30.11.2016

ENDE NOVEMBER GEDANKEN


Heute ist der letzte Tag im November, der traurige Monat ist also fast vorbei. Ich persönlich fand ihn jetzt gar nicht so traurig. Sieht man mal davon ab, dass zweimal Flohmarkt ausfiel, was für mich immer eine große Herausforderung darstellt, so brachte der November für seine Verhältnisse doch ziemlich viel Sonne. Zumindest habe ich so meine Bedenken, dass es im Dezember in dieser Angelegenheit wesentlich besser laufen wird. Klar, da ist immerhin Weihnachten, der Lichtblick am Ende des Jahres. Aber bis dahin, oder genauer: bis kurz davor, werden die Tage noch kürzer, als sie es  jetzt schon sind. Ich habe mir bereits vor vielen Jahren eine Tageslichtlampe zugelegt - aus Amerika. Die hilft wirklich. Den JahresEndBlues kenne ich seither nur noch vom HörenSagen. Klar, die Tage sind deswegen für mich auch nicht länger, und auch ich muss Nachts im Taxi das Licht einschalten. Aber schlechte Laune habe ich beispielsweise gar nicht mehr. Ganz im Gegenteil! Ich könnte eigentlich permanent Luftsprünge machen, und manchmal mache ich das auch - sogar im Taxi. Das kommt extrem gut an. Gut, nicht bei allen Fahrgästen. Komischerweise gerade die jüngeren unter ihnen tun sich mit meinen Luftsprüngen meist schwer. Junge Menschen machen heute keine Luftsprünge mehr. Das ist zumindest meine Erfahrung. Aber die Alten, die leben mitunter richtig auf bei mir im Taxi. Das solltest du mal sehen! Die sind dann kaum noch unter Kontrolle zu halten. Ich weiß, das ist schwer vorstellbar, wenn man die Alten nur von außen kennt. Aber glaubst du im Ernst, dass die wirklich so sind, wie sie sich geben? Mit Sicherheit nicht! Die verstellen sich nur. In Wirklichkeit sind die meisten (nicht alle) jung geblieben in ihrem tiefsten Inneren. Das muss man nur freilegen - ist ja bei den Jungen nicht anders. (Das Einfache, was schwer zu machen ist.) Wobei, wenn ich's mir Recht überlege, ist das bei den Jungen oft schwieriger als bei den Alten. Die jungen Leute sind heute oft schon so erwachsen. Gut, das war schon immer so, aber so extrem nun auch wieder nicht. Aber wer kann das schon so genau beurteilen? Jedenfalls hoffe ich sehr, dass die Jungen mit dem Alter wieder jünger werden - so wie die Alten.

Text TaxiBerlin

29.11.2016

ENDLICH WIEDER WEIHNACHTSMARKT . . .


Bist du auch so einer, der gerne auf Weihnachtsmärkte geht? Oder gehörst du gar zu denen, die mit ihrem Auto immer bis zum Glühweinstand vorfahren müssen? Also ich persönlich mache mir nichts aus Weihnachtsmärkten, obwohl auch ich weiß, dass immer mehr Menschen genau deswegen nach Berlin kommen. Beispielsweise aus Skandinavien, wo es keine Weihnachtsmärkte gibt. Vielleicht besser: noch nicht gibt. Der Kapitalismus ist da ja sehr erfinderisch. Oder liegt es daran, dass die Menschen immer dümmer werden? Aber egal, mein Ding sind Weihnachtsmärkte jedenfalls nicht. Ich gehe lieber zum Flohmarkt, und nicht nur, weil es den ganzjährig gibt. Der November ist in Sachen Flohmarkt immer ein echt harter Monat für mich. Das liegt daran, dass da der Flohmarkt regelmäßig an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden wegen irgendwelchen kirchlichen Trauertagen ausfällt. Da soll mir noch mal jemand sagen, dass Religion Privatsache sei. Auf jeden Fall hatte ich letzten Sonntag in Sachen Flohmarkt einiges nachzuholen. Um genau zu sein, litt ich bereits unter einem "Shopping-Stau", falls den außer mir noch jemand kennt. Aber als wenn es nicht schon schlimm genug wäre, dass es am vergangenen Sonntag auf dem Flohmarkt genauso voll war wie auf dem Weihnachtsmarkt, nein, jetzt wird da auf dem Flohmarkt auch noch Glühwein angeboten. Das musst du dir mal vorstellen: Glühwein auf dem Flohmarkt! Wahrscheinlich wird der Wein von kleinen Flöhen gemacht. Fehlt nur noch, dass sich das rumspricht und die ersten auch hier mit ihrer Scheiß-Karre bis zum Glühweinstand vorfahren.

Text TaxiBerlin

28.11.2016

KURZSTRECKENSTREIK


Nein, es sind keine Taxifahrer, die die Kurzstrecke auf den Berliner Straßen bestreiken würden. Das wäre ja noch schöner. Es geht um die Kurzstrecke in der Luft. Genau genommen sind es Piloten der Lufthansa, die morgen zwischen 0:01 und 23:59 Uhr nur die Langstrecke anbieten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich jetzt fragen soll, warum ich Taxifahrer und nicht Pilot geworden bin.

Text TaxiBerlin

KEIN THEMA


Meist kommt mir das, was meine Fahrgäste erzählen, interessanter vor als das, was man so im Internet oder in der Zeitung liest, was auch einfach daran liegen kann, dass bestimmte Themen bei mir im Taxi gar keine Rolle spielen. Beispielsweise Trump. Der kommt bei mir im Taxi gar nicht vor. Obwohl, heute gab es da eine Ausnahme. Eine junge Studentin aus Amerika war zur Wahl-Party an der FU gewesen, und die soll ganz gut gewesen sein, was immer das heißen mag. Von den heute bekannt gewordenen illegal abgegebenen Stimmen wusste sie schon nichts mehr. Mit denen kannte sich ein anderer Fahrgast aus, allerdings betraf es nicht die in den USA in der Vergangenheit, sondern die in der Zukunft hierzulande. Mein Fahrgast war felsenfest davon überzeugt, dass die Trump Kopie vom Bosporus bei uns wählen oder zumindest mitwählen würde nächstes Jahr. Wie das gehen solle, das würden wir, ganz das Original, dann schon sehen ...

Text TaxiBerlin

25.11.2016

"MEIN WUNSCHZETTEL"


Das Fest der Liebe steht vor der Tür und was viele nicht wissen, ist, dass man auch seine Feinde lieben soll. Auch deswegen möchte ich in Sachen Feindesliebe mit gutem Beispiel voran gehen. Ich tue dies am heutigen "Schwarzen Freitag" nicht in böser Absicht, sondern ganz im Gegenteil in der Hoffnung, dass ihr viele Dinge, die auf "Mein Wunschzettel" stehen, möglichst preiswert bekommt. Mein Wunsch wäre es, dass "Mein Wunschzettel" komplett abgearbeitet wird.

