29.04.2016

"HERR OBER, FÜR MICH BITTE DEN BERLINER!"


Oranienburger Straße / früher Mitte / heute Neue Mitte

Es war absehbar, dass eines schönen Tages die Zeit gekommen sein wird, wo der Berliner besser nicht mehr auf die Straße geht, denn irgendwas müssen sie schließlich essen, die lieben Gäste, die ihn Tag für Tag auf's Neue heimsuchen. Die Speisekarte ist auf Englisch, das war klar, zur Sicherheit übersetze ich sie, damit es auch der letzte Berliner versteht. Das Bein des Berliner Schweins, womit nur der Mensch gemeint sein kann, weil der Berliner bekanntlich keine Schweine hält (Hunde - ja! Aber keine Schweine!), mit Sauerkraut, pürierten Erbsen und Kartoffeln für 13,50 Euro ist sicherlich kein Schnäppchen, dafür aber in der Oranienburger, wo früher mal der Berliner Bär steppte ... Was ist eigentlich aus dem geworden?

Foto&Text TaxiBerlin

28.04.2016

"DIE SCHWANZLOSE GESELLSCHAFT"


Prenzlauer Allee / früher Prenzlauer Berg / heute Pankow

"Die Schwanzlose Gesellschaft" - so sollte eigentlich mein nächstes Kunstwerk heißen. Nach meinem gestrigen Spaziergang bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ausgerechnet im Prenzlauer Berg bin ich fündig geworden. Auch wenn das Wetter noch etwas zu wünschen übrig lässt, werden dort schon vereinzelt primäre männliche (Foto) Geschlechtsmerkmale gezeigt, und das sogar am helllichten Tag. Normalerweise ist das ja so ein Frauending, wobei die aber nur ihre sekundären zur Schau stellen, wenn, wie gesagt, das Wetter es erlaubt. Noch ist es dafür etwas zu früh. Ich befürchte, das ist es auch für mein geplantes Kunstwerk "Die Schwanzlose Gesellschaft."

Foto&Text TaxiBerlin

27.04.2016

AUTOFIKTION ÜBER AUTOINDUSTRIE



Nix Bonus! Tanzen!

Stell dir vor, du hast eine Firma, irgendwas mit Autos, und da hat gerade jemand ziemlichen Mist gebaut. Es drohen ein Prozess und Strafgelder, die, wenn es schlecht läuft, deine Firma ruinieren können. Und was machst du? Du sorgst dich nicht etwa um deine Firma. Nein, das machst du nicht, denn das wäre gar nicht cool. Du machst dir auch keine Gedanken wegen deiner Mitarbeiter, das wäre noch uncooler. Du willst vor allem Eines: Cool sein! Und wer cool ist, lässt sich seinen Bonus auszahlen, auch wenn seine Firma gerade den Bach runter geht. Jetzt wird der belesene Leser sagen, dass der Boss und Sorbas auch tanzten, nachdem ihre Seilbahn, die das Holz von Kretas Bergen herunterholen sollte, zusammengebrochen war. Das stimmt! Du hast Recht! Aber hat der Boss deswegen Bonuszahlungen verlangt? Oder hat er gar staatliche Fördergelder beantragt?

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Text TaxiBerlin

26.04.2016

TAXIBERLIN ALS HERAUSGEBER


"Autoren-Bild"

Es werden zwei Bücher von mir erscheinen, das eine in diesem Jahr, und das andere im nächsten. Keine Angst, ich habe keins von Beiden geschrieben, ich bin nur der Herausgeber. Herausgeber sein ist nicht schwer, man nennt sich einfach Herausgeber, das kann jeder, der Begriff ist nicht geschützt, und dann ist man einer - ganz simpel. Schwerer wird es, wenn man als Herausgeber wirklich ein Buch herausgeben will. Am Schwersten ist es, wenn das Buch, was man herausgeben will, eines von der Sorte ist, das die Leute lesen sollen. Alle anderen, also die nur das herausgeben, was die Leute lesen wollen, sind sowieso keine Herausgeber. Das meinte zumindest Kurt Wolff, der ein bekannter Herausgeber war, und der auf die Frage, wie man ein kleines Vermögen macht, geantwortet haben soll: "Man nimmt ein großes Vermögen und gründet einen Verlag."

