31.03.2016

QUALLE AUS MARZAHN


Philosophie eines Verzweifelten

Qualle nahm zum Glück hinten Platz, sonst wäre ich vorne beim Lenken wohl in Schwierigkeiten geraten. Dass er aus Marzahn kam, wusste ich, weil er von mir hin gebracht werden wollte. Qualle war alleine, was nicht nur kein Wunder, sondern auch gut so war, denn für eine weitere Person wäre auch kein Platz mehr gewesen im Taxi.

Qualle war ein, das muss der Wahrheit halber gesagt werden, offener und auch ehrlicher Typ, der mich sogleich wissen ließ, ungefragt - versteht sich, dass er nicht etwa krankheitsbedingt fünf Zentner auf die Waage bringt, sondern ganz einfach deswegen, und darauf war er sichtlich Stolz, dass er zu viel frisst, wie er wiederholt betonte.

Auch wenn Qualle mit seinem Körper, wenn man ihn so nennen darf, nicht besonders pfleglich umging, so machte er aus seinem Herzen keine Mördergrube, wie man so schön sagt. Auf keinen Fall wolle er sich reproduzieren, was auch gar nicht ginge, denn die Gesetze der Schwerkraft lassen sich nicht überlisten, auch nicht von Qualle.

Kinder, so Qualle, lenken sowieso nur vom einzig Wichtigen im Leben ab, und das sei bekanntlich das Fressen, was auch Bertolt Brecht schon wusste, der meinte, dass zuerst das Fressen kommt, und dann erst die Moral. Allerdings, und hier wurde Qualle zum ersten Mal etwas nachdenklich, der Sex fehle ihm schon, also der zu zweit.

Auf der Marzahner Brücke rückte Qualle dann noch mit einem anderen Problem heraus, das ihn fast noch mehr belastete, als das, dass er keinen Sex mehr hat. Niemand wolle mehr mit ihm verreisen, weder im Flugzeug, noch im Taxi, was ich verstand, und weswegen ich ihn nun auch möglichst rasch loswerden wollte, denn ohne Frage wird Qualle, wenn er so weiter macht, und das wird er, eines schönen Tages platzen - nur muss das ja nicht bei mir im Taxi sein ...

DAS ARME PARTYVIEH


Partyviehabsperrgitter vorm Berghain

Wer, wie ich, nie im Berghain war, was bei mir vor allem an der Musik liegt, die dort zu Gehör gebracht wird (obwohl ich natürlich zum Berghain fahre, wenn meine Gäste nicht davon abzubringen sind, aber eben nur bis zur Straße zum Berghain und nicht bis zur Eingangstür), der weiß nicht, kann es auch nicht, dass das Partyvolk dort, also vor der Tür zum Berghain, in Absperrgitter (Foto) gepfercht wird, die man, wenn überhaupt, nur vom Kuh- oder wegen mir noch Pferdestall kennt. Worauf ich hinaus will, ist, dass das Partyvolk es auch nicht leicht hat heutzutage. Nein, das kann man nun wirklich nicht behaupten. Eigentlich kann es einem schon wieder leid tun - das arme Partyvieh. Die Betonung liegt dabei, zumindest bei mir, auf eigentlich. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, und das will ich, so stellt sich Mitleid bei mir deswegen nicht wirklich ein. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Zum Glück bin ich weder bildungsfern noch lernunfähig. Ich werde also an mir und meinem Mitgefühl für's Partyvolk alias Partyvieh arbeiten - versprochen!

Foto&Text TaxiBerlin

30.03.2016

WAS VON FACEBOOK BLEIBEN WIRD


Menschen verbinden - es geht auch einfacher ...

Obwohl Prognosen schwierig sind, insbesondere wenn sie die Zukunft betreffen, wagte mein Fahrgast eine. Das lag daran, so seine Begründung, dass sich Geschichte ab einem bestimmten Alter eigentlich nur noch wiederholt. Beispielsweise Facebook. Das ist ja an sich keine neue Erfindung. Das gab's schon früher. Nur hieß das damals anders, und zwar Deutsch-Sowjetische-Freundschaft.