"Mein Wunschzettel" ist natürlich nicht meiner, das dürfte spätestens jetzt auch dem Letzten klar sein, sondern ist der vom "Armen Sascha" oder auch "Poor Sash", dem Kollegen, wohl besser "Kollegen", aus Marzahn, aber eigentlich aus Stuttgart. Ohne mich in Details zu verlieren, ist es so, dass ich dem "Kollegen" Sash (englische Aussprache, wie immer es ausgesprochen werden mag, ich weiß es nicht, aber darauf legt er Wert) immer nur helfen wollte, sowohl früher als auch jetzt, auch weil er mich irgendwann einmal um meine Hilfe gebeten hatte. Er wollte damals weniger politisch korrekt sein in seinen Texten - ein aussichtsloses Unterfangen. Darüber hinaus sollte man wissen, dass der "Arme Sascha" sich in chronischen Geldschwierigkeiten befindet, böse Zungen nennen seine Lebensumstände auch prekär, weswegen er immer wieder auf die verrücktesten Ideen der Geld-Akquise verfällt. Auf diesem Gebiet ist "Poor Sash" wirklich kreativ, wenngleich es sich in der Regel nur um Klein- und Kleinsbeträge handelt, aber immerhin. Besser als nüscht.

Der "Arme Sascha" steht mit seinen finanziellen Sorgen nicht alleine da. Nein, immer mehr Menschen können von ihrer Hände Arbeit nicht leben. Nicht alle bräuchten allerdings, so wie er, einfach nur mehr zu arbeiten, um sie loszuwerden. Das muss der Wahrheit wegen auch gesagt sein. Wahrscheinlich ist es die viele arbeitsfreie Zeit, die den "Armen Sascha" auf die unmöglichsten Ideen kommen lässt, das ist aber nur eine Vermutung. Neulich zum Beispiel, da hat "Poor Sash" einen persönlichen Verlust erlitten, und da ist er auf die Idee gekommen, diesen ganz demokratisch auf uns alle zu verteilen.

Auch hier liegt der "Arme Sascha" voll im Trend. Es ist kein Geheimnis, dass die Schere auch deswegen auseinander geht, weil Gewinne privatisiert, Verluste aber sozialisiert werden. Nur, wer Unterstützung von Amts wegen haben möchte, sollte auch einen Antrag stellen, und dieser sollte dann bitte sehr auch vollständig sein. Insbesondere wenn man wie der "Arme Sascha" Geld haben möchte, muss man dem Amt verraten, wie viel Kohle man braucht. Darauf habe ich mir erlaubt "Poor Sash" hinzuweisen, aber es kam wie es kommen musste: Schuld ist immer der Überbringer der Nachricht.

Deswegen sind diese Zeilen auch nicht an den "Armen Sascha" gerichtet, sondern an euch. Bitte erfüllt nun endlich seine Wünsche, er hat es wirklich verdient, also unser Mitleid, denn lange genug hat er gebettelt, und sogar einen Wunschzettel erstellt. Du findest ihn im Internet, wo sonst, oder eben hier bei mir. Der Wunschzettel vom "Armen Sascha" heißt, wie sollte es anders sein, einfache Menschen haben einfache Bezeichnungen, einfach nur "Mein Wunschzettel".

"Mein Wunschzettel" vom "Armen Sascha", auch bekannt als "Poor Sash" enthält immerhin 19 (neunzehn) Wünsche (oder sollte ich besser Items sagen?), was ganz ordentlich ist, wie ich denke. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich mich mit Wunschzetteln nicht auskenne und auch selber keinen mein Eigen nenne, was aber nicht heißt, dass ich keine Wünsche habe oder gar bescheiden wäre - das nicht! Eher das Gegenteil ist der Fall, aber das nur nebenbei.

Nun kann ich hier nicht alle 19 (neunzehn) Wünsche des "Armen Saschas" aufzählen, das wäre der Feindesliebe dann doch zu viel. Ich habe mich entschlossen 3 (drei) Wünsche auszuwählen, auch damit du die prekären Lebensumstände kennst, in denen "Poor Sash" lebt, aber nicht leben muss, damit du weißt, wessen Wünsche du erfüllst.

Da haben wir als erstes die "Multifunktionsboxen", auch als Tupperware bekannt, im Vorteilspack, was 5 (fünf) Stück sind, so der Wunsch vom "Armen Sascha". Dazu muss man wissen, dass "Poor Sash" seit langem Schwierigkeiten hat sein Gewicht zu halten, weswegen er möglichst stündlich größere Mengen Süßigkeiten zu sich nehmen muss. Dazu die "Multifunktionsboxen", von denen für den Anfang 5 (fünf) gewünscht sind. Sie kosten nur 5,99 Euro und sind am heutigen "Schwarzen Freitag" eventuell noch preiswerter zu haben.

Der "Arme Sascha" hat aber nicht nur nichts zu Essen, sondern auch nichts anzuziehen, was fast genauso schlimm ist, weswegen er auf Kleiderspenden angewiesen ist. Auf Nummer sicher gehst du dabei mit schwarzer Umstandskleidung. Demzufolge müssen natürlich auch seine Schuhe schwarz sein, und da es des "Armen Saschas" "Standardschuhe" nicht mehr gibt, muss er "rumtesten" - der Ärmste. Immerhin kosten die von ihm gewünschten Unisex-Sneaker nur 37,20 Euro (ein Schnäppchen!), und heute vielleicht sogar noch weniger.

Der letzte Wunsch in meinem Beitrag zur Feindesliebe, auch der letzte auf des "Armen Saschas" "Mein Wunschzettel", ist ein Buch, wer hätte das gedacht. Aber nicht irgendeins, sondern "Denken-Nachdenken-Handeln"! Im Untertitel heißt es "Triviale Einsichten, die niemand befolgt". Der Kommentar von "Poor Sash" lautet: "ich bin ein guter Kandidat, mich da zu verbessern ;)", was ich bestätigen kann. Ich erlaube mir hinzuzufügen, dass ich mich darüber sehr freuen würde, wenn der "Arme Sascha" sich da verbessern würde, immerhin hatte er mich ja ursprünglich um Hilfe in dieser Angelegenheit gebeten, weswegen ich ihm das Buch am Besten selber schenke.

