31.05.2016

HIER SPRICHT TAXIBERLIN # 2


Ohren auf!

Morgen ist es wieder so weit, da gibt es zum zweiten Mal - diesmal zur PrimeTime um 20 Uhr - "Hier spricht TaxiBerlin" auf Pi-Radio, in Berlin auf der 88.4, in Potsdam auf der 90.7 und im Internet als Livestream. Mit im Studio sind TaxiGourmet alias Layne Mosler als Co-Moderatorin und Oz alias DorfKind an den Reglern. Unser StudioGast diesmal ist Kollege Bernd, ein Taxikollektivler aus Berlin-Neukölln, eigentlich aus New York, wo er auch schon mal mit dem Taxi gefahren ist, und der sich darüber hinaus mit der TaxiKultur in Barcelona gut auskennt. Das erklärte Ziel der Sendung ist, aber das nur nebenbei, die Anzahl der aktiven Zuhörer von derzeit zwei auf drei zu erhöhen.

Foto&Text TaxiBerlin

30.05.2016

DER IRRE SCHILDERSTREIT VON SCHÖNEFELD


"Zeit zum Abschmatzen"

Alle fragen sich, was ist da bloß los in Berlin, warum können die keinen Flughafen eröffnen, und selbst vielen Berlinern sind die wahren Gründe nicht klar, warum sie immer noch mit dem Bus nach Tegel müssen, obwohl die Bahn nach Schönefeld, wie vieles andere auch, seit Jahren einsatzbereit ist. Dem Berliner Taxifahrer ist es vielleicht als einzigem Recht, dass er noch in Tegel stehen darf, bevor er mangels Laderechten in Schönefeld der gekniffene ist, weswegen Aufklärung über die wahren Ursachen für die jahrelangen Verzögerungen von seiner Seite eher nicht zu erwarten waren.

Andererseits ist der Taxifahrer einer der wenigen, oder sollte es zumindest sein, der sich mich Ge- und auch mit Verbotsschildern auskennt, denn die sind der wahre Grund, dass Schönefeld nicht öffnen kann, und nicht etwa, weil der Schutz vor "Brand" mangelhaft wäre, wie uns immer wieder eingeredet wird, denn dafür (besser: dagegen!) heißt der Flughafen, obwohl noch gar nicht offen, doch schon seit Jahren Flughafen Willy "Brand" International.

Erstmals gelangen hiermit Bilder (über und unter diesem Text) über den irren Schilderstreit von Schönefeld an die Öffentlichkeit. Auch dieser Job, der früher investigativen Journalisten vorbehalten war, bleibt heute am Berliner Taxifahrer hängen. Brandenburger Taxifahrer und ihre Interessenvertreter haben in Schönefeld kurzerhand "Kiss & Fly" Zonen eingerichtet, obwohl es doch der Berliner ist, der sich mit Zonen auskennt. Deswegen konnte das auch nichts werden mit den "Kiss & Fly" Zonen, obwohl man (frau auch!) sich dort, das soll der Wahrheit wegen erwähnt sein, immerhin eine Viertelstunde abschmatzen und, wer wollte, auch ablecken durfte - alles umsonst, oder auch kostenneutral, und ganz legal - versteht sich.

Nur heißt der Flughafen, zumindest offiziell, "Berlin/Brandenburg", auch wenn Berliner Taxen dort bestenfalls wohlgelitten sind, weil er sich außerhalb ihrer Stadtgrenze befindet, immerhin dürfen sie Fahrgäste zu ihm hinbringen. Die Viertelstunde, in der sich diese in der "Kiss & Fly" Zone auch im Berliner Taxi verabschieden können dürfen, hört sich, zugegeben, erstmal gut an. Wer aber weiß, wie lange ein Taxi am Flughafen auf den nächsten Fahrgast warten muss, der weiß auch, dass da eine Viertelstunde definitiv zu kurz ist.

Und deswegen möchte der Berliner Taxifahrer auch eine "F**k & Fly" anstelle der "Kiss & Fly" Zone, aber nicht etwa der Alliteration wegen, falls die jemand kennt. Das ist der Umstand, dass bei "F**k & Fly" beide Wörter mit F beginnen. Dieser Grund ist natürlich nur vorgeschoben! Es geht dem Berliner Taxifahrer um die eine Stunde, die er sich in der "F**k & Fly" Zone "bereithalten" darf, um Fahrgäste nach Berlin aufzunehmen, von denen es auch am neuen Flughafen so einige geben soll, und damit er dort nicht länger der "gef**kte" ist.

"Leider nur 15 Minuten - bisher!

Fotos&Text TaxiBerlin

24.05.2016

"MEINE EIER GEHÖREN MIR!"


Frankfurter Allee / früher Stalin-Allee
Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

Woran es liegt, dass mehr Männer als Frauen bei mir einsteigen, kann ich nicht sagen. Was ich weiß, ist, dass ich mehr auf Frauen stehe. Andererseits kann man mit Männern, nicht mit allen, über Frauen reden. Manch einer behauptet sogar, dass man über das Weib nur zu Männern reden soll. Ich kann und will jetzt nicht das ganze Gespräch mit meinem Fahrgast wiedergeben, und ich weiß auch gar nicht, wie wir auf das Thema kamen, aber die Frage, warum unsere Zeit so arm an Phallussymbolen ist, die konnte auch ich nicht beantworten. Woran ich mich erinnern konnte, war, dass ich in der Türkei, genauer gesagt in Istanbul, schon mal Postkarten gesehen hatte, viele Jahre ist es her, auf denen kleine Götter mit Riesen-Penissen zu sehen waren. Die Riesen-Penisse symbolisierten Fruchtbarkeit, genauso wie der Brunnen auf dem Arnswalder Platz im Prenzlauer Berg, an dem wir gerade vorbeifuhren, der allerdings, warum auch immer, besser bekannt als Stierbrunnen ist. Und da müssen wir irgendwie auf die Eier gekommen sein, die der Stier noch hat, sonst wäre er ein Ochse, und von denen mein Fahrgast behauptete, das sie ihm gehören, was mich an einen anderen Spruch erinnert, ich glaube der war von Frauen, aber wie ging der jetzt gleich noch mal ... ?

