07.01.2016

JESUS UND DER VATERSCHAFTSTEST


Weihnachten, der Geburtstag von Jesus Christus, geboren im Zeichen des Steinbocks, ist vorbei, die fetten Braten verdaut, die Geschenke schon wieder verkauft, das ist der Moment, einmal aufzuschreiben, was zum Thema (Titel) vor dem Fest von Fahrgästen bei mir im Taxi diskutiert worden ist. Um es gleich vorweg zu nehmen: An die unbefleckte Empfängnis glaubte keiner von ihnen, was aber nicht bedeutet, dass es sie prinzipiell nicht gibt. Da muss ich mal wieder den Meister zitieren: "Don't criticize what you can't unterstand."

Was man auf jeden Fall sagen kann, wo auch niemand denke ich widersprechen wird, ist: Die unbefleckte Empfängnis ist nicht gerade der Normalfall. Das ist sozusagen der kleinste gemeinsame Nenner, auf den wir uns einigen können. Ich bin mir nicht sicher, ob der Umstand noch dazugehört, dass Kinder normalerweise Mutter und Vater haben, oder ob sich da schon was geändert hat, wovon neben mir auch meine Fahrgäste noch nichts genaues wussten.

Wie gesagt, diese Annahme, dass ein jeder von uns Mutter und Vater hat, kann morgen schon überholt sein, das muss man in Kauf nehmen, worauf man als Taxifahrer aber bestens vorbereitet ist, weil sich auf den Straßen und Plätzen ja auch ständig was ändert. Um es einmal ganz klar und in aller Deutlichkeit zu sagen: Niemand ist besser vorbereitet auf welche Veränderung auch immer, und auch völlig egal ob im Großen oder auch nur im Kleinen, als ein Taxifahrer!

Doch zurück zu Jesus, der neulich Geburtstag hatte, weswegen wir Geschenke verschenkt und Speisen verspeist haben (manche auch Menschen getroffen haben, die sie gar nicht treffen wollten), dessen Mutter Maria hieß, so viel ist sicher, aber dessen Vater nicht ihr angetrauter Joseph war, was schlimm ist, und zwar für Jesus, was ein jeder weiß, der keinen Vater hatte, also wir alle, das ist die Wahrheit. Das klingt alles nicht schön und auch nicht appetitlich, weswegen ich damit auch bis nach dem Fest gewartet habe.

Was macht man nun, wenn man keinen Vater hat? Man sucht ihn, ganz klar. Manche suchen auch ihre Mutter, oder gar Mutter und Vater, was aber letztendlich alles auf's gleiche hinausläuft. Jesus, so steht geschrieben, soll dabei den Vorteil gehabt haben, dass er zumindest wusste, wo er zu suchen hat, und zwar im Himmel, auch wenn dort davor und auch danach noch niemand seinen Vater gesehen hatte, und böse Stimmen später sogar behaupteten, dass er tot wäre, was immerhin voraussetzt, dass er irgendwann einmal gelebt hätte.

Heute gibt es für solche Fälle den Vaterschaftstest (der einem aber auch nicht sagt, wo der Vater zu finden ist - das ist auch wahr), der leider zu Jesus' Zeiten unbekannt war, weswegen es damals auch um die Frage ging: Kommt der Sohn nun nach dem Vater oder nicht, und da sind wir (nicht ich alleine!) bei mir im Taxi auf eine ganz andere, völlig neue Fragestellung gekommen, die ich gerne an meine Leser weitergeben möchte: Was ist eigentlich, wenn man/frau  im Moment der Zeugung/Empfängnis an eine ganz andere Person denkt, was öfters vorkommt, als gemeinhin gedacht, insbesondere bei der befleckten Empfängnis, meinten zumindest meine Fahrgäste, die aber auch nicht wussten, ob und was das eventuell für Auswirkungen haben könnte, jetzt nicht auf den Vaterschaftstest, sondern ob man wirklich ausschließen kann, dass das, was gerade gezeugt wird, nicht doch vielleicht nach der dritten (oder auch vierten / oder gar beiden) Person/en kommt, an die im Moment der Zeugung gedacht wurde.

Foto&Text TaxiBerlin

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