PS: Nach eigenen Angaben kannst du dem "Armen Sascha" auch damit helfen, wenn du dich, falls du dir selbst etwas kaufen möchtest, darauf über seinen Link hin klickst. Wie genau das geht, kann ich dir nicht sagen, Ich weiß nur, dass es bei A****n ist und - mit etwas Glück - auch am heutigen "Schwarzen Freitag" funktioniert.

Text TaxiBerlin

24.11.2016

IM TAXI MIT IWAJLO DEM SCHWEINEHIRT


Iwajlo gab es wirklich, auch wenn er mir nicht im Taxi saß. Er ist, wenn man so will, einer von Donalds Vorfahren. Das Internet kennt ihn zwar noch nicht, aber das dürfte sich bald ändern, jetzt wo es durch Melania die Balkan Connection gibt. Iwajlo, besser bekannt als "Iwajlo der Schweinehirt", hat es zwar nicht bis zum Präsidenten von Amerika geschafft, was er auch nicht konnte, weil Amerika noch gar nicht entdeckt war, aber immerhin bis zum Zaren auf dem Balkan. Iwajlo war aber nicht einfach nur Schweinehirt, sondern auch Bauernführer. Als solcher führte er den ersten Bauernaufstand in Europa. Das war vor knapp 750 Jahren, also zu der Zeit, als Berlin gerade mal gegründet war, weswegen Iwajlo auch nicht Bauernführer in Berlin sein konnte. Möglicherweise ist der Donald aber auch gar nicht der amerikanische Iwajlo. Es kann also durchaus sein, dass der amerikanische Iwajlo noch kommt. Wir werden es sehen. Verpassen können wir es auf keinen Fall, denn "Iwajlo der Schweinehirt" hat die Frau seines Vorgängers Maria, was heute Melania wäre, geheiratet, die ihm zuvor einen Heiratsantrag gemacht hat bzw. machen wird.

Text TaxiBerlin

23.11.2016

1.556 EURO PRO SEKUNDE


1.556 Euro ist jetzt nicht das, was man im Taxi verdient, und schon gar nicht pro Sekunde. Selbst als Monatslohn erreichen das nur wenige Taxifahrer. Die 1.556 Euro pro Sekunde betreffen auch nicht (nur) Taxifahrer, sondern uns alle. Um 1.556 Euro wachsen pro Sekunde unser aller Schulden. Deine nicht, davon wüsstest du? Das denkst du aber nur! Deine Schulden beziffern sich auf genau 27.344 Euro. Solltest du erwerbstätig sein, belaufen sie sich sogar auf 54.689 Euro. Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber ich bin so ein Typ, der möglichst erst gar keine Schulden macht, und wenn er Schulden macht, diese umgehend zurückzahlt. Angesichts der Summe wird es bei mir nun allerdings zeitlich etwas eng mit der Rückzahlung ...

Text TaxiBerlin

22.11.2016

IM TAXI MIT CHRISTIANE PAUL


Ich bin ein großer Fan von Christiane Paul, auch wenn sie mir noch nicht im Taxi gesessen hat, allerdings mehr als Ärztin und weniger als Schauspielerin. An erster Stelle interessiert mich Christiane Paul natürlich als äußerst attraktive und kluge Frau - aber das ist ja klar. Letzte Nacht hat die in Pankow geborene Berlinerin einen Emmy gewonnen. Der Emmy ist irgendsoein Fernsehpreis in Amerika, weswegen der Film, für den Christiane Paul den Emmy bekommen hat, ein Fernsehfilm ist, der uns an dieser Stelle nicht weiter interessieren soll. Interessanter ist nämlich, wer den Emmy für den besten Dokumentarfilm gewonnen hat. Es ist der Film "Krieg der Lügen" des deutschen Regisseurs Matthias Bittner. In dem Film geht es um die Vorgeschichte des Irakkrieges von 2003, der ein oder andere erinnert sich. Das interessanteste an diesem Film wiederum ist, ähnlich wie bei Christiane Paul, wo die Ärztin spannender als die Schauspielerin ist, dass kein deutsches Filmfestival ihn zeigen wollte.

Text TaxiBerlin

21.11.2016

BESCHLEUNIGUNGSPRÄMIE


Die Beschleunigungsprämie gibt es wirklich, allerdings nicht beim Taxifahren, sondern in der Baubranche. So auch an der Großbaustelle des neuen Berliner Flughafens. Ja, genau der, der einfach nicht fertig werden will. Dort werden gerade Millionen (die genaue Höhe der Beschleunigungsprämie ist geheim) ausgelobt, wenn er "bereits" 2017 mit "nur" 6 (sechs!) Jahren Verspätung seinen Betrieb aufnehmen sollte. Du glaubst es nicht? Aber das hat doch der Flughafen-Vorstand gesagt! Das ist ein in der Baubranche "völlig gewöhnliches Vorgehen". Dann muss es wohl stimmen ...

Text TaxiBerlin

20.11.2016

TAXIBERLIN JETZT AUCH IM SPIEGEL


Die Rede ist von der aktuellen Printausgabe, nicht vom Online Quatsch, obwohl ich von der (also der Printausgabe) kein wirklicher Fan bin (eher im Gegenteil), aber immer noch besser als Welt und Bild, auch wenn man da nicht mehr sicher sein kann. Was war passiert, dass TaxiBerlin im Spiegel zu Wort kommt? Alexander Osang, der Haus- und Hof-Journalist des Spiegels, der sonst aus New York berichtet, wollte (warum auch immer) über seinen Besuch auf einer AfD-Veranstaltung schreiben, kam aber über die Beschreibung seines Anzuges und seiner Schuhe nicht hinaus. Auch so ein armer Alexander, allerdings mit den teureren Klamotten. Da der Spiegel meinen Kommentar nur gekürzt abdruckt, hier der komplette Leserbrief: "Statt sich mit Inhalten auseinanderzusetzen, wie man es von einem Journalisten erwarten darf, geht es Herrn Osang um Oberflächlichkeiten wie Kleidung, und da an erster Stelle darum festzustellen, dass er den teureren Anzug und die teureren Schuhe trägt. Schade um die Seite. Eine weitere Werbung für Wein wäre da unter Umständen informativer gewesen."

