14.10.2016

DU BRAUCHST KEINEN WETTERBERICHT UM ZU WISSEN WOHER DER WIND WEHT



Allen Ginsberg im Hintergrund

Eigentlich heißt es "you don't need a weatherman to know wich way the wind blows" und ist von Bob Dylan. Genau der, der gestern den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat. Bevor ich gleich zu Bob, der eigentlich Robert Zimmermann heißt, komme, noch ein Wort zum Wetter. Das Thema Wetter ist bei mir im Taxi tabu. Aber jetzt nicht wegen Bob Dylan, sondern weil Wetter einfach ist und man sowieso nichts dagegen tun kann. Entschieden, in meinem Taxi nicht mehr über das Wetter zu reden, habe ich, nachdem mich Fahrgäste vor vielen Jahren einmal gefragt hatten, wie denn das Wetter in Berlin gewesen sei. Sie hätten in ihrem Urlaub vier Wochen Regen gehabt - in Berlin schien die ganze Zeit die Sonne.

Doch zurück zu Bob Dylan. Viele sind überrascht, dass ausgerechnet er den Nobelpreis für Literatur gewonnen hat. Ich nicht! Gut, seine Texte funktionieren als Gedicht weniger gut denn als Song. Das mag sein. Aber Bob ist nun mal, wie er selbst sagt, ein "Song & Dance Man". Und das ist genau der Punkt! Bob bringt, wenn man so will, das zusammen, was zusammen gehört, nämlich die Musik, die Nietzsche als die "dionysische Kunst" bezeichnet, und die Worte, die derselbe die "apollinische Kunst" nennt.

Beide, also Musik und Worte, waren einmal eine Einheit, wurden aber getrennt und kommen nun wieder zusammen. Das ist, so denke ich zumindest, die eigentliche Message des Nobelpreiskomitees. Und vielleicht noch folgendes: Du musst nicht wirklich singen können (Bob ist auch als der "Nicht-Sänger" bekannt) und auch auf der Gitarre kein Virtuose sein. Es zählt einzig, was du zu sagen hast (ob du überhabt etwas zu sagen hast) - der Rest ergibt sich von alleine ...

PS: "Man muss das Leben tanzen."
Video YouTube
Text TaxiBerlin

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