Der Unterschied ist, dass die Leute früher in die Deutsch-Sowjetische-Freundschaft, deren Ziel ganz genau dasselbe war wie das von Facebook heute, nämlich Menschen zu verbinden, sozusagen hineingeboren worden. Facebook treten die Leute freiwillig bei (keiner muss das), um sich sogleich über Facebook zu beklagen, wie schlimm die da alle sind und wie doof dieser Zuckerberg ist, obwohl sie selbst mindestens genauso dumm (wenn nicht dümmer) sind, denn ein Verein kann niemals blöder sein als seine Mitglieder.

Mit den Mauern, die auch heute noch gebaut werden, egal ob in Amerika, Israel oder Europa, wäre es ganz ähnlich, meinte zumindest mein Fahrgast, gleichzeitig aber auch wieder ganz anders. Früher wurden die Leute eingemauert, heute lassen sie sich einmauern, und das auch noch gerne. Das Irre ist, dass heute, wo es viel einfacher wäre, sich für die Freiheit zu entscheiden, viel mehr Leute vorziehen, nicht nur eingemauert zu sein, sondern es auch bleiben.

Doch zurück zu Facebook und der Frage, was von Facebook bleibt. Mein Fahrgast war sich sicher, dass es das Wort "Entfreunden" sein wird. Erst einmal, und das leuchtet sogar mir ein, weil hierzulande gerne mehrere Wörter oder ganze Lebenskonzepte in einem Wort zusammengefasst werden (Beispiel: Lebenskünstler, Weltschmerz, etc. ....) . Und wer will schon noch "mit einem Freund brechen" oder "eine Freundschaft beenden" sagen, wenn es "Entfreunden" gibt?

Außerdem, und hier bin ich mir nicht sicher, ob sich mein Fahrgast nicht doch etwas zu weit aus dem Taxifenster herausgelehnt hat, hätten sich die Menschen vom wichtigsten sowieso schon "entfreundet", und das sogar ganz freiwillig, allerdings ohne es zu merken (auch das kommt vor), und das sei ihre Freiheit. Sie ziehen es vor, sich kontrolliert kontrollieren zu lassen, ganz offiziell, von ...

Foto&Text TaxiBerlin

28.03.2016

CLÄRCHENS BRAUHAUS


Was, sie kennen Clärchens Brauhaus nicht? Nö! Den Alexanderturm? Auch nicht! Was ist mit dem Kollbergplatz? Nie gehört? Oder dem Hermannsplatz? Wo soll der sein? Flughafen Schöneberg? Lassen sie mich überlegen! Charlottenstadt? Möglicherweise. Was ist mit Friedrichs Stadtpalast? Meinen sie Erichs Lampenladen? Kennen sie FKK im Artemis? Nein, nur an der Ostsee! Wo ist der nächste Friseur? Versuchen sie's im Dönerladen. Die Straße mit den Bäumen? Kommt mir bekannt vor. Oder Matze, der fährt auch Taxe. Aber klar doch! Und die Fehler? Zwischen Laubacher und Südwestkorso!

27.03.2016

"GIB MIR DEINE KARTE !"


Da mich mein Fahrgast so nett (Titel) bat, wollte ich nicht unhöflich sein, zumal ich mir gerade welche habe machen lassen. Ich wollte ihm aber nur dann eine von meinen neuen Visitenkarten geben, wenn er mir versprach, mich bitte nicht anzurufen. Das hing vor allem damit zusammen, weil ich bereits auf der gerade beendeten Fahrt bemerkt hatte, dass zwischen uns irgendwie die Chemie nicht stimmt. Da er mir versprach, mich auf keinen Fall anzurufen, gab ich ihm also meine Karte. Jetzt interessierte mich eigentlich nur noch, wozu er meine Karte denn dann brauchen würde. Was er sagte, beruhigte mich endgültig. Seine Antwort war: "Zum Verbrennen!"

