03.02.2016

DIE BESTEN BERLINER TOILETTEN (EINE SERIE)


Das Waschbecken 

Als Taxifahrer kommt man rum in der Stadt. Gut, nicht jeder, aber viele schon. Und wer rumkommt, der kennt sich aus, oder sollte es zumindest. Beispielsweise, wo es was zu essen und zu trinken gibt. Vor allem das Trinken ist wichtig. Ohne Essen kann man ein paar Tage aushalten, aber ohne Trinken wird's schwierig.

Ist das mit dem Essen und Trinken geklärt, mit anderen Worten: für die Grundversorgung gesorgt, kann es nie schaden, wenn man weiß, wo man den Scheiß auch wieder los wird. Früher, das wissen viele heute nicht mehr, war das in Berlin üblicherweise entweder der Bürgersteig oder zur Not auch die Straße.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Manchmal macht ein Hund noch den Menschen von früher nach, und selbst das wird dann von seinem Herrchen von heute gleich weggeräumt. Aber dass Menschen das machen, also einfach auf den Bürgersteig pissen oder auf die Straße kacken, das gibt es heute nicht mehr.

Das liegt auch daran, dass es heute viel zu viele Menschen in Berlin gibt. Demnächst sollen es wieder vier Millionen werden, und dabei ist es jetzt schon eng, was aber vor allen an den Touristen liegt. Für die werden zum Glück täglich neue Hotels eröffnet, wo man heutzutage seine Notdurft verrichten kann, auch wenn man gar kein Gast dort ist. Man nennt das die Berliner Willkommenskultur.

Beispielsweise in diesem gestern eröffneten Hotel in der Neuen Mitte (Fotos). Dazu muss man wissen, dass die Toiletten immer etwas versteckt sind. Man will es den Touristen auch nicht zu leicht machen. (Übrigens, das muss aber unter uns bleiben, arbeite ich gerade einer App, die dem Besucher verrät, wo sich in welchem Hotel die Toilette befindet. Kostenlos natürlich, das ist klar.)

Fotos gibt es auch dazu, die kosten dann aber was. Das lohnt sich aber auch. Beispielsweise hier bei dieser Herrentoilette. Da kommt man rein, und es gibt gleich rechts dieses runde Handwaschbecken (Foto oben), was absolut in Ordnung geht. Sicherlich, runde Waschbecken sind erstmal gewöhnungsbedürftig, aber prinzipiell ist nichts gegen sie einzuwenden.

Das Pullerbecken

Im nächsten Raum wird's dann aber schon komisch, denn da gibt es, auch wieder rechts, viereckige Pullerbecken, die auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig sind. Die "Krönung" kommt dann aber linkerhand, dort sind die Boxen zum Kacken, und die dafür vorgesehenen Becken samt Brille zum drauf sitzen sind ebenfalls - viereckig.

Das Kackbecken

Aber was soll's, wir Berliner haben uns schon an so vieles gewöhnen müssen, warum also nicht auch an Klobecken mit vier Ecken. Es gibt wirklich schlimmeres, beispielsweise wenn es kein Papier dazu gibt. Das kann man sich, am besten vorher, von der Rezeption holen.

Fotos&Text TaxiBerlin

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