06.02.2016

IRGENDWANN IST IMMER DAS ERSTE MAL


Es war noch nicht mal Eins, als er sie mir bei "Clärchens" ins Taxi setzte, obwohl sie eigentlich noch tanzen wollte. Er hatte sich schon per Pedes auf seinen Weg gemacht, da überlegte sie immer noch, sich von mir nur einmal um den Block fahren zu lassen, um dann weiter zu tanzen, entschied sich aber für die Heimfahrt. Komischerweise überholten wir auf der dann noch einmal ihren Freund, der sie ins Taxi gesetzt hatte und mit dem sie demnächst zusammenziehen will, weswegen sie sich auch für die Heimfahrt entschieden hatte, und den ich auf ihren Wunsch hin kurz "anhupte". Der guckte daraufhin ungläubig, fast so, als hätte er den selben Plan, den sie auch hatte.

Dass ihr Freund im Vorbeifahren ziemlich ungläubig geguckt hat, war nicht nur mir aufgefallen, sondern auch ihr, meinem Fahrgast, einer ausgesprochen attraktiven Potsdamerin mit Wohnsitz in Wilmersdorf, die nun doppelt froh war, dass sie sich für die Heimfahrt entschieden hatte. Gar nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn sie zurück zu "Clärchens" gefahren wäre, um dort ihren Freund, der sie ins Taxi gesetzt hatte, auf der Tanzfläche wiederzutreffen. Dann hätte sich das mit dem Zusammenziehen vielleicht von selbst erledigt.

Was die andere Sache angeht, also den Mann an sich, da konnte ich die junge Frau aus Potsdam, die wie gesagt in Wilmersdorf wohnt, absolut beruhigen. Die meisten Männer, das will Mutter Natur so, brauchen in Sachen Frauen einfach die Abwechslung, ohne dass sie mit der dann gleich zusammenziehen wollen. Das ist, wenn man so will, der Fundamentalunterschied zwischen Mann und Frau. Daran ändert auch das Zusammenwohnen und selbst eine Heirat nichts.

In dem Moment vergaß ich allerdings, und deswegen überhaupt dieser Beitrag, die hübsche Potsdamerin auf Esther Vilars Buch "Heiraten ist unmoralisch" hinzuweisen, das ich neulich mal wieder gelesen habe, und wo das alles erklärt ist. Immerhin brachte ich das Beispiel, dass es nur bestimmte Häuser für Männer gibt und nicht für Frauen, und wo meiner Meinung auch eine gewisse Gleichberechtigung angebracht wäre. Also ich hätte prinzipiell nichts dagegen, mich zur Abwechslung für Sex auch mal bezahlen zu lassen. Hängt natürlich auch von der Frau ab, aber die Frauen müssen ja auch nicht mit jedem Mann.

Wir hatten einen kurzen Zwischenstop bei "Curry 36" eingelegt, als mich die interessierte Potsdamerin fragte, was Frau denn da tun könne. Hm, was sollte ich da nun wieder sagen? Ich versuchte es mit der Wahrheit. Vielleicht hat sie ja Glück, und ihr Angetrauter ist einer der wenigen braven Männer, die nichts machen. Dann besteht nur die Gefahr, dass ihr das irgendwann langweilig wird. Da müsse sie dann nur aufpassen, dass sie sich nicht gleich in den Neuen verliebt, wenn sie eigentlich den Alten behalten möchte, was Frauen viel häufiger passiert als Männern, also das mit dem Verlieben.

Ansonsten kann man nur versuchen, in diesem Punkt ehrlich zu sein und nach Möglichkeit offen darüber zu reden, dass es andere Frauen und natürlich auch Männer gibt, die einem gefallen, und mit denen man sich was vorstellen kann, was der schönen Potsdamerin auch sogleich einleuchtete. Dass man auch etwas zu dritt oder gar zu viert machen kann, einfach damit es nicht im Geheimen stattfinden muss, wie es meistens der Fall ist, davon hatte sie schon einmal gehört, konnte es sich aber für sich nicht vorstellen, was den meisten Menschen so geht, bis sie es tun. Ich konnte mir auch lange Zeit nicht vorstellen, mit attraktiven Frauen bei mir im Taxi solche Gespräche zu führen, hoffe aber trotzdem, dass ich ihr weiterhelfen konnte.

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