Text TaxiBerlin

19.11.2016

DER DÜMMSTE CLUB BERLINS


Aus dem dümmsten Club Berlins, wenn nicht gar der Welt kam er, der Anwalt aus Hamburg, der nach eigenen Angabe ansonsten Orte meidet, wo er auf seinesgleichen trifft, aber was tut man nicht alles für seine Mandanten. Nachdem das Gespräch beendet war und der Mandant sich von dem Tisch entfernt hatte, an dem sie gerade noch zu zweit gesessen hatten, war's mit der Gastfreundschaft vorbei, was daran lag, dass der Mann aus Hamburg kein Mitglied war, und es auch nicht mehr werden wollte. Seinen Kaffee musste der Anwalt nun woanders trinken, was schlimm ist, keine Frage, aber letztendlich auch nur ein Luxusproblem. Bei mir im Taxi war er wie jeder, egal ob mit oder ohne Glied (kleines Wortspiel), klar Willkommen. Natürlich willst du wissen, was der dümmste Club Berlins, wenn nicht gar der Welt ist, das ist verständlich. Du findest ihn an der Prenzlauer Allee Ecke Torstraße. Die genaue Anschrift ist Torstraße 1. Die 1 steht für einmal und nie wieder - glaube ich. Für meine Fahrgäste trifft es auf jeden Fall zu. Der Anwalt war bisher der einzig vernünftige Fahrgast und wird es wohl auch lange bleiben. Alle anderen (und das waren einige) vom oder auch zum (das spielt keine Rolle) dümmsten Club Berlins, wenn nicht gar der Welt waren allesamt total bescheuert. Das ist die traurige Bilanz nach gut sechs Jahren. Oder wie der erfahrene Berliner Taxifahrer zu sagen pflegt: So sieht es aus!

Text TaxiBerlin

FREUD UND LEID IM TAXI


Selbst Licht anlassen hilft nicht!

Er war nur ganz kurz in seiner Eckkneipe gewesen, behauptete er zumindest, und da hat er plötzlich so ein extrem komisches Gefühl bekommen, dass irgendetwas nicht stimmen könnte bei ihm zu hause. Aber eigentlich konnte nichts passieren, denn dafür (besser: dagegen) hatte er ja das Licht (Foto) in seiner Wohnung brennen lassen. Zur Sicherheit (aber vor allem, damit es schnell geht) hat er sich 'ne Taxe bestellt, und da ich alles und jeden fahre, war ich der Glückliche, der den Ärmsten von seiner Eckkneipe abholen und zu ihm nach hause fahren durfte. Der Ärmste deswegen, weil sein hause trotz Licht gerade abgerissen wurde (noch mal Foto), und der Glückliche war ich, weil die Fahrt gleich wieder zurück ging in seine Eckkneipe.

Foto&Text TaxiBerlin

18.11.2016

"UMZUGSFAHRTEN"


Als ob es nicht reichen würde, dass Obama in der Stadt ist, nein, Bambi musste auch noch kommen. (Fällt mir gerade ein: Warum hat eigentlich Obama keinen Bambi bekommen?) Ich persönlich kann mit Bambi nichts anfangen. Ich kenne nur den Bembel. Kennt den noch einer außer mir? Nein, keiner? Das war wieder klar! Wirklich wichtige Sachen wie den Bembel kennt keiner mehr von euch Pennern. Na gut, dann erzähle ich euch etwas, was zwar nicht wichtig ist, dafür aber aktuell: Bambi hat mir zwei Umzugsfahrten beschert. Umziehen, das wissen vielen nicht, ist ja ein Berliner Hobby. Obwohl, man sollte besser in der Vergangenheit sprechen: Umziehen war ein Berliner Hobby, und zwar deswegen, weil heute bei jeder Neuvermietung kräftig zugelangt wird, also bei der Miete. Umziehen bei Bambi geht auch anders. Da fahren die Leute ins Hotel, dort ziehen sie sich um, und danach fahren sie zu Bambi. Das wichtigste hätte ich fast vergessen: Während des Umziehens stehe ich vor oder auch hinter dem Hotel und warte. Die Uhr läuft natürlich - das ist klar. So spannend, wie sich das jetzt anhört, ist es nun auch wieder nicht. Eigentlich ist es stinklangweilig und macht auch richtig müde ... Gähn.

Text TaxiBerlin

17.11.2016

POST-TRUTH VS. POSTFAKTISCH UND DAS TAXI


Gab's schon mal - sogar im Angebot

Erst gestern machte mich ein Fahrgast auf dieses neues Modewort aufmerksam, heute ist es bereits "Wort des Jahres", und das sogar "International". Die Rede ist von "Postfaktisch", was die Übersetzung des Begriffs "post-truth" sein soll, der aus dem Englischen kommt und dort sowohl als Substantiv als auch als Adjektiv verwendet werden kann. Trotz aller allgegenwärtigen Aufgeregtheit und auch angesichts der Schnelllebigkeit unserer Zeit sei darauf hingewiesen, dass "post-truth" "nach der Wahrheit" bedeutet und eben nicht "Postfaktisch" oder auch "nach den Fakten". Und so schön "Postfaktisch" oder auch "nach den Fakten", das eigentlich "nach der Wahrheit" meint, auch klingen mag - es ist überhaupt nicht neu! Es hieß früher, die Älteren wissen das noch, einfach nur "Nihilismus". Dass "Postfaktisch" Wort des Jahres geworden ist, beweist immerhin, dass wir, zumindest was Übersetzungen angeht, in der Zeit "nach der Wahrheit" angekommen sind. Und das ist auch wichtig beim Taxifahren - das Ankommen.

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16.11.2016

DER WINDMACHER


so sieht er aus

Wer kennt ihn nicht, den Windmacher, der immer und überall heiße Luft produziert. Aber wer hat den Windmacher schon mal fotografiert und das Bild dann auch veröffentlicht, sozusagen als Warnung. Selfies von sich und anderen Idioten - das können sie alle. Aber den Windmacher - den kann keiner. Der Windmacher macht keine Selfies, dafür hat er keine Zeit, denn er muss Wind machen. Und nicht mal den macht er alleine. Nein, selbst den Wind lässt er machen, und zwar von einer Maschine, die auch noch jede Menge Lärm produziert. Aber, deswegen dieser Beitrag, es kommt noch schlimmer! Der Windmacher macht mit seiner Maschine zwar die Bürgersteige rein, aber dass er das Laub einfach nur auf unsere Straße bläst, wo außer uns keiner ist, der den Mist aufsammeln würde, das hat noch keiner bemerkt. Sind wahrscheinlich alle mit sich beschäftigt. Oder die denken, dass wenn einer unbedingt Wind machen muss, es dann auch richtig macht. Spätestens seit Donald Trump, auch so ein Windmacher, dürfte auch dem letzten klar sein, dass dem nicht so ist. Eine Schicht im Taxi hätte aber auch gereicht, um das zu realisieren. Mein Gott, was da mitunter für heiße Luft abgesondert wird, oder alleine was manche auch nur für eine Sprache sprechen ("das find ich spannend oder auch awesome") - da möchte man manchmal selbst zum Windmacher werden und die ganze Bagage aus dem Taxi blasen.