26.03.2016

MAL RAUS AUS DER STADT - DER EIER WEGEN


Vor den Toren von Berlin (sozusagen)

Seit Jahren suche ich meine Eier nun schon außerhalb von Berlin, und das nicht nur zur Osterzeit. Das hat den Vorteil, dass man auch mal rauskommt aus der Stadt, und sie sich im selben Moment von außen ansehen kann. Ich kann das wirklich nur jedem empfehlen, es muss ja nicht mit dem Taxi sein. Die Veränderung, in dem Fall der Wechsel der Perspektive, ist überhaupt das wichtigste im Leben, denke ich.

Doch zurück zu den Eiern, denn um die geht es. Sie sind immer schwerer zu finden. Früher gab es in jedem Dorf mindestens Einen, der Eier und dazu noch Kartoffeln oder Honig verkaufte und mit einem entsprechenden Hinweisschild darauf hinwies. Das gibt es nicht mehr. Schuld ist die Angst der Dörfler, jetzt nicht vor Terroristen, sondern vor den Behörden, was aber auf's gleiche hinausläuft.

Heute musst du die Leute direkt ansprechen, konspirativ sozusagen, beispielsweise beim Bäcker oder im Dorfkonsum, falls es die noch gibt, wenn du erfahren willst, wer privat Eier oder ähnliches verkauft. Das ist kein Quatsch, sondern die Realität. Aber es lohnt, die Realität jetzt, meistens zumindest, und zwar dann, wenn die Eier von privat mit denen aus dem Supermarkt nichts zu tun haben.

Foto&Text TaxiBerlin

25.03.2016

FROHE OSTERN oder DAS NEUE BERLIN


Osterwerbung (Detail)

Den heutigen Karfreitag nehme ich zum Anlass, einmal mehr darüber nachzudenken, wo sie denn geblieben sind, die vielen Berliner, die es einmal gab, auch bei mir im Taxi. Das ganze ist kein Selbstzweck. Es geht auch nicht darum, irgendwie die Anzahl der Osterfahrgäste im Taxi zu erhöhen. Der Zug: "Berliner, lasst uns nicht mit den Touristen alleine!" zu fordern, scheint, wenn man so will, abgefahren.

Nun ist es aber so, dass Ostern auch das Fest der Auferstehung ist, die Frohe Botschaft sozusagen. Übertragen auf Berlin bedeutet sie, dass auch der Berliner eines Tages auferstehen wird. So viel ist sicher. Nun wird der Berliner aber nicht wie der Heiland direkt gen Himmel fahren. Das, denke ich, kann so gut wie ausgeschlossen werden.

Deswegen sollten wir uns alle, und nicht nur Taxifahrer, Gedanken machen, wo er denn hin soll, der Berliner, nach seiner Auferstehung. Eine Möglichkeit wäre Rom, wohin beispielsweise Petrus seinerzeit ausgewandert ist. Aber Rom ist ein alter Hut. Es muss andernorts einen Felsen geben, worauf der Berliner seine Kirche bauen kann.

Rom ist aber nicht nur ein alter Hut, sondern auch viel zu weit weg. Der auferstandene Berliner wird ja wohl mit dem Taxi in sein Neues Rom fahren, auch daran gilt es zu denken. Es sollte also eher ein Ort im Brandenburgischen sein, damit der Berliner sich die Fahrt auch leisten kann. Hm, lass mich überlegen. Wie wär's mit Rambow?

