06.01.2016

KRANK UND OHNE KAMERA


Der ein oder andere wird es bemerkt haben, im Moment gibt es keine Fotos bei mir auf dem Blog zu sehen. Das liegt daran, dass ich krank bin. Keine Ahnung, ob das heute immer noch krank sein heißt, ich sage es einfach, aus Gewohnheit sozusagen. Als ich das letzte Mal arbeiten war, ich weiß gar nicht mehr genau wann das war, aber wen das jetzt interessiert, der schaut einfach mal, wann ich das letzte Bild veröffentlich habe, dann weiß er, wann ich das letzte Mal arbeiten war, habe ich, und das wollte ich eigentlich nur sagen, vermutlich krankheitsbedingt meine Kamera im Taxi liegen lassen.

Seitdem ich krank und ohne Kamera bin, hatte ich das Vergnügen, jede Menge verschiedener Ärzte kennenzulernen, alle sehr sehr nett, das kann ich nicht anders sagen, auch wenn bei ihnen immer genau dann, wenn ich komme, wahnsinnig viel los ist, weswegen Wartezeiten von zwei bis drei Stunden absolut normal sind, was wiederum ein Grund ist, dass ich am liebsten zur HNO-Ärztin gehe. HNO steht übrigens für Husten und Niesen und so, falls das jemand nicht weiß. Meine HNO-Ärztin, das nur nebenbei, ist eine nette ältere Dame, ich will ihr nicht zu nahe treten, aber vermutlich schon im Rentenalter.

Und obwohl nicht mehr die jüngste, fertigt sie, meine HNO-Ärztin, langsam zwar, aber eben gekonnt, ihre vielen Patienten der Reihe nach ab, immer verbunden mit einem persönlichen Gespräch oder zumindest ein paar aufmunternden Worten, was vielleicht wichtiger ist, als irgendwelche Medikamente. Aber jetzt kommt das beste, denn aus welchen Gründen auch immer, ist meine HNO-Ärztin ein Fan von mir, weswegen ich, wenn ich komme, immer sofort vor kann, und zwar zum Rachenauspinseln mit Jod. Zugegeben, Rachenauspinseln mit Jod hört sich gruselig an, ich weiß, und ist es auch, noch dazu völlig von gestern, aber eben das einzige, was bei mir noch hilft, so weit ist das schon mit mir.

Eine Folge meiner zahlreichen Arztbesuche ist, dass ich ständig neue Briefe an meinen Chef schreiben muss, nämlich mit den immer neuen Krankschreibungen, was auch angesichts des gerade erhöhten Briefportos ganz schön ins Geld geht, das muss ich schon sagen, weswegen ich ihn, meinen Chef, gestern einfach mal angerufen habe, und wo er mir sogleich versicherte, dass er weiß, wenn ich sage, dass ich krank sei, ich auch wirklich krank bin, was so mit das beste ist, was ein Chef über einen sagen kann, das sage ich aus Erfahrung.

Außerdem sagte mein Chef noch, dass er meine Kamera aus seiner Taxe, mit der ich meine letzte Schicht gefahren bin, "sichergestellt" habe. Ich finde diese Polizeiwörter wie "sicherstellen" in unserer Alltagssprache einfach nur Klasse, beispielsweise auch den Begriff "Zugriffe", wenn es um die Besucherzahlen hier auf dieser Seite geht. Mein Chef hat meine Kamera aber nicht nur "sichergestellt", sondern sie darüber hinaus in dem kleinen Wandsafe im Flur von seiner Firma deponiert, wo ich euch neulich noch den Code von verraten habe, weswegen ich überlege, ob es nicht doch besser sei, die Arztbesuche einzustellen, auch das Rachenpinseln mit Jod bei meinem älteren weiblichen Fan sein zu lassen, und bald mal wieder Taxi zu fahren.

Text TaxiBerlin

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