PS: Fast hätte ich das Wichtigste vergessen. Der Windmacher (Foto) sah mich fragend an, als ich ihn fotografierte. Richtig wäre aber gewesen, dass ich ihn fragend ansehe, was allerdings nicht so einfach ist, wenn du neben dem Fotografieren auch noch fahren musst.

PSPS: Unabhängig von alledem ist es aber so, dass fotografieren Diebstahl ist. Dafür entschuldige ich mich - selbst beim Windmacher.

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15.11.2016

MEIN BÜRO IN BERLIN MITTE


Galerie / Auguststraße / gleich neben "Klärchens"

Kaum habe ich gestern verraten, dass Berlin mein Büro ist, wollen die Ersten bereits wissen, wo genau mein Büro ist, obwohl das keine Rolle spielt, denn mein Büro ist nicht öffentlich wie obige Galerie. Die Galerie ist übrigens in Mitte, gleich neben "Klärchens", einem der ältesten Ballhäuser Berlins, wenn es nicht gar das älteste ist, aber das nur nebenbei. Mein Büro, so viel kann ich verraten, ist auf keinen Fall in Mitte, was vor allem daran liegt, dass ich mir ein Büro in Mitte gar nicht leisten kann, aber auch weil da überall schon Galerien drin sind, wenngleich obige Kunst eher einen Kindergarten vermuten lässt. Fällt mir in dem Zusammenhang ein: Neulich wollte mich ein Fahrgast ernsthaft davon überzeugen, dass es große Kunst wäre, Briefe an Behörden zu schreiben, in denen man blödsinnige Anfragen stellt, beispielsweise um die Genehmigung für ein Hundebordell bittet, um die Antwortschreiben dann im Internet zu veröffentlichen. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich finde die Idee mit den Briefen zwar irgendwie witzig aber doch Kinderkram (genauso wie obiges Bild) und auf keinen Fall als Kunst. Möglicherweise liegt das aber daran, dass ich seit über einem Monat auf die Antwort einer Berliner Behörde warte, in der es (wie sollte es anders sein) um mein Büro geht.

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14.11.2016

BIG IN BULGARIA


Bulgarische Zeitung "Над 55"

War ich neulich noch "Big In Japan", bin ich es nun schon wieder in Bulgarien. Das liegt jetzt nicht daran, dass ein Vornamensvetter von mir gerade zum Präsidenten des Landes gewählt wurde, sondern, wenn ich es richtig verstehe, an dem Buch, das ich letztens herausgegeben habe. Bevor ich gleich nun doch was zum Inhalt schreibe, rasch noch etwas zum Taxifahren in Berlin. Das Berlin der "Alles ist möglich" Neunziger war meine Stadt, das Berlin von heute ist "nur noch" mein Büro - aber immerhin. Ich habe genug Zeit, um Projekte zu planen und auch zu realisieren. Bevor ich obiges Buch herausgebracht habe, bin ich mit einem Esel einmal quer durch Bulgarien gewandert. Meine Wanderung habe ich Aleko Konstantinow, dem Autor von "Nach Chicago und zurück", gewidmet, das nun erstmals auf Deutsch erschienen ist, und zwar in der kongenialen Übersetzung von Ines Sebesta. "Nach Chicago und zurück" ist nicht nur der erste Bericht eines Bulgaren aus der "Neuen Welt" überhaupt, sondern soll darüber hinaus auch dafür verantwortlich sein, dass es bis heute eine große bulgarische Gemeinde in Chicago gibt. Der Autor Aleko Konstantinow, einer der bekanntesten Autoren seiner Heimat und darüber hinaus eine multitalentierte Ausnahmepersönlichkeit, auf den beispielsweise der Tourismus in Bulgarien zurückgeht, beschreibt in seinem Roadmovie erfrischend aktuell seine Erlebnisse auf seiner Reise zur Weltausstellung nach Chicago im Jahre 1893. Aktuell auch deswegen, weil Konstantinow bereits damals die Mängel und Gefahren von amerikanischen Präsidentschaftswahlen erkannt hat, über die er sich in seinem Buch kritisch äußert. Aber auch in seiner Heimat Bulgarien hielt sich der Autor mit seiner Kritik an korrupten Politikern und gekauften Zeitungen nicht zurück. Auch wenn das Attentat auf ihn bis heute nicht vollständig aufgeklärt werden konnte, so ist es doch sehr wahrscheinlich, dass er genau deswegen mit nur 34 Jahren auf offener Straße erschossen wurde. Während Konfuzius noch meinte, dass derjenige, der die Wahrheit spricht, "nur" ein schnelles Pferd brauchen würde, weiß es der aus Bulgarien stammende Autor Ilija Trojanow in seinem letzten Roman "Macht und Widerstand" schon besser: "Du hast keine Überzeugung, wenn du nicht bereit bist, dafür zu sterben."

Foto "Над 55"
Text TaxiBerlin

13.11.2016

EIN KRÄMER IM TAXI


Lange habe ich nichts über den "Kollegen" Sash (englische Aussprache, was immer es heißen mag, aber darauf legt er Wert!), besser bekannt als "Armer Sascha" oder auch "Poor Sascha" aus Marzahn (eigentlich aus Stuttgart) geschrieben. Neulich hat er mal wieder von sich reden gemacht, genau genommen war es wohl vorgestern, da stand er wie immer am Ostbahnhof, wo ihm auch die junge Frau einstieg, die zum Boxhagener Platz, also in meinen Kiez wollte. Das ist keine allzu weite Fahrt, da muss jeder zusehen, wo er bleibt. Dass der "Arme Sascha" froh war, dass die junge Frau kein Geld dabei hatte, wird den ein oder anderen jetzt überraschen. Nicht so "Kollege" Sash, der bescheiden geworden ist, wie er schreibt. Der freute sich, und zwar auf die 20 bis 40 Cent Wartezeitgeld auf seinem Taxameter (von denen ihm über den Daumen gepeilt knapp 40 % zustehen), wenn die Kundin Geld vom Automaten holt. Über die genaue Summe lässt der "Arme Sascha" seine Leser aus unerfindlichen Gründen im Unklaren. Das ist sonst gar nicht seine Art, macht aber nichts, denn ich kann mir auch so bildlich vorstellen, wie der "Arme Sascha" nach der Fahrt die schmierigen Cent-Stücke aus seiner Geldbörse fingerte, um sie korrekt wie ein Krämer "einstreichen zu können" - wohin auch immer.

PS: Wer jetzt Mitleid mit dem "Kollegen" Sash bekommen hat, dem sei gesagt, dass er, wenn ich mich recht erinnere, bald Geburtstag hat, man aber auch unabhängig davon ganzjährig für ihn spenden kann.