Das Neue Berlin

Foto&Text TaxiBerlin

24.03.2016

VON TAXIFAHRERN UND PIZZABÄCKERN


Geht auch zum Fahren

Früher war vielleicht nicht alles besser, aber vieles einfacher. Beispielsweise die Terroristen. Die konnten damals, ist jetzt auch noch nicht so lange her, noch gefunden werden, weil sie ihren Ausweis samt Adresse auf der Straße direkt neben ihrem Fluchtauto zurückließen. Das machen die heute nicht mehr. Terroristen sind offensichtlich gar nicht so bildungsfern, wie immer gedacht.

Zum Glück gibt es heute Taxifahrer, ich berichtete darüber, die wissen, wo das Haus vom Terroristen wohnt. Neben den Taxifahrern hat sich nun aktuell eine ganz neue Berufsgruppe als extrem Ortskundig herausgestellt, und das sind die Pizzabäcker. Pizzabäcker, das haben die letzten Tage bewiesen, kennen ihren Kiez und dessen Bewohner mindestens genauso gut wie Taxifahrer.

Ich mache am Besten ein Beispiel, damit es klarer wird: Mein Pizzabäcker an der Ecke weiß beispielsweise jedes mal, welche Pizza ich gleich bei ihm bestellen werde. Es ist immer die Nr. 28 mit Sardellen. Allerdings, und das ist der Unterschied zum Terroristen, habe ich bisher meine Pizza nie zu mir nach Hause bestellt, und so wie es aussieht, wird sich daran auch nichts ändern.

Was sich ändert, ist, dass ich meinen Kaffee ab sofort nicht mehr bei mir zu Hause sitzend, sondern nur noch im Gehen trinken werde.

Foto&Text TaxiBerlin

23.03.2016

VON TAXIFAHRERN UND TERRORISTEN


Wo das Yoga-Männchen wohnt

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederholen sollte, aber ich finde, eine große (wenn nicht gar DIE größte!) Ungerechtigkeit beim Taxifahren ist, dass ich immer dorthin fahren muss, wo meine Fahrgäste hin wollen, obwohl ich meist viel besser weiß, wo sie eigentlich hingehören. Ich will kurz ein Beispiel machen, damit klarer wird, was ich meine: Die meisten Leute haben heutzutage eine schicke Dachgeschosseigentumswohnung mit riesen Terrasse am Kollwitzplatz, zumindest behaupten sie das, wenn sie vom Alex aus per Kurzstrecke hingefahren werden wollen. In Wahrheit wohnen sie aber in einer stinknormalen Mietwohnung in Steglitz oder Stuttgart.

Nun dachte ich lange, dass ich mit diesem Wissen über Stadt, Land und Leuten weit fortgeschritten bin, vor allem wenn man weiß, dass es Kollegen (wohl eher "Kollegen") gibt, die nur den einen Flughafen oder den anderen Bahnhof kennen. Heute nun ist klar geworden, dass auch ich noch einen weiten Weg vor mir habe, bevor ich meine Stadt und ihre Bewohner so richtig und wirklich kenne, denn gerade ist bekannt geworden, dass es Taxifahrer gibt, wenngleich nicht in Berlin sondern in Brüssel, die sogar wissen, wo Terroristen wohnen.

Foto&Text TaxiBerlin

22.03.2016

DREI CHINESEN OHNE KONTRABASS


dafür mit "direkter Ansprache"

Ich weiß nicht, ob sie Chinesen waren, Asiaten waren es auf jeden Fall. Einen Kontrabass hatten sie auch nicht dabei, denn sie kamen aus dem Artemis. Sie wollten zu ihrem Wagen, wussten aber die Straße nicht. Eine Fahrt, die man eher ablehnen sollte. Dann hat der Taxifahrer hinter einem das Problem. Auch nicht gerade kollegial.

Die Uhr zeigte 6,10 Euro, als wir neben ihrem Wagen standen. Der vorne saß, machte "ehrliche" Anstalten, in seinen Hosentaschen nach zehn Cent zu suchen. Kein Trinkgeld bei einer korrekten Fahrt nach einem Artemisbesuch? So, oder so ähnlich, lautete meine direkte Ansprache an die drei. Ich glaube sie war auf chinesisch.

