06.08.2016

NEUE MODEN


Heute mal ein Sammelthema, und zwar "Neue Moden". Ich weiß nicht, wer es außer mir mitbekommen hat, oder sollte ich mal wieder der letzte sein, der es erfährt? Auf jeden Fall ist es nun wohl endgültig vorbei mit dem russischen oder wegen mir auch osteuropäischen Akzent à la Kaminer. Damit ist heute kein Blumentopf mehr zu gewinnen. An seine Stelle ist diese schlimme englische Mundart getreten, ja genau die mit den zwei Kaugummis im Mund. Manch einer wurde sie in die Wiege gelegt, andere müssen sie sich mühsam erarbeiten. Es soll sich aber lohnen, und es sind auch noch jede Menge Blumentöpfe da, die ein neues zu Hause suchen. Wichtig ist, dass der englische Akzent so stark ist, dass keiner mehr genau sagen kann, ob man wirklich deutsch spricht, oder doch schon englisch, was auch völlig egal ist, weil es gar nicht darum geht, verstanden zu werden. Frauen sollen davon mehr betroffen sein als Männer, aber die will der Mann ja sowieso nicht verstehen, zumindest nicht wirklich. Ich kann die komische Aussprache leider nicht vormachen, aber ich denke, wenn du ein Mann bist, weißt du, was gemeint ist.

Eine andere Sache ist jetzt vielleicht auch nicht mehr ganz taufrisch. Möglicherweise ist es auch nur ein Randgruppenthema, das eigentlich keinen wirklich interessiert bzw. an das sich keiner herantraut. Ich hatte schon einmal darüber berichtet, dass es am Handwaschbecken auf der kostenpflichtigen Toilette neben der Pilotenbude, wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer am Flughafen Tegel von Insidern liebevoll genannt wird, gelegentlich zum Stau kommt, weil sich manch einer in ihm seine Füße wäscht. Das mit dem Füße waschen im Handwaschbecken hängt mit dem Glauben zusammen. Wie genau, soll an dieser Stelle keine Rolle spielen, das kann jeder bei Interesse im Selbststudium für sich herausfinden. Fakt ist, dass es immer mehr Kollegen gibt, die auf dem Parkplatz regelmäßig gen Mekka beten. Früher waren es vielleicht eine Handvoll, die sich in unregelmäßigen Abständen und oft auch ganz ohne Hilfsmittel in der südöstlichsten Ecke zum Gebet trafen. Heute hat jeder zweite einen kleinen Teppich dabei, den er, auch aus Platzmangel in der Ecke, nun zwischen den Wagen ausrollt. Das interessante dabei ist, dass immer mehr junge Fahrer unter den Betenden sind. Kollegen also in einem Alter, in dem die Leute ansonsten lieber mit ihrem Smartphone rumspielen, Party machen oder beim Chillen danach sind. Da ich gegen Smartphones, das ewige Party machen und auch gegen das Chillen danach, wer mich kennt, weiß das, etwas habe, kann ich es nur begrüßen, wenn sich junge Leute von heute auch mal mit was anderem beschäftigen.

Zum Schluss noch etwas ganz anderes. Da muss ich zugeben, das ist wirklich ein alter Hut. Es geht um Leute, die für ein Taschengeld, ein klein wenig Aufmerksam oder etwas ähnlich Bescheuertem alles tun. Wie gesagt, nichts wirklich Neues. Solche Leute gab es immer, und wird es, so lange es den Menschen gibt, wohl auch immer geben. Aber irgendwie ist es mit den Jahren schlimmer geworden, oder ich empfinde es nur so. Das kann natürlich auch sein. Mein Gefühl ist jedenfalls, dass die Leute früher "nur" Dreck gegessen haben, um irgendwie beachtet zu werden, heute aber schon Scheiße fressen.

Kommentare:

  1. Ja wenn ich das so lese mit dem Füßewaschen und so, dann finde ich das gar nicht so abwegig. Jeder wäscht sich halt das, was ihm am wichtigsten erscheint. Das gibt einem doch die Legitimation, auch unterwegs mal schnell seinen kleinen liebsten Freund zu waschen. Ich denke, er akzeptiert die Füße vor ihm.

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    1. Du wirst lachen, aber daran habe ich auch schon gedacht. Die Pflege des kleinen Freundes wird, das ist zumindest mein Eindruck, gemeinhin unterschätzt, wobei sie mindestens genauso wichtig ist wie das Füßewaschen. Bisher lässt sich nichts darüber berichte, ich halte aber weiterhin die Augen offen.

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