Das mit dem Verlag gründen ist mir zum Glück erspart geblieben. Wäre auch gar nicht gegangen, ganz einfach weil mir das genannte "große Vermögen" fehlt. Wie ich es geschafft habe, dass der Kelch der Verlagsgründung an mir vorüberging, verrate ich ein andermal. Erstmal freue ich mich, dass meine Bemühungen einen Verlag zu finden, letztendlich von Erfolg gekrönt waren. Gleichzeitig kann ich jedem nur abraten, Bücher herauszugeben. Es ist einfach ein zu trauriges Unterfangen, zumindest wenn sie, also die Bücher jetzt, nicht kompletter Nonsens sind. Aber selbst wenn sie es sind, stehen die Chancen zwar etwas besser, sind aber auch nicht wirklich gut. Und wer damit Geld machen will, geht besser in ein Spielkasino.

Obwohl, das mit dem dem Geld im Sinne von Profit machen, stimmt so auch wieder nicht. Es ist, wenn man so will, sogar genau das Problem. Heute soll jedes Buch Rendite bringen, und zwar mindesten zehn, besser fünfzehn Prozent. Das war früher, es ist schon etwas her, noch anders. Da wurden auch Bücher gemacht, wo von vornherein klar war, dass sie keine Gewinne abwerfen werden. Sie wurden trotzdem gemacht, weil, wie eingangs erwähnt, der gute Verleger wollte, dass der Leser sie ließt, finanziert übrigens aus den Gewinnen anderer Bücher. Das gibt es heute in dem Sinne nicht mehr, und deswegen gibt es in den Buchläden genau die Bücher, die es dort gibt. Um das herauszufinden, hat es sich gelohnt, Herausgeber zu werden.

PS: Was die Bücher angeht, die ich herausgebe, so sage ich bescheid, wenn es so weit ist. Für den Moment "nur" ein Graffito vom Autor.

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24.04.2016

UNTERWÜRFIGKEIT KENNT KEINE OBERGRENZE


"Dort wo man Koffer vermisst, vermisst man am Ende auch ..."
(frei nach Heinrich Heine)

Dass es keine Obergrenze gibt, stimme wirklich, nur betrifft dies eben die Unterwürfigkeit, und nicht die Flüchtlingszahlen, wie uns lange versucht wurde einzureden, meinte zumindest mein Fahrgast. Rund 2000 (in Worten: Zweitausend!) Personen soll der türkische Ministerpräsident bereits verklagt haben. Sicherlich, heute noch eine Minderheit, die aber, das ist auch die Wahrheit, das Potential zur Mehrheit hat, und wer wolle da nicht dazugehören. Aber Vorsicht! Nicht dass auch du bald zu denen gehörst, die Abbitte leisten müssen, denn da gibt es, so mein Fahrgast, keine Obergrenze.

Foto&Text TaxiBerlin

23.04.2016

"3. EVENTUELL FOTO"


"Beweis-Foto"

Ein neuer Aushang an der Pilotenbude in Tegel fordert alle Taxifahrer dazu auf, andere Taxifahrer, also "Kollegen", anzuzeigen, die sich "entgegen der Flughafenordnung dienstbereit" am Flughafen aufhalten, und dies mit "3. eventuell Foto" zu beweisen. Dieser Aufforderung komme ich gerne nach, indem ich den dazugehörigen Vordruck, den jeder Taxifahrer verwenden kann, der einen Fahrgäste klauenden "Kollegen" anzeigen möchte, fotografiere.

Darüber hinaus kann ich leider nichts tun, denn der Flughafen ist Privatgelände, ich somit nicht zuständig für die Durchsetzung von "Recht und Ordnung" an diesem Ort. Ich erlaube mir aber daran zu erinnern, dass ich wie jeder andere Taxifahrer auch, so denke ich, bereits genug genau dafür tue, indem ich für jede Fahrt ab Flughafen Tegel fünfzig Cent von meinen Fahrgästen für den privaten Betreiber des Flughafens, die Flughafengesellschaft, eintreibe.

PS: Ansonsten geht der Aushang in Ordnung. Er liegt sogar voll und ganz im Trend, Gewinne zu privatisieren und Verluste zu sozialisieren.