Auf jeden Fall verstanden sie sie. Ist ja heutzutage nicht selbstverständlich. Die Leute reden zwar viel, meist aber aneinander vorbei. (Ist dir das auch schon mal aufgefallen?) Ob zehn Euro jetzt OK wären? Hm, ehrlich gesagt überlege ich immer noch ...

Foto&Text TaxiBerlin

19.03.2016

ENDLICH: DURCHBRUCH IM FLUGHAFENSTREIT


Der Deal (Detail)

Ab sofort werde alle über Schönefeld "irregulär" ins Stadtgebiet Eingereiste vom Landkreis zurückgenommen, womit Berlin seinem Ziel, Schleppern aus dem Brandenburgischen das Handwerk zu legen, ein erhebliches Stück näher gekommen ist. In Schönefeld stehen von nun an Chartermaschinen bereit, mit denen die Betroffenen dann, diesmal ganz "regulär" und über den Flughafen Berlin Tegel, wieder ins Stadtgebiet einreisen können. Von dort aus ist eine Weiterreise mit einem Berliner Taxi nicht nur möglich, sondern auch völlig legal.

PS: Über etwaige Obergrenzen ist bisher nichts bekannt geworden.

Foto&Text TaxiBerlin

18.03.2016

DER FRÜHLING WIRD GEIL


Aktuelle Angebote

Als Taxifahrer kommt man nicht nur rum, sondern man muss auch so einiges wissen. Die Interessen gehen da auseinander, manche interessieren sich auch nur für den nächsten Geldautomaten, ich berichtete bereits darüber. Das mit den Geldautomaten könnte sich bald erledigt haben, aber nicht etwa, weil es kein Geld mehr gibt, wie es bestimmte Vögel von den Dächern pfeifen, sondern weil die Preise fürs Vögeln gerade in den Keller gehen - warum auch immer.

Foto&Text TaxiBerlin

16.03.2016

"MEHR GEFÜHL FÜR BERLIN"


Werbung (vermutlich)

Keine Ahnung, was hinter diesem Graffito (oben) auf meinem heutigen Weg zum Taxi steckt. Wahrscheinlich ist es einer von diesen saublöden Werbeslogans, die immer mehr den Parolen aus einem anderen Land gleichen. Am Ende ist es auch vollkommen egal, ob eine Idee oder ein Produkt verkauft werden soll. Manchmal sagen die falschen Leute aber auch richtige Sachen, oder man findet Wahrheiten, wo man sie nie vermutet hätte. Das scheint mir hier der Fall zu sein. Man muss aber auch vorsichtig sein. Ich weiß nicht, ob es dir schon mal aufgefallen ist, aber oft meinen Menschen gar nicht das, was sie sagen. Um genau zu sein, ist das sogar die Regel. Und trotzdem, also selbst wenn dies hier der Fall sein sollte, ist die Forderung "Mehr Gefühl für Berlin" richtig. Irre - oder?!?

Foto&Text TaxiBerlin

15.03.2016

FLUGBLATT KOMMANDO TAXI BERLIN


Berliner Brennpunkt

Aus aktuellem Anlass habe ich für die heutige Schicht Flugblätter für meine Fahrgäste mit Lageplan vorbereitet. Jetzt nicht dahin, wo Pfandscheine aufgekauft werden. Und auch nicht dorthin, wo die nächste Party stattfindet. Das finden die auch ohne Lageplan. Sondern zum Brennpunkt Griechenland, genau genommen an die Griechisch/Mazedonische Grenze. Denn obwohl ich da schon mal war, bin ich mir nicht sicher, ob ich es auf anhieb wiederfinden würde. Gedacht ist er aber insbesondere für die, die letzten Sommer noch dachten, dass es schlimmer als an den Bahnhöfen in Budapest (die ich mit Sicherheit wiederfinden würde) nie und nimmer kommen könne.

