09.01.2016

"MERKEL IST VON ALLEN GUTEN GEISTERN VERLASSEN"


"Merkel ist von allen guten Geistern verlassen" ist von einem meiner Fahrgäste. Es ist allerdings schon etwas her, dass Hans-Joachim Maaz bei mir im Taxi saß, wenn ich mich recht erinnere, sind es jetzt fünf oder sechs Jahre, und sein Interview mit der "Thüringischen Landeszeitung", das genau denselben Titel hat, ist auch schon wieder ein paar Wochen alt. Es ist, um genau zu sein, vom 6. Oktober 2015, hat also mit den Ereignissen in der Silvesternacht nichts zu tun, und auch nichts mit dem Umstand, dass gerade mal wieder eine Wende ansteht, diesmal eine "Zeitenwende".

Hans-Joachim Maaz, der mir wie gesagt vor einigen Jahren im Taxi saß, den ich aber auch davor schon persönlich kannte und bis heute schätze, ist ein Psychiater und Psychoanalytiker, dem lange Zeit für seine Tätigkeit eine alte Villa auf dem Gelände des evangelischen Krankenhauses in Halle an der Saale zur Verfügung stand, und der seit einiger Zeit im Ruhestand ist, was aber nicht bedeutet, dass er sich zur Ruhe gesetzt hätte - eher im Gegenteil.

Grundsätzlich sagt Hans-Joachim Maaz das, was auch Angela Merkel sagt, und zwar dass wir an den Ursachen für Armut und Krieg schuldhaft beteiligt sind. Unabhängig davon dürfen, wenn gesagt werde "Wir schaffen das", aber "die berechtigten Sorgen und Ängste nicht weggewischt werden". Das sei sozusagen die erste Pflicht unserer Politiker und Medien, so Hans-Joachim Maaz.

Wer helfen will, und wer will das nicht, denn Menschen in Not muss geholfen werden, dem müsse man, so Hans-Joachim Maaz weiter, aber auch sagen, "wie weit diese Hilfe gelingen kann und welche Risiken provoziert werden." In dem Interview mit der "Thüringischen Landeszeitung" sagt Hans-Joachim Maaz außerdem, dass auch er Sorge und Zweifel habe. Das Ganze, wie gesagt, schon am 6. Oktober des vergangenen Jahres.

PS: Bereits am 18. Juni 2011 sagte Angela Merkel, die mir bisher noch nicht im Taxi saß, in ihrem Video-Podcast: "Wir müssen akzeptieren, dass die Zahl der Straftaten bei jugendlichen Migranten besonders hoch ist." Möglicherweise hat sich die Kanzlerin versprochen, oder ihr sind in dem Moment nicht die richtigen Worte eingefallen. Sie heißen "zur Kenntnis nehmen" oder vielleicht noch "anerkennen", aber mit Sicherheit nicht "akzeptieren".

Text TaxiBerlin

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