23.05.2016

"TOO OLD TO DIE YOUNG"


"Too Old To Die Young" - das stand auf seinem T-Shirt, aber nicht oben auf der Brust, sondern am unteren Rand, wo ich es nicht gesehen hätte, wenn es in der Hose gesteckt hätte, zu diesem Zweck stand es nämlich dort. Dafür war in der Hose aber kein Platz mehr, der war besetzt, von den vielen Bieren, die der Träger des T-Shirts an diesem Nachmittag getrunken hatte, was ärgerlich war - so oder so.

Ärgerlich insbesondere deswegen, weil ich einmal mehr abgelenkt wurde vom wirklich wichtigen beim Taxifahren, und er, also der T-Shirt Träger, schon hinter mir Platz genommen hatte, bevor ich ihm erklären konnte, warum das besser nichts wird mit uns beiden. Nichts gegen Dicke, sie sind in der Mehrheit, viele sind es schon, und noch mehr werden es. Letztendlich auch eine wichtige Zielgruppe beim Taxifahren, mit der man es sich besser nicht verscherzt.

Nun ist es aber so, eine üble Laune unserer sonst lieben Natur, dass Dicke gerne und viel schwitzen, insbesondere wenn die Temperaturen steigen, wogegen nichts einzuwenden wäre, wenn dann nicht alles, also wirklich alles, rauskommen würde, was sie so getrunken, gefressen - Verzeihung: gegessen, und auch geraucht haben, und zwar aus jeder einzelnen Pore ihrer Haut, die nun mal, leider muss man sagen, durch ihre Körperfülle unnötig aufgebläht wurde.

Obwohl er in meinem Taxi hinten Platz genommen hatte und alle Fenster geöffnet waren, gestern war schließlich Sommer, ich meine Nase in den Fahrtwind hielt oder es zumindest versuchte, war ich mir nicht sicher, ob ich diese Fahrt auch bis zum Schluss würde machen können. Es lag nicht nur am Geruch, wie man so schön sagt, sondern auch am Brennen in meinen Augen - allerdings nicht vom Fahrtwind.

Nur, was waren die Alternativen? Ihn an die frische Luft setzen? Oder ganz und gar einem Kollegen ins Taxi? Vielleicht einem Dicken - das wäre ein Spass! Das müsste man echt mal bringen! Am Besten mit einem Spruch auf den Lippen: Du, ich glaube, der passt besser zu dir ...  Aber jetzt mal im Ernst: Wem ist gedient, wenn dem Fahrer schwummrig wird, oder auch nur schwarz vor Augen, er plötzlich zusammensackt auf dem Fahrersitz, beide Hände am Lenkrad?

Bis in die kleine Straße, wo mein Dicker wohnte, habe ich es nicht geschafft, wollte es auch nicht - viel zu gefährlich! Die letzten 500 Meter konnte er laufen, war sowieso nur 'ne kurze Tour. Laufen hat noch niemandem geschadet, das sagte ich ihm, und auch, dass er sich mal wieder waschen sollte, was er auch versprach. Humor haben sie jedenfalls, die Dicken, aber was bleibt ihnen auch anderes übrig, nachdem sie schon zu alt geworden sind, um früh zu sterben ...

22.05.2016

ICH BIN 'NE RICHTIGE NUTTE


Ich bin 'ne richtige Nutte, ich lass jeden an mich ran, manchmal auch drei oder vier. Gleichzeitig - Versteht sich! Die können stinken, wie sie wollen, ich muss sie bedienen. Ich muss mir auch all ihre geistigen Ausdünstungen anhören, was meist noch viel schlimmer ist als ihre körperlichen. Dass sie des öfteren in fremden Zunge sprechen, macht die Sache nicht besser. Schlimmer ist nur noch der Gesprächsmüll, den sie regelmäßig in Mono in ihre Smartphones absondern, auch wenn die zweite Stimme fehlt, oder vielleicht gerade deswegen ...

21.05.2016

"DU HÄLTST DIE KLAPPE!"


"Du hältst die Klappe!" - das waren seine Worte, mit denen er mich auf den Prozess vorbereitete, in dem er mich vertrat. Das ist einige Jahre her, es ging eigentlich um Nichts, nur um einen "Punkt", den ich als Taxifahrer alles andere als gebrauchen konnte. Nun ist er tot, die Rede ist von Rechtsanwalt Andreas Just, dem Berliner Anwalt für Taxifahrer, der selbst am Liebsten Motorrad fuhr. Gestern habe ich es erfahren, vom Schwarzen Brett neben der Pilotenbude, wie der kleine Imbiss nur für Taxifahrer am Flughafen Tegel liebevoll genannt wird, die Trauerfeier ganz in der Nähe von diesem dürfte gerade zu Ende gehen. Mein Prozess wurde damals eingestellt, die Richterin konnte mich auf dem Foto, welches die von mir begangene Ordnungswidrigkeit beweisen sollte, nicht erkennen, angeblich weil ich ein "Allerweltsgesicht" habe. Auf Anraten meines Anwalts sagte ich damals laut: "Danke, Frau Richterin!" Heute sage ich, ohne dass mir das jemand sagt: "Danke, Rechtsanwalt Just. Ruhe in Frieden!"

ANTANZEN MIT TAXIBERLIN


Es gibt auch Finderlohn!

Der Frühling ist da, der Mai-Bock angestochen, dazu noch Féte de la Hastunichtgesehn - wann sollte die richtige Zeit zum Antanzen sein, wenn nicht jetzt? Da ich bei mir im Taxi das ganze Jahr über tanze, ich schmeiße dafür auch schon mal die Stühle raus, bin ich bestens auf's Antanzen vorbereitet. Neulich zum Beispiel, es war glaube ich am Kottbusser Tor, da wollte mich schon mal einer antanzen. Der wusste natürlich nicht, mit wem er's zu tun hat - wie denn auch?! Auf jeden Fall war es so, dass der Antänzer sich danach gewünscht hat, mich nie angetanzt zu haben. Seine "Tanzkarte" (oder war es seine?) liegt übrigens immer noch bei mir im Taxi rum. Nur für den Fall, dass er sie noch braucht ...

