19.12.2015

SEX IM TAXI oder WAS ICH MIR WERT BIN


Pünktlich zum Fest der Liebe mache ich mir so meine Gedanken, was wohl wäre, wenn jemand einen erfahrenden Taxifahrer für Sex im Taxi suchen würde. Es gibt schon einige solcher Filmchen zum Beispiel mit Taxis in Prag, London und Manchester. Wen das jetzt interessieren sollte, kann gerne mal im Internet nachschauen. Ich persönlich grüble viel über solche Fragen nach: "Was wäre, wenn ...", auch weil ich bei mir im Taxi viel Zeit habe, aber nicht nur dafür.

Um ehrlich zu sein, ist es ein Kindheitstraum von mir, rumzukommen und dabei mit vielen Frauen (versteht sich!) zu schlafen, denn genau darum geht es im Leben. Das wusste auch Jean-Louis Trintignant, der in "Das wilde Schaf" genau aus diesem Grund seinen Job in der Bank von einem Moment auf den anderen aufgab. Ich selbst stelle mir in dem Zusammenhang aktuell die Frage, wie viel ich mir dabei wert bin, also ab welchen Stundenlohn ich sozusagen "aufspringen" würde. Dazu muss man wissen, dass männliche Darsteller in diesem Business grundsätzlich immer schlechter bezahlt werden als weibliche.

Das ist natürlich nicht fair, möglicherweise sogar männerfeindlich, aber wohl nicht zu ändern, und auf jeden Fall die Wahrheit. Auch deswegen beginne ich bei meinen Überlegungen mit dem Mindestlohn, welcher bekanntlich bei 8,50 Euro die Stunde liegt. Da ich den Mindestlohn im Moment mit durchschnittlich 15 Minuten Arbeit und 1,36 Fahrten pro Stunde erreiche, ich also aktuell 45 Minuten pro Stunde für mich habe, kommt der Mindestlohn für mich als potentieller Pornodarsteller nicht in Frage, denn Sex ist ein Fulltime-Job, wer schon einmal welchen hatte, der weiß das.

(Da fällt mir gerade Andrew Zimmern ein, der mich als kulinarischen Guide für Berlin haben wollte, und wofür er mich auch sehr gut bezahlen wollte, woraus aus bekannten Gründen aber nichts werden konnte. Der Buschfunk berichtete neulich, dass Andrew dem Kollegen, der für mich eingesprungen ist, 20 Euro die Stunde gezahlt hätte, womit der alles andere als zufrieden gewesen sein soll, weswegen mir der Kollege auch ein klein wenig leid tut.)

Was wäre nun für mich eine angemessene und gute Bezahlung für diesen Fulltime-Job, den man mir zwar noch nicht angeboten hat, auf den ich aber vorbereitet sein möchte, auch weil ich, das wird mir jetzt, wo ich darüber schreibe, immer klarer, mein Leben lang auf ihn hingearbeitet habe, und weswegen es, wenn ich's mir recht überlege, regelrecht peinlich ist, dass ich, wo es fast zu spät ist für den Job, meinen eigenen Wert nicht in Euro und Cent beziffern kann, aber so sieht es ehrlicherweise aus bei mir. Auch das ist die Wahrheit.

PS: Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, denke ich, dass ich am Anfang wohl mit 20 Euro die Stunde leben könnte, allerdings ohne Taxi (das kostet extra!) und garantiert nur für den Anfang.

PSPS: Natürlich sind 20 Euro pro Stunde viel zu wenig, das weiß auch ich. Du darfst aber nicht vergessen, dass ich nicht mehr der jüngste bin (obwohl der Darsteller/Taxifahrer in London etwa mein Alter sein dürfte, und ich darüber hinaus Quereinsteiger und Newcomer [sic!].

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