Foto&Text TaxiBerlin

22.04.2016

HIER SPRICHT TAXIBERLIN


Bald auch im Radio

Nachdem man bereits einige Podcasts von mir im Internet findet, wird es bald eine Radiosendung mit dem Titel "Hier spricht TaxiBerlin" (Untertitel: "Übers Taxifahren in Berlin und seine Nebenwirkungen") geben. In ihr wird es, wie angekündigt, um "Ampeln und Archetypen, Baustellen und Bücher, Philosophen und 'die viel soffen', Lachen und Lieben, Streiten und Schweigen ..." gehen, und in ihr sollen neben Taxifahrern und Taxifahrerinnen, betroffenen Partnern und zufälligen Fahrgästen auch bekennende Taxihasser zu Wort kommen. Letzt Genannte, also bekennende Taxihasser, sind derzeit noch Mangelware - deswegen dieser Beitrag. Wer ein bekennender Taxihasser ist, oder einen solchen kennt, der im Radio mal so richtig übers Taxifahren und über Taxifahrer, respektive Taxifahrerinnen, vom Leder ziehen will, der sollte sich unbedingt bei mir melden. In der Sendung gibt es, genauso wie bei mir im Taxi, keine Tabus. Jeder darf alles sagen - sogar die Wahrheit. Mit von der Partie werden neben mir in dem kleinen Keller-Studio in Mitte Layne Mosler also TaxiGourmet, Oz Ordu alias Dorfkinder und, wie bereits angedeutet, regelmäßig wechselnde Studio-Gäste sein - und vielleicht bald auch du!

PS: Welcher Taxihasser nicht den Mumm hat, ins Studio zu kommen, kann gerne auch telefonisch zugeschaltet werden. Also trau dich!

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21.04.2016

"KANN ICH IHNEN HELFEN?"


Ein neuer Laden im Kiez

So viel Freundlichkeit war selbst ich als Dienstleister nicht gewohnt. (Oder vielleicht gerade deswegen?) Auf jeden Fall lautete meine knappe Antwort auf die Frage (Titel) der Frau, die aus ihrem neuen Laden trat, als ich ihr Schild (Foto) fotografierte: "Nö, ich komm alleine klar." Dazu muss man wissen, dass ich mich nicht nur als Taxifahrer mit offenen Augen durch meine Stadt bewege, sondern auch als Fußgänger. Hinzu kommt, dass man beim Gehen viel mehr sieht, weswegen ich auch weiß, dass "Meine Nageltante" definitiv neu im Kiez ist. Trotzdem weiß ich immer noch nicht, ob die Frau "Meine Nageltante" war, und was genau sie in ihrem neuen Laden anbietet.

Foto&Text TaxiBerlin

20.04.2016

IM TAXI MIT MONA LISA


"Frauen, Männer & mehr"

Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, dass sie mir im Taxi saß. Sie war auch nicht alleine, sondern hatte ihren Kameramann und auch einen Tontechniker dabei. Sie hatte also, wenn man so will, jede Menge männliche Verstärkung. Mit dem Schnitt hat es, wie eingangs angedeutet, etwas gedauert. So wichtig bin ich nun auch wieder nicht. Diesen Samstag um 18 Uhr soll es nun endlich so weit sein. Dass mir Mona Lisa überhaupt einstieg (übrigens: für ihre Taxifahrt hast wahrscheinlich auch du mit deinem Rundfunkbeitrag gezahlt) liegt vor allem daran, dass im Untertitel von "Frauen, Männer & mehr" die Rede ist, wobei mit dem "mehr", wie mir glaubhaft versichert wurde, explizit auch Taxifahrer gemeint sind.

Foto&Text TaxiBerlin

19.04.2016

TAXI GUTSCHEINE - HIER ERHÄLTLICH !


Taxi Werbung (aktuell)

Auch beim Taxifahren wird von Zeit zu Zeit eine neue Sau durchs Dorf Berlin getrieben. Die letzte hieß glaube ich VIP-Fahrer, für den es neuerdings ein Up-Date geben soll. Einmal VIP-Fahrer heißt auf jeden Fall nicht automatisch immer VIP-Fahrer. Nachdem ich mich von den zum VIP-Fahrer dazugehörigen Schulungen und Weiterbildungen schon fern gehalten habe, überlege ich nun, den neuesten Trend mit den Gutscheinen an Himmelfahrt mitzumachen, auch weil es ein so genannten Pilot-Ptojekt ist. Aus der Erinnerung weiß ich aber, und ein Blick in den Kalender bestätigt es, dass Himmelfahrt mal wieder an einem Donnerstag ist. Da meine Arbeitswoche aber erst am Freitag beginnt, muss ich das mit den Gutscheinen anderen überlassen.

Also nichts wie ran, ihr VIP-Fahrer!

Foto&Text TaxiBerlin

18.04.2016

EIN HIPSTER BEI DER ARBEIT


Vor einem "Hipster-Ofen" in der Torstraße

Zugegeben, das Foto ist diesmal nicht so doll, das kann ich definitiv besser, weswegen ich es dem geneigten Leser auch erkläre. Kaum erreichen die ersten Sonnenstrahlen den Berliner Boden, da kommt auch er hervor, der Hipster. Woher genau, da gehen die Meinungen auseinander. Die einen sagen aus seiner Kreativbutze, andere meinen nur aus einem dunklen Loch. Letzteres ist natürlich nur Neid, denn bekanntlich wohnen alle Hipster in einer Dachetage am Kollwitzplatz.