Foto&Text TaxiBerlin

19.05.2016

LITERATUR AM ARBEITSPLATZ


Stillleben mit Toilettenpapier

Die Toilette, genauer: der Ganz zur Toilette, ist ein großes Thema für jeden Taxifahrer, letztendlich aber für jeden, der irgendwie kreucht und fleucht oder eben fährt, auch wenn es nicht unbedingt von jedem gerne angefasst wird, ich meine das Thema. Für einen Taxifahrer als jemand, der mobil ist, ist der Arbeitsplatz das Taxi und nicht das Büro, weswegen manche Taxifirmen gar keine Toilette haben, weil sie oft auch gar kein Büro haben, alles natürlich aus Kostengründen und nicht etwa aus Böswilligkeit. Ich habe das große Glück, für eine Firma zu arbeiten, die noch eine Toilette hat, was heute, wie gesagt, nicht mehr selbstverständlich ist. Das ist aber noch nicht alles! Die Toilette meiner Firma hat sogar ein Fenster mit einem dazugehörigen Fensterbrett, auf dem immer ein Buch liegt. Meine Firma, das kann ich ohne Übertreibung sagen, ist eine für Leute, die schreiben und vor allem auch lesen können. Im Moment liegen auf dem Fensterbrett Schillers Briefe in der "Nationalausgabe", das erwähne ich nur für die Spezialisten unter meinen Lesern.

Übermorgen, also am 21. Mai, wenn das Autorennen auf der Karl-Marx-Allee stattfinden wird, ich berichtete an dieser Stelle darüber, schrieb Schiller unter anderem folgendes an Freund Goethe:

Der Ueberbringer dieses, H. Michaelis aus Strelitz ist der Verleger meines MusenAlmanachs. Wenn Sie ihm einige Augenblicke widmen wollten, so würde ich Sie bitten, mit ihm und unseren Freund Meyer zu deliberieren, ob aus den Beyträgen, die Sie zu dem Almanach bestimmt haben (die Epigramme mit eingeschlossen) nicht einige Stoff zu Vignetten geben, die vielleicht Meyer skitzieren würde. Die Gewohnheit fodert dergleichen Verzierungen, und hier weiß ich keinen Stoff dazu.

Auch wenn wir den Kollegen Schiller am Ende etwas ratlos sehen, so müssen wir - durchaus mit ganz viel Wehmut - zu Kenntnis nehmen, dass damals, also vor ziemlich genau 220 Jahren, noch richtig was los war, da wurde noch deliberiert und man sprach über Epigramme und Vignetten ... nein, nicht die fürs Auto - mein Gott!

Foto&Text TaxiBerlin

18.05.2016

VON TAXIGIRLS UND TAXAMETERN


Wer weiß eigentlich, wo der Begriff Taxi seinen Ursprung hat? Genau, beim Taxameter, d.h. von einem in einer Droschke befindlichen Gebührenmesser pro Fahrstrecke, auch Fahrpreisanzeiger oder eben Taxameter bzw. Taxi-Uhr. Das erste Taxameter, erfunden von Friedrich Wilhelm Gustav Bruhn, soll übrigens, das ist keine Überraschung, 1897 in Stuttgart zum Einsatz gekommen sein. In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde aus Taxameter einfach nur Taxi und bezeichnete die Droschke, dann schon Kraftdroschke, selbst.

Ein Taxigirl ist ein Mädchen, das man mieten kann, angeblich nur um eine bestimmte Zeit mit ihr zu tanzen. Böse Zungen behaupten allerdings, dass es sich dabei um Prostituierte handelt. Die zweite Frau von Henry Miller, sie hieß glaube ich June, war beispielsweise ein solches Taxigirl, die mit ihren Einnahmen dafür sorgte, dass sie zusammen mit ihrem Mann in den Zwanzigern des vergangenen Jahrhunderts mehrere Monate in Paris Urlaub machen konnte.

Wer weiß nun, was aus dem Taxigirl geworden ist? Hm, das ist auf jeden Fall schwerer zu beantworten als die Frage nach dem Taxi. Eine Möglichkeit ist, dass, analog zu Taxi und Taxameter, aus Taxigirl einfach nur Girl wurde. Das würde allerdings bedeuten, dass alle Girls heute eigentlich Taxigirls sind oder es zumindest einmal waren ...

17.05.2016

"LIKE MICH AM ARSCH"



"Und dann das!"

Jahrelang habe ich an meinem Image als "Taxi-Diktator" gearbeitet - und dann das! Die Rede ist vom Video oben drüber von "Deichkind", die ich gar nicht kenne (so viel Strafe muss sein!). Ich meine, wo ich sage "Facebook-Freie-Zone", da sagen die einfach mal "Like mich am Arsch", das musst du dir mal vorstellen! Darüber hinaus sind in ihrem Video auch noch jede Menge Dickbäuchige zu sehen (vermutlich alles Taxifahrer), was ich mir nie wagen würde zu thematisieren. Und das aus gutem Grund, denn eigentlich geht es mir ganz genauso, auch ich verabscheue Sport. Obwohl - neulich habe ich mich im Fitness-Studio angemeldet, und jetzt überlege ich ernsthaft dort (also im Fitness-Studio) auch noch zu schreiben. Dranbleiben lohnt sich mal wieder ...

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Text TaxiBerlin

16.05.2016

CALL ME CALM EXCITED


Manchmal spreche ich auch türkisch ...

