12.01.2016

WAHRLICH KEIN SCHWULES BUCH


Auf dieses Weihnachtsgeschenk hatte ich mich ganz besonders gefreut, und ich wurde nicht enttäuscht, genau das Gegenteil ist der Fall, was wohl auch daran liegt, dass es eben "Kein schwules Buch" ist, wobei erstmal zu klären gewesen wäre, was das denn sein soll: "Ein schwules Buch". Weil es das aber nicht ist, muss es auch nicht geklärt werden, zum Glück, denn sonst hätte ich ziemlich alt ausgesehen. Ein wenig schwul geschrieben ist es aber schon, mit einigem Proseco und all dem "ach" und "hast du nicht gesehen", was man dem Autor aber nicht nur nachsehen kann, sondern sogar muss, denn er hatte in seinem Leben, wie er schreibt, mehr Männer als Frauen gehabt, obwohl ihm selbst, wie er ebenfalls schreibt, der Unterschied zwischen schwul und homosexuell auch nicht klar war. Die Rede ist von Fritz J. Raddatz, der nicht nur Berliner ist, sondern von sich selber behauptet, auch ein Intellektueller und Zweifler zu sein, und aus dessen "Tagebücher" ich den 27. September 2006 zitiere, vielleicht kommt ja noch jemand auf den Geschmack.

Fritz J. Raddatz beklagt sich dort darüber, dass Autoren wie Grass und Walser (Martin und nicht Robert!), wenn die noch jemand kennt, selbst ihr Rückgrat, auf das sie immer so stolz waren, vergessen oder zumindest verleugnen, nur um in aller Munde zu sein, was Fritz J. Raddatz nie und nimmer getan hätte, woraufhin sein Lebenspartner Gerd (nicht Schröder!) zu seinem Fritzchen sagt: "Darum bist du so unbeliebt", was Fritz J. Raddatz mit den Worten zusammenfasst: "Man ist also beliebt, wenn man sein Rückgrat krümmt. Wird wohl gar stimmen."

Wahrlich, lieber Fritz J. Raddatz (RIP): Kein schwules Buch!

Zitat Fritz J. Raddatz
Text TaxiBerlin

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