27.12.2015

KEIN WIRTSCHAFTSWUNDER IM TAXI


Vor dem Wirtschaftswunder

Weihnachten ist geschafft, Zeit für mich das übrig gebliebene Geld von der Straße zu sammeln und zwar mit meinem Taxi. Meine Erwartungen, das kann ich ganz ehrlich sagen, gehen gegen Null. Mehr als ein paar Brosamen wird es nicht geben auf der Straße, das sagt mir mein Gefühl. Es ist mehr die Routine, die mich ins Taxi treibt, außerdem gibt es dort neuerdings eine Leselampe, die ich ausprobieren möchte.

Der Presseschau vor Arbeitsbeginn entnehme ich, dass uns ein zweites Wirtschaftswunder bevorsteht. Das erste war, das ist bekannt, in den Fünfzigern in Westdeutschland. Ein zweites war für die Neunziger im Osten geplant gewesen, ist aber wegen Bodennebels ausgefallen und wird nun nachgeholt. Mit anderen Worten: Die Ossis waren zu blöd, aber die Einwanderer werden es schaffen.

Genau genommen sind es, daran darf erinnert sein, Asylsuchende, auch weil wir nur ein Asylrecht kennen hierzulande, in dem es kein wirkliches Einwanderungsgesetz gibt, das diesen Namen verdienen würde. Aus den Asylsuchenden wurden Flüchtlinge - Wort des Jahres 2015. Aus den Flüchtlingen wiederum Einwanderer, die das neue Wirtschaftswunder vollbringen sollen.

Die Asylsuchenden alias Flüchtlinge alias Einwanderer wurden mal wieder nicht gefragt, ob sie denn auch hier bleiben und zu unserem neuen Wunder beitragen wollen, besser wohl: sich dafür abrackern. Vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen, der nach dem Ende des Krieges in seine Heimat zurückkehren möchte. Unsere Eliten scheint das nicht zu interessieren, sie rechnen bereits fest mit dem billigen "Menschenmaterial".

Spinnt man den Gedanken unserer Eliten zu Ende, ist folgendes Szenario vorstellbar: Ein Asylsuchender alias Flüchtling alias Einwanderer möchte irgendwann in der Zukunft wieder ausreisen, darf die Grenze aber nicht passieren, weil er nicht genügend zum Wirtschaftswunder beigetragen hat.

PS: Eine Frage kommt in der gegenwärtigen Debatte gar nicht vor, drückt sich einem angesichts des warmen Winters aber förmlich auf. Wie viele Menschen kommen eigentlich wegen dem Wetter zu uns? Ich meine, wenn unsere Winter schon so mild sind, wie heiß sollen die Sommer etwas weiter südlich dann sein?

Foto&Text TaxiBerlin

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