Immer wieder muss ich englisch sprechen in meinem Taxi, was schlimm genug wäre, wenn meine englischsprachigen Fahrgäste darüber hinaus nicht immer auch noch wissen wollten, wie ich denn heißen würde, wenn sie mich "How Are You?" fragen. Ich weiß immer gar nicht, was ich darauf sagen soll. Ich meine, egal was ich ihnen antworte, sie verstehen's ja eh nicht. Zumindest meinen Namen, den verstehen sie neuerdings, seitdem ich mir sozusagen einen englischen Künstlernamen zugelegt habe, und zwar "Calm Excidet". Für meine zahlreichen anglophoben Leser möchte ich ihn kurz erklären, das muss reichen für heute, immerhin ist Feiertag. Also "Calm" steht für ruhig, und wer mich kennt, der weiß, dass das stimmt. Das ist auch der Grund, warum ich Taxi fahre, weil ich im Taxi meine Ruhe habe, zumindest so lange keine Angelsachsen einsteigen. Warum die sich immer ausgerechnet in meinem Taxi anbrüllen müssen, ist mir bis heute ein Rätsel. Doch weiter mit meinem Künstler-Nachnamen "Excited", was bedeutet, dass ich, der ich "Calm" mit Vornamen heiße, mich wirklich, also "really" wirklich, wenn es denn mal ganz ruhig bei mir im Taxi ist, mich darüber tierisch aufregen kann.

15.05.2016

BECOME A BERLIN CABDRIVER BY ACCIDENT


Lange habe ich überlegt, welchen Beitrag ich zu dem Umstand leisten kann, dass immer mehr, insbesondere auch junge Menschen nach Berlin kommen, um hier englisch zu lernen (Stichwort: LEARNING ENGLISCH IN BERLIN), bis mir letzte Nacht (ich muss mal wieder den ein oder anderen PARTY PEOPLE & BLOODY TOURIST zu viel an Bord gehabt haben) die sowohl einfache als auch geniale Antwort kam. Genial ist BECOME A BERLIN CABDRIVER BY ACCIDENT, das soll kurz erklärt sein, alleine deswegen, weil niemandem in die Wiege gelegt wurde (ich kenne zumindest keinen), dass er später mal Taxifahrer wird, sondern alle Taxifahrer immer rein zufällig, also BY ACCIDENT, Taxifahrer geworden sind. Ob der Satz auch in der Rückübersetzung funktioniert, also dass jemand bei einem Unfall Taxifahrer in Berlin wird, kann ich nicht sagen. Wovon ich gehört habe, ist, dass sich ein Taxifahrer in die Frau verliebt hat, die ihm gerade hinten rein gefahren war, was aber schon wieder eine andere Geschichte ist ...

14.05.2016

"WOZU SIND KRIEGE DA ?"


Karl-Marx-Allee / früher Mitte / heute Neue Mitte

Alles fing damit an, dass ich neulich mal schnell zum Alex wollte. Das erste mal musste ich da am Frankfurter Tor umsteigen, immerhin nur in eine andere U-Bahn auf dem Gleis gegenüber. Am Strausberger Platz ging es dann ganz und gar raus aus der U-Bahn und rein in den Schienenersatzverkehr, sprich Bus, um sich mit diesem sogleich in den Dauer-Stau auf der Karl-Marx-Allee einzureihen. Der Stau dort ist neu und hängt mit der Tribüne und den vielen schweren Betonteilen zusammen, die dort gerade aufgebaut werden, und die mich spontan fragen ließen, ob schon wieder 40. Jahrestag ist.

Warum die U-Bahn in diesem Bereich nicht fährt, ob das mit den überirdischen Aufbauten zusammenhängt, die sehr schwer sind, da sehr viel Beton, kann ich nicht sagen. Immerhin bin ich letzte Nacht, mit dem Taxi fahre ich besser nicht am Tage, ich erwähnte das auch neulich hier, und ich will mich auch nicht übers Nachts arbeiten beklagen, ganz im Gegenteil, immerhin ist es die einzige Tageszeit, wo man überall halbwegs durchkommt, durchgekommen.

Der Grund für die Absperrungen auf der Karl-Marx-Allee in Sichtweite des Alexanderplatz ist nicht der 40. Jahrestag, auch wenn die Tribünen vielleicht von dort geborgt sind, sondern ein Autorennen. Das musst du dir mal vorstellen! Da verrottet seit Jahren die AVUS-Tribüne im schönen West-Berlin, weil dort keine Autorennen mehr stattfinden dürfen, und nun baut man mal kurzerhand in der Neuen Mitte eine Rennpiste auf, die am ehesten mit der von Monte Carlo vergleichbar ist, die auch mitten durch die Stadt verläuft.

Klar, ich selbst fahre auch Auto, und manchmal liefere ich mir auch ein Autorennen, versuche es aber seit einiger Zeit zu vermeiden, seitdem so viel passiert bei ihnen. Von Autorennen hält man sich besser fern! Eines von vielen Dingen, die mich die Straße gelehrt hat, und weswegen ich die Frage, wozu das Autorennen auf der Karl-Marx-Allee, das übrigens erst am nächsten Samstag, also genau heute in einer Woche, stattfinden wird, gut sein soll, hiermit weitergebe.

Foto&Text TaxiBerlin

13.05.2016

FORSICHT FINGSTEN


... bleibt besser zu Hause

Ostern ist kaum vorbei, da steht es auch schon wieder vor der Tür, das verlängerte Wochenende, von dem keiner weiß, was denn der Grund dafür ist, dass er schon wieder nicht arbeiten muss, was aber auch egal ist - Hauptsache frei! Bevor sich jetzt alle ins lange Wochenende verabschieden, soll noch rasch gewarnt werden, das erlaube ich mir aus jahrelanger Erfahrung zu tun, und zwar vor dem Pfingstochsen, für den bereits überall in der Stadt Stroh abgeworfen wurde, und insbesondere nachdem er an Männertag keinen Ausgang hatte, weil Frauentag war, ich berichtete darüber. Ochse übrigens, das wissen viele nicht, ist ein kastriertes männliches Exemplar, aber das nur nebenbei.

Was ist nun zu tun, wenn einem so ein Pfingstochse ins Taxi steigt? Erst einmal Ruhe bewahren, das ist das Wichtigste. Und dann natürlich irgendwann losfahren, das ist auch klar. Nur wohin? Sicher, er wird dir irgendwelche Fahrziele nennen, die du aber gleich wieder vergessen kannst, weil sie allesamt nichts taugen. Ganz ehrlich! Ich meine, jetzt mal im Ernst: Was will der Pfingstochse zu Hause? Oder in seiner Stammkneipe? Oder gar im Bordell? Für das eine ist es doch immer zu früh und für das andere zu spät. Ich denke, du verstehst.

