07.10.2016

"WOVON MAN NICHT SPRECHEN KANN ..."


"Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen", meinte zumindest Ludwig Wittgenstein. Ludwig Wittgenstein, für alle die ihn nicht kennen, war der Onkel von Wittgensteins Neffe. "Wittgensteins Neffe" wiederum ist ein Buch von Thomas Bernhard, das man gelesen haben sollte, weil es uns eines Besseren belehrt: Man kann darüber schreiben, wovon man nicht sprechen mag.

Ich bin mir nicht sicher, wie viel Widerstand gegen Wittgenstein in "Man kann darüber schreiben, wovon man nicht sprechen mag" liegt und wie viel Wahrheit. Dabei sollte ich es wissen, denn die Worte sind von mir. Dieses Problem hatte bereits Wittgenstein erkannt, der schrieb, dass, wenn er etwas aus Eitelkeit und nicht aus gutem Willen geschrieben haben sollte, er dies von ihm verurteilt wissen möchte.

Wie viel wird nun aus Eitelkeit geschrieben? Berücksichtigt man, dass wirklich Große wie Buddha, Jesus und Mohamed selbst gar nichts Schriftliches hinterlassen haben, dürfte der Anteil dessen, was aus Eitelkeit verfasst wird, ziemlich hoch sein. Aber wie hoch genau? Ich selbst neige ehrlich gesagt zu der Annahme, dass, sieht man mal von lästigen Formularen ab, alles Geschriebenen aus Eitelkeit zu Papier gebracht wurde und immer noch wird, diese Zeilen inklusive.

Man kann darüber schreiben, wovon man nicht sprechen mag. Aber muss man es auch?
Text TaxiBerlin

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