14.07.2016

LÜGENWERBUNG


U-Bahnfof Frankfurter Allee

Mit "Späti", das fast so blöd wie "Juti" klingt, falls das noch jemand sagt, ist eine Spätverkaufstelle gemeint, die oft noch früh am Morgen aufhat oder schon wieder. "Spätis" in Berlin sind das, was früher Friseure, Tattoo-Studios und  ganz früher Drogerien waren: Vermeintliche Goldgruben, an denen alle teilhaben wollen und jeder eine aufmacht oder zumindest darüber nachdenkt. In Berlin gibt es "Spätis" an jeder Ecke und, das ist neu, nun wird auch für sie geworben, oder zumindest für einen von ihnen. Ich weiß das, weil ich neulich U-Bahn gefahren bin, was ich auch jedem nur empfehlen kann. Man lernt dort jede Menge Leute kennen, allerdings auch viel Volk, das man lieber nie getroffen hätte. Ein klein wenig wie im Taxi, nur viel größer und vor allem viel mehr. Dementsprechend ist auch die Werbung, wie sollte es anders sein. Oder: "Wie der Herr, so das Geschirr", wie man früher sagte. Für den Normalo sicherlich kein Problem, dem Taxifahrer bereitet manche Werbung allerdings körperliche Schmerzen, vor allem wenn es um die Ortskunde geht. "Friedrichshains größter Späti", womit übrigens eine Filiale der Supermarktkette "real" gemeint ist, befindet sich nämlich nicht wie behauptet im Friedrichshain, sondern in Lichtenberg. Das liegt daran, weil sich "real" im Ring-Center Zwei befindet. Wäre "real" in Ring-Center Eins, hätte es gestimmt. Dass "Friedrichshains größter Späti" täglich bis 22 Uhr geöffnet haben soll, ist die nächste Lüge. Wieso? Versuch mal am Sonntag zu "real" zu gehen!

Foto&Text TaxiBerlin

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