Doch wo nun hin mit dem Typen? Oder sollten auch diesmal wieder Frauen unter ihnen sein, so wie neulich? Und wie heißen die dann, wenn sie kastriert sind. Verzeihung, das geht zu weit! Vielleicht sollten wir uns darauf einigen, dass die Frauen diesmal zu Hause bleiben, wirklich jetzt, also nicht nur so tun als ob! Es ist schließlich auch in deinem Interesse, wenn ich dir deinen Pfingstochsen nicht nach Hause bringe, nicht wahr?! Daran musst du auch mal denken!!! Wo du ihn finden wirst, deinen Pfingstochsen? Das ist ganz einfach! Natürlich da, wo das ganze Stroh ist ...

Foto&Text TaxiBerlin

12.05.2016

HEUTE HIGH NOON IM BUNDESTAG


Dass ich das noch erleben durfte, dafür hat es sich gelohnt, bis zum heutigen Tag immer brav mit dem Taxi weiter zu fahren. Da hat doch einer wirklich die Eier, Verzeihung, ich meine natürlich den Mut, das bewusste Gedicht über den bekannten Despoten, ich bitte nochmals um Verzeihung, es muss natürlich ehrenwerten Präsidenten heißen ... ist das möglicherweise gefährlich, was ich da gerade schreibe, ich meine für mich jetzt ...? Für dich natürlich nicht, das ist klar, du brauchst keine Angst zu haben, du kannst in Ruhe weiter lesen:

Also: Es soll ein sogenannter Hinterbänkler gewesen sein, jetzt wissen wir auch endlich, wozu wir sie im Bundestag sitzen haben, der es dort heute pünktlich um zwölf Uhr, oder "High Noon" wie der Anglophile sagt, in voller Länge zum Vortrag gebracht hat. Vermutlich ist sein Platz auf der Hinterbank bereits vakant, was aber ein anderes Thema ist. Wer's nicht glaubt, was er da heute verpasst hat, schaut hier!

Text TaxiBerlin

DAS QUIZ BEI TAXIBERLIN


Lange gab es kein Quiz bei TaxiBerlin, jetzt ist es wieder so weit. Musste in der Vergangenheit erraten werden, von wem das folgende Zitat ist, so ist das diesmal bekannt. Es ist von mir. Genau genommen ist es ein Kommentar, den ich für den Beitrag eines Kollegen, wohl eher "Kollegen", geschrieben habe, der trotz Drei-Tage-Woche gerade mit der Renovierung seines Flurs überfordert ist, und dies via Internet der Welt wissen ließ. Wer als erster weiß, von welchem "Kollegen" die Rede ist, dem winkt wie gehabt eine Kurzstrecke:

"Bewegungsarmut, Übergewicht, ungesunde Ernährung und Rauchen lassen den menschlichen Körper selbst bei der kleinsten Kraftanstrengung schon mal ganz schön alt aussehen. Hinzu kommt die Nachtarbeit, keine Frage, ich weiß wovon ich rede, ich arbeite auch eher Nachts. Aber du kannst sicherlich auch am Tage arbeiten, wenn du das willst, in den meisten Firmen geht das. Frag doch mal deinen Chef. Zur Not kann man auch die Firma wechseln, ist beim Taxifahren zum Glück nicht das Problem. Und vergiss nicht, so eine kleine Krise (Flurrenovierung) kann auch eine Chance sein. Ich drücke dir die Daumen. Kopf hoch!"

11.05.2016

DER ERSTE ROADMOVIE



I'm A Rolling Stone ... On The "Lost Highway"

Ich weiß, laut Duden heißt es DAS Roadmovie, aber das ist mir egal. Bei zusammengesetzten Wörtern, von denen es im Deutschen so einige gibt, und von denen "Roadmovie" eines ist (oder auch nicht), gibt immer das zweite Wort den Ton an, und das ist nun mal "Movie", also Film, genauer DER Film, weswegen er, zumindest bei mir, auch DER "Roadmovie" heißt. Doch genug der Vorrede!

Es geht noch mal um mich als Herausgeber. Ich hatte schon mal darüber geschrieben, aber ganz vergessen zu erwähnen, was für ein Buch ich genau herausgeben werde. Wer mich kennt, für den ist das nichts Neues. Das wichtigste vergesse ich gerne mal, und das wird jetzt nachgeholt. Ich werde nichts geringeres als DEN ersten "Roadmovie" überhaupt herausbringen, und das zum ersten Mal.

Ich weiß, viele werden jetzt sagen, dass DER erste "Roadmovie" schon lange erschienen sei, und meinen damit "On The Road", auf Deutsch "Unterwegs", von Jack Kerouac. Im Prinzip ist das auch nicht verkehrt, denn "On The Road" ist mit Sicherheit DER bekannteste "Roadmovie", was aber nicht bedeutet, dass er automatisch DER erste ist. Das ist "On The Road" nämlich ganz und gar nicht.

Es ist, um mal ein Beispiel aus der Musik zu nehmen, genauso wie bei "Like A Rolling Stone" von Bob Dylan. Keine Frage, ein großartiger Song, wenn nicht gar der "Beste Rocksong aller Zeiten", wie der "Rolling Stone" meint, nur ist er im Original nicht von Bob Dylan. Nein, der erste, der "I'm A Rolling Stone" gesungen hat, war Hank Williams, über den man viel erzählen könnte, beispielsweise über seinen Tod im Taxi, wofür mir aber gerade die Zeit fehlt.

Fakt ist, dass Bob Dylan "Lost Highway" von Hank Williams nicht nur kannte, sondern ihn auch gesungen hat. Wer sich obiges You-Tube Video nicht komplett ansehen will, wofür ich vollstes Verständnis habe, denn das Gejodele von Joan Beaz am Anfang kann einem schon ziemlich auf die Nerven gehen, sollte zumindest mal hier kurz reinschauen, aber nur, wenn er mir nicht glaubt, dass das Original von "Like A Rolling Stone" nicht von Dylan sondern von Hank Williams ist.