Was man auf jeden Fall mit Gewissheit sagen kann, ist, dass, was den Berliner Boden angeht, andere, in dem Fall die Sonne, einmal mehr schneller waren. Ansonsten geht das mit dem Hipster auf seinem Hochsitz in der Torstraße absolut in Ordnung. Die Designer-Sonnenbrille sitz, die Farbe von Hemd und Socken passt, und sogar an die Accessoires ist gedacht, neben ihm der obligatorische Latte (Milchkaffee war vorgestern) und in den Händen das Smartphone.

Mich stören Hipster ehrlich gesagt nur in meinem Hinterhof, und manchmal auch im Vorgarten. Denn was musste ich neulich sehen? Da gehen doch echt Leute mit ihrem Smartphone vor der Nase über meinen geliebten Flohmarkt auf dem Boxhagener Platz. Sowas müsste verboten werden, einfach schon deswegen, weil sie einem damit nur im Weg rumstehen. Moment mal, warum hupen die jetzt hinter mir, ich wollte doch nur ein Foto ..., ach so ..., ist schon lange Grün ...

Foto&Text TaxiBerlin

17.04.2016

BUMSEN AS USUAL


Trotz Razzia weiterhin geöffnet

Einige hatten sich schon echte Sorgen gemacht, wo sie denn noch hingehen könnten in Berlin, wenn nun auch das Artemis schließt. Die Sorge war nicht ganz unberechtigt, immerhin gab es dort vor ein paar Tagen eine Riesen-Razzia. Eine Waffe soll im Spiel gewesen sein, und zwar die des Betreibers, außerdem Schwarzgeld, das dort gewaschen werden soll, von arabischen Großfamilien war die Rede, aber auch von den Hell's Angels, und dann soll es auch noch Zwangsprostitution gegeben haben. Trotz allem ist das Artemis weiterhin geöffnet.

Immerhin, eines soll sich geändert haben: Die beschäftigen Frauen, die ebenso wie die Männer pro Tag achtzig Euro Eintritt zahlen, können ab sofort wie ihre Freier kommen und gehen wann sie wollen. Vorher hatten sie Arbeitszeiten, an die sie sich halten mussten, wenn sie kein Hausverbot riskieren wollten. Die junge Russin, die mir letzte Nacht am Artemis einstieg, konnte es noch gar nicht richtig fassen, dass sie jetzt schon um halb drei nach Hause konnte und nicht, wie bisher, bis fünf Uhr im Haus warten sprich arbeiten musste.

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16.04.2016

15.04.2016

MANGELS PRIVATEM BLOG ...


Nothing About Nothing ...

Um es gleich am Anfang zu sagen: Ich habe gerade ein echtes Problem, denn ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Zugegeben, letztendlich nur ein Luxusproblem, ich weiß, welches ich ganz einfach dadurch löse, indem ich das mache, was die meisten Menschen in einem solchen Fall machen: Ich schreibe irgendwas.

Denn, und das bitte ich zu berücksichtigen, wenn ich mal nichts zu schreiben weiß, dann muss das nicht daran liegen, dass ich nichts zu sagen habe, sondern kann auch mit anderen Dingen zu tun haben, beispielsweise mit dem Alter. Bei mir liegt es vor allem daran, dass ich gestern viel gearbeitet habe, wenngleich nicht im Taxi.

Was ich wohl mache, wenn ich nicht Taxi fahre, wird sich der geneigte Leser jetzt fragen. Ich will es dir sagen: Wie alle Menschen, so dies und das. Das gehört aber nicht hier her, denn auf dieser Seite geht es ums Taxifahren. Einen privaten Blog habe ich nicht (Wäre ja noch schöner!) und bei Facebook und diesem ganzen Quatsch, den keiner braucht, bin ich nicht. Ich schreibe das alles wie gesagt nur, weil ich trotzdem mal das machen wollte, was alle machen ...