PS: Norbert Blüm hat neulich noch ohne Lageplan hingefunden. Auch deshalb sitzt er heute schon wieder in seiner Bonner Stadtvilla.

Idee,Foto&Text TaxiBerlin

STILLLEBEN IM TAXI BERLIN


Stillleben / Skulptur

Stillleben wird wirklich mit 3 L geschrieben, aber das nur nebenbei. Ich arbeite bei mir im Taxi ja nicht nur mit der Kunst der Musik und des Gesprächs, um an meine Fahrgäste ranzukommen, und wenn es auch nur ihr Geld ist, sondern auch mit bildender Kunst. Meine aktuelle Skulptur (Foto), steht in der Fahrgastzelle meines Taxis geschützt hinter der Frontscheibe direkt unter dem Rückspiegel und trägt den vielversprechenden Titel HASTA LA VICTORIA SIEMPRE, was auf deutsch so viel heißt wie IMMER BIS ZUM SIEG.

PS: Die Skulptur, die natürlich auch käuflich erworben werden kann, dafür habe ich sie schließlich gemacht, ist aber nicht ganz billig ...

Kunst,Foto&Text TaxiBerlin

14.03.2016

UNKLARES


Warum ausgerechnet sie meinte, ich müsse jeden Geldautomaten der Cash-Group persönlich kennen, die sie auch der Meinung war, ich müsse das Taxameter anhalten, während sie reingeht und Geld holt, blieb bis zum Schluss der Fahrt unklar.

PS: Während der Fahrt, die von einem Hipster-Laden in der Torstraße zum "Kater-Blau" in die Holzmarkt ging, erzählte die Protagonistin ihren beiden Freundinnen dann noch, dass sie neulich im "Primark" am Alex zwei Sonnenbrillen für je Ein Euro fünfzig gekauft hat. Am Fahrtende gab es, trotz eingangs erwähnter Unklarheit, zehn Cent Trinkgeld für den Fahrer, was nicht verschwiegen werden soll.

12.03.2016

"ES GIBT ÜBERNACHTUNGSMÖGLICHKEITEN UND AUFENTHALTSMÖGLICHKEITEN AUCH IN BERLIN"


Das weiß ich, weil ich Berliner Taxifahrer bin und auch sonst rumkomme ich der Stadt. Wie es andernorts aussieht, weiß ich nicht, das wissen andere besser. Es soll auch Übernachtungsmöglichkeiten und Aufenthaltsmöglichkeiten in Griechenland geben, die genutzt werden müssten. Überhaupt solle sich niemand einbilden, er könne sich aussuchen, wo er unterkommt. Jeder muss nehmen, was er kriegt. Und wenn er kein Brot hat, soll er eben Kuchen fressen ...

11.03.2016

GEGEN DIE OBERGRENZE IM TAXI


Die Politik macht im Großen vor, was bald darauf bei uns unten ankommt, in der Regel in Gesetzesform, und oft auch im Taxi. Bis heute gilt sie noch, die Obergrenze im Taxi, also die vorgeschriebene Anzahl von Fahrgäste, die man maximal mitnehmen darf. Das ist gerade dabei, sich zu verändern. TaxiBerlin geht mit gutem Beispiel voran und wird bereits am heutigen Freitag beginnen, die Obergrenze selbstständig ausser Kraft zu setzen, auch im Sinne von vorauseilendem Gehorsam, der gerade voll im Trend liegt.

Aber Vorsicht! Jedem "Nacheiferer" gebe ich folgendes zu bedenken. Gut, ob da nun vier oder fünf Fahrgäste im Innenraum sitzen, interessiert bereits jetzt niemanden mehr. Schwieriger wird es schon bei Personen, die aussen mitfahren wollen, beispielsweise auf der Fahrgastkabine, der Motorhaube oder dem Kofferraum, falls vorhanden. Am Gefährlichsten ist aber zweifellos, Menschen zu befördern, die gestern noch willkommen waren, aber heute bereits als illegal eingereist gelten. Dann besteht nämlich die Gefahr, dass aus dem gutmeinenden Taxifahrer ein böser Schlepper wird.