Doch zurück zu "On The Road" und seinem Autor Jack Kerouac. Wer schon mal versucht hat, dieses Buch zu lesen, der weiß, dass so ein "Roadmovie" ganz schön anstrengend sein kann (vor allem wenn es nicht DER erste "Roadmovie" ist). Im Falle von "On The Road" liegt es ganz klar am Autor. Gut, man soll nichts Schlechtes über Tote sage, aber Good Old Jack war schon ein ganz schöner Junky.

Als solcher war es ihm nicht möglich, sich in "Big Sur" mit dem von ihm verehrten Henry Miller zu treffen, aber nicht etwa, weil Henry Miller bereits alt war und deswegen immer schon früh ins Bett musste, wie von Kerouac behauptet, sondern ganz einfach weil Kerouac meist schon am frühen Nachmittag stinkbesoffen war. Kerouac war vielleicht ein erster "Party People", aber mit Sicherheit hat er nicht den ersten "Roadmovie" geschrieben. Doch damit nicht genug. Am Ende seines Lebens, als er nicht mehr alleine klar kam, quartierte Kerouac sich kurzerhand wieder bei seiner Mutter ein, machte er aus seinem altem sein neues "zu Hause".

Bevor ich jetzt ganz und gar abdrifte (nicht nur ein schönes Wort, sondern auch ein MUSS für jeden "Roadmovie"), zurück zum Thema, zum ersten "Roadmovie" überhaupt, der nicht von Kerouac ist, sondern von Konstantinow, der (wenn überhaupt) mal ein Bier getrunken hat, und ansonsten in sechzehn Tagen viertausend Kilometer, nicht mit dem Taxi, sondern mit der Eisenbahn, und darüber hinaus fünfhundert Kilometer zu Fuß zurück gelegt hat (das ganze vor mehr als hundert Jahren), und da ist die Hin- und Rückfahrt über den großen Teich noch gar nicht mitgerechnet.

Wer mehr über den ersten von mir herausgegeben "Roadmovie" erfahren will, und das willst du, muss sich noch ein klein wenig gedulden. Obwohl offiziell erst für den Herbst angekündigt, soll er bereits Ende Juli erhältlich sein. Mit anderen Worten: Er, also DER erste "Roadmovie" ist schon ganz ungeduldig, das Licht der Leserwelt zu erblicken. Übrigens aus gutem Grund, denn er erscheint zum ersten Mal, ist also wenn man so will "jungfräulich", zumindest in deutscher Sprache, in der er "Nach Chicago und zurück" heißt.

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Text TaxiBerlin

10.05.2016

DEUTSCH LERNEN MIT TAXIBERLIN (EINE SERIE)


"Roller Räumung"

Da wurde viel Geld ausgegeben, wenngleich nicht für die Grammatik, aber immerhin um neben der teuren Eigentumswohnung auch noch einen Parkplatz zu haben - und dann das! Klar: "Bitte entfernen Sie Fahrrad" kann man grundsätzlich durchgehen lassen. Besser klingt aber: "Bitte entfernen Sie Ihr Fahrrad", also mit dazugehörigem besitzanzeigenden Fürwort, auch als Possessivpronomen bekannt.

Auch dass sich das vermeintliche Fahrrad auf dem Parkplatz 147 beim genaueren Hinsehen als Roller entpuppt, ist, so denke ich, kein Beinbruch. Auf jeden Fall ist es keine Frage der Grammatik, sondern des Wortschatzes. Aber wie gesagt, alles nicht schlimm, jeder weiß, was gemeint ist, da bin ich sicher, auch der Besitzer des Rollers.

Nun ist es aber hierzulande so, dass keiner seinen Parkplatz verwenden "muss". Es gibt, zumindest so weit ich informiert bin, keine entsprechende Vorschrift. Deswegen empfehle ich anstelle von "müssen" das Wort "möchten", immerhin der Konjunktiv II von "mögen", also die "Möglichkeitsform". Dieser Rat gilt natürlich nur vorbehaltlich, dass es in der Zwischenzeit keine Gesetzesänderung gab, die die Verwendung seines Parkplatzes "zwingend" vorschreibt.

Foto&Text TaxiBerlin

NOCHMAL NEUJAHR


Der ein oder andere erinnert sich. Nach der Silvesternacht gab es über 1.000 Strafanzeigen. Nun standen erstmals zwei vermeintliche Täter vor Gericht. "Das Urteil ist so unbefriedigend wie unstrittig." Daran besteht kein Zweifel, das meinte auch mein Fahrgast. Nur wo sind jetzt gleich noch mal die, die nicht müde wurden zu behaupten, dass es der Rechtsstaat schon richten wird? Da ich selbst keine Ahnung habe, wo die sich gerade rumtreiben könnten, obwohl ich sonst, also als Taxifahrer, immer alles und jeden finde, gebe ich die Frage an das Internet weiter, denn das weiß bekanntlich alles ...

Text TaxiBerlin

09.05.2016

WO WIR WOHNEN


Ohne Worte

Eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die keinen gesteigerten Wert darauf legen, dass andere wissen, wo sie leben. Da aber sowieso schon allgemein bekannt ist, wo ich zu Hause bin, kann ich hier auch mal ein Foto davon veröffentlichen. Wie es sich für einen richtigen Taxifahrer gehört, wohne ich in einem gelben Haus. Das Umfeld ist wie es ist, ein Bild sagt da auch hier mehr als tausend Worte. Vielleicht versteht der ein oder andere jetzt etwas besser, wovon genau ich mich jedes Wochenende im Taxi erholen muss ...

Foto&Text TaxiBerlin

08.05.2016

DEUTSCH LERNEN MIT TAXIBERLIN (EINE SERIE)


Parkscheinautomat im Kiez

Ein Taxi hat hierzulande nicht nur die Beförderungspflicht, sondern als öffentliches Verkehrsmittel auch einen Bildungsauftrag. Ich weiß, dieser Auftrag ist vielen Menschen unbekannt und wird auch von einigen Kollegen nicht wirklich ernst genommen. Ein Grund mehr für TaxiBerlin, also mich, mit gutem Beispiel voranzugehen.