Foto&Text TaxiBerlin

14.04.2016

UNTERLASSUNGSERKLÄRUNG


Klarer Fall für eine Unterlassungserklärung

Wer schon mal eine Unterlassungserklärung abgegeben hat: Hände hoch! Also ich auch nicht. Obwohl ich, das muss der Wahrheit wegen gesagt werden, in meinem Taxi immer mal wieder mit Situationen konfrontiert bin, wo man mal über eine Unterlassungserklärung nachdenken sollte, manchmal geht es da um mich, meistens aber um meine Fahrgäste. Dass es nie dazu kommt, hängt damit zusammen, dass niemand aufzeichnet, wer was gesagt hat bei mir im Taxi. Mir fehlt, wenn man so will, mein Eckermann, falls den noch jemand kennt. Das ist bei dem Medienclown, der gerade eine Unterlassungserklärung abgeben sollte, anders. Da spielt "Der Spiegel" die Rolle des Eckermanns, in dem man in aller Ruhe nachlesen kann, was der Medienclown gesagt hat, das man nicht sagen darf, weswegen er auch keine Unterlassungserklärung abgeben braucht, weil er ja nur darauf hingewiesen hat, was man nicht sagen darf, und warum es des Medienclowns Eckermann veröffentlichen kann.

PS: Wer etwas mehr Zeit hat und darüber hinaus noch erfahren möchte, warum der Medienclown nichts weiter als ein politisch korrekter Spießer ist, der außerdem überaus glücklich mit dem ZDF verheiratet ist, wofür manch eine nicht bezahlen möchte, ließt hier.

13.04.2016

DAS PUPPENTAXI


So könnte es aussehen ...

Keine Ahnung, wieso ich auf's Puppentaxi komme, ob es mit den drei Schweizerinnen zusammenhängt, die dann doch nicht so gut aussahen, wie am Anfang von mir gedacht, als ich noch nicht wusste, dass sie den Robert Walser nicht kennen, oder ob es an der Frau Puppendoktor Pille mit der klugen runden Brille liegt, weil ich langsam in ein Alter komme, wo ich ständig irgendwelche Ärzte aufsuchen muss, oder ob es ganz und gar eine "Kreuzung" aus beidem, also von den drei Schweizerinnen mit der Frau Puppendoktor, ist.

Eines ist zumindest sicher, das Puppentaxi wird selbstfahrend sein, alleine schon deswegen damit ich den Kopf frei habe, um aus Robert Walser vorzulesen, beispielsweise aus "Der Spaziergang", einem meiner Lieblingsbücher. Apropos Bücher, wo wir gerade dabei sind, fällt mir ein, in letzter Zeit steigen mir immer mehr Typen mit einem Buch unterm Arm ein, sogar in dunkelster Nacht, soll ein neuer Trend und auch Trick sein Frauen rumzukriegen, aber das nur nebenbei.

Was ich noch überlege, ist, was ich mit meinen Händen mache. Ehrlich gesagt habe ich da auch schon eine Idee, und die geht in Richtung Doktorspiele. Ich muss das nur noch etwas anders verpacken, das ist klar. Vielleicht indem ich mir einen Arztkittel zulege. Oder mein Diplom von der Pflegeschule "Schwester Rabiata" im Taxi aufhänge. Mir wird schon was einfallen. Vielleicht frage ich einfach mal  Frau Puppendoktor Pille. Lebt die eigentlich noch?

Foto&Text TaxiBerlin

12.04.2016

KALTGESTELLT


Es ist nicht so, dass ich seine Show am Sonntag im Radio vermisst hätte. Und ich werde ihn auch am Donnerstag nicht im Fernsehen vermissen. Das liegt daran, dass ich ihn nur für einen von vielen Medienclowns halte, denen es vor allem ums eigene Ego geht. Also im Prinzip nichts anderes wie Kindergarten: Der hat angefangen ...

Nun ist es aber so, was nicht ganz einfach zu verstehen ist, dass dieselben Kinder, die nicht Eins und Eins zusammenzählen können, erkennen, wenn der Kaiser keine Kleider trägt, und das dann auch laut aussprechen. Oder mit anderen Worten: Guckt mal, mit wem sich Mutti ins Bett legt, damit auch wir wieder unsere Ruhe haben.

Diese Woche ist dieser Medienclown erstmal "aus dem Verkehr gezogen". Wurde er kalt gestellt oder hat er sich selbst kalt gestellt? Auf jeden Fall wird sich ab sofort nicht nur jeder Medienclown, sondern jeder von uns, genau überlegen, ob er laut sagt, wenn der Kaiser mal wieder keine Kleider trägt, oder es besser bleiben lässt.

GUT SAHEN SIE AUS ...