10.03.2016

BLANKER BUSEN IM TAXI BERLIN


"Pilot" by TaxiBerlin (August 2015)

Es ist jetzt wirklich nichts Neues, und ich will mich auch gar nicht beklagen, aber die besten Ideen haben meistens Leute, die keiner kennt, und die später nur dadurch bekannt werden, dass sie von Leuten, die jeder kennt, als die ihren ausgegeben werden. So oder so ähnlich verhält es sich auch mit den Brüsten, von denen ich bereits vergangenen August ein paar Probeaufnahmen bei mir im Taxi gemacht hatte. Eigentlich wollte ich blanke Busen fotografieren, die aber nicht vorhanden waren, weswegen sie von meinem weiblichen Fahrgast (Foto oben) auch nur angedeutet werden konnten. Genau genommen ist die Idee aber gar nicht von mir, sondern vom Kollegen Hans-Jürgen Watzlawek, der ebenfalls Nachtfahrer ist, und der mit seinen Fotografien nackter Busen im Taxi nicht nur Galerien gefüllt, sondern darüber hinaus einen Bildband herausgegeben haben soll.

Foto&Text TaxiBerlin

09.03.2016

UNANSTÄNDIG ESSEN


"Pilotenbude" am Flughafen Tegel (TXL)

Neulich verschlug es mich mal wieder nach Tegel, wo ich wie immer an der "Pilotenbude", wie der kleine Imbiss für Taxifahrer von Insidern liebevoll genannt wird, eine Wiener mit Senf und halbem Brötchen bestellte. Neu war diesmal, dass ich gefragt wurde, ob ich eine anständige oder eine unanständige Wiener möchte. Ich verstand die Frage zwar nicht ganz, hatte aber eine gewisse Ahnung, woher der Wind wehte, und antwortete: "Na ganz normal, die vom Schwein."

Das war die unanständige, die von der Pute ist die anständige. Hm, also mir hat die unanständige vom Schwein gestern noch geschmeckt. Ich weiß aber nicht, wie lange ich es durchhalte, unanständig zu essen. Ich meine, ganz ehrlich, wer möchte das schon: Unanständig essen?!? Du vielleicht?

Foto&Text TaxiBerlin

08.03.2016

INTERNATIONALER MÄNNERTAG


Graffiti ist die Mehrzahl von Graffito

Ich weiß, heute ist Frauentag. Aber es gibt auch den Männertag. Das weiß ich von einer Fahrgästin - ausgerechnet! Jetzt nicht Männertag, Herrentag, Himmelfahrt, Tag des Herrn oder wie das alles heißt. Nein, es gibt einen offiziellen Internationalen Männertag am 19. November. Und dann gibt es noch den Weltmännertag am 3. November. Es gibt also keinen Grund, sich als Mann in irgendeiner Weise zu beklagen. Der Weltmännertag ist ganz und gar ein Aktionstag zur Männergesundheit, der sich mit der Frage beschäftigt, warum die Lebenserwartung des Mannes im Durchschnitt sieben Jahren unter der der Frau liegt. Schirmherr des Männertags am 3. November ist auch noch Michail Gorbatschow - was will Mann mehr?!

