt ändern. So ein Smartphone ist offensichtlich eine smarte Sache. Du kannst damit spielen und ganz nebenbei 12 Leute (also richtige Menschen, die haben wirklich gelebt - von den außerdem 89 Verletzten rede ich gar nicht) ins Jenseits befördern und bekommst nur dreieinhalb Jahre, von denen du wahrscheinlich nur zwei absitzen musst. Das Spiel, das unbedingt auch auf meinem Smartphone sein muss, heißt "Dungeon Hunter 5". Falls mir das jemand besorgen kann, das wäre wirklich ganz toll. Das mit dem Smartphone kriege (kommt von Krieg) ich alleine hin. Dann kann es nach Weihnachten auch schon losgehen mit der Jagd. In mein Visier, so viel kann ich verraten, sind aber keine ahnungslosen Fahrgäste, sondern Fahrradfahrer mit vor Verkehrslärm schützenden Kopfhörern und auf Smartphones starrende Fußgänger.

Text TaxiBerlin

WAS JEDER TAXIFAHRER WEIß


Endlich erfahre ich, was jeder Taxifahrer weiß, und zwar aus der Zeitung. Dort steht, dass jeder Berliner Taxifahrer wisse, wann die Philharmonie zu Ende sei und trotzdem dieses psychologische Experiment in der Herbert-von-Karajan-Straße veranstalte. Das mit dem Ende der Philharmonie ist klar, nur das mit dem psychologischen Experiment, über das hätte ich gerne mehr erfahren ...

Text TaxiBerlin

04.12.2016

MIR GEHT ES WIE MESUT


Du wirst lachen, aber mir geht es echt wie Mesut - also dem Fußballer, und nicht dem Taxifahrer! Auch mir war nicht bekannt, dass man auf Einkommen so etwas wie eine Abgabe bezahlt. Bei mir liegt das daran, dass ich so gut wie kein Einkommen habe, und wo nichts ist, kann bekanntlich auch nichts abgezogen werden. Zumindest bezahle ich keine Steuer. Gut, Mehrwertsteuer schon, obwohl ich mich auch von der gerne befreien lassen würde. (Weiß vielleicht jemand, wie das geht?) Ich habe nur von einem viel, und das ist freie Zeit. Wenn es auf freie Zeit eine Steuer gäben würde, dann wäre ich ziemlich am Arsch, das kannst du mir glauben. Ich weiß gar nicht, wo mein Konsum dann hinginge, denn der ist jetzt schon im Keller. OK, das mit dem "kein Konsum" stimmt nicht ganz, denn beim Flohmarkt-Konsum bin ich ganz vorn. Aber das zählt nicht - glaube ich. Was zählt, ist, dass ich viel Zeit (beispielsweise zum Nachdenken) habe, aber keine Kohle um neue Sachen zu kaufen, und damit bin ich extrem gefährlich, und zwar für das System. Deswegen kann ich nicht nur, nein soll ich sogar weg. Also genauso wie Mesut. Oder auch Christiano. Den konnte ich auch noch nie leiden.

Text TaxiBerlin

03.12.2016

"ANGELA MERKEL IST DIE GRÖSSTE POPULISTIN"


Diese Aussage ist nicht von mir. Hans-Joachim Maaz, der mir vor einiger Zeit im Taxi saß, ist mir zuvor gekommen. Wer ihn nicht kennt: Hans-Joachim Maaz ist Psychotherapeut und Autor zahlreicher Bücher, wie beispielsweise "Der Gefühlsstau" und "Die narzisstische Gesellschaft", was dich natürlich nicht interessiert. Denn du bist nur aufgeschreckt, weil jemand den Begriff Populist im Zusammenhang mit der Person Angela Merkel nennt, du aber bisher nur so genannte Rechts-Populisten kanntest. Was genau ist aber ein Populist? Kannst du den Begriff definieren? Also ich nicht. Meine Beobachtung ist nur, dass man gerne die als Populisten bezeichnet, mit denen man sich inhaltlich nicht auseinandersetzen möchte. Bei Frau Merkel ist das im Prinzip genauso - nur umgedreht. Sie möchte dem Land etwas geben. Aber was genau? Weißt du es? Ich kann mich da nur wiederholen: Ich weiß es nicht. Gerade, aber nicht nur, als Taxifahrer ist es wichtig zu wissen, wohin die Reise/Fahrt denn gehen soll. Vielleicht hast du es noch nicht bemerkt, aber unser Land steckt in einer tiefen Krise. Aber nicht nur unser Land, nein, unsere gesamte Lebensweise des ständigen Konsumierens und des permanten Wachsens steht auf dem Prüfstand. Angela Merkel scheint davon nichts zu wissen. Für sie gibt es nur ein "Weiter so". Irgendwie ist es ein Déjà-vu, das sieht auch Hans-Joachim Maaz so, und wie vor knapp dreißig Jahren. Fällt mir in dem Zusammenhang ein: Waren Honecker & Co eigentlich Populisten? Auf jeden Fall waren sie eines: Zu früh dran! Denn damals gab es das Wort (auch so ein schöner Begriff) "systemrelevant" noch nicht. Hätte es damals bereits existiert, auch Honecker & Co hätten niemals abtreten können, denn sie waren extremst systemrelevant.

