14.01.2016

"DIE HARTE ANTWORT DES RECHTSSTAATES"


Graffito / Baustellenzaun / Weserstraße
früher Friedrichshain / heute Friedrichshain-Kreuzberg

"Die harte Antwort des Rechtsstaates" - Wer hat sie gleich noch mal gefordert? Es fällt mir gerade nicht ein, ist aber auch egal, weil die Antwort bereits kam, und zwar gestern Abend, bei mir im Kiez, gleich um die Ecke, in der Rigaer Straße, hier im Friedrichshain. Mit den Antworten, das muss dazu gesagt werden, verhält es sich ähnlich wie mit den Wahrheiten. Man findet sie, ich schrieb darüber, allzu oft dort, wo man sie nie vermuten würde. Gleich 500 Polizisten wurden am gestrigen Abend aufgeboten, nachdem am Nachmittag ein Knöllchen schreibender "Kontaktbereichsbeamter" von "Autonomen" aufgefordert worden war, aus "ihrem Gebiet" zu verschwinden, woraufhin dieser sich die Ausweise zeigen lassen wollte. Daraufhin schlugen und traten die vier Männer, die auch noch vermummt gewesen sein sollen, auf den Polizisten, der keine Schutzkleidung trug, ein, und verletzten ihn leicht, so dass er seinen Dienst fortsetzen konnte, das Ganze wie gesagt in Friedrichshain.

In Neukölln ist man da schon weiter. Der ehemalige Bürgermeister schreibt in seinem Buch "Neukölln ist überall", dass er es zu einem gewissen Grad sogar verstehen kann, wenn ein Funkstreifenwagen an Verkehrsordnungswidrigkeiten vorbeifährt, als hätte er nichts gesehen, denn man kann nicht jedes Mal eine Straßenschlacht beginnen, wenn drei Autos falsch geparkt sind. Gewalt gegenüber Polizisten, das wissen viele nicht, gehört leider in Berlin zum Alltag, wenn auch nicht überall. Polizeihauptkommissar Karlheinz Gaertner meint dazu: "Für uns Polizeibeamte ist es inzwischen völlig normal, beleidigt zu werden. Aus Sicht unseres Klientel darf man das auch, denn Deutsche haben keine Ehre. Ungefähr 70% meiner Kollegen haben Gewalt gegen sich erlebt." Der Polizeihauptkommissar, der in Neukölln Dienst tut, sagt weiterhin, dass er bei einem beruflichen Neustart dort weder als Lehrer noch als Polizist arbeiten wolle.

Mich als Taxifahrer, da bin ich ganz ehrlich, stören falsch geparkte Fahrzeuge Null. Mich nerven nur in zweiter Reihe abgestellte. Dass sich darum in Zukunft jemand kümmern würde, glaube ich auch nach der gestrigen Nacht nicht. Aber man weiß es eben nicht, immerhin war auch schon, ich schrieb bereits darüber, von einer Zeitenwende die Rede, die, auch hier scheint es eine Parallele zur Wahrheit zu geben, manchmal dort beginnt, wo niemand mit ihr gerechnet hat.

Foto&Text TaxiBerlin

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