Text TaxiBerlin

12.11.2016

TAXIBERLIN ALS MEDIUM



Die gestrige Sendung - kurz zusammengefasst

Meine gestrige Sendung "Hier spricht Taxi Berlin - Die freie Stimme der mobilen Welt", immerhin schon die fünfte, soll wie die obige Gleichung gewesen sein. Ich kann dazu nichts sagen, ich bin kein Mathematiker sondern Medium. Als solches kann ich dir nur erzählen, wie es nach der Sendung bei mir im Taxi weiter ging. Als erstes stieg mir eine Frau in den besten Jahren ein, die mir von Leonard Cohen erzählte, bei dem sie neulich noch auf dem Konzert war, und der vorletzte Nacht verstorben ist. Sie war sich sicher, dass Leonard Cohen das erste Opfer von Donald Trump ist. Was ich dazu sage? Gar nichts! Ich bin, ich sagte das in der Sendung, Medium. Meine Aufgabe ist es, meinen Fahrgästen tiefere Wahrheiten zu entlocken, auf die sie ohne mich niemals gekommen wären. Bei meinen nächsten Fahrgästen war das anders, aber doch irgendwie ähnlich. Die beiden sehen sich einmal im Jahr in Berlin, um hier ein Event vorzubereiten. Ansonsten hätten sie nichts miteinander zu tun, sie wohnt im Süden und er im Norden unseres schönes Landes. Meine Vermutung als Medium, dass sie, wenn sie hier in Berlin sind, etwas miteinander haben, entspräche zwar der Wahrheit, dürfe aber keiner wissen. Ich erwähne das hier auch nur als Beweis dafür, dass die Ehe auf Zeit, wie ich immer wieder schreibe, im Kommen ist. Als nächstes stiegen mir zwei jungen Finninnen ein, denen beim besten Willen nicht der Name ihres Hotels einfallen wollte. Da ein mittels Smartphone aufgenommenes Foto von einer der beiden vor dem Spiegel in ihrem Hotelzimmer nicht wirklich weiterhalf, musste ein weiteres gesucht werden, auf dem sie Nackt vor dem selben zu sehen war. Warum sie sich nicht von dem Typen, der sie zum Taxi gebracht hatte, ins Hotel haben bringen lassen, lag daran, dass er Gay war. Immerhin konnten mir die beiden erklären, warum die Welt schwule Männer braucht, wobei die Welt etwas zu weit gegriffen ist. Sie, also die beiden Finninnen, brauchen Gays zum ausgehen - immerhin. Nachdem die beiden es gar nicht fassen konnten, dass ich aufgrund nur eines Nacktfotos ihr Hotel gefunden hatte, blieb mir keine Zeit zum aufatmen, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Das lag daran, dass mir sogleich drei nach Schweiß und Alkohol stinkende polnische Bauarbeiter ins Taxi sprangen, die mir, im Gegensatz zu den beiden Finninnen, nicht nur das Fahrziel sicher angeben, sondern mir darüber hinaus auch sämtliche Bordelle erklären konnten, die auf dem Weg lagen. Von da an ging es mit der Nacht bergab ...

Foto&Text TaxiBerlin

11.11.2016

WER MIT UNS FÄHRT, MUSS KEINE EIER HABEN


Öffentliche Verkehrsmittel / Berlin / Werbung

Dasselbe gilt auch für alle, die heute unsere Sendung hören wollen. Los geht es um 21 Uhr beim legendären Pi-Radio, in Berlin unter der 88,4, in Potsdam ist es bereits die 90,7 oder hier im Internet. Das Thema der Sendung ist die "Frauenquote". Zu Gast im Studio ist Eva, auch bekannt als Ilona oder Olga - die Erste Frau im Taxi.

Foto&Text TaxiBerlin

HEUTE: HIER SPRICHT TAXIBERLIN #5


Hotel "Simona", Blvd. K. Velitchkov, Sofia, Bulgarien

Lange habe ich nichts vom Kollegen TaxiMetrow gehört, nun ist er wieder da. Der Kollege aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia kommt aber nicht, wie nur allzuviele hierzulande, mit leeren Händen. Nein, er hat ein tolles Foto (oben) für uns im Gepäck, das auch noch ganz hervorragend zur heutigen fünften Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" passt. Da geht es, der ein oder auch die andere erinnert sich, um die "Frauenquote", nicht nur im Taxi, aber auch da, denn auch im Taxi gibt es was Frauen angeht jede Menge Nachholbedarf. Du kannst nicht nur, nein du solltest auch dabei sein, wenn dir das Thema so wie mir am Herzen liegt. Los geht es heute Abend zur Prime-Time um 21 Uhr beim legendären PI-Radio, in Berlin auf der 88,4 und Potsdam auf der 90,7 und natürlich auch hier im Internet.

Foto TaxiMetrow
Text TaxiBerlin

09.11.2016

SPRACHLOS IM TAXI


"Rückgrat zeigen"

Donald Trump, der zukünftige Präsident der USA, wurde gelegentlich mit Adolf Hitler verglichen. Dazu muss man wissen, dass Hitler nicht gewählt sondern ernannt wurde. Trump Wähler wurden und werden gerne als blöd hingestellt und natürlich sind sie es auch. Die Wahrheit ist aber, dass ihre Wahl nicht nur Ausdruck ihrer Blödheit sondern auch ihrer Hilflosigkeit ist. Das sollte bei aller Eile nicht vergessen werden. Wir im Alten Europa müssen uns nun warm anziehen, was wir aber sowieso gemacht hätten, und nicht etwa, weil der Winter vor der Tür steht, der keiner mehr ist. Eine Hoffnung gibt es wohl noch, und zwar dass Trump die Wahl anzweifelt, wie er es angekündigt hat.

PS: Entschieden haben die Wahlen übrigens die auch in den USA zahlreich vorhandenen älteren Wähler, die überwiegend Trump wählten. So gesehen ist also auch das, was wir hierzulande "Demographischer Wandel" nennen, Schuld am Wahlausgang.