Keine Frage, gut sahen sie aus die drei, die ausnahmsweise mal nicht zum ewigen Party machen, sondern zum Shoppen gekommen waren, und weswegen jede mit einem Koffer mehr in die Heimat zurückflog. Nein, Bücher haben sie in Berlin nicht gekauft, die gibt es auch in der Schweiz. Von ihrem Landsmann Emil Steinberger hatten sie schon mal gehört, der Name Robert Walser sagte ihnen hingegen gar nichts, erfuhr ich auf der Fahrt zum Flughafen. Als ich ihnen dort ihr ganzes Gepäck auslud, schaute ich sie mir noch mal genauer an, die drei deutschsprachigen Schweizerinnen. Sie waren etwa Anfang dreißig und sahen, ich weiß gar nicht mehr, woran das lag, jetzt gar nicht mehr so gut aus. Aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters, und mit Sicherheit hatten sie schön eingekauft ...

11.04.2016

WAS MIR IM TAXI NICHT GELINGT ...


Gestern auf dem Flohmarkt

Was mir im Taxi nicht gelingt, gelingt mir mit meinen Beitragen hier auf meiner Seite, und zwar andere vor mir herzutreiben. Ich meine damit Leute, die eigentlich viel bekannter sind als ich, die aber plötzlich, nachdem ich das Thema "Freiheit für Böhmermann!" letzte Nacht offensiv aufgegriffen hatte, sich genötigt sahen nachziehen, und sich im Laufe des Tages irgendwie positioniert haben, mit der Betonung auf irgendwie. Für den Normalverbraucher und dessen Ego mag sich das gut anhören, aber eben nicht für mich. Deswegen liebe Leute, denkt auch mal an mich. Meine eigene Messlatte (auch ein schönes Wort) geht nach solchen Aktionen nur weiter in die Höhe, und das will keiner von euch wirklich. Glaubt es mir, ich kenn mich besser als Böhmermann den Erdogan oder wie der heißt ...

"WAS DARF SATIRE? ALLES"


Das meinte Kurt Tucholsky, aber das ist klar. Nur wo sind jetzt die, die genau das gestern noch mit dem Grundgesetz unterm Arm verteidigen wollten, fragte mich ein Fahrgast am gestrigen Abend.

TAXIFAHRER FORDERT BONUSZAHLUNG


Berliner Taxi-Werbung (aktuell / Detail)

Ich weiß, der Titel klingt unglaublich, ist aber wirklich wahr. Wofür der Kollege die Bonuszahlung haben will, ist nicht ganz klar, nur dass er, falls sie ihm nicht gewährt wird, zu Volkswagen gehen will ...

Foto&Text TaxiBerlin

10.04.2016

"ICH BIN DOCH AUCH NUR EIN BANDIT"


früher Wilmersdorf / heute Charlottenburg-Wilmersdorf

Das (Titel) meinte der dickbäuchige ältere türkische Kollege über sich selbst, der gestern Nachmittag vor mir stand und so freundlich war, mir den zweiten fünfzig Euro-Schein zu wechseln, den ich in kurzer Folge gleich zu Beginn meiner Schicht eingenommen hatte, indem er ein dickes Bündel Geldscheine unterschiedlicher Größe, insgesamt einige hundert Euro, aus seiner rechten vorderen Hosentasche heraus fingerte, woraufhin ich ihn fragte, ob das denn nicht gefährlich sei, so viel Geld mit sich herumzufahren, das er natürlich nicht alles in einer Schicht eingenommen hatte (das war klar), aber vielleicht ja doch (nicht) ...

09.04.2016

DAS TAXABET


nach TaxiMetrow

Das TaxAbet gibt es wirklich, genauso wie den TaxiGott, und es lautet: A E B D C und zum Schluss natürlich Taxi, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Wer es erfunden hat, willst du wissen? Natürlich der Kollege TaxiMetrow vom fernen Balkan - wer sonst?!

Foto&Text TaxiBerlin

08.04.2016

KUNST IST WAS SICH VERKAUFT


Schwer zu sagen, was näher an der Wahrheit ist: "Kunst ist, wenn's keiner versteht" oder "Kunst ist, wenn sich's verkauft". Möglicherweise sind es auch nur die beiden Seiten ein und der derselben Medaille. Mit Sicherheit ist aber beides gleich weit von der Wahrheit entfernt, meinte zumindest mein Fahrgast. Andererseits verkaufen sich heute noch 'ne Menge Sachen, die sich zu Lebzeiten des Künstlers gar nicht verkauft haben. So gesehen ist der Titel schon wieder richtig ...