Seit einiger Zeit kommen immer mehr insbesondere junge Leute aus aller Welt nach Berlin, nicht nur um hier zu leben, sondern auch um hier englisch zu lernen, obwohl in unserem schönen Land gar kein englisch gesprochen wird, was sich, aus welchen Gründen auch immer, aber noch nicht überall herumgesprochen zu haben scheint.

Die Folge ist, dass sich in Berlin immer mehr Menschen auf englisch artikulieren, was aber oft beim Adressaten nicht ankommt. So ist es beispielsweise eher unwahrscheinlich, dass obiges Graffito (Foto) an der Seite eines Parkscheinautomaten von den Mitarbeitern des Ordnungsamtes wirklich verstanden wird. Deswegen diese neue Serie.

Beginnen wir mit der 1:1 Übertragung des englischen Textes ins Deutsche: still heißt noch und not ist nicht - so weit dürfte alles klar sein. 💛ing wird lieben sein und Ordnungsamt Ordnungsamt. Setzen wir nun die einzelnen Wörter übersetzt zusammen, kommen wir auf Noch nicht lieben Ordnungsamt, was für den Anfang OK ist, aber mit der deutschen Sprache so viel zu tun hat wie Uber mit Taxi.

Woran liegt das? Ein einfacher deutscher Aussagesatz folgt dem Schema Subjekt Prädikat Objekt. Hier fehlt ganz klar das Subjekt. WER liebt wen? Es deutet einiges darauf hin, dass die erste Person Singular gemeint ist, weswegen der Satz mit Ich beginnen muss, dem das Verb lieben in der ersten Person Singular folgt, also liebe. Weiter geht es mit noch und nicht. Objekt der Liebe ist Ordnungsamt, welches in dem Fall des bestimmten Artikels das bedarf.

Ich liebe noch nicht das Ordnungsamt - das könnte man fast durchgehen lassen, aber eben nur fast. Da die Liebe in dem Fall etwas ist, was gerade, also just now - in dem Moment - stattfindet, besser: nicht stattfindet, muss man dem Satz im Deutschen das Wort immer hinzufügen und kommt auf Ich liebe immer noch nicht das Ordnungsamt, und dann fehlt eigentlich nur noch der Punkt.

Foto&Text TaxiBerlin

07.05.2016

RAUS AUS DER ROUTINE


Manchmal kann es ganz schön sein, aus seiner Routine herausgerissen zu werden. Ein Brückentag, so wie gestern, bietet die Gelegenheit dazu. Nicht, dass ich selbst frei gemacht hätte - das nicht! Die Routine ändert sich da nur für andere. Beispielsweise für Leute, die plötzlich in unsere Stadt kommen, von der sie vorher nie gehört hatten, und dann auch nochTaxi fahren müssen in Berlin. Andere, die eigentlich in Berlin wohnen, fahren auf einmal "nach Hause" und fehlen hier im Taxi. Das ist in Kurzform ein Brückentag in einem Berliner Taxi, gegen den prinzipiell nichts einzuwenden ist, wenn er mich nicht regelmäßig aus meiner Routine reißen würde. Vor jeder Fahrt muss ich plötzlich die Frage beantworten, was sie den kosten würde, was an sich nicht schlimm wäre, wenn ich bloß genau wissen würde, ob eine Fahrt vom Hackeschen Markt zum Alexanderplatz jetzt nur 6,30 oder doch schon 6,50 Euro kostet ...

06.05.2016

WAR GESTERN FRAUENTAG?


T-Shirt (Rückseite)

Die Frage ist nicht bös gemeint, ganz im Gegenteil. Was wäre der Mann ohne seine Männin? Da würde ihm doch glatt was fehlen, und wenn es nur 'ne Rippe ist. Gestern jedenfalls konnte Mann den Eindruck gewinnen, dass mehr Frauen als Männer unterwegs sind, und das am Herrentag. Die wiederum, also die Frauen jetzt, waren dafür recht lieblich anzusehen, das muss Mann schon sagen, was am Wetter gelegen haben kann, aber wahrscheinlich nicht nur. Es soll auch das ein oder andere Bier gegeben haben. Was es nicht gab, oder so gut wie nicht, das war der Grill mit Fleisch und Bratwürsten oben drauf vor irgendwelchen Alt-Berliner Eck-Kneipen, aber möglicherweise wird der Grill dieses Jahr erst zum Muttertag rausgeholt ...

PS: Ich hatte mir extra das T-Shirt (Foto) von der Schwiegermama rausgeholt (Danke auch noch mal von dieser Stelle!), auch weil ich Taxi gefahren bin und deswegen nichts trinken konnte, was aber letztendlich nichts gebracht hat, also in Sachen Grill meine ich.

PSPS: Was das Taxigeschäft angeht, so glich der gestrige Himmelfahrtstag am ehesten einem Himmelfahrtskommando, aber das nur nebenbei, denn Geld ist bekanntlich nicht alles im Leben. Manchmal tut es auch ein kleines Staeck.

Foto&Text TaxiBerlin

05.05.2016

WAY TO HEAVEN


So sieht er aus ...

Dass Christus, auch bekannt als Jesus, mit einem Taxi gen Himmel gefahren ist, steht so nicht im Buch der Bücher. Dafür sind seine Himmelfahrtsjünger, die ihre Heimfahrt heute oft im Taxi antreten, dort bereits sehr gut beschrieben, und zwar im Psalm 39 Vers 7:

"Sie gehen daher wie ein Schatten und machen sich viel vergebliche Unruhe; sie sammeln und wissen nicht, wer es einbringen wird."