Text TaxiBerlin

08.11.2016

DER BUCHTIP VON TAXIBERLIN


Ein Herausgeber, der auf Leser starrt

Das Fest der Liebe steht vor der Tür und viele wissen nicht, was sie ihren Lieben schenken sollen. TaxiBerlin weiß Rat: Ein Buch! Aber nicht irgendeins, sondern genau das, was ich da oben in der Hand halte, und nur das - gerne auch mehrfach! Zugegeben, das Buch ist von mir, zumindest herausgegeben. Aber das ist jetzt so lange her, dass ich in der Zwischenzeit schon wieder ein anderes Buch hätte herausgeben können, wenn nicht gar schreiben. Keine Sorge, ich erzähle jetzt nichts über das Buch, was ich da herausgegeben habe. Das ist auch völlig unwichtig. Ein Buch kauft man nicht, um es zu lesen, sondern um es zu besitzen. (Ein aktueller Trend ist übrigens, Frauen mit Bücher zu beeindrucken, weswegen immer mehr Männer mit Bücher unterm Arm durch die Gegend laufen. Musst du mal drauf achten!) Gut sollte es aber schon aussehen, so ein Buch, und das tut meins. Preiswert ist es obendrein noch. Und ob du es glaubst oder nicht, neulich habe ich gleich zehn Exemplare verkauft, auf einmal, an eine Frau, die ich gar nicht kannte, und sie mich auch nicht. Aber ich habe sie angestarrt, allerdings erst im Nachhinein, nachdem sie mir die zehn Bücher bereits abgekauft hatte. Das hat mich auf die Idee gebracht, meinem Glück etwas nachzuhelfen. Und weil ich im Taxi niemanden wirklich anstarren kann, weil ich ja ständig auf die Straße starren muss, mache ich es halt hier auf meinem Blog. Also, schau mir in die Augen, und dann bestelle ein Buch, oder gleich mehrere, direkt bei mir. Die e-mail Adresse findest du irgendwo rechts. Irgendwas musst du auch machen, wenn du schon nicht liest.

Foto&Text TaxiBerlin

07.11.2016

HIER SPRICHT TAXIBERLIN #5


Nein, auch ins Radio und natürlich ins Taxi

Am Freitag ist es wieder so weit, da gibt es die fünfte Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin". Wer "Hier spricht TaxiBerlin" einmal gehört hat, für den ist es keine Überraschung, dass wir nach nur vier Sendungen jetzt auf die Prime-Time verlegt wurden. Du willst wissen, wann Prime-Time ist? Kein Problem! Es ist diesen Freitag, der 11. November, um 21 Uhr. Das solltest du dir im Kalender anstreichen. Denn die Sendung ist live, und was das Wichtigste ist: Es wird uns später in keiner Mediathek zum Nachhören geben. Entweder du hörst uns am 11.11., oder eben nie. Das Thema der Sendung ist auch dein Thema. Es ist die Frauenquote (Foto) und alles was mit ihr zu tun hat, nicht nur auf'm Klo, sondern vor allem auch im Taxi. Das Radio heißt Pi-Radio, die Frequenz ist in Berlin 88,4 und in Potsdam 90,7. Natürlich kannst du uns auch hier im Internet als Live-Stream hören.

Foto&Sendung&Text TaxiBerlin

06.11.2016

NOCHMAL TAXIBERLIN ALS SAFTTRINKER


Saft-Flasche (umgedreht)

Der Ansatz von Marcello, einer der wenigen Leser dieses zugegeben doch reichlich anspruchsvollen Blogs, war absolut richtig. Marcello vermutete geradezu genial, dass es sich bei der Angabe (du erinnerst dich, es war von 1 1/3 Ananas und 2/3 Mango die Rede) nicht um Anteile sondern um ganze Früchte handelt. Marcello meinte allerdings, dass, um die Aufgabe lösen zu können, man wissen müsste, wie groß die Früchte sind und wie die Saftausbeute ist. Das ist aber nicht nötig. Man muss einfach nur die Flasche umdrehen (Foto). Darauf wies mich auch der freundliche Mann hin, denn ich deswegen irgendwo in West-Deutschland anrief. Er, der sich mit blöden Fragen auszukennen schien, stand mir eine knappe Stunde Rede und Antwort am Telefon. Also wenn noch jemand was wissen will über den direkt gepressten Ananas-Mango-Saft, der kann sich auch direkt an mich wenden und muss da nicht extra in der Saft-Firma anrufen. Das mit dem Anrufen hättest übrigens auch du machen können, mein lieber Marcello. Ein wirklich investigativer Leser hätte das getan. Deswegen gibt es auch nur eine halbe Kurzstrecke, immerhin einen Kilometer, für dich. Verrate mir bitte bei Gelegenheit, wann du wo bist, dann komme ich dort mal mit meinem Taxi vorbeigefahren, und du kannst mich ranwinken ...

Foto&Text TaxiBerlin

05.11.2016

DIE EHE AUF ZEIT IM TAXI


Die Ehe auf Zeit gibt es wirklich, sie ist eine ganz offizielle Möglichkeit der Vielweiberei. Im Unterschied zu einer normalen Ehe innerhalb der Vielweiberei muss man als Mann die Frau aber nicht ernähren müssen, weil die Ehe, der Name sagt es bereits, zeitlich befristet ist. Ein Schäferstündchen kann also durchaus eine Ehe auf Zeit sein, genauso gut kann eine Taxifahrt zur Ehe auf Zeit werden. Die Ehe auf Zeit im Taxi, das kann ich nach jahrelanger Erfahrung sagen, kommt seltener vor als gemeinhin angenommen. Klar, als Taxifahrer ist man stocknüchtern, oder sollte es zumindest sein, was der Ehe auf Zeit im Taxi aber eher im Wege steht, denn bekanntlich gibt es keine hässlichen Frauen, sondern nur nüchterne Männer. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass von Zeit zu Zeit eine Ehe auf Zeit im Taxi geschlossen wird. In einem solchen Fall sollte man als Fahrer darauf bestehen, dass die Ehe nach der Fahrt dann auch wirklich vorbei. In diesem Zusammenhang ist es eine absolut lohnenswerte Investition, sowohl auf das Fahrgeld als auch auf das Trinkgeld zu verzichten, man bekommt schließlich anderes dafür. Großzügigkeit zahlt sich, wie in den meisten Fällen, hier wirklich aus. Und die schönsten Dinge im Leben sind sowieso immer umsonst.

Text TaxiBerlin

04.11.2016

TAXIBERLIN ALS SAFTTRINKER


Sind wie viel Prozent?

Ich trinke in letzter Zeit nicht nur viel Tee, sondern auch viel Saft. Tee trinke ich, ich erwähnte das bereits, damit es eines Tages auch mit der Vielweiberei klappt. Den Saft nehme ich vor allem der Augen wegen zu mir. Für die empfiehlt sich insbesondere Möhrensaft, weil der reich an Vitamin A und der Vorstufe, dem Provitamin A Betacarotin, ist. Beides, also den Tee und den Saft, verbindet, dass man langfristig planen muss, weil sich die Effekte nicht sofort einstellen. Und auch wenn ich noch auf die vielen Weiber warten muss, so tue ich dies bis heute ganz ohne Sehhilfe, auch im Taxi.