Text TaxiBerlin

02.12.2016

HIER SPRICHT TAXIBERLIN # 6


Hier fährt er, dort spricht er

Heute in einer Woche ist es wieder so weit, da gibt es die nächste Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin - Die freie Stimme der mobilen Welt". Und weil es unsere sechste Sendung ist, geht es da natürlich auch um den Sex, aber nicht nur. Weitere Themen werden das bevorstehende Fest der Liebe, das damit verbundene Ende des Jahres und das mögliche Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen, sein. Neben meiner Co-Pilotin Layne, Taxikollegin und Autorin aus New York (eigentlich aus Kalifornien) wird Steffen, ein Taxikollege aus Berlin, mit uns im Studio sein. Den Verkehr dort regelt wie immer unser Zauberer von Oz, dessen Ansagen bereits jetzt legendär sind, aber nicht etwa, weil ihm regelmäßig unsere Namen entfallen, denn Namen sind bekanntlich Schall und Rauch. Los geht es am nächsten Freitag, den 9. Dezember 2016, zur Prime-Time um 21 Uhr. Du kannst dabei sein, entweder als Anrufer oder auch einfach nur als Zuhörer, und zwar auf Pi-Radio in Berlin unter 88.4 und in Potsdam unter 90.7 oder hier im Internet Live-Stream. Wir freuen uns auf dich!

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"DIE GEDANKEN DER ANDEREN"


Es ist eigentlich Schade, dass ich nicht mehr in die Kneipe gehe. In Cafés gehe ich schon lange nicht mehr. Obwohl ich dort, wenn es da nicht diese komischen Kaffees geben würde, sicherlich stundenlang sitzen könnte. Ich könnte da sitzen und, nein, nicht andere Menschen beobachten, sondern mir meine Gedanken machen. Das ist nämlich wichtig, dass man sich seine eigenen Gedanken macht und nicht die der Anderen. Die meisten machen sich ja nur fremde Gedanken und geben diese dann als die ihren aus. Gut, die Gedanken sind frei, und so soll es auch bleiben. Aber wenn uns die freien Gedanken daran hindern, uns unsere eigenen Gedanken zu machen, dann stimmt doch irgendwas nicht, oder? Naja, auf jeden Fall könnte ich, wenn ich wie gesagt noch in Kneipen und Cafés gehen würde, genau über "Die Gedanken der Anderen" (Der Titel ist von mir!) jede Menge schreiben. Das überlasse ich nun Anderen. (Also anderen Anderen!) Ich beklage mich nicht darüber. Dafür habe ich keine Zeit. Die brauche ich, um mir meine eigenen Gedanken zu machen, und zwar bei mir im Taxi.

Text TaxiBerlin

01.12.2016

FAHRGÄSTE GIBT ES . . .


Taschen auch ...

Kinder hat er keine. Schuld daran ist der demographische Wandel. Das ist klar. Wie soll das auch gehen mit Kindern, wo er doch heute katholisch und hetero, gestern Jude und Gay, vorgestern Buddhist und bi und morgen Moslem mit vielen Frauen ist? Und überhaupt. Gibt es dafür nicht die Flüchtlinge. Besser dagegen, also gegen den demographischen Wandel. Der ist natürlich schlimm, dieser Wandel. Aber die Flüchtlinge haben ja auch Schlimmes durchgemacht. Und dafür dürfen sie schließlich auch hierbleiben. Da werden sie ja wohl mal was machen können für unser Gemeinwohl und gegen den demographischen Wandel, wenn sie uns schon nicht lieben ...

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