12.11.2016

TAXIBERLIN ALS MEDIUM



Die gestrige Sendung - kurz zusammengefasst

Meine gestrige Sendung "Hier spricht Taxi Berlin - Die freie Stimme der mobilen Welt", immerhin schon die fünfte, soll wie die obige Gleichung gewesen sein. Ich kann dazu nichts sagen, ich bin kein Mathematiker sondern Medium. Als solches kann ich dir nur erzählen, wie es nach der Sendung bei mir im Taxi weiter ging. Als erstes stieg mir eine Frau in den besten Jahren ein, die mir von Leonard Cohen erzählte, bei dem sie neulich noch auf dem Konzert war, und der vorletzte Nacht verstorben ist. Sie war sich sicher, dass Leonard Cohen das erste Opfer von Donald Trump ist. Was ich dazu sage? Gar nichts! Ich bin, ich sagte das in der Sendung, Medium. Meine Aufgabe ist es, meinen Fahrgästen tiefere Wahrheiten zu entlocken, auf die sie ohne mich niemals gekommen wären. Bei meinen nächsten Fahrgästen war das anders, aber doch irgendwie ähnlich. Die beiden sehen sich einmal im Jahr in Berlin, um hier ein Event vorzubereiten. Ansonsten hätten sie nichts miteinander zu tun, sie wohnt im Süden und er im Norden unseres schönes Landes. Meine Vermutung als Medium, dass sie, wenn sie hier in Berlin sind, etwas miteinander haben, entspräche zwar der Wahrheit, dürfe aber keiner wissen. Ich erwähne das hier auch nur als Beweis dafür, dass die Ehe auf Zeit, wie ich immer wieder schreibe, im Kommen ist. Als nächstes stiegen mir zwei jungen Finninnen ein, denen beim besten Willen nicht der Name ihres Hotels einfallen wollte. Da ein mittels Smartphone aufgenommenes Foto von einer der beiden vor dem Spiegel in ihrem Hotelzimmer nicht wirklich weiterhalf, musste ein weiteres gesucht werden, auf dem sie Nackt vor dem selben zu sehen war. Warum sie sich nicht von dem Typen, der sie zum Taxi gebracht hatte, ins Hotel haben bringen lassen, lag daran, dass er Gay war. Immerhin konnten mir die beiden erklären, warum die Welt schwule Männer braucht, wobei die Welt etwas zu weit gegriffen ist. Sie, also die beiden Finninnen, brauchen Gays zum ausgehen - immerhin. Nachdem die beiden es gar nicht fassen konnten, dass ich aufgrund nur eines Nacktfotos ihr Hotel gefunden hatte, blieb mir keine Zeit zum aufatmen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Das lag daran, dass mir sogleich drei nach Schweiß und Alkohol stinkende polnische Bauarbeiter ins Taxi sprangen, die mir, im Gegensatz zu den beiden Finninnen, nicht nur das Fahrziel sicher angeben, sondern mir darüber hinaus auch sämtliche Bordelle erklären konnten, die auf dem Weg lagen. Von da an ging es mit der Nacht bergab ...

Foto&Text TaxiBerlin

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