Gestern nun nahm ich zum ersten Mal einen Ananas-Mango-Saft aus den Kühlregal. Das ist wichtig beim Safttrinken, dass es keine Konzentrate sind, da darf die Möhre auch ruhig mal fehlen. Ich will mich jetzt nicht über den Geschmack von Ananas-Mango-Saft auslassen, das überlasse ich den richtigen Gourmets. Ich bin bekanntlich nur ein "Kleiner Gourmet". Mir geht es mehr um meine Rechenkünste, die ich gestern noch vorgab zu haben, und wo ich mir heute nicht mehr so sicher bin.

Wie du dem Etikett entnehmen kannst, besteht der Ananas-Mango-Saft aus 1 1/3 Ananas und 2/3 Mango. Aber wie viel ist das jetzt in Prozent? Weißt du es? Ich ehrlich gesagt nicht. Und deswegen mache ich aus diesem Beitrag kurzerhand ein Quiz, denn das gab es schon lange nicht bei mir. Wer als erster weiß, wie viel Prozent Ananas-Saft und wie viel Prozent Mango-Saft in obiger 750 ml Flasche waren, dem winkt wie immer eine Kurzstrecke.

PS: Wer es dazu noch in Milliliter (ml) angeben kann, gewinnt zwei (2) Kurzstrecken!

Foto&Text&Quiz TaxiBerlin

03.11.2016

EINE FACHKRAFT FAST OHNE AUSBILDUNG


Vielen meiner Fahrgäste fällt auf, dass ich Lesen und Schreiben kann. Letzteres hilft beim Ausstellen der immer zahlreicher verlangten Quittungen. Schon weniger Fahrgäste bemerken darüber hinaus, dass ich mich auch ohne Navigationssystem zurecht finde. Das Mindeste, was man von einer Fachkraft hinterm Lenkrad erwarten kann, wie ich denke, ist nicht unbedingt selbstverständlich, vor allem wenn man berücksichtigt, dass die Ausbildung zum Taxifahrer keine eigentliche Berufsausbildung ist. Es ist ein, nennen wir es "Vertraut machen mit den Örtlichkeiten", also dem was ist, das auch nur in der Theorie, auch weil es sich permanent verändert, und schließt ab mit der Ortskundeprüfung. Um diese zu bestehen, braucht manch einer Wochen, die meisten brauchen Monate oder Jahre und viele schaffen es auch nie. Die Ortskunde richtig lernen, tut man (ich weiß - schlechtes deutsch) nicht in den Schulungen, sondern auf der Straße, im Taxi, vorausgesetzt man hat vorher die theoretische Prüfung bestanden. Willst du einen richtigen Beruf erlernen, sieht die Welt anders aus. Da ist die Zeit genau vorgeschrieben, die du für die Ausbildung brauchst, in der Regel zwei oder drei Jahre. Angeblich gibt es mal wieder, wie jedes Jahr, jede Menge freier Stellen. Um genau zu sein, sollen es 43.500 freie Ausbildungsplätze sein, denen nur rund 20.000 Bewerber gegenüber stehen. Der berühmte Fachkräftemangel - wer hat nicht schon von ihm gehört. Dumm nur, dass ausgerechnet der DGB, von dem man schon lange nichts gehört hatte, ganz andere Zahlen hat. Der Deutsche Gewerkschaftsbund stellt fest, dass es in diesem Jahr mehr als 80.000 Bewerber ohne Ausbildungsplatz geben wird, und dass es unter den Leuten zwischen 20 und 29 Jahren sogar schon 1,2 Millionen ohne Berufsabschluss gibt. Fast hätte ich es vergessen. Ich kann nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch Rechnen. Das ist wichtig beim Geld rausgeben, damit man nicht beschissen wird oder gar sich selber bescheißt.

Text TaxiBerlin

02.11.2016

DIE PARTY IST VORBEI


Selbst die Friseure wissen bescheid

Du brauchst nicht nach Berlin kommen. Glaub's mir, ich weiß wovon ich rede. Und nicht nur ich. Nein, hier pfeifen es schon die Spatzen von den Dächern. Selbst die Friseure wissen bescheid. Auch wenn sie aus ihrem Wissen noch Kapital schlagen wollen. Es stimmt wirklich. Die Party ist vorbei. Du bleibst am Besten da, wo du bist. Dass du nur Party machen kannst und sonst nichts, dafür können wir schließlich nichts. Das ist nun wirklich dein Problem. Da musst du sehen, wie du damit klar kommst. Damit musst du uns nicht auch noch auf die Nerven gehen. Auf die Nerven gehen wir uns schon selbst genug. Und auf jeden Fall besser, als du es jemals könntest. Deine Partyfixierung ist ausschließlich dein Problem, und ein ausgesprochen kleines noch dazu. Möglicherweise reicht es, wenn du mal mit jemanden darüber sprichst. Du willst wissen, mit wem? Kannst du denn gar nichts alleine? Hm, lass mich überlegen. Wie wär's mit dem hier?!

Foto&Text TaxiBerlin

01.11.2016

PÖBELNDE TAXIFAHRER IN BERLIN


Nach Informationen des Berliner Tagesspiegels gibt es, wie gerade bekannt wurde, in unserer Stadt aus der Türkei stammende Taxifahrer, die auch schon mal deutsch-türkische Abgeordnete des Bundestags anpöbeln, woraufhin die Pressestelle des Bundestages auf Anfrage erklärte, sie habe die Parlamentarier lediglich darauf hingewiesen, dass die Nutzung des hauseigenen Fahrdienstes zu jeder Tages- und auch Nachtzeit möglich ist. Eine entsprechende Empfehlung, diesen Fahrdienst Berliner Taxen vozuziehen, habe es aber nicht gegeben, und vielleicht auch nicht die pöbelnden Taxifahrer. Vorsichtshalber trotzdem vielen Dank, liebe "Kollegen" aus der Türkei, dass wir mal wieder in den Schlagzeilen waren.

Text TaxiBerlin

AUSVERKAUF


*) und werde glücklich ...

Den Ausverkauf gibt es wirklich, und er findet vor unser aller Augen statt. Mich interessiert er nicht wirklich, auch weil ich nur zur Hälfte von hier bin. Ausserdem habe ich bereits vor langer Zeit auf Tee umgestellt und gegen Vielweiberei habe ich auch nichts - ganz im Gegenteil! Mein Problem ist, wie ich sie finanziere. Bei mir wird's wohl auch in Zukunft nicht mal zu einer eigenen Wohnung reichen (ich wohne seit geraumer Zeit im Taxi), wie ich gestern erfahren musste, geschweige denn zu mehreren Frauen bzw. Weibern.

Text TaxiBerlin