Foto&Text TaxiBerlin

07.03.2016

IM TAXI MIT WOLFGANG AMADEUS




Die Musik von Mozart, der sich selbst übrigens nie Amadeus, sondern Amadé oder wegen mir noch Amadéo nannte, ist definitiv die beste Musik für's Taxifahren, das kann ich nach vielen Jahren der Probe definitiv sagen, und das nicht nur des Fahrens, sondern auch des Trinkgelds wegen. Bei Mozart geben nicht nur die Kühe mehr Milch, sondern die Fahrgäste auch mehr Trinkgeld. Wie viel Trinkgeld es genau mehr gibt, kann allerdings nicht verallgemeinert werden. Das muss der interessierte Kollege schon selbst herausfinden. Es kommt aber, wie überall, nicht nur auf den Musiker, sondern auch auf den Fahrer an, so viel kann ich verraten. Obige Salzburger Sinfonie eignet sich darüber hinaus übrigens auch gut als Geburtstagsständchen.

Musik Mozart
Standbild YouTube
Text TaxiBerlin

01.03.2016

DES ARMEN SASCHAS KOLUMNE


Gesehen bei "real"

Lange war sie angekündigt, seit einiger Zeit ist sie nun auch nachzulesen im Hochglanzmagazin "Taxi Times Berlin" aus München. Des armen Saschas Kolumne beginnt mit dem Titel "In der Ruhe liegt die Kraft" und endet mit dem Satz "Ist am Ende ja wenigstens gutes Geld". Das dazwischen lässt sich kurz wie folgt zusammenfassen: Der arme Sascha veranschlagt für sich immerhin noch drei weitere Jahre, bis die Kollegen in ihm keinen naiven Neuling mehr sehen. Tja, was soll man dazu sagen? Vielleicht soviel: Bei manch einem dauert's halt etwas länger.

Da die Kolumne vom armen Sascha darüber hinaus nicht allzu viel hergibt, bleibt Zeit, sich wichtigen Fragen des Marketings zu widmen. Beispielsweise folgender: Wieso nennt das Magazin aus München nicht den Namen des armen Saschas Seite im Netz, sondern vermerkt nur, dass der Autor einen eigenen Taxiblog betreibt? Sollte der arme Sascha vielleicht auch in Sachen Eigenwerbung ein Naivling sein? Mensch Sascha, da musst du doch aufpassen! So was darf nicht passieren! Du bist doch kein Neuling mehr nach sieben Jahren hinterm Taxilenkrad!

PS: Gedruckt wurde das Hochglanzmagazin aus München übrigens in Polen, und zwar in der "Chroma" Druckerei, Przemyslowa 5 in 68-200 Zary, nur falls das jemand interessiert.

PPS: Heute war nicht nur der "Tag der NVA", sondern ist immer noch "Tag der Komplimente". Das war jetzt aber definitiv das letzte!

PPPS: Fällt mir gerade noch ein, und das soll's dann aber wirklich gewesen sein: Lassen sich nicht die Ersten nach sieben Jahren schon wieder scheiden?

PPPPS: Jetzt ist mir doch noch was wichtiges eingefallen. Der arme Sascha hat auch schon mal für die "Taxi News" aus Berlin geschrieben, zwar keine Kolumne, aber immerhin ein oder zwei Artikel, nur zahlen die nichts. Hinzu kam, dass dort jemand etwas gegen den armen Sascha hatte, nicht ganz zu Unrecht, denn der arme Sascha hatte mit seinen Ortskenntnissen auf die Kacke gehauen, obwohl er damals nur den Ostbahnhof kannte. Noch vor nicht allzu langer Zeit ließ der arme Sascha der Welt wissen, es sollte wohl witzig sein, dass er sich am Flughafen verfahren hat. Es ist also kein Witz, wenn Kollegen den armen Sascha noch nach sieben Jahren hinterm Taxilenkrad als naiven Neuling ansehen.

PPPPPS: Zum Schluss noch folgendes: Es ist wirklich wichtig, die komplette Adresse von des armen Saschas Blog anzugeben, denn die Leute heute werden (trotz Google, oder besser: wegen!) immer blöder. Du glaubst mir nicht? Dann gib dort mal "armer sascha" ein, dann findest du alles mögliche, nur nicht den armen Sascha.

Foto&Text TaxiBerlin