Foto&Text TaxiBerlin

04.05.2016

HEUTE: HIER SPRICHT TAXIBERLIN #1




Heute um 21:30 Uhr gibt es die erste Sendung von "Hier spricht TaxiBerlin" auf "Pi-Radio" in Berlin auf der Frequenz 88.4, in Potsdam auf 90.7 und im Internet als Livestream. "Hier spricht TaxiBerlin" ist, wie sollte es anders sein, eine Sendung übers Taxifahren in Berlin und seine Nebenwirkungen, bei der es keine Tabus gibt, jeder darf alles sagen - sogar die Wahrheit. Mit mir im Keller-Studio in Mitte werden neben Layne alias TaxiGourmet und Oz alias DorfKinder jeweils ein oder mehrere Gäste sein. Unser erklärtes anspruchsvolles Ziel ist es, die durchschnittliche Hörerzahl der Trashfilm-Sendung von Robert Weber, deren Sendeplatz wir freundlicherweise übernehmen durften, von drei (3) auf fünf (5) Zuhörer pro Sendung zu erhöhen. Jeder Zuhörer darf seine Meinung zur Sendung sagen und natürlich auch Verbesserungsvorschläge machen. Vielleicht kennt jemand einen bekennenden Taxi-Hasser, oder zumindest jemand, der regelmäßig Taxi fährt, und der Lust hat ins Studio zu kommen, um über seine Erfahrungen Auskunft zu geben oder auch einfach nur mal übers Taxi und seine Fahrer vom Leder zu ziehen. Auch wenn bei "Hier spricht TaxiBerlin" alles möglich ist, ist die Sendung eine Facebook- und auch Werbe-Freie-Zone, bei der nicht über die miese Auftragslage geklagt und auch keine Bettel-Listen vorgetragen werden. Versprochen!

Foto&Text TaxiBerlin

02.05.2016

"KUNST BRAUCHT WAHNSINN"


"Schaubude" / Greifswalder Straße 81-84
früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

Keine Ahnung, was sich die Macher der "Schaubude" in der Greifswalder bei "RAUS aus den ROMANEN - RAN an den ZEITGEIST" dachten - ob sie sich überhaupt etwas dabei dachten, außer vielleicht den ein oder anderen Hipster in ihr Theater zu locken, denn nur der interessiert sich für den Zeitgeist, den böse Zungen auch einfach nur Trend nennen, dem er immer und überall hinterher laufen muss.

Was das Theater von heute "an sich" angeht, so hat Frank Castorf, den ich vor vielen Jahren auch schon mal zusammen mit seiner damaligen Gespielin bei mir im Taxi hatte, und der darüber hinaus immerhin Regisseur und Intendant der Berliner Volksbühne ist, neulich in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" auf den Punkt gebracht:

"Theater ist feige geworden ... Heute habe ich das Gefühl, dass Theater nur noch ein Betrieb ist, eine Anstalt, in der fast überall belanglose und dilettantische Stücke gespielt werden."

Foto&Text TaxiBerlin

"WIR HABEN ZEIT"


"Wir haben Zeit" - so lautet das Motto des heutigen "Internationalen Kampf- und Feiertags der Arbeitslosen", der gleich (um 13 Uhr) mit einer machtvollen Demonstration der Arbeitslosen (Treffpunkt: Senefelder Platz) begangen werden wird. Den "Tag der Arbeitslosen" gibt es bereits seit vielen Jahren, fast so lange wie den "Tag der Arbeit". Sein Anliegen ist nicht nur, darauf hinzuweisen, dass es Arbeitslose gibt, sondern dass Arbeit als Mittel eingesetzt wird, mit dem Ziel, dass immer weniger Arbeit haben sollen, und das möglichst unbezahlt, womit wiederum die ungleiche Verteilung von Reichtum begründet wird. Die Folge ist, dass immer weniger Menschen immer mehr Arbeit erledigen, es also keinen Mangel gibt, aber Armut.

Da ich selbst nur "Teilzeitarbeitsloser" bin, und deswegen meine Zeit auch begrenzt ist, werde ich frühestens um 14 Uhr dazu stoßen, kann auch 15 Uhr werden, ich bitte das schon mal zu entschuldigen. Mein Zuspätkommen hat aber nichts damit zu tun, dass es erst im Anschluss an die Demo ein "Solitrinken" in der "Baitz" geben wird.

01.05.2016

NICHTS IST TÖDLICHER ALS DIE LANGEWEILE


Berliner Polizei gegen Langeweile *

Ich weiß nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber ich fahre vor allem deswegen Taxi, weil ich die tödliche Langweile, die uns alle im täglichen Leben umgibt, nicht ertragen kann. Das war auch der Grund, warum mich nichts an irgendeiner Uni halten konnte, obwohl ich einige von innen gesehen habe, und nicht nur die Mensa. Eine Universität hierzulande ist, wenn man so will, die institutionalisierte Langeweile, weswegen der gemeine Student alles (also wirklich alles!) spannend findet. Ein Mantra, mit dem er versucht, sich selbst vom Gegenteil zu überzeugen, um der Langweile zu entkommen.

Die Langeweile ist längst zu einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen geworden. Schau dir zum Beispiel die Bundesliga an. Dort steht bereits seit Wochen, ach was sage ich, seit Jahren fest, welche Mannschaft die Meisterschaft gewinnen wird. Früher nannte man das Fünfjahresplan, glaube ich. Ich weiß es aber nicht genau, da ich mich weder mit Fussball noch mit Fünfjahresplänen auskenne. Aktuell will der BFC-Dynamo der Bundesrepublik den Kapitän von Dynamo Dresden kaufen, der sich auch gerne kaufen lassen möchte, um den nächsten Fünfjahresplan vom BFC-Dynamo der Bundesrepublik zu erfüllen, wogegen ein paar Fans von Dynamo Dresden etwas haben.

Genau diese Dynamo Dresden Fans, die etwas dagegen haben, dass der BFC-Dynamo der Bundesrepublik ihren Kapitän kaufen will, der sich auch gerne kaufen lassen möchte, sollen jetzt plötzlich die Bösen sein, obwohl sie doch nichts anderes tun, als gegen die tödliche Langweile zu demonstrieren, die jetzt sogar den Fussball erreicht hat. Wie gesagt, ich sage das als jemand, der mit Fussball nichts am Hut hat. Genau genommen geht mir Fussball am Hastunichtgesehn vorbei. Was ich aber mehr als verstehe, ist, wenn jemand was gegen Langeweile hat, selbst wenn es nur Fussball-Fans sind, um die ich sonst, zumindest mit demTaxi, eher einen großen Bogen mache.

* Die Berliner Polizei blitzt (Wetter = Blitzer) seit einiger Zeit aus normalen Polizeiautos heraus.

Foto&Text TaxiBerlin