07.04.2016

MATJES WARM


Berliner Ecke Landhausstraße
früher Wilmersdorf / heute Charlottenburg-Wilmersdorf

Es stimmt wirklich: Auch wenn ich als Taxifahrer limitiert bin  - meine Obsessionen kennen keine Obergrenzen. Beispielsweise Fisch! Wer sich mit Fisch in Berlin auskennt: Arm hoch! OK, ich kenne mich auch nicht wirklich aus mit Fisch, schließlich bin ich nur ein "Kleiner Gourmet", aber ein klein wenig weiß ich schon bescheid. Was du vergessen kannst, ist "Nordsee", aber das dürfte bekannt sein.

Wesentlich besser ist da schon "Rogacki" in der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg. Das hat sogar Andrew aus Amerika von mir geklaut übernommen, obwohl ich gar nicht sein kulinarischer Guide war, was aber eine andere Geschichte ist. Zu Armerika fällt mir noch ein, dass dort der Fisch nicht nach Fisch schmecken darf, weswegen unser gutes altes Matjes in Amerika undenkbar ist. Das ist kein Quatsch, das stimmt wirklich. (Möglicherweise hängt das mit dem Bier zusammen, das dort ja auch nicht nach Bier schmeckt, sondern wie Limonade mit Biergeschmack, ich weiß es aber nicht genau.)

Das beste Matjesfilet in Berlin gibt es meiner bescheidenen Meinung als "Kleiner Gourmet" nach aber nicht bei "Rogacki", obwohl die ursprünglich mal auf Fisch spezialisiert waren, sondern komischerweise bei "Fisch & Chips" im Bahnhof Friedrichstraße. Das Problem dort ist "nur" das Brötchen. Das ist leider aufgebacken, weswegen ich mir schon mehrfach ein neues geben lassen musste, das allerdings auch nicht viel besser schmeckte (Wie denn auch?). Aber auch das schon wieder eine Geschichte für sich.

Neulich meinte ein Fahrgast, der mir just in dem Moment am Bahnhof Friedrichstraße einstieg, als ich gerade mein obligatorisches Mattes-Brötchen vom dortigen "Fisch & Chips" aufgegessen hatte, dass er Matjes nur warm essen würde. Bis zum Ende der Fahrt, sie ging zum Flughafen Tegel, hielt ich das für einen Witz (auch darüber hinaus). Matjes Warm? Wie soll das schmecken? Das geht doch gar nicht!

Matjes Warm, was laut meinem Fahrgast auch gegen den Fischgeschmack vom Fisch gut sein soll, esse ich auf keinen Fall, ich bin schließlich kein Amerikaner. Obwohl, neuerdings schon! Erwähnte ich, dass ich kürzlich am "Checkpoint" nach meinem amerikanischem Pass gefragt wurde? Egal, ist auch schon wieder 'ne Story für sich. Jedenfalls bin ich in Sachen Matjes Warm gestern fündig geworden - ausgerechnet bei einem Asiaten in Wilmersdorf! Bei dem gibt es laut Eigenwerbung (Foto) Sushi, was ja auch nichts anderes wie Matjes, also roher Fisch ist, Warm wie viele andere Speisen auch.

Wahrscheinlich hatte mein Fahrgast doch Recht damit, dass man Matjes - genauso wie Sushi - Warm essen kann. Wenn ich kein "Kleiner Gourmet" sondern Fahrgast oder Amerikaner wäre, würde ich es wahrscheinlich drauf an kommen lassen ...

Foto&Text TaxiBerlin

06.04.2016

TAXIFAHRER LIMITIERT


Ich verrate jetzt etwas, was ich noch nie jemandem verrate habe, oder so gut wie niemandem. Ich bin als Taxifahrer limitiert. Ich kann wirklich nur drei Tage in der Woche fahren, was meistens Freitag / Samstag / Sonntag ist, aber nicht ausschließlich. Manchmal weiche ich auch von dieser Routine ab, obwohl ich in einem Alter bin, in dem man besser nicht von seiner Routine abweicht. Dass ich nicht mehr Tage in der Woche arbeite, hat allerdings einen anderen Grund. Das liegt an meinem "Nervenkostüm" (auch ein schönes Wort). Ich hab's wirklich "mit den Nerven".

Das dachte ich zumindest bis gestern. Da ist mir klar geworden, dass ich nicht mehr arbeiten kann, weil ich die restliche Zeit zu etwas anderem brauche. Und obwohl der wahre Grund ganz einfach im Sinne von naheliegend war, habe auch ich viel zu lange den Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen, wie man so schön sagt. Ich brauche die Zeit dazu, um meinen Obsessionen zu frönen. Davon habe ich nicht nur jede Menge, nein, täglich kommen neue hinzu. Und das ist vielleicht das Gute an dieser Offenbarung, dass meine Obsessionen offensichtlich nicht limitiert sind.

05.04.2016

"GEZ REBELLIN"


In diesem Punkt waren mein Fahrgast und ich uns einig (was alleine schon eine Meldung wert wäre): Die "GEZ Rebellin" ist wichtiger als die "Panama Papers". Die "GEZ Rebellin", für alle, die das nicht wissen, ist eine 46-jährige Frau aus dem Thüringischen, die weder Fernseher noch Radio ihr Eigen nennt, aber seit dem 4. Februar in Erzwingungshaft saß, weil sie sich weigerte, "GEZ Gebühren" zu zahlen, die heute irgendwie anders heißen, was aber an der Stelle keine Rolle spielt. Seit heute ist die Frau wieder auf freiem Fuß, ihr Haftbefehl wurde gestern aufgehoben. Warum? Weshalb? Gründe sind keine bekannt. Was bekannt ist, dass die Frau ihren Job in einer Metallfabrik verloren hat. Die gute Nachricht: Sie soll dort aber sowieso nur Hilfsarbeiterin (also praktisch asozial) gewesen sein ...

04.04.2016

STRECKEKURZ


Die deutsche Sprache ist bekannt für seine zusammengesetzten Substantive. Weniger bekannt ist, dass immer das zweite Substantiv das bestimmende ist. Ich will ein paar Beispiele machen, damit es klarer wird: Beim Fahrziel ist es das Ziel, beim Fahrgast der Gast, bei der Personenbeförderung die Beförderung,  usw. ...

Obwohl mir unter normalen Umständen schlechtes Deutsch, egal ob geschrieben oder gesprochen, regelmäßig körperliche Schmerzen bereitet, rege ich aus aktuellem Anlass eine Begriffsänderung an, auch weil die Zustände nicht mehr normal sind, aber nicht nur deswegen, jedenfalls schlage ich vor, in Zukunft nicht mehr Kurzstrecke zu sagen, sondern Streckekurz.

Anregung&Vorschlag TaxiBerlin

JUST IN TIME


Beim Taxi ist klar, dass der Fahrer immer pünktlich beim Kunden vor der Tür stehen muss, oder zumindest sollte. Bei den Medien wäre es ganz genauso, meinte zumindest mein Fahrgast. Just in dem Moment, wo die Augen Europas auf den griechischen Inseln Lesbos und Chios sein sollten, werden sie plötzlich und unerwartet nach Panama umgeleitet. Gut, Panama liegt auch am Wasser, genauso wie Chios und Lesbos, und Putin hat natürlich jede Menge Dreck am Stecken, aber wer hat den nicht? Mein Fahrgast würde der Dreck an den Schuhen der Menschen, denen ab heute ein europäischer Beamter zugeordnet werden soll, um in die Türkei zurückgeschickt zu werden, mehr interessieren, aber noch mehr, was die dagegen tun werden ...

Text TaxiBerlin

03.04.2016

"JEDER NUR EIN KREUZ"


Wer kennt ihn nicht, den Spruch "Jeder nur ein Kreuz" aus "Das Leben des Brian". Da Kreuzigungen irgendwie aus der Mode gekommen sind, meinte zumindest mein Fahrgast, bekommt heute jeder (vielleicht doch nicht jeder, aber immerhin einige) einen eigenen Polizisten, dafür einen griechischen, denn, und das wusste wiederum schon "Monty Python": "Gepriesen sind die Griechen!" (Bei aller Eile darf man die Türken nicht vergessen, beim Preisen, meine ich ...)

Text TaxiBerlin

01.04.2016

BERLIN IM TAXI APRIL APRIL IM TAXI BERLIN


Heute platzt die Bombe ...

Heute nun erscheint meine Biografie, das ist kein Aprilscherz. Naja, vielleicht doch. Aber nur ein kleiner, weil meine Biografie etwas anders heißt und nicht "TaxiBerlin", was daran liegt, dass "TaxiBerlin" schon eine Funkzentrale heißt, hier in Berlin. Das ist die Wahrheit. Deswegen musste meine Biografie auch anders heißen, das ist klar. Das Wort "Taxi" kommt aber vor im Titel. Das stimmt wirklich. Es ist auch nicht nur meine Biografie, das ist leider auch wahr. Auch andere Leute kommen dort vor, vor allem aber Taxifahrer. Was auf jeden Fall stimmt, ist, dass das Buch heute erscheint, auf deutsch, auf englisch ist es schon letztes Jahr erschienen - kein Scheiß! Echt wahr ...

Foto&Text TaxiBerlin